Corporate Social Responsibility im Vergleich. Wirtschaftsunternehmen vs. Profifussballverein


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen von CSR
2.1 Was ist CSR? 1#
2.2 Gr ü nde f ü r CSR 3#
2.2.1 Strategische CSR
2.2.2 Normative CSR
2.3 CSR-Ans ä tze 5#
2.4 Kritik an CSR 9#

3 CSR im Vergleich: Wirtschaftsunternehmen vs. Fussballverein
3.1 CSR in Wirtschaftsunternehmen 10#
3.2 CSR in Fussballvereinen 11#
3.3 Kritische W ü rdigung des Vergleichs 13#

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

CSR im Vergleich: Wirtschaftsunternehmen vs. Profifussballverein

1 Einleitung

Die großen Probleme dieses Jahrhunderts sind vorallem Umwelt- und Sozialprobleme. Weltweit werden Ressourcen knapp, es wird Raubbau an der Natur begangen und die soziale Lage vieler Menschen wird immer prekärer. Die Nationalstaaten scheinen diese globalen Probleme zuneh- mend nicht bewältigen zu können. Deshalb wächst der Druck auf multinationale Unternehmen. Sie stehen zunehmend in der Verantwortung. Das Thema der unternehmerischen Sozialverant- wortung, oftmals bekannter unter dem englischen Begriff "Corporate Social Responsibility" ge- winnt daher an Bedeutung. Aber nicht nur Unternehmen können gesellschaftliche Verantwor- tung übernehmen, sondern auch andere Organisationen wie z. B. Fussballvereine. Der Fussball ist die weltweit populärste Sportart und hat einen immensen Einfluss auf die Menschen. Doch inwiefern ist der Fussball in der Lage der Gesellschaft etwas zurückzugeben? Dieser Frage soll in folgender Arbeit mit dem Thema "CSR im Vergleich: Wirtschaftsunternehmen vs. Profifussball- verein" nachgegangen werden. Es soll dabei vorallem darum gehen, inwiefern sich ein Profifuss- ballverein hinlänglich seiner CSR-Aktivitäten von einem Wirtschaftsunternehmen unterscheidet. Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen zum Thema CSR geschaffen. Es werden Antworten gegeben auf die Fragen hin was CSR genau ist, was die Gründe für CSR sind, welche CSR-Ansätze es gibt und was kritisch an CSR zu sehen ist. Im Anschluss an diese theoretischen Grundlagen soll in einem evaluativen Teil CSR in Wirtschaftsunternehmen mit CSR in Fussball- vereinen verglichen und kritisch gewürdigt werden. Wir werden dabei sehen, dass Fussballvereine trotz der zunehmenden Kommerzialisierung des Profifussballs keine "gewöhnlichen" Wirt- schaftsunternehmen sind.

