Um einen Einstieg in die Thematik zu geben, werden zunächst das Krankheitsbild des ‚einfachen‘ Münchhausen-Syndroms und dessen Namensursprung dargestellt Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Krankheitsbilder mit Hilfe verschiedener wissenschaftlicher Quellen aufzuzeigen und zu erläutern. Ebenfalls werden eine Dokumentation und ein Spielfilm bzgl. des by-proxy-Syndroms hinzugezogen, die die Krankheit und deren Auswirkungen zusätzlich veranschaulichen sollen. Anhand dieser verschiedenen Medien wird als Forschungsfrage zu klären versucht, inwieweit man bei Müttern, die unter dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom leiden, von Gefühlen der Mutterliebe sprechen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Der Baron von Münchhausen
2. Das Münchhausen-Syndrom
2.1. Vorgehensweise und Manipulationstaktiken
3. Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom
3.1. Ursachen und Folgen
3.2. „Schattenkinder“ – der Spielfilm
3.2.1. Handlung
3.2.2. Filmische Darstellung des Krankheitsbildes
3.3. Der Weg von der Diagnose zur Therapie
3.4. Die Krankheit im Rückspiegel: Reflektionen der Täter/innen und Opfer
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Münchhausen-by-proxy-Syndrom als psychische Störung und erforscht anhand wissenschaftlicher Quellen sowie medialer Darstellungen die Kernfrage, inwieweit bei betroffenen Müttern noch von Gefühlen der Mutterliebe gesprochen werden kann.
- Definition und Abgrenzung des Münchhausen-Syndroms und des Münchhausen-by-proxy-Syndroms
- Analyse der Manipulationsstrategien und der psychischen Hintergründe der Täterinnen
- Untersuchung der Auswirkungen auf die Opfer und die Rolle der „Opferrolle“
- Mediale Aufarbeitung des Krankheitsbildes anhand des Spielfilms „Schattenkinder“ und einer TV-Dokumentation
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Filmische Darstellung des Krankheitsbildes
Im Hinblick auf die zuvor erwähnten Charakteristika des Krankheitsbildes folgen nun vereinzelte Filmausschnitte in Form von Videosequenzen und Screenshots, die den realen Alltag der Täter/innen und Opfer des Syndroms beleuchten sollen. Die erste Szene zeigt sich bereits zu Beginn des Filmes. Agnes beginnt zu husten. Sofort wirkt Sandra besorgt um die Gesundheit ihrer Tochter, fragt, ob es ihr gut gehe, fasst ihr an die Stirn und hält ihre ältere Tochter Therese dazu an, etwas mehr Acht beim Spielen auf ihre Schwester zu geben, da sie sich schließlich schonen müsse und sie aufgrund der anstehenden Schulaufführung nicht wieder krank werden dürfe. Das Fenster, welches Christiane öffnet, schließt Sandra unmittelbar danach wieder mit der Begründung, die frische Luft zöge. Auch Sandras Bezeichnung „mein Engel“ Agnes gegenüber lässt auf eine liebevolle und führsorgliche Beziehung zu ihrer Tochter schließen (vgl. YouTube: Schattenkinder 1, 3:30 min.-4:50 min.).
Auch verfügt Sandra über ausreichend medizinisches Wissen, was typisch für Münchhausen-by-proxy Syndrom-Patienten ist. Dies wird im weiteren Verlauf deutlich, indem Sandra ihre Schwester auf eine Übersäuerung ihres Körpers aufmerksam macht, während sie an ihren Fingernägeln kaut. Sie empfiehlt ihr eine Blutuntersuchung und die Einnahme diverser Mineralpräparate (vgl. YouTube: Schattenkinder1, 5:50 min.-6:02 min.). Dieses fundierte Wissen lässt sich damit erklären, dass Sandra in der Vergangenheit bereits über einen Zeitraum von zwei Jahren Medizin studiert hat. Ebenso charakteristisch ist die Tatsache, dass ihr Vater ihren medizinischen Fähigkeiten vertraut und keinen Verdacht schöpft bzgl. einer unbeabsichtigten Fehlmedikation, geschweige denn einer beabsichtigten Schädigung ihrer Tochter gegenüber (vgl. Schattenkinder 8, 3:16 min.-3:20 min.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Hausarbeit ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Mutterliebe im Kontext des Münchhausen-by-proxy-Syndroms.
2. Das Münchhausen-Syndrom: Dieses Kapitel erläutert das Grundsyndrom, bei dem sich Betroffene durch Simulation oder Selbstschädigung Aufmerksamkeit in der medizinischen Welt verschaffen.
3. Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom: Dieser Hauptteil analysiert die weiterführende Form der Störung, bei der das Leiden stellvertretend an anderen Personen, insbesondere Kindern, erzeugt wird, und stützt sich dabei auf filmische Fallbeispiele.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Erkrankung eine komplexe psychische Störung ist, die trotz grausamer Handlungen nicht pauschal als fehlende Mutterliebe abgetan werden kann.
Schlüsselwörter
Münchhausen-by-proxy-Syndrom, Münchhausen-Syndrom, Kindesmisshandlung, soziale Konstruktion, Mutterliebe, psychische Störung, Stellvertreter-Syndrom, medizinische Manipulation, Schattenkinder, Fremdgefährdung, transgenerationale Weitergabe, Diagnose, Therapie, Krankheitsgewinn, Dokumentation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Störung des Münchhausen-by-proxy-Syndroms und untersucht, wie betroffene Mütter durch das künstliche Herbeiführen von Krankheiten bei ihren Kindern Aufmerksamkeit suchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung zum einfachen Münchhausen-Syndrom, die Analyse der Manipulationsstrategien, die psychischen Hintergründe der Mütter und die Auswirkungen auf die betroffenen Kinder.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit versucht zu klären, inwieweit man bei Müttern, die unter dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom leiden, noch von Gefühlen der Mutterliebe sprechen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden wissenschaftliche Fachquellen sowie eine medienwissenschaftliche Analyse eines Spielfilms und einer Dokumentation zur Veranschaulichung der Fallbeispiele genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Ursachen und Folgen der Störung, die filmische Darstellung anhand des Werkes „Schattenkinder“ sowie Herausforderungen bei der Diagnose und dem Weg zur Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Münchhausen-by-proxy-Syndrom, Kindesmisshandlung, psychische Störung, Mutterliebe und medizinische Manipulation.
Warum wird im Film das „Schattenkinder“ als Beispiel herangezogen?
Der Film bietet eine anschauliche Möglichkeit, die Täterin aus der Innenperspektive zu betrachten und die Mechanismen der Manipulation und Täuschung für Außenstehende nachvollziehbar zu machen.
Welche Rolle spielt die „Opferrolle“ der Kinder?
Die Kinder werden von den Müttern als Mittel zum Zweck missbraucht, um sich selbst Aufmerksamkeit zu sichern, was für die Kinder oft mit traumatischen Folgen und gesundheitlichen Schäden verbunden ist.
- Quote paper
- Corinna Diße (Author), 2014, Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom. Krankheitsbilder und Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416971