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Der kulturelle Wert von Fernsehunterhaltung. Neil Postman in der Guckguck-Welt

Titel: Der kulturelle Wert von Fernsehunterhaltung. Neil Postman in der Guckguck-Welt

Hausarbeit , 2003 , 10 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Trixy Freude (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Zeitalter von Reality-TV und medienwirksamen Politiker-Fernsehduellen ist die Frage nach dem kulturellen Wert von Fernsehunterhaltung aktuell wie nie. Für den Medienökologen und -Kritiker Neil Postman ist die Antwort auf diese Frage leicht: es gibt keinen. Im Gegenteil: das Fernsehen ist, als Teil einer technologischen Ideologie, ein Feind der Kultur.

Postmans Kulturkritik kann als ein Ausdruck der Furcht vor einer Medienrevolution begriffen werden. Die Angst vor der Zerstörung einer bestehenden Kultur durch das Aufkommen einer neuen ist allerdings nicht neu: Sie begann bei Platons Kritik an der Dichtkunst und endet noch lange nicht bei der Sorge, Hypertext könnte irgendwann das Buch ersetzen. Im Folgenden soll die Frage gestellt werden, inwieweit Postmans These zutrifft, dass die Bildkultur des Fernsehens die Wortkultur des Buches nicht nur bedroht, sondern gar verdrängt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Diskurs / Die Wortkultur

2. Das Fernsehen / Die Bildkultur

3. Bildkultur vs. Wortkultur

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die medienökologische Theorie von Neil Postman, nach der das Fernsehen als Bildmedium die traditionelle Wortkultur des Buches verdrängt und zu einem kulturellen Verfall führt, indem es ernsthafte Diskurse in oberflächliche Unterhaltung verwandelt.

  • Kulturkritik im Zeitalter der Massenmedien
  • Gegenüberstellung von Wortkultur (Buchdruck) und Bildkultur (Fernsehen)
  • Analyse der Medienwirkungstheorien und deren wissenschaftliche Belastbarkeit
  • Diskussion des Unterhaltungscharakters von Fernsehnachrichten
  • Hinterfragung des pauschalen "Verdummungs"-Arguments

Auszug aus dem Buch

1 Der Diskurs / Die Wortkultur

Seit der Erfindung des Buchdrucks prägte die Buchkultur jahrhundertelang die kulturelle Entwicklung. Eine Hoch-Zeit der von Literalität beeinflussten Kultur sieht Postman im öffentlichen Diskurs im Amerika des 19. Jahrhunderts. Als Beispiel führt er eine Debatte zwischen Abraham Lincoln und seinem politischen Gegner Stephen A. Douglas an, die typisch für die damals vorherrschende, vor Publikum stattfindende Redekultur gewesen sei. Diese Diskussionen, Vorträge und Reden dauerten laut Postman oftmals viele Stunden lang und stellten an die Zuhörer erhebliche Anforderungen. Postman mutmaßt daher, ihre Aufmerksamkeitsspanne sei „nach heutigen Maßstäben offenbar außerordentlich groß“ gewesen (Postman 2000, S. 62) und: „Die Zuhörer bei den Lincoln-Douglas-Debatten waren mit den zur Diskussion stehenden Problemen offenbar gut vertraut, sie besaßen historische Kenntnisse und wußten über komplizierte Sachverhalte Bescheid.“ (ebd., S. 63) Indizien dafür sieht Postman darin, dass das Publikum die „rhetorischen Spitzen“ gewisser diskutierter Inhalte nur hätte verstehen können, wenn es bestimmte Gerichtsentscheidungen und andere Reden kannte und diverses ähnliches Hintergrundwissen besaß.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Kulturkritik Neil Postmans und die Fragestellung nach dem Verdrängungsprozess der Wortkultur durch das Fernsehen.

1 Der Diskurs / Die Wortkultur: Analyse von Postmans nostalgischem Blick auf die Redekultur des 19. Jahrhunderts als vermeintlichem Höhepunkt einer bildungsorientierten Buchkultur.

2 Das Fernsehen / Die Bildkultur: Untersuchung der "Guckguck-Welt" und der Postman'schen These, dass das Fernsehen als technologische Ideologie das Denken unterdrückt.

3 Bildkultur vs. Wortkultur: Kritische Auseinandersetzung mit der Angst vor einer Verdrängung der Schrift durch das Bild und der modernen medienwissenschaftlichen Perspektive auf die Koexistenz von Medien.

4 Resümee: Zusammenfassende Bewertung, die Postmans Thesen als anschaulich, aber wissenschaftlich unterbelichtet einstuft und die dauerhafte Bedeutung des Buches betont.

Schlüsselwörter

Neil Postman, Wortkultur, Bildkultur, Fernsehen, Medienkritik, Buchkultur, Kommunikation, Medienwirkung, Guckguck-Welt, Unterhaltung, Kulturverfall, Medienrevolution, Literalität, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Medientheorie von Neil Postman auseinander, der den Einfluss des Fernsehens auf die moderne Kultur als zerstörerisch für die traditionelle Buch- und Wortkultur beschreibt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung des öffentlichen Diskurses, die Charakteristika der Bildkultur im Gegensatz zur Buchkultur sowie die Wirkung von Unterhaltungsfernsehen auf die menschliche Kognition und Bildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob Postmans These, dass die Bildkultur des Fernsehens die Wortkultur des Buches verdrängt, wissenschaftlich haltbar ist oder auf simplifizierenden Annahmen beruht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den kritischen Diskurs mit medienwissenschaftlichen Quellen, um Postmans Thesen und die Einwände anderer Medienexperten gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext der Wortkultur, die philosophischen Hintergründe von Postmans Bildfeindlichkeit sowie aktuelle medienwissenschaftliche Ansätze, die gegen eine einfache Verdrängungshypothese sprechen, diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Medienkritik, Wortkultur, Bildkultur, Fernsehen, Kommunikation, Medienwirkung und der von Postman geprägte Begriff der "Guckguck-Welt".

Wie bewertet die Autorin Postmans Konzept der "Guckguck-Welt"?

Die Autorin stellt fest, dass Postman das Fernsehen pauschal als "Bahn in den Stumpfsinn" stigmatisiert, wobei sie darauf hinweist, dass diese Sichtweise die differenzierte Rezeption durch die Zuschauer vernachlässigt.

Warum hält die Autorin Postmans Thesen für wissenschaftlich angreifbar?

Sie kritisiert, dass Postman seine Thesen primär auf Indizien und Pauschalisierungen stützt und dabei aktuelle Ansätze der Kommunikationswissenschaft, wie den Nutzen- und Belohnungsansatz, außer Acht lässt.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der kulturelle Wert von Fernsehunterhaltung. Neil Postman in der Guckguck-Welt
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,3
Autor
Trixy Freude (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V417890
ISBN (eBook)
9783668671584
ISBN (Buch)
9783668671591
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Postman Medienkultur Medienwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Trixy Freude (Autor:in), 2003, Der kulturelle Wert von Fernsehunterhaltung. Neil Postman in der Guckguck-Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417890
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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