2 Theoretische Grundlagen von CSR

2.1 Was ist CSR?

Setzt man sich mit dem Begriff Corporate Social Responsibility auseinander, stellt man fest, dass es bis heute weder in der Wissenschaft noch in der Wirtschaft eine einheitliche Definition gibt. Allgemein wird unter dem Begriff CSR verantwortliches Handeln von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt verstanden, das auf sozialen Normen und Werten basiert. Da es aber keine einheitliche Begriffsdefinition gibt, die festlegt, was sozial an CSR ist und wem gegen- über die Verantwortlichkeit besteht, gibt es mittlerweile viele verschiedene CSR-Konzepte. Zu- dem gibt es eine Reihe von verwandten Konzepten, die nur schwer von CSR abzugrenzen sind wie z.B. Corporate Citizenship oder Corporate Volunteering. Diese konzeptionelle Diversität sowie der herrschende Begriffspluralismus zeigen sich als sehr problematisch für Wissenschaft und Praxis. Wenn nämlich nicht klar ist, was geeignete Kriterien konkreter Facetten von CSR sind, sind eine Messbarkeit von CSR sowie ein Vergleich von Studien und die damit einherge- hende theoretische Weiterentwicklung nur schwer möglich. Betrachtet man in der Literatur be- stehende Definitionen, erhält man nur wenig Konsens darüber wie die Ausgestaltung einer sozia- len Verantwortung von Unternehmen auszusehen hat. Allerdings spiegelt die konzeptionelle Dif- ferenzierung Kriterien darüber wider, welche Facetten eine soziale Verantwortung umfassen kann.1 Nichtsdestotrotz ist CSR sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft und der Politik nicht mehr wegzudenken. Daher soll im Folgenden aus jedem dieser drei Bereiche eine Definition exemplarisch vorgestellt werden. Der renommierte deutsche Wirtschaftsethiker Wie- land definiert CSR wiefolgt: "CSR ist ein werte- und normengeleitetes Management zur Lösung sozialer und ökologischer Problemlagen. Die Definition dessen, was eine solche Lage auszeich- net, vollzieht sich über Stakeholder und gesellschaftliche Standards." Und auch der BDI nimmt sich dem Thema CSR an: "CSR umfasst Aktivitäten im Bereich der sozialen und ökologischen Verantwortung sowie das ethische Engagement von Unternehmen. Sie gehen über gesetzliche Verpflichtungen hinaus, d.h. sie sind freiwilliger Natur und in eigener Verantwortung übernom- men." Diese beiden angeführten Definitionen weisen als Gemeinsamkeit einen Stakeholderbezug auf und versuchen sehr detailliert den CSR-Begriff zu bestimmen. Auf diese Weise beschränkt sich deren Anwendung auf spezifische Sachverhalte.2 Eine eher allgemeine Definition von CSR ist wohl die der Europäischen Kommission von 2011, wonach CSR die "Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft" ist.3 Die Kommission hält zudem in ihrer Mitteilung von 2011 klar fest, dass CSR über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht und nicht durch Gesetze verordnet werden kann, sowie von den Unternehmen vorangetrieben werden muss. CSR trägt gemäß der Europäischen Kommission zu einer nachhaltigen Entwick- lung und wettbewerbsfähigen sozialen Marktwirtschaft bei. Desweiteren werden auch Themen wie die Rolle der Medien in der Bewusstseinsbildung angesprochen, sowie die Offenlegungs- pflicht von Unternehmen für gesellschaftliche Kennzahlen und Umweltkennzahlen, zur Erhö- hung der Transparenz und die Integration von CSR in die Forschung und Ausbildung. Die Kommissionsmitteilung zielt zudem auf die Gewinnung eines gesellschaftlichen Mehrwerts für das Unternehmen und die Gesellschaft ab.4 Da diese Definition in Wissenschaft und Öffentlich- keit sehr breite Akzeptanz findet, dient sie in folgenden Ausführungen als Arbeitsdefinition.

