In dieser Arbeit soll ein grundlegendes Verständnis von verschiedenen kunstdidaktischen Ansätzen und deren Einsatzmöglichkeiten im modernen Kunstunterricht gezeigt werden. Der Einstieg erfolgt zunächst mit einem kurzen geschichtlichen Überblick über grundlegende kunstdidaktische Strömungen. Darauffolgend wird ein konkretes Beispiel aus einem Schulbuch erörtert und unter dem Einsatz der Kenntnisse über verschiedene kunstdidaktische Konzepte entsprechend modifiziert.
Ziel ist es ein vertieftes Bewusstsein für die unterschiedlichen Möglichkeiten der Aufgabenkonstruktion zu gewinnen um dadurch im späteren Schulalltag souveräne kunstdidaktische Entscheidungen treffen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einer Abschlussreflexion zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kunstdidaktische Konzepte – Ein historischer Überblick
2. Inhaltsanalyse
3. Konstruktion der Aufgabenstellungen
3.1 Das Konzept der Musischen Erziehung
3.2 Das Konzept des „bildnerischen Denkens“ (nach Pfennig)
3.3 Das Konzept der Visuellen Kommunikation
4. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein grundlegendes Verständnis für verschiedene kunstdidaktische Ansätze zu vermitteln und deren Anwendungsmöglichkeiten im modernen Kunstunterricht aufzuzeigen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie durch die Anwendung dieser Konzepte Aufgabenstellungen so konstruiert werden können, dass Lehrkräfte im Schulalltag souveräne didaktische Entscheidungen treffen können.
- Historischer Abriss kunstdidaktischer Strömungen
- Analyse der didaktischen Struktur eines Schulbuchkapitels
- Praktische Modifikation von Aufgaben nach verschiedenen Theorien
- Reflexion über die Anforderungen an flexiblen Kunstunterricht
- Verknüpfung von fachwissenschaftlichem Wissen und Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
1. Kunstdidaktische Konzepte – Ein historischer Überblick
Vor 1933 hatte die Kunsterziehungsbewegung als Musische Erziehung einen entscheidenden Einfluss auf viele Bereiche des Unterrichts. Sie fußte auf einer langen Tradition holistischen Lernens, die sich von der griechischen Antike über die Klosterschule, Ideen Goethes und Humboldts bis hin zu reformpädagogischen Konzepten erstreckte. Zeichnen und Malen waren auf die Erlebnisformen der kindlichen Entwicklungsstufen ausgerichtet, sodass die Musische Erziehung zu einem allgemeinen Erziehungsprinzip wurde, das sich durch alle Fächer zog und den gesamten Wissenserwerb auf sinnliche Erfahrung aufbauen wollte. Dieses Konzept könnte als ein Protest des damaligen weit verbreiteten und fortschreitenden Intellektualismus und Rationalismus verstanden werden. Wesentliche Impulse für die Kunstdidaktik gingen dabei vom britischen Schriftsteller HERBERT READ aus, für den eine geistig-seelische Entwicklung des Menschen im Mittelpunkt stand (Vgl. Bering C. & K. 2012, S. 69-70).
Mit dem Aufkommen der nationalsozialistischen Bildungspolitik wurde der Kunstunterricht, ebenso wie viele andere Schulfächer, für die Zwecke missbraucht, die weltanschaulichen Grundsätze des Nationalsozialismus zu verbreiten. (Vgl. Bering C. & K. 2012, S. 42 ff.). Aus der Musischen Erziehung wurde „musische Nationalerziehung“, die darauf abzielte auch politische und militärische Inhalte in die Ausbildung der „inneren Schaukräfte“ einzubringen. Im Kunstunterricht wurden so auch chauvinistische und rassistische Unterrichtsthemen behandelt (Vgl. Legler, W. 2013, S. 243 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und verortet die Kunstpädagogik als Teil einer umfassenden Wissenschaft vom Menschen, während sie das Ziel der Arbeit zur Aufgabenkonstruktion definiert.
1. Kunstdidaktische Konzepte – Ein historischer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von der Musischen Erziehung über die 1968er-Bewegung bis hin zur Ästhetischen Erziehung und der heutigen Situation nach.
2. Inhaltsanalyse: Hier wird das Schulbuchkapitel zu Vanitas-Stillleben analysiert, um eine Basis für die praktische Anwendung der vorgestellten didaktischen Konzepte zu schaffen.
3. Konstruktion der Aufgabenstellungen: Dieses Kapitel demonstriert konkret, wie Aufgabenstellungen für Vanitas-Stillleben gemäß den Konzepten der Musischen Erziehung, des bildnerischen Denkens und der Visuellen Kommunikation umgestaltet werden können.
4. Reflexion: Die Reflexion hinterfragt die Anwendbarkeit der Modelle im Schulalltag und plädiert für einen flexiblen und pluralistischen Ansatz im modernen Kunstunterricht.
Schlüsselwörter
Kunstdidaktik, Kunstunterricht, Musische Erziehung, bildnerisches Denken, Visuelle Kommunikation, Ästhetische Erziehung, Vanitas-Stillleben, Aufgabenkonstruktion, Bildkompetenz, Kunstpädagogik, Schülerorientierung, Schulpraxis, Kunstgeschichte, Bildwissenschaft, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und der praktischen Anwendung verschiedener kunstdidaktischer Theorien im modernen Kunstunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Kunstdidaktik, die Analyse von Bildungsmedien und die methodische Konstruktion von Unterrichtsaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein vertieftes Verständnis für unterschiedliche Aufgabenkonstruktionen, um Lehrkräften eine souveräne Entscheidungsfindung im späteren Schulalltag zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung historischer Konzepte und deren exemplarische Anwendung auf eine Inhaltsanalyse eines Schulbuchkapitels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, eine Inhaltsanalyse des Themas „Vanitas-Stillleben“ und eine detaillierte Ausarbeitung von Unterrichtsbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kunstdidaktik, Aufgabenkonstruktion, bildnerisches Denken und Schülerorientierung geprägt.
Wie unterscheidet sich die Musische Erziehung vom bildnerischen Denken nach Pfennig?
Während die Musische Erziehung auf ganzheitliche, sinnliche Erfahrung setzt, stellt das bildnerische Denken die Vermittlung spezifischer bildnerischer Probleme, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Fokus.
Welchen Stellenwert nimmt die Visuelle Kommunikation ein?
Sie betont die kritische Auseinandersetzung mit Medien und Alltagskultur, um eine Emanzipation der Schüler gegenüber Massenmedien zu fördern.
Warum hält die Autorin Flexibilität im Unterricht für entscheidend?
Aufgrund der Vielfalt an Einflussfaktoren wie Schulform, Klassengröße und individuellen Bedürfnissen der Schüler lässt sich kein starres Modell universal anwenden.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der theoretischen Ansätze?
Sie plädiert für eine Pluralität der Ansätze, bei der fachliches Können und ganzheitliche ästhetische Erfahrung gleichermaßen berücksichtigt werden sollten.
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- Adrienne Kaergel (Author), 2017, Kunstdidaktische Theoriebildung. Einsatzmöglichkeiten im modernen Kunstunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417868