Der Stellenwert der Regeneration im Amateur- und Profifußball

Die Relevanz für Freizeit-, Gesundheits- und Hochleistungssportler


Hausarbeit, 2017

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2.Definition Regeneration

3.Superkompensation
3.1 Stagnation
3.2 Übertraining

4.Regenerationsmaßnahmen
4.1 Trainingsgestaltung
4.2 Aktive Erholung
4.3 Psychophysische Erholung
4.4 Passive Erholung

5.Belastungsprofil Fußball
5.1 Die Areobe Glycolyse
5.2 Anaerob-alaktazide Energiegewinnung

6.Ernährung

7.Diskussion

8.Zusammenfassung

9.Literaturverzeichnis

1.Einleitung

1.1Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit ist den Stellenwert der Regeneration im Profifußball, als auch im Amateurbereich zu erörtern und miteinander zu vergleichen. Die Arbeit soll Aufschluss darüber geben, welche Wichtigkeit die Regeneration im Amateurbereich für Freizeit- und Gesundheitssportler, als auch für Hochleistungssportler hat.

1.2 Aufbau der Arbeit

Anfangs werde ich das Wort „Regeneration“ definieren und erklären, um verständlich zu machen, was dieser Begriff bedeutet und in welche Bereiche er sich aufteilen lässt. Auch werden wir in diesem Teil kurz darauf schauen wie der Deutsche Fußball Bund den Begriff Regeneration definiert und auffasst.

Als nächstes werde ich die Superkompensation erklären, um so zu verdeutlichen, welchen Einfluss die Regeneration auf das Leistungsniveau und den Leistungszuwachs hat. Im gleichen Kapitel erkläre ich noch zwei weitere Varianten der Relation von Belastung und Erholung, die zu einem anderen Ergebnis als dem Leistungszuwachs führen. Diese drei Modelle sind wichtig um im späteren Verlauf das nötige Verständnis zu besitzen und verstehen zu können wie sich die Regeneration im Profi und Amateurbereich unterscheiden sollte.

Im darauffolgenden Kapitel werde ich verschiedene Regenerationsmaßnahmen erläutern, erklären welche Auswirkung sie mit sich bringen und sowohl wie als auch wann man sie gezielt einsetzen sollte. In diesem Kapitel wird der Problematik nachgegangen, dass die optimale Regeneration nur dann optimal sein kann, wenn die regenerative Maßnahme belastungsspezifisch gewählt wird.

Das folgende Kapitel über das Belastungsprofil des Fußballs als auch den zwei hauptsächlichen Energiegewinnungswegen des Fußballspielers bereiten auf das Thema Ernährung vor, in welchem ich aufzeigen werde wie wichtig und welch zentrale Rolle die Ernährung im Leistungssport einnimmt, um den Spieler zu Höchstleistung zu verhelfen.

Am Ende werde ich die Arbeit mit einer Diskussion und einer Zusammenfassung abrunden, in welchen ich nochmals die wichtigsten Punkte erwähne und die Relevanz für den Profifußballer als auch dem Amateurspieler aufzeige.

2.Definition Regeneration

Unter der Regeneration versteht man aus sportmedizinischer Sicht die „Erneuerung und leistungsfördernde Wiederherstellung der körperlichen Kräfte. Regeneration durch aktive Erholung ist besonders für Leistungssportler, Versehrte, ältere und arbeitende Menschen notwendig“ (Hrsg.= Brockhaus, 1977, S.361). Bereits aus dieser Definition geht sehr deutlich hervor, dass es sich bei der Regeneration um einen Wiederherstellungsprozess handelt, dem ein Verschleiß oder Verlust an Kräfte vorhergeht und den man aktiv unterstützen kann.

Der Begriff der Erholung, welcher als Synonym der Regeneration zählt, wird als „Bezeichnung für die nach der Aktivität notwendige Zeit bzw. Maßnahme zur Lösung der psychophysischen Anspannung und zur Wiederherstellung der körperlichen, seelischen und geistigen Leistungsfähigkeit“ definiert (Red.= Röthig, 1973, S.83). Aus dieser Definition geht hervor, dass die Regeneration ein komplexer Prozess ist, welcher nicht rein physischer Art ist, sondern auch auf psychischer Ebene stattfindet.

Im Physiolexikon wird der Begriff der Regenerationszeit folgendermaßen beschrieben: „Je nach Intensität und Umfang von körperlichen Belastungen benötigt der Körper nachfolgend eine individuelle determinierte Zeit für Erholungs- und Wiederherstellungsvorgänge[….]“ (Amshoff, Bader-Johansson,B.,2010, S.715). Hier wird verdeutlicht, dass die Zeit der Regeneration individuell ist und dementsprechend auch von Sportart zu Sportart sehr unterschiedlich sein kann. Schlussfolgernd können wir nach dieser Definition auch eine unterschiedliche Regenerationszeit von Profifußballern und Amateurfußballspielern erwarten.

Auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes findet man den Suchbegriff „Regeneration“ häufig in Verbindung mit dem Stichwort „Aktiv“. Die Spieler sollen die Regeneration aktiv beschleunigen um schneller wieder Leistungsfähig zu sein. „Es ist wichtig, dem Körper dabei zu helfen, die Anstrengung zu verarbeiten und das Leistungsniveau dadurch zu steigern“, so heißt es in einem der vielen Artikel zum Thema Regeneration (vgl. DFB, „Aktiv Regenerieren!“). „Regeneration ist mehr als ‘die Beine hochlegen‘ und noch viel mehr als den Jungs ‘frei zu geben‘!“, wird ein wenig später in demselben Artikel geschrieben. Als aktive Regenerationsmaßnahmen werden Schwimmen, Stretching, Kleine Spiele, Stabilisationstraining mit geringer Intensität, lockeres Auslaufen und Radfahren genannt.

3.Superkompensation

Das Prinzip der Superkompensation beschreibt wie durch die optimale Relation von Belastung und Erholung die Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann. „Training bewirkt durch den «Verbrauch funktioneller und energetischer Potentiale» (Harre) eine Ermüdung“ (Letzelter, 1978, S.42). Nach dieser Ermüdung durch Training ist es ausschlaggebend, dass eine ausreichende Regeneration folgt. Die Superkompensation beschreibt das Niveau, welches das alte Niveau in der Erholungsphase übersteigt (siehe Abbildung 1). Dies geschieht da „in der Erholungsphase mehr Energie angebaut, als zuvor verbraucht worden ist“ (Letzelter, 1978, S.44). Dies ist ein Schutzmechanismus des Körpers um sich vor erneuter Belastung zu schützen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Belastung und Erholung - Superkompensation (Letzelter, M., 1978, S.45)

Um den maximalen Leistungszuwachs zu erreichen muss das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung optimal sein. Und „die neue Belastung erfolgt auf dem Höhepunkt der Superkompensation“ (Letzelter, 1978, S.47).

„Mit einer erreichten Anpassungsreaktion verschiebt sich der Bereich der Grenzbelastungen nach oben. Wollen weitere Belastungseffekte erreicht werden, dann sind die Belastungen zu steigern“ (Findeisen, Linken, P., 1980, S.213).

3.1 Stagnation

Bei dem Prinzip der Superkompensation kann es durch ein falsches Verhältnis der zwei Komponenten Erholung und Belastung auch zu anderen Ergebnissen kommen. Wenn die Erholung zu lange ist, und der Zeitpunkt der Superkompensation verpasst wird ehe der nächste Trainingsreiz gesetzt wird kommt es zur Stagnation und dem Erhalt des Leistungsniveaus (siehe Abbildung 2). Dieses Schema werden wir häufig im Amateurfußball antreffen, da nur in Ausnahmefällen öfters als zweimal die Woche trainiert wird. Durch die langen Pausen zwischen den Trainingseinheiten erholt sich der Körper zwar vollständig, allerdings kommt es zur Stagnation des Leistungsniveaus, da der nächste Trainingsreiz zu spät gesetzt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stagnation (Letzelter, M., 1978, S.46)

3.2 Übertraining

Die zweite Variante zeigt das Verhältnis, wenn die Belastung zu stark ausgeprägt ist, sprich die Regenerationphase zu kurz ist und der Organismus sich nicht genügend regenerieren kann, bevor der nächste Reiz gesetzt wird. (siehe Abbildung 3). Hierbei spricht man von Übertraining. Es kommt zum Abbau des Leistungsniveaus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Übertraining (Letzelter, M., 1978, S.46)

Durch das Prinzip der Superkompensation wird deutlich, dass ein Profifußballer, welcher oftmals bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche bestreitet und zusätzlich noch ein bis zwei Wettkampftage pro Woche absolviert Gefahr läuft zu kurze Regenerationsphasen im Verhältnis zur Belastung zu haben. Es wird deutlich, dass „nicht die Belastung selbst, sondern die Geschwindigkeit der Regeneration zur leistungsbegrenzenden Größe wird, da das Training umso effektiver wird, je häufiger in der Phase der Superkompensation trainiert wird“ (vgl. Konopka, 2009, S.24).

Im Profisport ist die Regeneration also von entscheidenter Bedeutung, um möglichst viel und intensiv trainieren zu können und sich zu verbessern, aber auch um Höchstleistung am Tag des Wettkampfes abrufen zu können. Wenn es beispielsweise in einem Champions League Spiel am Mittwoch Abend um Alles geht, sollte einem nicht noch das Spiel vom Sonntag Abend „in den Knochen stecken“.

Der Profisport hilft sich hier mit modernen Maßnahmen und Methoden, welche ich im folgenden Kapitel genauer erläutern werde, um die Regeneration zu fördern und so schnellere Erholungsphasen zu erreichen. „Regeneration als unverzichtbaren Trainingsinhalt zu begreifen, hat die praktische Konsequenz, Belastungseinheiten nicht ohne Regenerationseinheiten zu planen und durchzuführen“ (Allmer, 1989, S.121). Da die Wichtigkeit der Regeneration längst bekannt ist, haben Profivereine Regenerationseinheiten längst in ihren Trainingsalltag integriert.

4.Regenerationsmaßnahmen

Regenerationsmaßnahmen gibt es sehr viele verschiedene mit unterschiedlichen Ansätzen. Um im Leistungssport die Regenerationszeit zu verkürzen, durch eine optimale und schnelle Erholung, muss die Maßnahme belastungsspezifisch gewählt werden (vgl. Allmer, 1989, S.122). Dies ist allerdings ein hochkomplexes Vorgehen, da zunächst die Belastungswirkungen in ihrer Richtung, ihrem Ausmaß und ihrer Dynamik erforscht werden müssen. Zudem müssen Kriterien über die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen existieren (vgl. Scheibe, 1989, S.8). Ein weiteres wichtiges Gebiet der Regeneration ist der psychische Bereich eines Sportlers. Wie anfangs schon definiert findet Regeneration körperlich, seelisch und geistig statt. Motorische, vegetative und psychische Vorgänge stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Durch die Veränderung eines Teilbereiches werden die anderen ebenfalls beeinflusst (vgl. Nitsch, 1985, S.93). Oftmals werden Sportler auf ihre physischen Leistungen beschränkt und dementsprechend werden auch nur physische Regenerationsmaßnahmen getroffen, was ein fataler Fehler ist. Allmer (1989) sagt: „Konzentrationsleitungen, Entscheidungen, emotionale Prozesse und soziale Konflikte stellen mannigfaltige psychische Prozesse dar, die durch Training und Wettkampf verändert werden und einen Einfluß auf die körperliche Belastung haben“ (S.124). Diese psychische und kognitive Erholung ist bei Leistungssportlern, die unter hohen Leistungsdruck stehen, besonders wichtig. Allerdings sollte sie auch bei Amateurspielern nicht vergessen oder unbeachtet bleiben, da jedes Fußballspiel mit vielen Emotionen, sozialen Konflikten und Entscheidungen verknüpft ist – auch im Amateurfußball.

4.1 Trainingsgestaltung

Regeneration beginnt schon während des Trainings, weshalb ein professioneller Trainerstab sich bereits bei der Trainingsplanung über die Zusammensetzung der Trainingselemente Gedanken macht. Einige Trainingsbelastungen erforderen längere Regenerationszeiten als andere. Dieser Gedanke sollte sowohl in jeder einzelnen Trainingseinheit als auch über längere Zeit beachtet werden. Hier unterscheidet sich der Profifußball gravierend vom Amateurbereich. Der Grund hierfür sind häufig schlecht ausgebildete Trainer, die wenig Wissen der Trainingslehre und Trainingsprinzipien besitzen. Zwei grundlegende Prinzipien sind das Prinzip der richtigen Belastungsfolge der Trainingsinhalte und das Prizip der wechselnden Belastung.

Das Prinzip der richtigen Belastungsfolge besagt, dass es in Trainingseinheiten, in denen mehrere Leistungskomponenten geschult werden, wichtig ist die empfohlene Reihenfolge einzuhalten. Koordination vor Schnelligkeit vor Kraft vor Ausdauer (vgl. Weineck, 2007, S.240). Dieses Prinzip wird im Amateurbereich sehr häufig verletzt, allerdings kann man sich auch im Profibereich nicht exakt daran halten, da die Anforderungen an die Spielsportart Fußball nunmal sehr komplex sind.

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Der Stellenwert der Regeneration im Amateur- und Profifußball
Untertitel
Die Relevanz für Freizeit-, Gesundheits- und Hochleistungssportler
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V416968
ISBN (eBook)
9783668665507
ISBN (Buch)
9783668665514
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellenwert, regeneration, amateur-, profifußball, relevanz, freizeit-, gesundheits-, hochleistungssportler
Arbeit zitieren
Silas Probst (Autor), 2017, Der Stellenwert der Regeneration im Amateur- und Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416968

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