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Mutterliebe im 19. Jahrhundert. Die Konstruktion der Mutterliebe in Schulbüchern des 19. Jahrhunderts

Titel: Mutterliebe im 19. Jahrhundert. Die Konstruktion der Mutterliebe in Schulbüchern des 19. Jahrhunderts

Hausarbeit , 2014 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexandra Brune (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Landeskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Motiv der Mutterliebe scheint etwas Natürliches, Angeborenes, ein Instinkt zu sein. Jede Mutter die ihn hat, ist eine gute Mutter und jene bei der man ihn vergeblich suchen kann, eine schlechte. Dennoch gab es die „Mutterliebe“ nicht immer, erst Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die Einstellung der Mütter gegenüber ihren Kindern zu wandeln, denn vorher waren Kinder oft der Gleichgültigkeit ihrer Eltern ausgesetzt. Die Mutterliebe ist ein Konstrukt, welches sich im Frankreich des 19. Jahrhunderts zunehmend ausbreitete.

In dieser Arbeit wird die Frage bearbeitet, wie das Motiv der Mutterliebe im 19. Jahrhundert in Frankreich in Erziehungsratgebern konstruiert wird. Zunächst werden theoretische Grundlagen über die Entstehung der „modernen“ Familie und das neue Konzept der Kindheit im 19. Jahrhundert gegeben. Dann wird genauer das Motiv der Mutterliebe erläutert, wie es im wissenschaftlichen Forschungsdiskurs schon behandelt wurde. Darauf aufbauend werden drei Erziehungsratgeber des 19. Jahrhunderts bezüglich der genannten Fragestellung analysiert, um zu einem angemessenen Fazit zu gelangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische und methodische Grundlagen

2.1 Familie und Kindheit im 19. Jahrhundert

2.1.1 Die „moderne“ Familie

2.1.2 Die „neue“ Kindheit

2.2 Die Mutterliebe

2.2.1 Die Entstehung eines neuen Werts: Die Mutterliebe

2.2.2 Die Rolle der Natur und des Stillens

2.2.3 Überzeugungsarbeit: Warum Mütter die Mutterliebe verwirklichen sollten

2.2.4 Liebesbeweise

2.2.5 Die perfekte Mutter

3. Analyse von Erziehungsratgebern

3.1 Hygiene und Gesundheit

3.2 Wohlbefinden und körperliche Freiheit des Kindes

3.3 Die Rolle der Natur und das Stillen

3.4 Falsche Vorurteile

3.5 Die Mutter als Alleskönnerin und Allwissende

3.6 Wörter, die Liebe ausdrücken

3.7 Das Mutterglück

3.8 Die Mutterliebe

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Konzept der Mutterliebe im 19. Jahrhundert in Frankreich durch zeitgenössische Erziehungsratgeber konstruiert wurde. Basierend auf der theoretischen Grundlage von Elisabeth Badinter wird analysiert, wie diese Ratgeber versuchten, Mütter zu einem spezifischen Rollenverständnis zu bewegen, das Aspekte wie Hygiene, Stillen und eine totale Aufopferung für das Kind umfasste.

  • Die historische Konstruktion der Mutterliebe im 19. Jahrhundert.
  • Die Rolle der Erziehungsratgeber als Instrumente der Normierung.
  • Der Einfluss medizinischer und moralischer Argumente auf das Stillverhalten.
  • Die Transformation der Mutterrolle im Kontext der „modernen“ Familie.
  • Das Idealbild der Mutter als Alleskönnerin und Allwissende.

Auszug aus dem Buch

3.5 Die Mutter als Alleskönnerin und Allwissende

Beim Betrachten des gesamten Ratgebers von Bourgeois wird klar, dass die Mutter viele verschiedene Aufgaben hat und auch über Wissen verfügen soll, welches unterschiedlichen Berufssparten zugeteilt werden kann. Sie soll das Wissen einer Hebamme, einer Ärztin und einer Apothekerin und die Fähigkeiten einer Logopädin und einer Körpertrainern haben: Das Wissen der Hebamme könne im Ernstfall hilfreich sein. Wie eine Ärztin soll sie regelmäßig den Mund des Kindes und besonders seine Zähne untersuchen und Krankheitssymptome erkennen und deuten können. Als Logopädin fungiert sie, wenn sie ihm sauber artikulierte Töne zu hören gibt und gebräuchliche Wörter ihrem Kind deutlich vorspricht, sobald es angefangen hat zu sprechen. Die Körpertrainerin wird gefordert, wenn sie ihrem Kind das Greifen mit den Händen beibringen bzw. erleichtern soll und die Augen des Kindes an Objekte unterschiedlicher Größe und verschiedener Distanz gewöhnen soll. Um dem Arzt eventuell benötigte Arzneien zu geben, die er nicht dabei hat, sollte die Mutter, wie eine Apothekerin, eine ganze Liste von Medikamenten bei sich zu Hause vorrätig haben. Sie kann sie auch selbst anwenden, wobei sie natürlich wissen muss, welches Medikament bei welchen Beschwerden eingesetzt wird. Ihrem Kind, seinem Wohlergehen und seiner Erziehung zuliebe wird von der Mutter verlangt, all die genannten Funktionen ausfüllen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Wandelbarkeit des Mutterliebe-Begriffs ein und definiert das Forschungsziel, die Konstruktion dieses Motivs im 19. Jahrhundert anhand von Erziehungsratgebern zu untersuchen.

2. Theoretische und methodische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die sozio-historischen Veränderungen von Familie und Kindheit sowie das theoretische Gerüst, insbesondere basierend auf Elisabeth Badinter, um die Analyse der Quellen vorzubereiten.

3. Analyse von Erziehungsratgebern: Im Hauptteil werden drei spezifische Erziehungsratgeber detailliert untersucht, wobei zentrale Aspekte wie Hygiene, Stillen, das Mutterglück und die hohen Erwartungen an die mütterliche Kompetenz analysiert werden.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Rolle der Mutterliebe als soziales Konstrukt und diskutiert mögliche Ansätze für zukünftige Forschung.

Schlüsselwörter

Mutterliebe, 19. Jahrhundert, Erziehungsratgeber, Frankreich, Mutterschaft, Mutterinstinkt, Kindheit, Hygiene, Stillen, Familienkonzept, Soziales Konstrukt, Erziehung, Weibliche Rolle, Gesundheitsvorsorge, Geschichte der Mutterschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Motiv der Mutterliebe im 19. Jahrhundert in Frankreich durch die Inhalte von Erziehungsratgebern konstruiert und geformt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition der "modernen" Familie, die Bedeutung von Hygiene und Gesundheit, die Rolle der Natur und des Stillens sowie die hohen Anforderungen an die mütterliche Erziehungskompetenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Mutterliebe kein natürlicher Instinkt ist, sondern ein im 19. Jahrhundert aktiv in Erziehungsratgebern erzeugtes Konstrukt, um Mütter zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine diskursanalytische Vorgehensweise, bei der drei ausgewählte Erziehungsratgeber aus dem 19. Jahrhundert in Anlehnung an die Kategorien von Elisabeth Badinter untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Forderungen der Ratgeber an die Mütter, darunter Maßnahmen zur körperlichen Gesundheit, zur körperlichen Freiheit des Kindes, zur Ernährung und die Darstellung der Mutter als allwissende Erzieherin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mutterliebe, Konstruktion, Erziehungsratgeber, 19. Jahrhundert, Mutterschaft, Hygiene, Stillen und Mutterglück.

Welche Rolle spielt die "Natur" in der Argumentation der Ratgeber?

Die Natur dient als moralische und physische Begründung für die Pflicht zum Stillen. Mütter werden dazu gedrängt, dem "natürlichen" Weg zu folgen, um gesundheitliche Risiken für das Kind zu vermeiden.

Wie unterscheidet sich die Rolle der "Amme" von der der leiblichen Mutter in den Ratgebern?

Ammen werden im 19. Jahrhundert zunehmend kritisch gesehen. Das eigene Stillen wird als Beweis echter Mutterliebe propagiert, während die Amme als Notlösung oder gar Gefahr für die Gesundheit und Bindung dargestellt wird.

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Details

Titel
Mutterliebe im 19. Jahrhundert. Die Konstruktion der Mutterliebe in Schulbüchern des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Amour, sexualités et mariage au XIXe siècle
Note
1,3
Autor
Alexandra Brune (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V418111
ISBN (eBook)
9783668670389
ISBN (Buch)
9783668670396
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mutterliebe jahrhundert konstruktion schulbüchern jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Brune (Autor:in), 2014, Mutterliebe im 19. Jahrhundert. Die Konstruktion der Mutterliebe in Schulbüchern des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418111
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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