In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen für Unternehmen deutlich geändert. Der Konkurrenzkampf in vielen Branchen ist härter geworden. Um dennoch das primäre Unternehmensziel der Gewinnmaximierung erfolgreich verfolgen und im Wettbewerb bestehen zu können, bedarf es der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Die Erschließung neuer Geschäftsfelder beinhaltet den Eintritt in einen neuen Markt, der sich entweder durch neue Produkte, einer neuen Zielgruppe, einer neuen geographischen Lage oder durch eine Kombination dieser Faktoren definiert. Dabei kommt im Besonderen der Erschließung eines neuen geographischen Marktes eine wichtige Rolle zu. Grundsätzlich betrifft der Markteintritt sowohl eine Unternehmensneugründung, als auch eine diversifizierende Unternehmung, die mit neuen Produkten auf neue nationale Märkte gehen will; und schließlich aber auch eine internationalisierende Unternehmung, die mit dem bestehenden Produktionsprogramm geographisch neue Märkte erschließen will. Gerade Letzteres, der Markteintritt in ausländische Märkte, beinhaltet eine außerordentliche Aktualität. Um dauerhaft im Wettbewerb bestehen zu können, sind immer mehr Unternehmen gezwungen, einen Absatzmarkt im Ausland in Betracht zu ziehen und ihre Tätigkeiten über die heimischen Grenzen hinweg auszuweiten. Neben der Notwendigkeit der Internationalisierung, ergeben sich jedoch auch Chancen zum Wachstum und zur Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition.
Der Eintritt in ausländische Märkte sollte langfristig geplant und sorgfältig vorbereitet werden. Um zu klären, wann der beste Zeitpunkt für den Markteintritt ist, und ob der neue Markt alleine oder mit Partnern erschlossen werden soll, ist das Festlegen einer Markteintrittsstrategie unumgänglich. Die Entscheidung über die Form und den Zeitpunkt des Markteintritts ist oftmals entscheidend für den Erfolg bzw. Misserfolg der entsprechenden Expansion der Unternehmung. Hat man einmal eine bestimmte Markteintrittsstrategie gewählt, ist es schwierig, die Strategie bei auftretenden Problemen kurzfristig zu ändern. Somit gestaltet sich die Frage nach der Markteintrittsstrategie als eine überaus entscheidende.
Vor diesem Hintergrund ist es Ziel dieser Arbeit, eine theoretische Grundlage für eine differenzierte Analyse der zahlreichen Einflussfaktoren der Entscheidung für die Wahl der Markteintrittsstrategien im Hinblick auf einen erfolgreichen Markteintritt zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen der Markteintrittsstrategie
3. Markteintrittsformen im Überblick
3.1 Direkt-Export
3.2 Unternehmenskooperation
3.3 Joint Venture
3.4 Unternehmenseigene Niederlassung
4. Entscheidende Einflussfaktoren für die Wahl der Markteintrittsform
4.1 Unternehmensinterne Einflussfaktoren
4.1.1 Bisherige Investitionen in die Geschäftseinheit
4.1.2 Bestehende Wettbewerbsvorteile
4.1.3 Erfahrung im internationalen Geschäft
4.2 Unternehmensexterne Einflussfaktoren
4.2.1 Charakteristika des Zielmarktes
4.2.2 Charakteristika des Kunden
4.2.3 Die wahrgenommene Unsicherheit
5. Markteintrittszeitpunkte im Überblick
6. Entscheidende Einflussfaktoren für die Wahl des Markteintrittszeitpunktes
7. Abschließende Bemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, eine theoretische Grundlage für die Analyse der vielfältigen Einflussfaktoren zu schaffen, die bei der Wahl einer Markteintrittsstrategie für ausländische Märkte eine entscheidende Rolle spielen, um so den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.
- Markteintrittsstrategien und ihre Bestandteile
- Kategorisierung der Markteintrittsformen
- Unternehmensinterne Einflussfaktoren (Ressourcen und Wettbewerbsvorteile)
- Unternehmensexterne Einflussfaktoren (Marktcharakteristika und Kundenbedürfnisse)
- Entscheidungsfaktoren für den Markteintrittszeitpunkt
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Bisherige Investitionen in die Strategische Geschäftseinheit
Wie bereits oben erwähnt ist eine wichtige Eigenschaft der unternehmensinternen Einflussfaktoren ihre aktive Beeinflussbarkeit. Konkret heißt dies zum Beispiel, dass ein Unternehmen bewusst über die Höhe der Investitionen in bestimmte Strategische Geschäftseinheiten entscheiden kann. Unter einer Strategischen Geschäftseinheit soll hier „ein möglichst isolierter Ausschnitt aus dem Betätigungsfeld eines Unternehmens“ verstanden werden, der sich im Allgemeinen „durch die Zusammenfassung von untereinander möglichst homogenen Produkt/Markt-Kombinationen“ ergibt.
