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Die Ökonomisierung der Bundeswehr unter der Betrachtung des Situativen / kontingenztheoretischen Ansatzes

Title: Die Ökonomisierung der Bundeswehr unter der Betrachtung des Situativen / kontingenztheoretischen Ansatzes

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Bundeswehr als Organisation ist seit mehreren Jahren stetigen Reformprozessen unterworfen, die aus verschiedenen Ursachen resultieren: einerseits hat der Fall des eisernen Vorhangs in Europa eine bis dato permanente Bedrohung quasi über Nacht beseitigt. Andererseits stellen der nahezu permanent schwelende Nahost-Konflikt und die weltweit zunehmende Bedrohung durch terroristische Anschläge die Streitkräfte vor vollkommen neue Aufgaben, bei denen schnell reagiert und eingegriffen werden muss. Neben Bedrohungslagen nicht zu vergessen sind natürlich ebenso haushaltspolitische Vorgaben: Kosten zu senken und dabei trotzdem den Gewährleistungsauftrag zu erfüllen.
Die vorliegende Arbeit soll sich daher unter Fokussierung der auf eine Ökonomisierung der Bundeswehr ausgerichteten Reformprozesse konzentrieren und untersuchen, inwieweit der Situative Ansatz als soziologisches Erklärungstheorem auf den Strukturwandel innerhalb der Streitkräfte anwendbar ist. Da dieser Ansatz auch viele Fragen bezüglich der wahren Zusammenhänge zwischen dem Umfeld einer Organisation und ihrer Ausgestaltung selbst aufwirft, hat dieser Ansatz durchaus seine Daseinsberechtigung- obwohl er in der Soziologie heute nicht mehr als én vogue gilt.

Beginnen soll die vorliegende Arbeit mit einem kurzen Überblick, warum und wie sich die Notwendigkeiten für die vielfältigen Reformprozesse bzw. die Ökonomisierung der Bundeswehr ergaben. Hiernach wird eine kurze Einführung in die Thematik des Situativen Ansatzes folgen, wobei ich nur die grundlegende Struktur verdeutlichen will; mit der anschließenden Kritik sollen die Grenzen des Ansatzes aufgezeigt werden. Da zwei Hauptkritikzweige vorhanden sind (aber auch der Übersichtlichkeit halber) werde ich diesen Abschnitt in die endogene und exogene Kritik unterteilen. Der nächste Schritt verknüpft dann die Theorie des Ansatzes mit den praktischen Auswirkungen der Reformen in der Bundeswehr. Soviel schon vorweg: der Ansatz reicht bei weitem nicht aus, um die Reformprozesse erschöpfend zu unterfüttern. Er ist aber –und dass soll später gezeigt werden- durchaus tauglich, um bei der Planung solcher Reformprozesse schon im Vorfeld bestimmte Probleme und Reaktionen der situativen Umwelt und der Organisationsmitglieder zu erkennen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Reform-Notwendigkeit

2. Theoretische Unterfütterung der Reformmaßnahmen

2.1 Der Situative Ansatz

3. Kritik am Situativen Ansatz - Endogene Kritik

3.1 Kritik am Situativen Ansatz - Exogene Kritik

4. Situativer Ansatz und Ökonomisierung der Bundeswehr

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Situative Ansatz als soziologisches Erklärungstheorem auf die aktuellen Reform- und Ökonomisierungsprozesse innerhalb der Bundeswehr anwendbar ist und welche Erkenntnisse sich daraus für die Zukunftsfähigkeit der Streitkräfte ableiten lassen.

  • Anwendung soziologischer Organisationstheorien auf militärische Strukturen.
  • Analyse der Reformnotwendigkeit der Bundeswehr nach 1990.
  • Kritische Würdigung des Situativen Ansatzes (Endogene und Exogene Kritik).
  • Verbindung von Stakeholderbeziehungen mit Reformzielen der Bundeswehr.
  • Simulation zukünftiger Umweltsituationen zur Optimierung von Reformplanung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Wintersemester 2004/2005 fand unter der Leitung von Dr. Richter das Seminar „Ökonomisierung des öffentlichen Sektors: Das Beispiel Bundeswehr“ statt. Das Thema, die neuzeitliche Vermischung von militärischen Strukturen (die sich in Begrifflichkeiten auch teilweise in der Wirtschaft wieder finden: so z.B. strategisches Management, feindliche Übernahme, Mitarbeiterrekrutierung) und wirtschaftlichen Prozessen, verlangt vor einer Betrachtung der aktuellen Situation der Bundeswehr die Heranziehung soziologischer Theorien und Ansätze, um die sich dort abspielenden Veränderungen auch erklären zu können.

