Kostensenkungspotentiale durch
Supply Chain Management
1 Einführung
Die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs, bedingt durch die zunehmende Globalisierung des Wirtschaftsgeschehens, führt für viele Unternehmen zu einem starken Preisdruck am Markt. Parallel dazu steigende Produkt- und Produktionskosten führen unabwendbar zu einem Auseinandergehen der Preis-Kosten-Schere.(1) Darüber hinaus lässt sich erkennen, dass sich Unternehmen in der Vergangenheit hauptsächlich auf die Optimierung der Kernfunktionen (Beschaffung, Produktion, Absatz etc.) konzentriert haben.(2)
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat sich das Management von logistischen Ketten bzw. Netzen, das so genannte Supply Chain Management, in den letzten Jahren verstärkt durchgesetzt. Damit eng verbunden ist die Einsicht, dass veränderte Marktanforderungen sich nicht mehr nur durch alleinige Optimierung der unternehmensinternen Prozesse bewerkstelligen lassen, sondern eine unternehmens-übergreifende Zusammenarbeit erfordern.(3) Die Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette müssen Hand in Hand arbeiten, um den Kundenbedarf hinsichtlich Produktauswahl, Verfügbarkeit und Preis bei gleichzeitig rationellem Ressourceneinsatz und möglichst geringen Beständen zu befriedigen.(4) Simultan dazu steht im Fokus des Managements die Optimierung unternehmensübergreifender Netzwerke hinsichtlich niedrigerer Kosten, kürzerer Durchlaufzeiten und besserer Produkt- und Servicequalitäten.(5)
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(1) Vgl. Thaler, K.(2001), S. 11
(2) Vgl. o.V., in: http://www.businesswissen.de/de/baustein/kapitel1928.html, 2004-09-29
(3) Vgl. Beckmann, H. (2004), S. 1
(4) Vgl. Kuhn, A., Hellingrath, H. (2002), Vorwort
(5) Vgl. o.V., in: http://www.businesswissen.de/de/baustein/kapitel1928.html, 2004-09-29
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG KOSTEN
2.1 KOSTENBEGRIFF
2.2 KOSTENMANAGEMENT
2.2.1 Einzelkosten
2.2.2 Prozesskosten
2.2.3 Transaktionskosten
2.3 KOSTENSENKUNG
3 SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
3.1 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG UND GRUNDLAGEN
3.2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3.2.1 Wertschöpfungskette
3.2.2 Supply Chain
3.2.3 Supply Chain Management
3.3 AUFGABEN, ZIELSETZUNGEN UND PROBLEMFELDER
3.4 TEILBEREICHE DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
3.4.1 Organisationsmanagement – das SCOR-Modell
3.4.2 Technologiemanagement
3.4.3 Beziehungsmanagement
4 KOSTENSENKUNG DURCH SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
4.1 ERWIESENE KOSTENSENKUNG – DIE INTEGRATED SUPPLY CHAIN BENCHMARKING STUDIE
4.2 KOSTENSENKUNGSPOTENTIALE BEIM PRODUKTENSTEHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROZESS
4.2.1 System- und Modulbildung
4.2.2 Quality Function Deployment
4.2.3 Wertanalyse
4.3 KOSTENSENKUNGSPOTENTIALE BEIM BESCHAFFUNGSPROZESS
4.4 KOSTENSENKUNGSPOTENTIALE BEI DEN LAGERBESTÄNDEN
4.5 KOSTENSENKUNGSPOTENTIALE BEIM PRODUKTIONS-, DISTRIBUTIONS- UND ENTSORGUNGSPROZESS
4.5.1 Produktionsnahe Steuerung und Materialversorgung
4.5.2 Bedarfsgerechte Lagerlogistik
4.5.3 Standardisierung von Verpackungen
4.5.4 Entsorgung und Wiederverwertung
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Supply Chain Management (SCM) Kostensenkungspotentiale in ihren Geschäftsprozessen identifizieren und ausschöpfen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit unter wachsendem Preisdruck zu sichern.
