Gegenstand dieser Arbeit ist eine Figurencharakterisierung von Ben und Gus aus Harold Pinters Drama „The Dumb Waiter“. Das Stück wurde erstmals am 21. Januar 1960 im Hampstead Theatre Club in Englisch uraufgeführt und zählt somit zu Pinters frühen Werken. Das relativ kurze Stück, welches aus nur einem Akt besteht, kann dem Genre des absurden Theaters zugerechnet werden. Kennzeichen dieses vor allem in den 50er und 60er Jahren bekannten Genres ist, dass Dramen dieser Art grundsätzlich die Idee verfolgen, dass das Leben aus Zufall und Bedeutungslosigkeit besteht, weshalb sich Menschen schwer tun, Sinn und Kontrolle darüber zu finden. Diese Arbeit umfasst in erster Linie eine an Pfister angelehnte Analyse der beiden Darsteller.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. KURZÜBERBLICK
2. DAS ABSURDE THEATER
3. HANDLUNG
4. ANALYSE
4.1. FIGURENCHARAKTERISIERUNG VON BEN
4.2. FIGURENCHARAKTERISIERUNG VON GUS
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, die Figurendynamik und Charakterisierung von Ben und Gus in Harold Pinters Drama "The Dumb Waiter" tiefgehend zu untersuchen, um ihre Rollenverteilung innerhalb der absurden Welt des Stücks zu analysieren.
- Analyse des Absurden Theaters als literarischer Kontext
- Detaillierte Charakterisierung der Figur Ben
- Detaillierte Charakterisierung der Figur Gus
- Untersuchung von Machtstrukturen und Hierarchien zwischen den Protagonisten
- Interpretation der sprachlichen Mittel und Dialoge
Auszug aus dem Buch
4.1. FIGURENCHARAKTERISIERUNG VON BEN
Nach dem ersten, überfliegenden Lesen kann man sofort zwei verschiedene Charaktere im Stück ausmachen, wobei hier Ben klar als Führungsrolle zu charakterisieren ist. Stets versucht er die Handlungen von Gus, der sich in einer untergeordneten Rolle befindet, zu kontrollieren. Ohne Zutun von Pinter beginnt der Leser und die Leserin die beiden Charaktere automatisch zu vergleichen. Das Augenmerk liegt dabei unweigerlich bei der Autorität und Überlegenheit, die für Ben und Gus anscheinend aber etwas normales sind, da beide Charaktere, obwohl unterschiedlich, doch Gemeinsamkeiten haben. Beide sind Auftragskiller, kommen aus der gleichen Gegend und haben höchstwahrscheinlich den gleichen sozialen Hintergrund. Untermauert wird dies unter anderem durch die Art des Englischen, das gesprochen wird, was nach Pfister einer figuralen implizit sprachlichen Charakterisierung entspricht.
Beweise für eine natürliche Überlegenheit von Ben sind nun an mehreren Stellen auszumachen. Einerseits ist er derjenige, der entscheidet über was im Stück geredet und was gemacht wird. Daneben finden sich durch das ganze Stück verteilt Sätze im Imperativ. Beispiele dafür wären „Well, go on and make it.; Pick it up! oder Don't be silly!“ zu finden. Aber auch Aussagen wie „I know how to occupy my time.; You haven't got any interests.“ sind Beweise für eine Art Überlegenheit, die von Ben ausgeht.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Figurenanalyse von Ben und Gus in Harold Pinters "The Dumb Waiter" sowie Einordnung in das Genre des Absurden Theaters.
1. KURZÜBERBLICK: Kurze Zusammenfassung der Handlung, der Entstehungsgeschichte und des Settings des Dramas.
2. DAS ABSURDE THEATER: Theoretische Grundlagen des Absurden Theaters, insbesondere unter Bezugnahme auf Martin Esslin.
3. HANDLUNG: Detaillierte Wiedergabe der Ereignisse im Stück, von der Einführung der Charaktere bis hin zu den mysteriösen Bestellungen durch den Essensaufzug.
4. ANALYSE: Wissenschaftliche Untersuchung der Charakterzüge beider Protagonisten basierend auf Pfisters Kriterien für Figurenanalyse.
4.1. FIGURENCHARAKTERISIERUNG VON BEN: Analyse von Bens Rolle als dominanter Part und seiner autoritären Sprachverwendung.
4.2. FIGURENCHARAKTERISIERUNG VON GUS: Analyse von Gus als unsicherer, fragender Charakter und seiner untergeordneten Position.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse über die Rollenverteilung und die Erkenntnis, dass beide Figuren letztlich Opfer eines größeren Systems sind.
Schlüsselwörter
Harold Pinter, The Dumb Waiter, Figurenanalyse, Absurdes Theater, Ben, Gus, Auftragskiller, Hierarchie, Sprachanalyse, Machtverhältnisse, Martin Esslin, Dramenanalyse, Identität, Rollenverhalten, Unterdrückung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer detaillierten Figurenanalyse der beiden Protagonisten Ben und Gus aus Harold Pinters Theaterstück "The Dumb Waiter".
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Machtdynamik, die Charakterisierung der Figuren durch Sprache und Verhalten sowie die Einordnung des Stücks in den Kontext des Absurden Theaters.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Rollenbilder von Ben und Gus herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie sich diese im Verlauf des Stücks verändern oder festigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Analyse stützt sich auf die Ansätze der literaturwissenschaftlichen Figurenanalyse nach Pfister, wobei explizite und implizite Charakterisierungstechniken unterschieden werden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltszusammenfassung und die spezifische Charakteranalyse, die den sprachlichen Duktus und die Interaktionen der beiden Killer untersucht.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?
Zentrale Begriffe sind das Absurde Theater, die funktionale Rollenverteilung, Autorität, Überlegenheit, Unsicherheit und die symbolische Bedeutung der Kommunikation.
Welche Rolle spielt der "Essensaufzug" im Stück?
Der Essensaufzug fungiert als zentrales Element, das die Routine der Charaktere unterbricht und die mysteriösen Befehle von außen in den Raum trägt.
Zu welchem Fazit gelangt der Autor hinsichtlich der Opferrolle?
Der Autor schlussfolgert, dass trotz der hierarchischen Unterschiede zwischen Ben und Gus am Ende beide als Opfer einer übergeordneten, anonymen Organisation erscheinen.
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- Daniel Senekowitsch (Autor), 2018, Figurencharakterisierung von Ben und Gus aus "The Dumb Waiter" von Harold Pinter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417915