Dazu wurde im Seminar auf den Neoinstitutionalismus, den strukturellen Isomorphismus und Managementmythen eingegangen. Ein wenig zu kurz geriet der Exkurs zum Situativen Ansatz, denn interessant ist die Idee allemal: sie impliziert, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der internen und externen Umwelt einer Organisation und der Organisationsstruktur gibt. Es ist also möglich, eine Organisation und deren Reform schon mit dem Vorwissen über Umwelt, Mitglieder und Situation zu planen und auf diesem Wege die Erfolgschancen einer solchen Reform zu maximieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in den Kontext des Seminars ein und erläutert die Relevanz soziologischer Ansätze zur Erklärung der wirtschaftlichen Reformprozesse in der Bundeswehr.

1.1 Reform-Notwendigkeit: Es werden die sicherheitspolitischen und haushaltspolitischen Gründe für die Neuausrichtung der Streitkräfte nach 1990 sowie die Ziele der Weizsäcker-Kommission dargestellt.

2. Theoretische Unterfütterung der Reformmaßnahmen: Dieses Kapitel verknüpft das Konzept des „New Public Management“ mit spezifischen betriebswirtschaftlichen Instrumenten wie Controlling oder Balanced Scorecard in der Bundeswehrverwaltung.

2.1 Der Situative Ansatz: Es erfolgt eine theoretische Einführung in den kontingenztheoretischen Ansatz, der die Abhängigkeit der Organisationsstruktur von internen und externen Umweltfaktoren untersucht.

3. Kritik am Situativen Ansatz - Endogene Kritik: Hier werden methodische Schwächen des Ansatzes aufgezeigt, wie mangelnde Repräsentativität oder Probleme bei der Operationalisierung von Variablen.

3.1 Kritik am Situativen Ansatz - Exogene Kritik: Das Kapitel attackiert die grundlegenden Prämissen des Ansatzes, insbesondere den Determinismusvorwurf, dass die Situation die Struktur zwingend vorgebe.

4. Situativer Ansatz und Ökonomisierung der Bundeswehr: Es wird diskutiert, wie der Ansatz trotz seiner theoretischen Defizite als Instrument zur vorab-Simulation von Reformproblemen in der Bundeswehr dienen kann.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Situative Ansatz zwar als Planungshilfe begrenzt tauglich ist, jedoch durch andere Theorieansätze ergänzt werden muss, um der komplexen Realität gerecht zu werden.

Schlüsselwörter

Bundeswehr, Ökonomisierung, Situativer Ansatz, Kontingenztheorie, Reformprozesse, New Public Management, Organisationsstruktur, Stakeholderbeziehungen, Effizienz, Legitimität, Sicherheitssektor, Determinismus, Organisationssoziologie, Management, Strukturwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des soziologischen „Situativen Ansatzes“ auf die laufenden Reform- und Ökonomisierungsprozesse der Bundeswehr.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Organisationslehre, militärische Reformpolitik, betriebswirtschaftliche Instrumente im öffentlichen Sektor sowie die kritische Reflexion soziologischer Erklärungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel dieser Analyse?

Das Ziel ist eine kritische Würdigung des Situativen Ansatzes, um festzustellen, inwieweit er als Erklärungstheorem und Planungshilfe für die Reformen der Bundeswehr geeignet ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und kontrastiert diese mit den praktischen Reformnotwendigkeiten der Bundeswehr sowie existierender Kritik an den Grundfesten des Situativen Ansatzes.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Kritik (endogen und exogen) und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf den konkreten Fall der Bundeswehr.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ökonomisierung, Situativer Ansatz, Organisationsstruktur, Bundeswehrreform und Effizienzsteigerung.

Warum wird der Situative Ansatz in der Soziologie heute kaum noch verwendet?

Er gilt als theoretisch überholt, da er den Determinismus unterstellt – also die Annahme, die Umwelt würde eine Organisation zwingend in eine bestimmte Struktur drängen, ohne Spielräume für freie Entscheidungen zu lassen.

Kann der Situative Ansatz für die Planung von Reformen nützlich sein?

Ja, laut Autor ist er durchaus tauglich, um im Vorfeld mögliche Probleme und Reaktionen der situativen Umwelt oder der Organisationsmitglieder in einer Art „Simulation“ zu erkennen.

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Details

Title
Die Ökonomisierung der Bundeswehr unter der Betrachtung des Situativen / kontingenztheoretischen Ansatzes
College
University of Potsdam  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Die Ökonomisierung des öffentlichen Sektors: Das Beispiel Bundeswehr
Grade
2,3
Author
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V41700
ISBN (eBook)
9783638399135
ISBN (Book)
9783640129553
Language
German
Tags
Bundeswehr Betrachtung Situativen Ansatzes Sektors Beispiel Bundeswehr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Author), 2005, Die Ökonomisierung der Bundeswehr unter der Betrachtung des Situativen / kontingenztheoretischen Ansatzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41700
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