In dieser Arbeit wird die Entwicklung des Tangos erläutert. Es beginnt mit einer Gegenüberstellung der beiden Tanzgenres Standard und Lateinamerikanisch, um einen Vergleich zu bekommen. Im Weiteren wird die Entstehung des Tangos in Argentinien beschrieben und sein Weg nach Mitteleuropa. In Europa dienen Paris und Berlin als Beispiele. Es wird genau beschrieben wie der Tango sich in diesen mitteleuropäischen Städten entwickelte und es werden sowohl Pro- als auch Kontraaussagen zum Tango gebracht. Abschließend wird in einer Gegenüberstellung der Unterschied zwischen Tango Argentino und europäischem Tango geklärt.
Daraus lässt sich dann erschließen, dass der Tango sowohl in seiner Geburtsstadt Buenos Aires als auch in Mitteleuropa gefeiert und geliebt wurde. Doch so schnell wie er Freunde gefunden hat, so hat er auch Feinde gefunden und in Berlin brachte man es so weit, dass der Tango sogar verboten wurde.
Mit Zitaten aus Zeitungen und Zeitschriften der damaligen Zeit wird ein besonders genauer und guter Einblick in die Materie geboten. Auch das große Spektrum an Literatur zeigt, dass es eine Arbeit ist, welche aufgrund ihrer vielen verschiedenen Einflüsse, ein sehr genaues und unbeeinflusstes Ergebnis liefert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Basiselemente in lateinamerikanischen Tänzen und im Standardtanzbereich
2.1 Worin unterscheiden sich lateinamerikanische Tänze von den Standardtänzen?
2.2 Verschiedene Arten von Tanzschuhen
3 Entstehung des Tangos in Argentinien
3.1 Der Name „Tango“
3.2 Deutung des Tangos mit Hilfe seiner Bewegungen
3.3 Reaktionen der Bevölkerung in Argentinien
4 Entstehung des Tangos in Mitteleuropa
4.1 Der Tango in Paris
4.2 Reaktionen der Pariser Bevölkerung auf den Tango
4.3 Der Tango in Berlin
4.4 Reaktionen der Berliner Bevölkerung
5 Veränderungen des Tangos auf dem Weg von Buenos Aires nach Mitteleuropa
5.1 Charakterisierung, Techniken und Merkmale des Tango Argentinos
5.2 Charakterisierung, Techniken und Merkmale des Tangos
6 Schluss
9 Anhang
9.1 Gespräch mit Herrn S.
9.2 Gespräch mit Frau G.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Tangos von seinen Ursprüngen in Argentinien bis hin zu seiner Etablierung und Transformation in Mitteleuropa um 1900. Ziel ist es, die soziokulturellen Reaktionen auf diesen Tanz sowie die wesentlichen Unterschiede zwischen dem originalen Tango Argentino und dem europäischen Tango aufzuzeigen.
- Grundlagen lateinamerikanischer und Standardtänze
- Die Entstehung und soziale Bedeutung des Tangos in Buenos Aires
- Verbreitung des Tangos in europäischen Metropolen wie Paris und Berlin
- Kulturelle Konflikte und behördliche Maßnahmen gegen den Tango
- Vergleichende Analyse der Techniken und Tanzmerkmale
Auszug aus dem Buch
3.3 Reaktionen der Bevölkerung in Argentinien
Der Oberschicht von Buenos Aires war der Tango ein Dorn im Auge, denn es fanden „quebradas“ und „cortes“ Einzug in den Tanz. „Quebradas“ sind Verrenkungen, die ruckartig improvisiert werden und bei „cortes“ handelt es sich um ein unvermitteltes Innehalten. Auch, dass der Tango in Bordellen getanzt wurde, war nicht förderlich für ein höheres Ansehen. Ob es sich hierbei wirklich um Bordelle gehandelt hat, kann man nicht zu 100 Prozent sagen, aber es handelte sich um Cafés, Bars und Tanzdielen, in denen man die Kellnerinnen zum Tanz auffordern konnte und oftmals auch für mehr. Solche Etablissements nannte man „perigundines“. Das war aber nur der grobe Überbegriff, denn man unterschied zwischen „academias“, den Tanzschulen mit zusätzlichen Leistungen und den Bordellen ohne tänzerischen Hintergrund.
Auch später, als der Tango bereits in Paris verändert, „zensiert“ wurde (siehe Kapitel 4), war sein Ansehen in Buenos Aires nicht gestiegen. Nach wie vor wurde der Tango in oftmals illegalen Bordellen getanzt. Einige solcher Einrichtungen engagierten sogar Musiker, die das Lustpaar musikalisch begleitet haben. Der Tango war in den Akt der Liebe integriert, denn ein paar Tangos galten als Vorspiel zum Sex. Beim ersten war man noch angezogen, beim zweiten wurden die ersten Knöpfe geöffnet und schon einige Kleidungsstücke abgelegt und beim dritten war man vollkommen nackt.
Nachdem einige Tangomusiker Geschlechtskrankheiten bekamen wurde 1936, von der argentinischen Regierung ein Gesetz erlassen, welches Prostitution verbot.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Tango in Buenos Aires gesellschaftsfähig. Für seine Tänzer wurden neue Tanzeinrichtungen geschaffen und auch in Kinofilmen kamen Tangoorchester zum Einsatz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Faszination des Tangos ein und umreißt den Aufbau der Arbeit von der Entstehung in Argentinien bis zur Entwicklung in Europa.
2 Basiselemente in lateinamerikanischen Tänzen und im Standardtanzbereich: Dieses Kapitel liefert einen grundlegenden Vergleich der Tanzgenres sowie eine technische Beschreibung der benötigten Tanzschuhe.
3 Entstehung des Tangos in Argentinien: Hier wird der Ursprung des Tangos in Buenos Aires, die Herkunft des Namens und die sozialen Reaktionen der damaligen Bevölkerung beleuchtet.
4 Entstehung des Tangos in Mitteleuropa: Dieses Kapitel analysiert die Ausbreitung des Tangos in Paris und Berlin sowie die gesellschaftliche Ablehnung und behördliche Repression.
5 Veränderungen des Tangos auf dem Weg von Buenos Aires nach Mitteleuropa: Der Abschnitt arbeitet die Unterschiede zwischen dem Tango Argentino und dem europäischen Tango anhand von Technik und Charakterisierung heraus.
6 Schluss: Der Schluss fasst die aufregende Geschichte des Tangos zusammen und reflektiert die Transformation vom verpönten Tanz zum etablierten Standardtanz.
9 Anhang: Der Anhang enthält Dokumentationen der geführten Experteninterviews zum besseren Verständnis der Tanztechniken.
Schlüsselwörter
Tango, Tango Argentino, Mitteleuropa, Paris, Berlin, Tanzgeschichte, Standardtanz, Lateinamerikanische Tänze, Zensur, Gesellschaftstanz, Tanzschuhe, Kulturaustausch, 1900, Choreografie, Modetanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Verbreitung des Tangos um 1900 sowie dessen kulturelle Adaption in Europa.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Ursprünge des Tangos in Buenos Aires, seine Ankunft in europäischen Städten wie Paris und Berlin und die resultierenden gesellschaftlichen Kontroversen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklungsschritte des Tangos nachzuvollziehen und die Unterschiede zwischen der argentinischen Originalform und dem in Europa zensierten Tango darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse von zeitgenössischen Berichten sowie Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehung des Tanzes, die Analyse der Reaktionen der Bevölkerung in Argentinien und Europa sowie einen technischen Vergleich der verschiedenen Tangostile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Tango Argentino, gesellschaftlicher Wandel, Zensur, Tanztechnik und der historische Vergleich zwischen Buenos Aires und europäischen Metropolen.
Warum wurde der Tango in Berlin verboten?
Das Verbot wurde durch konservative Kreise und die Sorge um die „Sittlichkeit“ der Jugend initiiert, was 1913 zu einem offiziellen Verbot von sogenannten Wackel- und Schiebetänzen führte.
Was ist der Unterschied zwischen dem Tango Argentino und dem europäischen Tango?
Der Tango Argentino basiert stärker auf Improvisation und umfasst spezifische Figuren wie die „Caminata“ oder „Ochos“, während der europäische Tango für das Tanzparkett stärker reglementiert und zensiert wurde.
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- Hannes Schmidt (Autor), 2017, Die Entwicklung des Tangos in Mitteleuropa um 1900, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417274