- Grundlagen und Definitionen des Kostenmanagements im SCM-Kontext
- Strukturierung und Konfiguration von Supply Chains (u.a. SCOR-Modell)
- Rolle von Beziehungsmanagement und Vertrauen in Unternehmensnetzwerken
- Instrumente zur Kostensenkung entlang der Wertschöpfungskette
- Optimierung von Entwicklungs-, Beschaffungs- und Logistikprozessen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Supply Chain
Unter der Supply Chain versteht man im Allgemeinen die unternehmensbezogene und unternehmensübergreifende Logistikkette. In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionen für den Begriff Supply Chain. Eine knappe Beschreibung, die alle wichtigen Aspekte enthält geben die amerikanischen Autoren Tsay, Nahmias und Agrawal: „A supply chain is two or more parties linked by a flow of goods, information, and funds.“ Um zu verdeutlichen, dass es sich bei der Supply Chain um mehr als nur eine Verbindung, sondern um ein komplexeres Gebilde handelt, wird häufig der Begriff des Netzwerkes verwendet. So wird Supply Chain von Christopher wie folgt definiert: „the network of organisations that are involved, through upstream and downstream linkages, in the different processes and activities that produce value in form of products and services in the hands of the ultimate consumer.“
Diese Definition schließt auch an die Problematik des Begriffs „Kette“ an, der dem Supply Chain Management sowie der „Wertschöpfungskette“ zugrunde liegt. Oft wird damit ein irreführendes Bild einer Linearität der Material- und Informationsflüsse und in diesem Zusammenhang der logistischen Gegebenheiten der Wertschöpfung vermittelt. Aus diesem Grund erscheint es einmal mehr sinnvoll dies als ein „Supply Chain Network“ zu beschreiben, dessen Material- und Informationsflüsse gerade nicht linear in eine Richtung verlaufen. Ganz im Gegensatz zu allen bisherigen Systemen, die auf die Optimierung unternehmensinterner Prozesse und Abläufe abzielen, besteht die Forderung, die Supply Chain als eine Einheit, die sich aus Beschaffung, Produktion und Distribution zusammensetzt, zu betrachten. Supply Chain Management, das im nächsten Abschnitt noch genau beleuchtet wird, kommt erst dann zum Tragen, wenn man sich von der isolierten Betrachtungsweise einzelner Fragmente der Supply Chain lossagt und die Wertschöpfungskette von vorne bis hinten als ein geschlossenes System versteht. Dieses beschriebene System sollte sich optimalerweise vom Lieferanten des Lieferanten über den Produzenten bis hin zum Kunden des Kunden erstrecken, so dass sämtliche Wertschöpfungs- stufen vom Rohstofflieferanten bis hin zum Endabnehmer berücksichtigt werden – ggf. einschließlich der Lösung des Recycling Problems. Die Abbildung 1 veranschaulicht den Fluss der Leistungsobjekte mit Hilfe einer prozessorientierten Sichtweise.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs und begründet die Notwendigkeit, durch Supply Chain Management unternehmensübergreifende Prozesse zur Kostensenkung zu optimieren.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG KOSTEN: Dieses Kapitel definiert Kosten im betriebswirtschaftlichen Sinne und differenziert zwischen Einzel-, Prozess- und Transaktionskosten als Grundlage für das Kostenmanagement.
3 SUPPLY CHAIN MANAGEMENT: Es werden die Grundlagen, Definitionen und Komponenten des SCM erläutert, wobei besonderer Wert auf die prozessorientierte Sichtweise und das SCOR-Modell gelegt wird.
4 KOSTENSENKUNG DURCH SUPPLY CHAIN MANAGEMENT: Das Kernkapitel präsentiert konkrete Instrumente und Strategien zur Kostenreduzierung in den Bereichen Produktentstehung, Beschaffung, Lagerhaltung sowie in Produktions- und Entsorgungsprozessen.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Potenziale des SCM zusammen, kritisiert jedoch die Schwierigkeit, exakte Kosteneinsparungen für einzelne Instrumente pauschal zu quantifizieren.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Kostensenkung, Wertschöpfungskette, Prozesskosten, SCOR-Modell, Just-in-Time, Beschaffungsstrategie, Lagerlogistik, Beziehungsmanagement, Wettbewerbsvorteile, Prozessoptimierung, Qualitätskosten, Transaktionskosten, Lieferantenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Supply Chain Managements mit dem primären Fokus auf der Identifizierung von Kostensenkungspotenzialen in vernetzten Unternehmensstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Kostenarten, das Konzept der Supply Chain als integriertes Netzwerk, die methodische Modellierung von Prozessen sowie spezifische Instrumente zur Effizienzsteigerung in verschiedenen Unternehmensbereichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine prozessorientierte und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit innerhalb einer Supply Chain Kosten gesenkt und die wirtschaftliche Lage verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Auswertung von Fachzeitschriften und Studien sowie die kritische Aufbereitung bestehender Konzepte und Instrumente des SCM.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer Begriffsbestimmung (Kapitel 2) und der Einführung in das SCM-Konzept (Kapitel 3) konkrete Werkzeuge zur Kostensenkung in der Produktentwicklung, Beschaffung, Lagerlogistik sowie im Produktions- und Entsorgungsprozess vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Supply Chain Management, Kostensenkung, Prozessorientierung, SCOR-Modell und Wertschöpfungskette geprägt.
Welchen Stellenwert nimmt das SCOR-Modell ein?
Das SCOR-Modell fungiert als standardisiertes Instrument zur Modellierung und Konfiguration von Supply Chains, um eine einheitliche Sprache zwischen Kooperationspartnern zu gewährleisten und Prozessoptimierungen messbar zu machen.
Warum ist das Beziehungsmanagement für das SCM so kritisch?
Vertrauen und offene Kommunikation zwischen den Partnern sind unabdingbare Voraussetzungen, um die Stabilität der Kooperation zu sichern und das Risiko eines "Worst Case", wie die Unmöglichkeit einer erfolgreichen Integration in die Kette, zu minimieren.
- Quote paper
- Benjamin Schramm (Author), 2005, Kostensenkungspotentiale durch Supply Chain Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41751