Diese Hausarbeit stellt einen Portfolio-Baustein der Modul 2-Kunstprüfung dar und wird im Rahmen des Seminars „Kunstunterricht planen – Aufgabenanalyse, Aufgabenkonstruktion“ gefordert. Die Hausarbeit handelt inhaltlich von einer gegebenen Aufgabenstellung, die auf Grundlage des entsprechenden Seminars fachinhaltlich analysiert und modifiziert werden soll.
Zunächst wird die Portfolioaufgabe aufgezeigt, die der Hausarbeit zugrunde liegt. Im zweiten Punkt folgt die fachinhaltliche Analyse, welche die Zusammenhänge der verschiedenen Komponenten aufzeigt und den Kern der Aufgabe herausarbeitet. Im dritten Punkt folgt der Transfer in eine neue Aufgabenstellung, indem zunächst fachdidaktisch das Potential und die Komplexität der Aufgabe untersucht wird, um ausgehend davon eine begründete neue Variante zu entwickeln, die den unter 2 festgestellten fachinhaltlichen Kern beinhaltet, jedoch andere Schülerinteressen anspricht. Im vierten Punkt wird aufgrund der ausführlichen Erarbeitung der Differenzierungsmöglichkeiten ein Fazit auf die Entwicklung von Aufgabenanalysen und -konstruktionen gezogen. Abschließend finden sich Angaben zu verwendeter Literatur.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Portfolioaufgabe
2. Fachinhaltliche Analyse
2.1 Komponenten künstlerischer/bildnerischer Prozesse
2.1.1 Komponenten zu denen explizit Vorgaben gemacht werden
2.1.2 Möglichkeiten der Umsetzung in Abhängigkeit von den anderen Vorgaben
2.1.3 Indirekte Auswirkung auf die Komponenten durch die expliziten Vorgaben
2.1.4 Komponenten, die noch ganz offen sind und vom Bildautor bewusst oder unbewusst „entschieden“ werden müssen:
2.2 Allgemeindidaktische Kategorien
2.2.1 Wissensarten:
2.2.2 Benötigte kognitive Prozesse:
2.2.3 Offenheit der Aufgabenstellung:
2.3 Zusammenfassung:
3. Entwicklung einer Aufgabenvariante
3.1 Änderungen in Bezug auf die Komponenten bildn. Prozesse:
3.1.1 Änderungen innerhalb der verschiedenen Komponenten:
3.1.2 Möglichkeiten der Umsetzung und Auswirkungen auf die anderen Komponenten:
3.1.3. Indirekte Auswirkung auf Komponenten durch die expliziten Vorgaben
3.2 Änderungen in Bezug auf die allgemeindidaktischen Kategorien
3.2.1 Wissensarten
3.2.2 Kognitiven Prozesse
3.2.3 Offenheit
3.3 Zusammenfassung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die fachinhaltliche Analyse einer gegebenen kunstpädagogischen Aufgabenstellung sowie deren Modifikation zu einer in sich schlüssigen Aufgabenvariante, um unterschiedliche Schülerinteressen anzusprechen und Differenzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Analyse bildnerisch-ästhetischer Prozesse anhand von sechs spezifischen Komponenten.
- Anwendung allgemeindidaktischer Kategorien zur Strukturierung von Lernaufgaben.
- Untersuchung der Auswirkungen von Materialänderungen auf gestalterische Verfahren und Strategien.
- Entwicklung und didaktische Begründung einer Aufgabenvariante unter Beibehaltung des fachinhaltlichen Kerns.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Möglichkeiten der Umsetzung in Abhängigkeit von den anderen Vorgaben
Abhängig vom Material werden die (gestalterischen) Umsetzungsmöglichkeiten in einem gewissen Rahmen gehalten. Entstehen soll ein architektonisches Gebilde aus „Stäbchen“. Diese Stäbchen laufen spitz zu, sind unbeweglich und haben alle dieselbe Länge und Breite. Naheliegende bildn. Elemente, die sich als Mittel zur Darstellung von „Gerüsten“ aus den Stäbchen eignen würden, sind Linien. Das Kreppklebeband kann als „Verbindungselement“ dienen, in dem es punktuell als Gelenkstelle oder flächig über mindestens zwei Zahnstocher gespannt wird. Dadurch entstehen Flächen, die Raum schaffen oder einschließen können, wodurch konkave und konvexe Figurbeziehungen entstehen können. Die spitzen Enden der Zahnstocher könnten entweder verklebt werden, sodass sie nicht mehr sichtbar sind oder gezielt eingesetzt werden um besondere Eigenarten des „fantastischen Bauwerkes“ (Intention) zu schaffen (z.B. Spitze Zäune, „Stacheldach“ o.ä). Ausgehend vom Motiv könnten aus dem Klebeband aber auch kleine Kugeln oder andere Elemente wie kleine bewegliche Stäbchen geformt werden, indem das Klebeband über den Tisch gerollt werden könnte. Diese kleinen Elemente ließen sich in das „fantastische Bauwerk“ einarbeiten (bspw. als Tür- oder Fenstergriffe, Zaunelemente etc.) und würden den Gesamteindruck/Wirkung des Bauwerkes verändern.
