Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Philosophy, History and Sociology of Law

Das Recht auf Eigentum. Universelles Menschenrecht oder Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen?

Title: Das Recht auf Eigentum. Universelles Menschenrecht oder Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen?

Seminar Paper , 2012 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Karin Riedl (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Obwohl die Institution des Eigentums vermutlich in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten vorkam, so kann doch anhand der europäischen Philosophiegeschichte wie auch durch ethnographischen Beispiele gezeigt werden, dass der Begriff des Eigentums nicht statisch und naturgegeben ist, sondern sich durch Praxis und Normen bzw. Gesetzgebung ständig verändert hat. Von besonderer Bedeutung ist hierbei das Kollektiveigentum, das in vielen nicht-westlichen Gesellschaften gängig war und ist und das Postulat der Universalität des Rechts auf individuelles Privateigentum in Zweifel zieht. Auch in theoretischer Hinsicht wurden die Vor- und Nachteile des Privateigentums gegeneinander abgewogen. Diese Zusammenhänge sollen im ersten Teil der vorliegenden Arbeit dargestellt werden. Anschließend wird erläutert, durch welche internationalen Verträge das Recht auf Eigentum geschützt wird, wie internationale Gerichtshöfe in ihrer Rechtsprechung mit diesem Recht umgehen und welche staatlichen Pflichten sich aus dem Eigentumsrecht ableiten.

Um schließlich abwägen zu können, ob das Recht auf Eigentum ein universelles Menschenrecht oder Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen ist, wird zunächst der Ansatz des peruanischen Ökonomen Hernando de Soto dargestellt, der das Recht auf Privateigentum als grundlegend für die Armutsbekämpfung und damit als eines der wichtigsten Menschenrechte betrachtet. Nach einer Erläuterung der Kritikpunkte an diesem Ansatz und den der Schwierigkeiten bei seiner Umsetzung sollen der positive Bezug des Eigentumsrechtes zu anderen Menschenrechten und der eventuelle Konflikt dieses Rechtes mit anderen Menschenrechten erörtert werden.

Schließlich wird in der Schlussbetrachtung versucht, die Frage zu beantworten, ob das Recht auf Eigentum tatsächlich den ihm beigemessenen Universalitätsanspruch haben kann, oder ob es Teil eines historisch gewachsenen, kulturell bedingten Wertesystems ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Eigentum in der philosophischen Theoriegeschichte

1. Definition und Systematik

2. Argumente für Privateigentum

3. Argumente gegen Privateigentum

C. Völkerrechtlicher Schutz des Menschenrechts auf Eigentum

1. Anfänge

2. Internationale Verträge

3. Regionale Verträge und nationale Verfassungen

4. Staatliche Verpflichtungen aus dem Eigentumsrecht

D. Argumentative Begründung des Menschenrechtscharakters des Eigentumsrechts

1. Der Ansatz von Hernando de Soto

2. Bezug zu anderen Menschenrechten

E. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Recht auf Eigentum als ein universelles Menschenrecht zu verstehen ist oder ob es primär einen Ausdruck westlicher, partikularer Wertvorstellungen darstellt. Ziel ist es, durch die Analyse philosophischer Theorien, völkerrechtlicher Rahmenbedingungen und konkreter Ansätze zur Armutsbekämpfung die Rolle und Legitimität dieses Rechts in modernen Gesellschaften kritisch zu hinterfragen.

  • Philosophische Begründungen und Kritiken des Privateigentums
  • Völkerrechtlicher Schutz und staatliche Verpflichtungen
  • Der ökonomische Ansatz von Hernando de Soto zur Armutsbekämpfung
  • Interaktion des Eigentumsrechts mit weiteren Menschenrechten
  • Kritische Reflexion über kulturelle Universalität vs. westliche Prägung