Dabei ist es wichtig festzustellen, dass man in der Regel zwischen relativ wichtigen und dementsprechend relativ unwichtigen Geschäftseinheiten einer Unternehmung unterscheiden kann. Zu den wichtigen Geschäftseinheiten lassen sich diejenigen Produkt/Markt-Kombinationen zählen, die mit einem erheblichen Anteil zum Gesamtunternehmensgewinn beitragen und somit für das grundlegende Unternehmensziel der Bestandssicherung von hoher Bedeutung sind. Es gilt diese Stärken zu erhalten oder sogar zu maximieren. Weiterhin als wichtig sollten diejenigen Geschäftseinheiten eingestuft werden, die sich noch im Aufbau befinden und sich damit längerfristig gesehen zu bedeutenden Unternehmensstützen entwickeln könnten.
Diese hierarchische Anordnung hinsichtlich der Relevanz der verschiedenen Strategischen Geschäftseinheiten führt zu der Überlegung, die Ressourcen eines Unternehmens auf die Stärken, das heißt die aktuellen und zukünftigen, bedeutenden Geschäftseinheiten, zu konzentrieren. Unter diesem Gesichtspunkt rückt der gezielte Einsatz der Ressourcen in das strategische Blickfeld des Managements. Diese Vorgehensweise wird als „Resource-based View“ bezeichnet. Dauerhafte Erfolge und ein maximaler Output resultieren demnach aus der besonderen Kombination der unternehmenseigenen, physischen und nicht-physischen Ressourcen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Notwendigkeit für Unternehmen, durch Internationalisierung neue Absatzmärkte zu erschließen, und betont die Bedeutung einer fundierten Markteintrittsstrategie.
2. Theoretische Grundlagen der Markteintrittsstrategie: Dieses Kapitel definiert die Markteintrittsstrategie als Kombination aus Eintrittsform und -zeitpunkt und führt das Marktengagement als zentrales Unterscheidungsmerkmal ein.
3. Markteintrittsformen im Überblick: Es werden vier grundlegende Markteintrittsformen – vom Direkt-Export bis zur eigenen Niederlassung – anhand ihrer Anforderungen an Ressourcen und Kontrolle vorgestellt.
4. Entscheidende Einflussfaktoren für die Wahl der Markteintrittsform: Das Kernkapitel analysiert unternehmensinterne sowie -externe Faktoren (das Strategische Dreieck aus Unternehmen, Kunden und Konkurrenz) und deren Einfluss auf die Strategiewahl.
5. Markteintrittszeitpunkte im Überblick: Hier werden die zeitlichen Strategien (First, Early und Late Mover) anhand des Marktlebenszyklus definiert und deren jeweilige strategische Ausgangslage erläutert.
6. Entscheidende Einflussfaktoren für die Wahl des Markteintrittszeitpunktes: Dieses Kapitel untersucht, wie Faktoren wie Kapitaleinsatz, Wachstumsraten und Risikobereitschaft die Wahl des Eintrittszeitpunkts beeinflussen.
7. Abschließende Bemerkung: Die Arbeit resümiert die Interdependenzen zwischen Form und Zeitpunkt des Markteintritts und unterstreicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Abstimmung aller Einflussfaktoren.
Schlüsselwörter
Markteintrittsstrategie, Eintrittsform, Eintrittszeitpunkt, Marktengagement, Unternehmenskooperation, Joint Venture, Direktinvestition, Kernkompetenzen, Wettbewerbsvorteile, Strategisches Dreieck, Marktattraktivität, Marktpotential, Ressourcenorientierung, Marktorientierung, Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Einflussfaktoren, die für die fundierte Entscheidung einer Markteintrittsstrategie bei der Expansion in ausländische Märkte maßgeblich sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Wahl der Markteintrittsform, den optimalen Zeitpunkt des Markteintritts sowie die Einbettung dieser Entscheidungen in die allgemeine Unternehmensstrategie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine theoretische Grundlage für eine differenzierte Analyse der Faktoren zu bieten, um den Erfolg eines geplanten Markteintritts zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, wobei insbesondere der „Resource-based View“ und der „Market-based View“ herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener Eintrittsformen, die detaillierte Untersuchung interner und externer Einflussfaktoren sowie die Analyse von Markteintrittszeitpunkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Markteintrittsstrategie, Marktengagement, Wettbewerbsvorteile, Eintrittsform, Eintrittszeitpunkt und das Strategische Dreieck.
Warum ist das "Strategische Dreieck" für die Analyse so wichtig?
Es dient als konzeptioneller Rahmen, um das Unternehmen, die Kunden und die Konkurrenz als determinierende Kräfte der Markteintrittsentscheidung systematisch zu erfassen.
Welchen Einfluss hat die Erfahrung im internationalen Geschäft auf die Strategiewahl?
Die Arbeit diskutiert hier zwei kontroverse Ansätze: Unerfahrene Unternehmen könnten durch Kooperationen Risiken minimieren, während erfahrene Unternehmen eher zu hohen Marktengagements tendieren, um eigene Kompetenzen nicht teilen zu müssen.
Was unterscheidet den First Mover vom Late Mover?
Der First Mover ist Pionier in der Einführungsphase mit hohem Risiko, während der Late Mover in einer gefestigten Wachstums- oder Reifephase eintritt und von bereits etablierten Marktstrukturen profitieren kann.
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- Micha Neubauer (Author), 2004, Die Einflussfaktoren der Entscheidung für die Wahl der Markteintrittsstrategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41697