2.2 Gründe für CSR

2.2.1 Strategische CSR

Im folgenden Absatz soll die strategische Unternehmensplanung von CSR behandelt werden. Auf strategischer Ebene ist die Definition der relevanten Anspruchsgruppen des Unternehmens und der zentralen Themenbereiche, in denen sich das Unternehmen engagiert, angesiedelt. Es werden Strategien für das gesamte Unternehmen aufgestellt, um die grundlegende Ausrichtung des Unternehmens festzulegen. Durch die sehr langfristigen Entscheidungen werden auf einer übergeordneten Ebene die Voraussetzungen geschaffen, um die Unternehmensziele zu erreichen. Somit ist es die Aufgabe der Unternehmensführung im Rahmen des strategischen Managements die Festlegung, Sicherung und Steuerung der Unternehmensentwicklung auf lange Sicht zu garan- tieren. Auf strategischer Ebene der CSR steht die Unternehmensführung vor allem den Fragen gegenüber, auf welche Themenbereiche sich das gesellschaftliche Engagement konzentrieren sollte, in welchem Ausmaß bzw. mit welcher Intensität diese CSR-Aktivitäten betrieben werden sollten und welche Stakeholdergruppen relevant sind. Bezüglich der Intensität von CSR- Aktivitäten ist von Seiten der Unternehmensführung darauf zu achten, dass man den Wandel des sozialen, technischen, marktlichen und ökologischen Kontextes antizipiert und dieses Wissen in das unternehmerische Handeln implementiert. Zugleich muss aber auch die langfristige Sicherung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens gewährleistet sein. Auf Grundlage einer syntheti- schen Betrachtung müssen daher gesellschaftliche und ökonomische Aspekte einen strategischen Korridor aufspannen, innerhalb dessen sich Gewinnerzielung und die Übernahme gesellschaftli- cher Verantwortung vereinbaren lassen. Bevor man sich mit der Frage auseinandersetzt, welchen Themenbereichen sich das Unternehmen widmen sollte, gilt es zunächst die relevanten Stakehol- der zu identifizieren. Die Fragen was ein Stakeholder ist und wie ein professionelles Stakehol- dermanagement auszusehen hat, werden im Kapitel 2.3 CSR-Ansätze noch genauer behandelt. Im Hinblick auf die Frage, auf welche Themenbereiche sich das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens konzentrieren sollte, ist zunächst festzuhalten, dass in den letzten Jahren die Er- wartungshaltung der Gesellschaft an die Unternehmen stark gestiegen ist. In Kombination mit einer zunehmenden Überforderung des Staates, ergibt sich daraus ein breites thematisches Spek- trum, in dem Unternehmen Verantwortung übernehmen können. Hierbei sind sämtliche Verhal- tensweisen, Projekte, Aktivitäten, finanzielle Leistungen und Spenden in Form von Produkten, Dienstleistungen oder der Überlassung von Ressourcen gegenüber den Anspruchsgruppen des Unternehmens zu nennen. Um aus Sicht der Unternehmensführung, die für das Unternehmen relevanten CSR-Aktivitäten herauszufiltern, ist eine heuristische Vorgehensweise zur Eingren- zung des Themenspektrums erforderlich. Hierbei sollte zunächst darauf geachtet werden, dass die Themen hinsichtlich ihrer Zielkongruenz zu den vom Unternehmen verfolgten CSR-Zielen passen. Anschließend werden die in Frage kommenden Themen auf Basis der Affinität zum Kerngeschäft und des Know-Hows des Unternehmens selektiert. In einem dritten Schritt sollen die bisher zugelassenen Themenbereiche auf ihre Kompatibilität mit den heterogenen Ansprüchen und Interessen der Stakeholdergruppen geprüft werden. Im letzten Schritt geht es dann darum die richtigen Themen zu wählen in Bezug auf die Wahrnehmung der CSR-Aktivitäten in den jeweiligen Anspruchsgruppen. Somit kann das Oberziel der Profilierung von CSR erreicht werden, d.h. eine positive Abhebung gegenüber anderen Unternehmen und gesellschaftlichen Akteuren in der Wahrnehmung der Anspruchsgruppen.5

2.2.2 Normative CSR

Nachdem nun die strategische CSR ausführlich behandelt wurde, soll sich nun mit der normati- ven CSR auseinandergesetzt werden. Dem normativen Management obliegt die legitimierende Funktion der Begründung von Unternehmensgegenstand und -handeln. Die Steuerung von CSR auf normativer Ebene ist durch die Frage nach dem "Warum?" gekennzeichnet. Kern des norma- tiven Managements sind Unternehmensverfassung, -philosophie und -kultur. Die Unterneh- mensphilosophie umfasst die allgemeinen Werte und Zielvorstellungen und ist somit gleichzeitig die Basis für die Bestimmung konkreter Zielsysteme. Die Unternehmensphilosophie wird dann in Form von Unternehmensgrundsätzen konkretisiert. Die strukturdeterminierende Verfassung des Unternehmens spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Zudem setzt die Umsetzung der Unter- nehmenspolitik eine geeignete Unternehmenskultur voraus, die diese in gemeinsamen Werten reflektiert. Diese Werte bilden wiederum die Basis für die Unternehmensziele, die typischerweise darauf abzielen, das Unternehmen lebens- und entwicklungsfähig zu erhalten. In seiner konstitu- tiven Rolle begründet das normative Management somit alle Entscheidungen der Unternehmens- führung. Aus Sicht der Unternehmensführung ergeben sich im Bereich der normativen Ebene daher folgende zentrale Fragestellungen in Bezug auf die Gestaltung von CSR: Welche Ziele werden mit der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung erreicht? Wie lassen sich diese Ziele in die Unternehmensgrundsätze und das Zielsystem des Unternehmens einpassen? Wie lassen sich Konflikte zwischen ökonomischen und nichtökonomischen Zielen lösen? Und inwieweit entsprechen die CSR-Ziele des Unternehmens den Erwartungen und Anforderungen der Stake- holder? Die Ziele betreffend, die durch CSR erreicht werden sollen, ist festzuhalten, dass sich hier ein sehr breites Spektrum ergibt. Typische Ziele sind die Motivation der Mitarbeiter, die Fortschreibung der Tradition und Unternehmenskultur sowie die Reputation des Unternehmens.