Auszug aus dem Buch

1. Der Ansatz von Hernando de Soto

Der 1941 in Arequipa, Peru, geborene Wirtschaftswissenschaftler Hernando de Soto studierte zunächst in Europa, arbeitete beim GATT, war Vorstandsmitglied einer Großbank und wurde 1979 zum Gouverneur der peruanischen Zentralbank berufen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage in seinem Heimatland, das unter dem bewaffneten Konflikt zwischen der maoistischen Guerilla-Organisation Sendero Luminoso („Der leuchtende Pfad“) und dem Militär litt, entwickelte er eine Theorie zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und damit des Lebensstandards der armen Mehrheitsbevölkerung. Zur Umsetzung dieser Theorie gründete er 1980 das Instituto Libertad y Democracia („Institut für Freiheit und Demokratie“) und wurde einflussreicher wirtschaftspolitischer Berater des Präsidenten Alberto Fujimori, von dem er sich allerdings bald distanzierte. Er setzt seine Beratungstätigkeit bei Regierungen von zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern bis in die Gegenwart fort.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Definition von Eigentum als Menschenrecht ein und umreißt die theoretische Problematik der kulturellen Universalität versus westlicher Wertvorstellungen.

B. Eigentum in der philosophischen Theoriegeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die ideengeschichtliche Entwicklung des Eigentumsbegriffs, ausgehend von antiken Vorstellungen bis hin zu modernen liberalen und kritischen Positionen.

C. Völkerrechtlicher Schutz des Menschenrechts auf Eigentum: Hier wird der völkerrechtliche Status des Eigentumsrechts analysiert, wobei internationale Verträge sowie staatliche Schutzpflichten gegenüber den Bürgern im Vordergrund stehen.

D. Argumentative Begründung des Menschenrechtscharakters des Eigentumsrechts: Dieses Kapitel prüft den Ansatz von Hernando de Soto zur Formalisierung von Eigentumsrechten als Instrument gegen Armut sowie die Wechselwirkungen mit anderen Menschenrechten.

E. Schlussbetrachtung: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bewertet das Eigentumsrecht abschließend als ein Instrument, das zwar westlich geprägt ist, aber eine wesentliche systemimmanente Schutzfunktion erfüllt.

Schlüsselwörter

Eigentum, Privateigentum, Menschenrechte, Philosophiegeschichte, Völkerrecht, Hernando de Soto, Armutsbekämpfung, Kapital, soziale Gerechtigkeit, Eigentumstitel, Rechtsphilosophie, Kollektiveigentum, internationale Verträge, Marktwirtschaft, Eigentumsschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die philosophische, völkerrechtliche und praktische Legitimation des Rechts auf Privateigentum vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher und kultureller Divergenzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Eigentumstheorien, den internationalen Schutzstatus des Eigentums, staatliche Verpflichtungen aus diesem Recht sowie die Kritik an westlich geprägten Eigentumsmodellen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob das Recht auf Eigentum einen universellen Menschenrechtsanspruch besitzt oder lediglich als Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen anzusehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine systematische Literatur- und Diskursanalyse, die philosophische Positionen mit völkerrechtlichen Dokumenten und sozioökonomischen Theorien verknüpft.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Debatte über Eigentum, die rechtliche Verankerung in internationalen Abkommen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Ansatz Hernando de Sotos.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Menschenrecht", "Privateigentum", "Kapitalschöpfung", "formelle versus informelle Wirtschaft" und "kulturelle Universalität".

Inwiefern spielt der "Ogoni-Fall" für die Argumentation eine Rolle?

Der Fall illustriert die staatliche Pflicht, das Eigentum von Bürgern aktiv zu schützen, und verdeutlicht, dass die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen durch wirtschaftliche Aktivitäten als Menschenrechtsverletzung gewertet werden kann.

Welche Kritikpunkte äußert die Autorin am Konzept von de Soto?

Kritisiert wird insbesondere die Vernachlässigung der Umverteilungsfrage, die Simplifizierung komplexer sozioökonomischer Strukturen und die Gefahr, dass ärmere Schichten durch eine formale Legalisierung ihre informellen sozialen Absicherungen verlieren.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Das Recht auf Eigentum. Universelles Menschenrecht oder Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen?
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Karin Riedl (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V417806
ISBN (eBook)
9783668666504
ISBN (Book)
9783668666511
Language
German
Tags
recht eigentum universelles menschenrecht ausdruck wertevorstellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karin Riedl (Author), 2012, Das Recht auf Eigentum. Universelles Menschenrecht oder Ausdruck partikulärer westlicher Wertevorstellungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417806
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint