Zunächst sollen einführend die Begriffe „Populäre Musik“ und „Medien“ in den Kontext der 1950er Jahre gebracht und die Rolle des Tonstudios beleuchtet werden. Daran anschließend gilt es, die Umstände zu betrachten, in denen Presley aufwuchs, sowohl was die regionale Prägung angeht als auch sein familiäres Umfeld, sowie die musikalischen Impulse, die er in seiner Kindheit und Jugend erfuhr. Nachfolgend soll sein Weg in die lokal-regionale – unter dem Label Sun-Records – und schließlich in die (inter-)nationale Musikindustrie unter RCA nachgezeichnet werden. Weitergehend gilt es hierbei herauszufinden, welche Veränderungen seiner Bühnenpersona dieser Labelwechsel mit sich zog. Im zweiten Teil soll es um einzelne Aspekte Presleys stimmlicher Wandlungsfähigkeit gehen. Hierzu sollen sowohl die bei Sun-Records veröffentlichten Single Sun 223 (1954) und der Song Baby Let's Play House Tonight (1955), als auch der bei RCA veröffentliche Song und Hound Dog (1956) untersucht werden. In einem nächsten Schritt gilt es, herauszufinden, inwieweit Presleys Rock’n’Roll-Image mit den Rollen in den beiden oben genannten Kinofilmen übereinstimmt. Abschließend soll ein Vergleich mit anderen Rock'n'Roll-Musikern der 1950er Jahre zeigen, ob es Unterschiede oder Parallelen zwischen den jeweiligen Starimages gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Populäre Musik in den 1950er Jahren
3. Medien in den 1950er Jahren
4. Das Tonstudio Anfang der 1950er Jahre
5. „Kind der Südstaaten“ – Presleys Kindheit in Tupelo und seine Jugendzeit in Memphis
6. Von Sun-Records zu RCA – der Beginn Presleys Karriere
7. Presleys Image zwischen 1954 und 1958
8. Presleys hochwandlungsfähiger Gesang
8.1. I Forgot to Remember to Forget (1955)
8.2. Mystery Train (1955)
8.3. Baby Let’s Play House (1955)
8.4. Hound Dog (1956)
9. Presley Image im Film
9.1. Love Me Tender (1956)
9.2. Jailhouse Rock (1957)
10. Vergleich mit anderen Rock’n’Roll-Musikern der 1950er Jahre
11. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Elvis Presleys musikalischer Entwicklung, seiner stimmlichen Technik und der strategischen Konstruktion seines Images in den 1950er Jahren, um zu ergründen, ob sein rebellisches Rock’n’Roll-Image eine authentische Persönlichkeit darstellte oder eine gezielt inszenierte Bühnenpersona war.
- Einfluss der gesellschaftlichen und medialen Rahmenbedingungen der 1950er Jahre auf die Musikindustrie.
- Analyse von Presleys gesanglicher Wandlungsfähigkeit anhand ausgewählter Sun- und RCA-Aufnahmen.
- Untersuchung der filmischen Rollenbesetzung als Instrument zur Imagebildung und Popularisierung.
- Vergleichende Betrachtung von Presleys Image mit anderen Rock’n’Roll-Größen wie Little Richard und Chuck Berry.
Auszug aus dem Buch
8.4. Hound Dog (1956)
Die in den vorangegangenen Stücken, vor allem bei Mystery Train angesprochenen Elemente Presleys Rockabilly-Stils, die zusammengenommen zu einer „spürbaren Aufwertung der rhythmischen Energie und der Körperlichkeit des Gesangs [führen]“, sind spätestens bei Hound Dog im „Uptempo-Rock’n’Roll angekommen“.
Der Song ist in zwei unterschiedliche Bausteine („Strophe“, sofern wegen der mangelnden Abwechslung überhaupt von einer solchen geredet werden kann, und Refrain) aufgebaut, die textlich, aber auch musikalisch größtenteils identisch sind. Auch wird während des gesamten Songs die Form des 12-taktigen Bluesschemas eingehalten. Ein Gitarrensolo unterteilt den Song nach zwei Durchgängen der Strophe und des Refrains. Auffällig ist im Vergleich zu den bei Sun Records veröffentlichten Songs, dass bei Hound Dog ein Background-Chor eingesetzt wird, welcher hervortritt, wenn das Gitarrensolo einsetzt.
Presleys Gesang zeichnet vor allem ein im Vergleich zu den vorigen Songs deutlich höherer Krafteinsatz aus. Mithilfe des Shoutings – besonders gut bei jedem „ain’t nothing“ zu hören – erzeugt Presley einen hoch energievollen und rauen Klang, passend zur angestauten Aggression, welche das lyrische Ich gegen sein Gegenüber, den „Hound Dog“ hegt. Auch die Silbeninterpolationen bei „Hound Dog-ah“ zeigen diese Abneigung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die untersucht, ob Presleys rebellisches Image ein inszeniertes Konstrukt oder Ausdruck seiner Persönlichkeit war.
2. Populäre Musik in den 1950er Jahren: Beleuchtung des gesellschaftlichen Wandels und der Definition des Begriffs der populären Musik in einem Jahrzehnt, das den Teenager als neue Zielgruppe entdeckte.
3. Medien in den 1950er Jahren: Analyse der Bedeutung von Radio, Fernsehen und Schallplatte für die Vermarktung und Identitätsbildung populärer Musikstars.
4. Das Tonstudio Anfang der 1950er Jahre: Untersuchung der technischen Voraussetzungen, insbesondere der Magnetbandtechnik, die kostengünstige Aufnahmen ermöglichte und so lokale Musikstudios förderte.
5. „Kind der Südstaaten“ – Presleys Kindheit in Tupelo und seine Jugendzeit in Memphis: Rückblick auf Presleys familiäre Prägung und seine ersten musikalischen Einflüsse durch Gospel, Country und die R&B-Szene in Memphis.
6. Von Sun-Records zu RCA – der Beginn Presleys Karriere: Nachzeichnung des Aufstiegs vom Hobbymusiker zum nationalen Star unter der Leitung von Sam Phillips und dem späteren Management von Colonel Tom Parker.
7. Presleys Image zwischen 1954 und 1958: Betrachtung der Wandlung von Presleys Bühnenpersona, insbesondere durch die Reaktionen auf seine Fernsehauftritte und die gezielte Image-Vermarktung.
8. Presleys hochwandlungsfähiger Gesang: Detaillierte musikwissenschaftliche Analyse von Gesangstechnik, Rhythmik und Timbre anhand ausgewählter Songs.
9. Presley Image im Film: Untersuchung, wie Presley durch Kinorollen sein Image durch die Darstellung einer sentimentalen und fürsorglichen Seite ausbalancierte.
10. Vergleich mit anderen Rock’n’Roll-Musikern der 1950er Jahre: Gegenüberstellung von Presleys Image mit den Karrierewegen und Vermarktungsstrategien von Little Richard und Chuck Berry.
11. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Presleys Erfolg auf einer geschickten Mischung aus stimmlicher Variabilität, strategischem Management und der Verbindung von rebellischer Persona mit massentauglichen Werten basierte.
Schlüsselwörter
Elvis Presley, Rock’n’Roll, Image, Bühnenpersona, 1950er Jahre, Sun Records, RCA, Gesangsstil, Musikindustrie, Rockabilly, Medien, Identitätsbildung, Little Richard, Chuck Berry, Starimage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Konstruktion des Rock’n’Roll-Images von Elvis Presley in den 1950er Jahren und hinterfragt, inwiefern dieses mit seinem Gesangsstil und seiner Bühnenpräsenz korrespondiert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der medienhistorischen Einordnung der 1950er Jahre, der stimmlichen Analyse ausgewählter Aufnahmen und dem Einfluss von Film und Management auf Presleys Imagebildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob das rebellische Bild des „King of Rock’n’Roll“ ein authentischer Ausdruck seiner Person war oder ein bewusst inszeniertes Image, das durch seine Musik und filmische Rollen gezielt moduliert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine historisch-kontextuelle Analyse, musikwissenschaftliche Analysen spezifischer Aufnahmen sowie eine vergleichende Betrachtung mit anderen zeitgenössischen Künstlern kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der biographischen Voraussetzungen, die Analyse der Studioaufnahmen sowie die Untersuchung der öffentlichen Wahrnehmung durch Fernsehauftritte und Kinofilme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Rock’n’Roll-Image, Bühnenpersona, Elvis Presley, 1950er Jahre und musikalische Stilanalyse definieren.
Wie unterscheidet sich Presleys Vorgehen von dem eines Künstlers wie Little Richard?
Während Presley durch eine bewusst maskulin-aggressive Provokation auffiel, nutzte Little Richard für die konservative Gesellschaft irritierende Elemente wie Androgynität und komödiantische Auftritte.
Welche Rolle spielten die beiden im Text genannten Kinofilme für Presleys Image?
Die Filme fungierten als Instrument, um sein oft als rebellisch wahrgenommenes Image durch die Darstellung einer sentimalen, fürsorglichen Seite zu mildern und so ein breiteres Publikum anzusprechen.
- Arbeit zitieren
- Fabio Freund (Autor:in), 2018, "The young untanable adonis". Das Rock’n’Roll-Image bei Elvis Presley, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417936