"The young untanable adonis". Das Rock’n’Roll-Image bei Elvis Presley


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

26 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Populäre Musik in den 1950er Jahren

3. Medien in den 1950er Jahren

4. Das Tonstudio Anfang der 1950er Jahre

5. „Kind der Südstaaten“ - Presleys Kindheit in Tupelo und seine Jugendzeit in Memphis

6. Von Sun-Records zu RCA - der Beginn Presleys Karriere

7. Presleys Image zwischen 1954 und 1958

8. Presleys hochwandlungsfähiger Gesang
8.1. I Forgot to Remember to Forget (1955)
8.2. Mystery Train (1955)
8.3. Baby Let ’ s Play House (1955)
8.4. Hound Dog (1956)

9. Presley Image im Film
9.1. Love Me Tender (1956)
9.2. Jailhouse Rock (1957)

10. Vergleich mit anderen Rock’n’Roll-Musikern der 1950er Jahre

11. Fazit

12. Quellenverzeichnis

13. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„[…] Saw the Ghost of Elvis On Union Avenue

Followed him up to the gates of Graceland

Then I watched him walk right through [...]“1

Mit diesen Worten zu Beginn der zweiten Strophe seines Songs „Walking in Memphis“ zog Marc Cohn sinnbildlich den Hut vor dem „King of Rock’n’Roll“, vierzehn Jahre nach dessen Tod. Wie kaum ein anderer steht Elvis Presley für die Stadt Memphis, für die Musik des Rock’n’Rolls, bzw. des Rockabilly, für eine ganze Generation amerikanischer Jugendlicher in den 1950er Jahren, die sich mit „sex, drugs and Rock’n’Roll“ vermeintlich der Kontrolle ihrer Eltern zu entziehen versuchte. Doch beschränkte sich Presleys Bühnenpersona tatsächlich nur auf den „young untamable adonis“2, wie ihn die konservative Presse Mitte der 1950er Jahre beschreibt? Oder war das Bild des rebellischen Rock’n’Roll-Sängers nur ein Aspekt Presleys Bühnenpersona, ein inszeniertes Bild, mit dem er zu spielen wusste? Und fand diese „Unzähm- barkeit“ unmittelbar auch Einzug in die Art und Weise, wie er Musik machte? Diese Impulse verdichten sich zu der Leitfrage, ob und inwiefern Presleys Gesangsstil und seine Selbstinsze- nierung dessen rebellisches Rock-and-Roll-Image unterstützen, oder ob sich auch Abweichun- gen von diesem finden lassen.

Besonders aussagekräftig über Presleys Gesangsstil sind vor allem die Aufnahmen der Sin- gle Sun 223 3, welche 1954 unter dem Label Sun Records erschien. Auch die Aufnahmen von Baby Let ’ s Play House (1955)4 und Hound Dog (1956)5 erlauben einen guten Einblick in Presleys Gesangsstilistik. Zur Untersuchung des Zusammenhangs von Gesangstechnik, Büh- nenshow und Bühnenpersona sollen zwei Fernsehauftritte Presleys herangezogen werden. Zum einen sein Auftritt mit Hound Dog in der Milton Berle Show am 05. Juni 19566 und zum anderen der Darauffolgende in der Steve Allen Show am 01. Juli 19567. Exemplarisch für Presleys hohe Anzahl an Filmauftritten und die darin enthaltenen Rollen, die dieser darstellte, sollen die Filme Love Me Tender (1956), auf Deutsch unter dem Titel Pulverdampf und hei ß e Lieder erschienen8, und Jailhouse Rock (1957)9 herangezogen werden.

Neben enzyklopädischen Artikeln zu Presleys Biographie und den unterschiedlichen musi- kalischen Genres, an denen er sich orientierte (Country Music10, Rhythm & Blues11 ), bzw. die er maßgeblich prägte (Rockabilly12, Rock’n’Roll13 ) gibt die Arbeit von Peter Wicke in ihrem allgemeinen Abriss der Geschichte des Rock und Pop einen Einblick in die gesellschaftlichen und regionalen Voraussetzungen, welche die Entstehung und das Aufblühen des Rock and Roll in den USA der frühen 1950er Jahre begünstigten.14 Auskunft über die populäre Musik, sowie über die Medien innerhalb dieses Jahrzehnts geben die beiden Artikel von Pfleiderer und Katrin Horn in Stimme, Kultur, Identit ä t. Vokaler Ausdruck in der popul ä ren Musik der USA, 1900- 1960.15 Für die Frage nach Gesang und Image bei Presley und zwei weiteren Vertretern des Rock and Roll wurde größtenteils der Artikel „ Kiss Me Ting-a-ling-a-ling. “ Rock ‘ n ‘ Roll-Ge- sang bei Little Richard, Chuck Berry und Elvis Presley von Christian Bielefeldt aus demselben Sammelband herangezogen16, während der Beantwortung der Frage nach Presleys Bühnenper- sona und dessen Starimages Freya Jarman-Ivens Artikel „ Don ’ t Cry Daddy “ . The Degenera tion of Elvis Presley ’ s Musical Masculinity zugrunde liegt17.

Zunächst sollen einführend die Begriffe „Populäre Musik“ und „Medien“ in den Kontext der 1950er Jahre gebracht und die Rolle des Tonstudios beleuchtet werden. Daran anschließend gilt es, die Umstände zu betrachten, in denen Presley aufwuchs, sowohl was die regionale Prä- gung angeht als auch sein familiäres Umfeld, sowie die musikalischen Impulse, die er in seiner Kindheit und Jugend erfuhr. Nachfolgend soll sein Weg in die lokal-regionale - unter dem Label Sun-Records - und schließlich in die (inter-)nationale Musikindustrie unter RCA nach- gezeichnet werden. Weitergehend gilt es hierbei herauszufinden, welche Veränderungen seiner Bühnenpersona dieser Labelwechsel mit sich zog. Im zweiten Teil soll es um einzelne Aspekte Presleys stimmlicher Wandlungsfähigkeit gehen. Hierzu sollen sowohl die bei Sun-Records veröffentlichten Single Sun 223 (1954) und der Song Baby Let ’ s Play House Tonight (1955), als auch der bei RCA veröffentliche Song und Hound Dog (1956) untersucht werden. In einem nächsten Schritt gilt es, herauszufinden, inwieweit Presleys Rock’n’Roll-Image mit den Rollen in den beiden oben genannten Kinofilmen übereinstimmt. Abschließend soll ein Vergleich mit anderen Rock’n’Roll-Musikern der 1950er Jahre zeigen, ob es Unterschiede oder Parallelen zwischen den jeweiligen Starimages gibt.

2. Populäre Musik in den 1950er Jahren

Fragt man nach dem Zusammenhang zwischen populärer Musik und den Medien in den 1950er Jahren, in dessen Spektrum sich auch das Starimage eines Elvis Presley einordnet, so muss man zunächst den Begriff „Populäre Musik“ definitorisch eingrenzen. Dieser fasst in ers- ter Linie all das zusammen, was es an Genres innerhalb der Unterhaltungsmusik gibt. Diese reichen von American Popular Songs in der Tradition der Tin Pan Alley über Jazz bis hin zu Gospel, Rock’n’Roll u.v.a.18 Die von Pfleiderer formulierte Definition, nach der populäre Mu- sik als „ein [...] Sammelbegriff verwendet [wird], der zunächst einmal alles umfasst, was nicht eindeutig der Kunst- oder Volksmusik zuzurechnen ist“19, soll im Folgenden übernommen wer- den.

Wie bereits angedeutet ist die populäre Musik keinesfalls ein Phänomen der 1950er Jahre, sondern konnte bereits zu dieser Zeit auf eine gewisse Tradition zurückschauen, die bis vor die Jahrhundertwende reicht. Doch befand sich die US-amerikanische Gesellschaft zu Beginn der 1950er Jahre in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der das Leben der Menschen und damit auch die Art und Weise, wie sie Musik wahrnahmen und konsumierten, maßgeblich prägte. War die Außenpolitik der USA noch wenige Jahrzehnte zuvor von einer Politik der Isolation geprägt, so trat man spätestens ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Verteidiger von Frieden und Demokratie auf. Die Konkurrenz zur UdSSR20 und vor allem die Angst vor „kommunistischer Spionage und Einflussnahme“21 waren für die gesellschaftliche Situation in den USA genauso prägend wie die voranschreitende Rassentrennung im öffentlichen Raum. Auf der anderen Seite konnte die Bürgerrechtsbewegung der afroamerikanischen Bevölkerung in diesen Jahren bedeutende Fortschritte in die Gegenrichtung erzielen.22

Auch Begriffe wie „Jugend“ und „Familie“ werden in der Nachkriegszeit neu ausgelotet. Kindheit und Jugend wird nun als ein zu schützender, eigenständiger Lebensabschnitt angese- hen. Im aufkommenden Rock’n’Roll sieht die heranwachsende Generation der „Teenager“ die Möglichkeit, sich von ihrer Elterngenration abgrenzen zu können.23 Diese bleiben ihren weni- ger anstößigen „familienfreundlichen Stars“24 wie etwa Frank Sinatra oder Dean Martin aus der Vorkriegszeit treu.

Die voranschreitende Kommerzialisierung durch den anhaltend wachsenden Wohlstand in vielen Teilen der Bevölkerung machte auch vor Sängerinnen und Sängern nicht halt. Waren in der Tin Pan Alley-Tradition der Komponist und im Swing der 1940er Jahre noch der Bandlea- der ebenso von Bedeutung wie der ausführende Musiker, so verlagerte sich der Fokus der öf- fentlichen Wahrnehmung ab Beginn der 1950er Jahre immer mehr auf den Musiker, in erster Linie den Sänger oder die Sängerin. In der Musikzeitschrift High Fidelity beschreibt es der

Musikredakteur des Billboards Paul Ackermann 1958 mit den folgenden Worten: „As star per- sonalities, vocalists rather than bandleaders were taking the spotlight.“25 Somit stehen also Gesang und die Bühnenpresonae der Sängerinnen und Sänger zunehmend im Zentrum des Konsums populärer Musik.

3. Medien in den 1950er Jahren

Auch die Medien befanden sich zu Beginn der 1950er Jahre in einem unaufhaltsamen Wan- del. Sie sind seit dem Aufkommen der populären Musik stets mit deren Entwicklung eng ver- bunden. Gerade die Präsenz in den Medien, so Pfleiderer, sowie die Glaubwürdigkeit der „me- dienspezifischen (Selbst-)Inszenierungen der Musikerinnen und Sängerinnen, Musiker und Sänger“ entscheidet über deren (kommerziellen) Erfolg.26 Das genaue Positionieren innerhalb ganzer „Medienverbünde“27 gemäß den Anforderungen des konsumgesteuerten Musikmarktes war sowohl während der „Produktion“, als auch bei der „Verbreitung und Rezeption populärer Musik“ von großer Bedeutung.28

Doch welche Arten von Medien gab es nun konkret in den 1950er Jahren? Altbekannte Formate wie etwa Live-Auftritte und Konzerttourneen, aber auch jene der vorangegangenen Jahrzehnte waren fester Bestandteil des medialen Spektrums. Zu Letzteren gehörten in erster Linie das Radio, der Film und das immer größere Bedeutung erlangende Fernsehen. Auftritte in den genannten Formaten wurden dann wiederum in Printmedien beworben und kommentiert, was deren Reichweite erhöhte.29

Die wohl größte Reichweite in den 1950er Jahren dürfte wohl das Radio gehabt haben. Seit den 1920er Jahren, als hier erstmals Gesangsstars auftraten30, vervielfachte sich die Anzahl der Empfängergeräte stetig: von gerade einmal jedem dritten Haushalt 1930, besaß im Jahr 1960 nahezu jeder ein Radio.31 Die Zuhörer erwartete neben Nachrichtensendungen eine ganze Palette an Formaten, die sich alle um die aktuelle populäre Musik drehten. Im Radioprogramm äußerte sich dies in Form der Ausstrahlung der neuesten Chart-Hits32, aber auch in der Rezeption der Songs durch Interviews und Kritiken.

Auch die Schallplatte hatte ihren Ursprung bereits einige Jahrzehnte früher. Schon um 1900 waren die ersten Schelllackplatten entstanden. Allerdings lag deren Preis so hoch, dass sich nur die vermögendere euroamerikanische Bevölkerung eine solche Aufnahme leisten konnten. Die breite Masse der Bevölkerung gewann erst mit der Entwicklung der Vinylschallplatte Zugang, da sich die Produktionskosten nun deutlich verringerten. Wurde anfangs zum Großteil Musik von klassischen (euroamerikanischen) Musikern wie Enrico Caruso, dem ersten wirklichen Schallplattenstar33, vermarktet, so diversifizierte sich die musikalische Bandbreite der Platten in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich. Außerdem passte sich die Schallplattenindustrie rasch den unterschiedlichen Konsumentengruppen an. Die Langspielplatte (kurz: LP) bediente weiterhin die gut situierte Bevölkerung, während Singles an die weniger vermögende Kund- schaft und an Jugendliche gerichtet war.34 Die bereits angesprochene Wahrnehmung der Ju- gendlichen als eigene Zielgruppe schlug sich also auch hier nieder.

Während also Radio und Schallplatte ihre Bedeutung für die Musikindustrie behaupten konnten, kam ab Beginn der 1950er Jahre ein weiteres Medium hinzu: das Fernsehen. Bereits 1939, als ein Fernsehgerät ähnlich wie die Schellackplatte zuvor, nur für die Oberschicht er- schwinglich war, standen Sendungen mit populärer Musik im Zentrum des Fernsehprogramms. Mit dem anhaltend sinkenden Anschaffungspreis gelangte nun auch der Fernseher in immer mehr Haushalte und so erreichten Sendungen wie die Ed Sullivan Show (1948-71), die Nat King Cole Show (1956-57) oder die Steve Allan Show (1956-60) ein breites Publikum.35 Auch im deutschsprachigen Fernsehen hielt das an die Revue angelehnte Format der Musikshow mit Bonsoir Kathrin (1957-64) Einzug. Neben der Präsentation eigener Songs und Filme war vor allem die Inszenierung eines bestimmten Starimages fester Bestandteil dieser Medienformate. Durch zum Teil heute skurril anmutende Werbung mit bestimmten Produkten verknüpfte man den Sänger und seine Musik mit einem Produkt und damit einem bestimmten Lifestyle.36 Wie das Fernsehen bot auch der Film eine passende Plattform für die Vermarktung populärer Musik. Auch Presley verband hierbei die Darstellung einer Rolle mit der Präsentation eigener Songs, die passend zum jeweiligen Film beigesteuert wurden und im Anschluss auf den Markt kamen.

Die Art und Weise schließlich, wie populäre Musik und die sie präsentierenden Musiker erscheinen, unterteilt Pfleiderer in drei Teile: „Die medialen Texte, […] die öffentliche Bericht- erstattung, […] sowie schließlich die Erfahrungswelt der Hörerinnen und Hörer […].“37 Gerade wenn es um die Frage nach dem Starimage Elvis Presleys geht, soll das Wechselspiel zwischen dem ersten Aspekt, der Selbstinszenierung, und dem zweiten Aspekt, der öffentlichen Reaktion, berücksichtigt werden.

4. Das Tonstudio Anfang der 1950er Jahre

Möchte man nun die Voraussetzungen für Presleys Erfolg, bzw. seine Entdeckung herausfinden, so lohnt sich eine nähere Betrachtung der Aufnahmebedingungen Anfang der 1950er Jahre. Gerade Memphis im US-Bundesstaat Tennessee erlebte zu dieser Zeit einen regelrechten Boom an Radiosendern, Tonstudios und kleineren Plattenlabels. Durch das breite und immer weniger strikt nach „weißer und schwarzer“ Musik getrennte Angebot an Radiosendern konnte jeder zu Hause die von ihm bevorzugte Musik hören. Wie zu Beginn des Jahrhunderts, als das Fotografieren immer billiger wurde und zahlreiche Fotostudios aus dem Boden sprossen, entstand nun eine große Anzahl an kleinen, unabhängigen Tonstudios. Dort konnte jeder seine eigenen Aufnahmen gegen wenig Geld anfertigen.38

Ermöglicht wurde diese Entwicklung v.a. durch eine technische Neuerung, die die Aufnah- meproduktion weitaus billiger machte als das vorherige aufwendige Pressen auf Schelllackplat- ten: Die Magnetbandtechnik. Musste man vor ihrer Erfindung noch die Aufnahmen direkt in den Lack der Acetatdisk - eine Art Schallplattenrohling aus Aluminium mit einem Lacküber- zug - pressen, so konnte man nun zunächst die Aufnahme auf ein Band spielen. Mit der Hilfe des Rückspulknopfes konnte man bei Verbesserungsbedarf einzelne Passagen erneut aufneh- men, ohne dabei eine teure Acetatdisk verschwenden zu müssen. Das Resultat war eine beque- mere und vor allem billigere Aufnahmeprozedur. Dank der hohen Nachfrage an Aufnahmen verzeichnete die Stadt Memphis bereits im Jahr 1954 über 50 solcher „Tonwerkstätten“.39

5. „Kind der Südstaaten“ - Presleys Kindheit in Tupelo und seine Jugend- zeit in Memphis

Elvis Aaron Presley erblickte zusammen mit seinem Zwillingsbruder Jesse Garon am 8. Januar 1935 in East Tupelo, Mississippi, das Licht der Welt. Jedoch mussten Presleys Eltern Gladys und Vernon bereits wenige Stunden nach der Geburt den Tod von Jesse verkraften.40 Durch den Tod des Bruders aufgewachsen als Einzelkind, pflegte Presley daher stets ein sehr inniges Verhältnis zu seinen Eltern, insbesondere zu seiner Mutter. Er wuchs als Teil des sogenannten „poor white trash“41 auf, eines Milieus bettelarmer weißer Euroamerikaner. Von seinem Lohn als Farmer konnte der Vater die kleine Familie zwar ernähren, doch oftmals war sie auf die finanzielle Unterstützung von Verwandten und Nachbarn angewiesen.42 Trost fanden der junge Presley und seine Eltern in der Kirche. Schon früh kam er durch den Chor der Fundamental Assembley of God in Kontakt mit Gospelmusik.43

Auch die Vorliebe für Country-Musik entwickelte sich in jenen Jahren. 1946 fing Presley an, Gitarre zu lernen und imitierte lokale und regionale Vorbilder wie etwa Roy Acuff, Ernest Tubb u.a.44 Trotz seiner großen Schüchternheit trat Presley bereits im Alter von zehn Jahren das erste Mal vor Publikum alleine auf. Nachdem er während des Morgengebets in seiner Schule den Countrysong „Old Shep“ gesungen hatte, ermutigte ihn seine Lehrerin, sich für einen öffentlichen Gesangswettbewerb anzumelden, welchen Presley am 3. Oktober 1945 ge- wann.45

Im November 1948 zog die Familie schließlich nach Memphis, Tennessee, wo Presley seine Jahre als Teenager in unmittelbarer Nachbarschaft mit der afroamerikanischen Bevölkerung verbrachte. Ihn zog es v.a. in die afroamerikanischen Bars und Clubs rund um die Beale Street, dem damaligen Hotspot für die lebhafte Rhythm & Blues-Szene in Memphis. Auch äußerlich begann der vorher als „Mamasöhnchen“ bei seinen Klassenkameraden bekannte Presley sich zu verändern. So legte er sich in diesen Jahren die für ihn später so charakteristische Frisur der nach oben gegelten Haare an.46

[...]


1 Marc Cohn, Walking in Memphis (1991), CD, Atlantic A7747CD, EAN 7567-86038-2 (1991), 1. Walking in Memphis, 0’54”-1’08”.

2 Freya Jarman-Ivens, „ Don ‘ t cry, Daddy “ . The Degenaration of Elvis Presley ‘ s Musical Masculinity, in: Dies. (Hrsg.), Oh Boy. Masculinities and Popular Music, New York: Taylor & Francis, S. 163.

3 Die beiden Songs I Forgot to Remember to Forget und Mystery Train sind der ersten CD der von RCA 2012 veröffentlichten Gesamtausgabe zu Presleys Aufnahmen der 1950er Jahre entnommen; Elvis Presley, The Com plete 50 ’ s Masters (1954-1959), CD 1, RCA LC00316, EAN 8-87254-73202-0 (2012), CD-1: 16. Mystery Train; Elvis Presley, The Complete 50’s Masters (1954-1959), CD, RCA LC00316, EAN 8-87254-73202-0 (2012), CD1: 17. I Forgot to Remember to Forget.

4 Elvis Presley, The Complete 50 ’ s Masters (1954-1959), CD, RCA LC00316, EAN 8-87254-73202-0 (2012), CD1: 14. Baby Let ’ s Play House.

5 Elvis Presley, The Complete 50 ’ s Masters (1954-1959), CD, RCA LC00316, EAN 8-87254-73202-0 (2012), CD-2: 4. Hound Dog.

6 Elvis Presley. The Early Years, DVD, Valgenti 8505, EAN 7-619943-185052 (2005), 10. Hound Dog, 00’24’19”- 00’26’36”.

7 Elvis Presley. The Early Years, DVD, Valgenti 8505, EAN 7-619943-185052 (2005), 11. I Want You, I Need You, I Love You / 12. Hound Dog, 00’26’36”-00’33’25”.

8 Love Me Tender/ dt. Pulverdampf und hei ß e Lieder (1956), Blu ray Disc, 20th Century Fox, EAN 4-010232- 061355 (2013).

9 Jailhouse Rock (1957), DVD, Warner Home Video, EAN 7-321925-004540 (2007).

10 Ivan M. Tribe, Art. „ Country Music “, in: Stanley Sadie/ John Tyrell (Hrsgg.), The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 6, London: Mac Millan ²2001, S. 573-578.

11 Howard Rye, Art. „ Rhythm and Blues “, in: Stanley Sadie/ John Tyrell (Hrsgg.), The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 21, London: Mac Millan ²2001, S. 309f.

12 Robert Walser, Art. „ Rockabilly “. in: Stanley Sadie/ John Tyrell (Hrsgg.), The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 21, London: Mac Millan ²2001, S. 486.

13 Ders., Art. „ Rock and Roll “, in: Stanley Sadie/ John Tyrell (Hrsgg.), The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 21, London: Mac Millan ²2001, S. 486f.

14 Peter Wicke, Rock und Pop: von Elvis Presley bis Lady Gaga, München: Beck 2011.

15 Martin Pfleiderer, Zur Einf ü hrung, in: Ders./ Christian Bielefeldt/ Tilo Hähnel/ Katrin Horn (Hrsgg.), Stimme, Kultur, Identit ä t. Vokaler Ausdruck in der popul ä ren Musik der USA, 1900-1960 (= Texte zur populären Musik 8), Bielefeld: transcript 2015, S. 9-21; Katrin Horn , USA 1900-1960. Popul ä re Musik im/ als Spiegel ihrer Zeit, in: Dies./ Christian Bielefeldt/ Martin Pfleiderer/ Tilo Hähnel (Hrsgg.), Stimme, Kultur, Identit ä t. Vokaler Aus- druck in der popul ä ren Musik der USA, 1900-1960 (= Texte zur populären Musik 8), Bielefeld: transcript 2015, S. 24-52.

16 Christian Bielefeldt, „ Kiss Me Ting-a-ling-a-ling. “ Rock ‘ n ‘ Roll-Gesang bei Little Richard, Chuck Berry und Elvis Presley, in: Ders./ Martin Pfleiderer/ Tilo Hähnel/ Katrin Horn (Hrsgg.), Stimme, Kultur, Identit ä t. Vokaler Ausdruck in der popul ä ren Musik der USA, 1900-1960 (= Texte zur populären Musik 8), Bielefeld: transcript 2015, S. 335-368.

17 Freya Jarman-Ivens, „ Don ’ t Cry Daddy “ . The Degeneration of Elvis Presley ’ s Musical Masculinity, In: Dies. (Hrsg.), Oh Boy. Masculinities and Popular Music, New York: Taylor & Francis 2007, S. 161-180.

18 Seminarinhalt „Populäre Musik in den Medien der 1950er Jahre“, Sitzung 1 am 05.10.2017. 5

19 Pfleiderer, Einf ü hrung, S. 9.

20 US-Präsident Harry S. Truman verfolgte ab 1947 eine Politik der Eindämmung (engl. containment), um die Ausbreitung des Kommunismus zu stoppen.

21 Horn, USA 1900-1960, S. 42.

22 Bereits 1909 gegründet, verzeichnet die NAACP in den Jahren 1954 und 1955 wichtige Erfolge bei Gerichts- prozessen, die bspw. eine Aufhebung der Segregation in den Schulen verfügt. Vgl. Horn, USA 1900-1960, S. 43.

23 Vgl. Ebd., S. 45.

24 Ebd., S. 46.

25 Zit. nach: Horn, USA 1900-1960, S. 29.

26 Pfleiderer, Einf ü hrung, S. 10.

27 Ebd.

28 Ebd.

29 Vgl. Pfleiderer, Einführung, S. 12f.

30 Vgl. Ebd., S.12.

31 Vgl. Horn, USA 1900-1960, S. 26.

32 Die Chartlisten wurden gemäß der verkauften Platten von den Labels entwickelt. Vgl. Horn, USA 1900-1960, S. 30.

33 Vgl. Ebd., S. 27.

34 Seminarinhalt „Populäre Musik in den Medien der 1950er Jahre“, Sitzung 1 am 05.10.2017.

35 Vgl. Horn, USA 1900-1960, S. 31.

36 Als Beispiel sei hier Frank Sinatras Werbung für Chesterfield-Zigaretten in seiner Sendung The Frank Sinatra Show vom 18.10.1957 zu nennen. Seminarinhalt „Populäre Musik in den Medien der 1950er Jahre“, Sitzung 5 am 02.11.2017.

37 Ebd., S. 13.

38 Vgl. Wicke, Rock und Pop, S. 12.

39 Ebd.

40 Vgl. Christian Graf/ Burghard Rausch, Art. „ Elvis Presley “, in: Diess. (Hrsgg.), Rockmusiklexikon. Amerika, Afrika, Asien, Australien, Bd. 2, Frankfurt a. M.: Fischer 1999, S. 1255.

41 Bielefeldt, Rock’n’Roll-Gesang, S. 354.

42 Vgl. o. A., Art.

„ Elvis Presley “, in: Wikipedia, the free encyclopedia, <https://en.wikipe- dia.org/wiki/Elvis_Presley>, aufgerufen am 28.02.2018.

43 Vgl. Graf/ Rausch, Art. „ Elvis Presley “, S. 1255.

44 Ebd.

45 Vgl. o. A., Art. „ Elvis Presley “, in: Wikipedia, the free encyclopedia, <https://en.wikipe- dia.org/wiki/Elvis_Presley>, aufgerufen am 28.02.2018.

46 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
"The young untanable adonis". Das Rock’n’Roll-Image bei Elvis Presley
Hochschule
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
26
Katalognummer
V417936
ISBN (eBook)
9783668669291
ISBN (Buch)
9783668669307
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elvis Presley, Rock'n'Roll, Rock and Roll, Starimage
Arbeit zitieren
Fabio Freund (Autor), 2018, "The young untanable adonis". Das Rock’n’Roll-Image bei Elvis Presley, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417936

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