Aber auch die Erschließung neuer Kundenkreise oder die Anforderungen der Shareholder an das Unternehmen können im Vordergrund stehen. Auf die Frage, wie sich diese Ziele in das Zielsy- stem integrieren lassen, stellt man fest, dass in vielen Fällen lediglich nur eine abstrakte oder un- präzise definierte Zielsetzung für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung vorliegt. Denn oftmals ist es schwierig allgemeingültige und langfristige Unternehmensgrundsätze zu formulie- ren, mit denen die Interessen aller Stakeholdergruppen zum Ausgleich gebracht werden. Zudem ist die Festlegung von Unternehmensgrundsätzen oftmals mit sehr hohem Aufwand verbunden. Unternehmen sehen hierin auch Leitsätze zur freiwilligen Selbstbeschränkung des Managements. Der UN Global Compact ist hier ein inzwischen international anerkannter Ansatz zur Implemen- tierung gesellschaftlicher Verantwortung in den Unternehmensgrundsätzen. Der UN Global Compact thematisiert Menschenrechte, Arbeitsbeziehungen, Gerechtigkeit sowie Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung in insgesamt 10 verbindlichen Prinzipien. Das Leitbild unterschei- det neben dem Grundzweck der Unternehmung zwischen Unternehmenszielen und identitätsstif- tenden Leitideen als Verhaltensgrundsätze des Unternehmens. Die ausformulierten Unterneh- mensgrundsätze enthalten dann Verhaltensanweisungen (Code of Conduct) hinsichtlich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung (Codes of Corporate Sustainability), die als Bewer- tungskriterium für konkrete Entscheidungen der Unternehmung dienen können.6

2.3 CSR-Ansätze

Im folgenden Absatz sollen drei Ansätze von Corporate Social Responsibility erklärt werden. Zunächst soll das CSR-Modell von Carroll analysiert werden. Carroll entwickelte ein Modell, das CSR in vier Bereiche unterscheidet, in denen Unternehmen gegenüber der Gesellschaft eine Verantwortung haben. Somit erkennt es die Mehrdimensionalität des Begriffs der CSR an. Explizit umfasst die soziale Verantwortung der Unternehmen nach Carroll eine wirtschaftliche, rechtliche, ethische sowie philanthropische Ebene.7

[...]


1 Vgl. Duong Dinh, 2010: S. 13 f.

2 Vgl. Waßmann, 2014: S. 8 ff.

3 EU-Kommission, 2011: S. 7

4 Vgl. Schneider, 2012: S. 21 f.

5 Vgl. Münstermann, 2007: S. 78 ff.

6 Vgl. ebd.: S. 55 ff.

7 Vgl. Duong Dinh, 2010: S. 15-16

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibility im Vergleich. Wirtschaftsunternehmen vs. Profifussballverein
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V417252
ISBN (eBook)
9783668685093
ISBN (Buch)
9783668685109
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
CSR, Corporate Responsibility
Arbeit zitieren
Yves Mahler (Autor), 2014, Corporate Social Responsibility im Vergleich. Wirtschaftsunternehmen vs. Profifussballverein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417252

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