Desweiteren kann das Kreppklebeband dazu verwendet werden, eine bestimmte Anzahl von Zahnstochern zu bündeln oder eng aneinander zu reihen. Auf der Ebene der bildnerischen Mittel kann hier von Ballung und Streuung gesprochen werden. Da die Zahnstocher alle gleich lang sind, können verschiedene geometrische Formen entstehen, wenn man die Enden gezielt miteinander verklebt: Pyramiden, Kegel, Würfel, Prismen und Ähnliches. Das bedeutet, dass mit der Angabe des Materials auch die kompositionelle Gestaltung durch das Nutzen der bildnerischen Mittel Symmetrie/Assymmetrie die Wirkung des Gebildes beeinflussen. Zudem wirkt sich das gegebene Verfahren „erfinde, konstruiere, baue“ auf die Strategie aus. So könnte man die drei Operatoren als Prozessstrategie verstehen, die es den SuS ermöglicht strukturiert an die Entwicklung ihrer Fantasievorstellung heranzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Portfolioaufgabe: Vorstellung der Aufgabenstellung, die eine fachinhaltliche Analyse und die Entwicklung einer modifizierten Aufgabenvariante fordert.
2. Fachinhaltliche Analyse: Untersuchung der ursprünglichen Aufgabenstellung unter Verwendung des Modells der sechs Komponenten bildnerisch-ästhetischer Prozesse und allgemeindidaktischer Kategorien.
3. Entwicklung einer Aufgabenvariante: Transfer der Erkenntnisse in eine neue Aufgabenstellung mit verändertem Material (Ton statt Zahnstocher) und Motiv (fantastisches Tier statt Bauwerk).
4. Fazit: Reflexion über den Erkenntnisgewinn durch die methodische Analyse von Aufgabenstellungen für die eigene fachliche Kompetenzentwicklung.
Schlüsselwörter
Kunstunterricht, Aufgabenanalyse, Aufgabenkonstruktion, Bildnerische Prozesse, Fachdidaktik, Differenzierung, Material, Gestaltung, Ton, Zahnstocher, Kompetenz, Lernaufgaben, Bildkompetenz, Kreativität, Modellierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Modifikation von kunstpädagogischen Aufgabenstellungen, um Lernprozesse im Kunstunterricht zielgerichtet zu planen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die fachinhaltliche Aufgabenanalyse, die didaktische Begründung von Modifikationen und die Berücksichtigung von Schülerinteressen beim Entwerfen von Aufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Aufgabenstellungen so zu analysieren und anzupassen, dass sie fachlich fundiert bleiben, aber gleichzeitig neue, schülerzentrierte Lernanreize bieten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt ein fachdidaktisches Kategoriensystem, um Lernaufgaben in ihre Komponenten zu zerlegen und deren Komplexität sowie Potenzial zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse einer gegebenen Bauaufgabe und die Entwicklung einer darauf aufbauenden, modifizierten Aufgabe unter Verwendung des Materials Ton.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Aufgabenanalyse, fachdidaktische Kriterien, bildnerische Prozesse, Differenzierung und Kompetenzentwicklung im Kunstunterricht.
Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Ton von der Konstruktion mit Zahnstochern?
Die Arbeit mit Ton ermöglicht eine direkte, sinnliche Erfahrung durch Verformen, während die Arbeit mit Zahnstochern stärker auf statische Konstruktion und additive Fügeverfahren setzt.
Warum ist das "Abstrahieren" für die Aufgabenvariante so wichtig?
Das Abstrahieren dient als künstlerische Strategie, um aus bekannten Tierformen durch Kombination und Umgestaltung ein neues, fantastisches Mischwesen zu erschaffen.
- Citation du texte
- Adrienne Kaergel (Auteur), 2016, Den Kunstunterricht planen. Aufgabenkonstruktion, -analyse und fachdidaktische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417864