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Eine Frage der Konsequenz? Die Radikalisierungsdynamiken extremistischer Gruppierungen im Rechts-Links-Spektrum

Titel: Eine Frage der Konsequenz? Die Radikalisierungsdynamiken extremistischer Gruppierungen im Rechts-Links-Spektrum

Bachelorarbeit , 2015 , 59 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Felix Heimbach (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, warum sich extremistische Gruppierungen soweit radikalisieren, dass sie Morde politisch legitimieren können. Sind Morde in einer extremistischen Szene lediglich eine Frage der Konsequenz? Um diese Frage zu klären, wird der Verlauf der Radikalisierung von zwei der bedeutendsten extremistischen Gruppierungen der Nachkriegsgeschichte, der NSU und der ersten Generation der RAF, verglichen.

Politische Gewalt nimmt eine zentrale Rolle in der bundesrepublikanischen Geschichte ein und doch scheint sie, sobald sie öffentlichkeitswirksam auftritt, stets zu einem Gemenge aus Überraschung und Unverständnis zu führen. So war das Entsetzen der politischen Eliten, der Medien und der Bevölkerung groß, als 2011 die Taten der Thüringer Neonazis des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bekannt wurden. Man hatte offenbar schlichtweg unterschätzt, wozu Protagonisten aus den Reihen der rechtsextremistischen Szene fähig waren. Und bis heute fällt es uns schwer, die Beweggründe extremistischer und terroristischer Gewalttäter nachzuvollziehen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass dieses Unverständnis darin begründet liegt, dass wir uns den Tätern mit unseren moralischen Maßstäben, eben aus unserer Wirklichkeit heraus nähern. Rassistische Morde wie beim NSU oder antiimperialistische Bombenanschläge wie bei der Roten Armee Fraktion (RAF) erschließen sich uns in den Grenzen dieser Logik ganz offensichtlich nicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Eine Frage der Konsequenz?

2. Idealismus, Extremismus, Terrorismus? Die Dynamik der Radikalisierung

2.1 Vorüberlegungen

2.2 Die Radikalisierung eines Kollektivs

2.3 Operationalisierung

3. Extremistische Bewegungen in der Bundesrepublik im Rechts-Links-Spektrum

3.1 Die rechtsextremistische Szene in Deutschland

3.1.1 Vom Antikommunismus zum Rassismus – Der Wandel rechtsextremistischer Feindbilder in Deutschland

3.1.2 Fremdenfeindliche Gewalt als probates Mittel

3.1.3 Parteipolitik vs. Kameradschaften – Ein West-Ost-Vergleich

3.2 Die 68er-Bewegung

3.2.1 Eskalationsstufen

3.2.2 Selbstverständnis, Welt- und Feindbilder

4. Der Weg in die Gewalt – NSU vs. RAF

4.1 Der Nationalsozialistische Untergrund

4.1.1 Die Entstehung des Nationalsozialistischen Untergrunds

4.1.2 Das Wirken im Untergrund

4.2 Die Rote Armee Fraktion

4.2.1 Die Entstehung der Roten Armee Fraktion

4.2.3 Das Wirken im Untergrund

5. Vergleich der Radikalisierungsdynamik links- und rechtsextremistischer Gruppierungen

5.1 Die Radikalisierungsdynamik des Nationalsozialistischen Untergrunds

5.1.1 Kindheit und Jugend / Relative Deprivation

5.1.2 Die Radikalisierung in der Gruppe

5.1.3 Isolationsdynamik

5.2 Die Radikalisierungsdynamik der Roten Armee Fraktion

5.2.1 Kindheit, Jugend und Relative Deprivation

5.2.2 Die Radikalisierung in der Gruppe

5.2.3 Isolationsdynamiken im Untergrund

5.3 Die Radikalisierungsdynamiken im Vergleich – NSU vs. RAF

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Radikalisierungsprozesse extremistischer Gruppierungen, indem sie den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und die erste Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) vergleicht. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, warum sich extremistische Gruppierungen derart weit radikalisieren, dass sie Morde politisch legitimieren, und inwieweit diese Prozesse als bewusste Entscheidung oder als Resultat gruppendynamischer Entwicklungen zu verstehen sind.

  • Analyse individueller und kollektiver Radikalisierungsdynamiken.
  • Untersuchung der Rolle soziologischer Faktoren und gesellschaftlicher Milieus.
  • Vergleich der Entstehungsgeschichte von NSU und RAF.
  • Überprüfung theoretischer Phasenmodelle der Radikalisierung anhand der Fallbeispiele.
  • Betrachtung der Bedeutung von Isolation und Gruppenidentität im Untergrund.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Fremdenfeindliche Gewalt als probates Mittel

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik schwoll die Welle fremdenfeindlicher Gewalt erheblich an. Ein naheliegender Grund ist zunächst die relative Gleichzeitigkeit der Wiedervereinigung mit verschiedenen Kampagnen gegen das Asylrecht und damit einhergehende Wahlerfolge rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien. Bereits unmittelbar nach der Wende unternahmen außerdem verschiedene rechtsextremistische Gruppierungen den Versuch, besonders unter Jugendlichen in den neuen Bundesländern rechte Potenziale zu mobilisieren. Dabei wurden bereits im Untergrund bestehende Strukturen aufgegriffen, vor allem aber durch das Auftreten als eine Art ‚Helfer des kleinen Mannes‘ neue Strukturen geschaffen. Im Vergleich zu rechtsextremen Strukturen in Westdeutschland wies der Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern einen geringeren Organisationsgrad und eine schwächere ideologische Fundierung auf. Rechtsextremistisches Gedankengut verbreitete sich dort stark auf subkultureller und bewegungsförmiger Basis, wie z.B.in Skinhead-Subkulturen, bei Hooligans und in Jugendcliquen. Mit dem organisatorischen Aufbau rechtsextremer Strukturen in den neuen Bundesländern ging auch ein explosionsartiger Anstieg rechtsextremistisch motivierter Straftaten einher.

Während sich die rechtsextremistische Gewalt in der Bundesrepublik vor der Wende in relativ engen Grenzen hielt, versechsfachte sich diese von 1990 bis 1993 von 1.848 (vermuteten) rechtsextremistischen Gesetzesverletzungen auf 10.561. Die Gewalttaten im gleichen Zeitraum versiebenfachten sich sogar von 309 auf 2.232. Ein Großteil der Gewalttaten spielte sich dabei in den neuen Bundesländern ab. Einen traurigen Höhepunkt erreichten die rassistischen Anfeindungen mit den Pogromen von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen. Da sich diese Ereignisse für die Mentalität rechtsextremistischer Gruppierungen im Umfeld des NSU als richtungsweisend herausstellten, werden die Ereignisse im Folgenden kurz nachgezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine Frage der Konsequenz?: Einführung in die Thematik der politischen Gewalt und Darlegung der Zielsetzung, die Radikalisierung von NSU und RAF zu vergleichen.

2. Idealismus, Extremismus, Terrorismus? Die Dynamik der Radikalisierung: Theoretische Klärung zentraler Begriffe wie Extremismus und Radikalisierung sowie Einführung eines Phasenmodells.

3. Extremistische Bewegungen in der Bundesrepublik im Rechts-Links-Spektrum: Analyse der rechtsextremen Szene in Deutschland sowie der Entwicklung der 68er-Bewegung als Hintergrund der Radikalisierung.

4. Der Weg in die Gewalt – NSU vs. RAF: Detaillierte Darstellung der Entstehung und des Wirkens von NSU und RAF in der Bundesrepublik.

5. Vergleich der Radikalisierungsdynamik links- und rechtsextremistischer Gruppierungen: Systematischer Vergleich der beiden Fallbeispiele anhand der zuvor definierten Radikalisierungsphasen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und der Validität des theoretischen Phasenmodells für die Analyse extremistischer Motivation.

Schlüsselwörter

Radikalisierung, Rechtsextremismus, Linksextremismus, Nationalsozialistischer Untergrund, Rote Armee Fraktion, Politische Gewalt, Terrorismus, Gruppenidentität, Relative Deprivation, Ideologie, Untergrund, 68er-Bewegung, Gewaltintensität, Gesellschaftsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Radikalisierungsverläufe extremistischer Gruppierungen, wobei der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) und die erste Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) als zentrale Fallbeispiele herangezogen werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entstehung extremistischer Strukturen, die Rolle soziologischer Prozesse innerhalb von Gruppen, die Bedeutung von Milieus sowie die Eskalation bis hin zu terroristischen Handlungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Prozesse der Radikalisierung zu verstehen und zu prüfen, ob sich die idealtypische kollektive Radikalisierungsdynamik auf die gewählten Fallbeispiele anwenden lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine soziologische Annäherung auf der Mesoebene gewählt, die auf der Prüfung eines Phasenmodells zur Radikalisierung basiert und diese mit historisch-empirischen Daten abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historischen Hintergründe und das jeweilige Umfeld von NSU und RAF beschrieben, gefolgt von einer detaillierten Analyse ihrer Radikalisierungswege und einem direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Radikalisierung, Politische Gewalt, Extremismusforschung, Gruppenidentität und relative Deprivation charakterisiert.

Welche Rolle spielt die relative Deprivation für die Protagonisten?

Relative Deprivation wird als wesentlicher Faktor beschrieben, der Menschen dazu bewegt, sich einem ideologisierten Kollektiv anzuschließen, um eine gefühlte Benachteiligung auszugleichen.

Gibt es signifikante Unterschiede in der Kommunikation der untersuchten Gruppen?

Ja, ein zentraler Unterschied ist, dass die RAF ihre Aktionen öffentlichkeitswirksam konzipierte und kommunizierte, während der NSU weitgehend im Verborgenen agierte und einen kommunikationslosen Terrorismus pflegte.

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Details

Titel
Eine Frage der Konsequenz? Die Radikalisierungsdynamiken extremistischer Gruppierungen im Rechts-Links-Spektrum
Hochschule
Universität Regensburg  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Bachelorarbeit
Note
1,3
Autor
Felix Heimbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
59
Katalognummer
V417343
ISBN (eBook)
9783668670785
ISBN (Buch)
9783668670792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Extremismus Rechtsextremismus Linksextremismus NSU Nationalsozialistischer Untergrund RAF Rote Armee Fraktion Radikalisierung Terrorismus Baader Meinhof Ensslin Eckert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Heimbach (Autor:in), 2015, Eine Frage der Konsequenz? Die Radikalisierungsdynamiken extremistischer Gruppierungen im Rechts-Links-Spektrum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417343
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Leseprobe aus  59  Seiten
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