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Lebenswirklichkeiten wohnungsloser Frauen unter Berücksichtigung des Hilfesystems und dessen Angemessenheit

Title: Lebenswirklichkeiten wohnungsloser Frauen unter Berücksichtigung des Hilfesystems und dessen Angemessenheit

Diploma Thesis , 2005 , 146 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ilka Junghähnel (Author), Corinna Müncho (Author)

Social Work
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Unsere Arbeit beschäftigt sich mit den Problem- und Lebenslagen wohnungsloser Frauen. Wohnungslosigkeit von Frauen hat viele Gesichter, so dass man nicht von DER wohnungslosen Frau sprechen kann. Auffallend ist dabei, dass sie eher nicht auffallen. Dies machte es möglich, dass die Wohnungslosigkeit von Frauen lange nicht wahrgenommen wurde. Erst mit der Frauenbewegung und der sich daraus entwickelnden Frauenforschung wurde man auch auf dieses Thema aufmerksam. So nahmen die geschätzten Zahlen wohnungsloser Frauen in den letzten 20 Jahren enorm zu. Ging man Mitte der 80er Jahre noch von einem Frauenanteil von z. T. unter 2 % aus, so liegen aktuelle Schätzungen bei ca. 15-30 %. Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wohnungslosenhilfe haben durch ihr Engagement immer wieder auf dieses Thema aufmerksam gemacht. So konnte eine positive Entwicklung in dem Hilfsangebot für wohnungslose Frauen verzeichnet werden. Dennoch kann man sagen, dass diese Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt. Die relativ langsame Entwicklung liegt nicht zuletzt daran, dass sich diese Personengruppe eher verdeckt hält. Dies macht es „Verantwortlichen“ „leicht“ den notwendigen Handlungsbedarf nicht zu sehen. Daher ist es wichtig, das Thema weiterhin transparent zu machen, um in der Entwicklung nicht zurück zu fallen oder stehen zu bleiben.
Durch die Nebentätigkeit als studentische Hilfskräfte in der „Notübernachtung für wohnungslose Frauen, Tieckstraße“ wurden wir erstmals auf dieses Thema aufmerksam. Zuvor waren wir beide für ca. ein Jahr in der „Notübernachtung Epiphanien“ (ausschließlich für Männer) beschäftigt, die im November 2003 geschlossen und in eine frauenspezifische Notübernachtung umkonzipiert wurde. So hatten wir die Möglichkeit den Aufbau der ersten ganzjährig geöffneten Frauennotübernachtung in Berlin für weitere vier Monate zu begleiten. Schnell stellten wir fest, dass sich die Arbeit mit Frauen erheblich von der mit wohnungslosen Männern unterscheidet. Schon hier stellten wir uns die Frage, worin dies begründet liegt bzw. wie die Arbeit mit wohnungslosen Frauen adäquat zu gestalten wäre. Welche Besonderheiten das Thema wohnungslose Frauen aufweist, war uns anfangs wenig bewusst. Erst mit Beginn der Arbeit haben wir im Team der Frauennotübernachtung Informationen darüber erhalten bzw. durch Selbstrecherche unser Wissen erweitert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG (Junghähnel/Müncho)

2. WOHNUNGSLOSIGKEIT IM ÜBERBLICK (Müncho)

2.1. EINBLICK IN DIE GESCHICHTE DER WOHNUNGSLOSIGKEIT

2.2. AUSMAß WEIBLICHER WOHNUNGS-LOSIGKEIT

3. DAS HILFESYSTEM (Junghähnel)

3.1. RECHTLICHE GRUNDLAGEN

3.1.1. § 72 BSHG

3.1.2. § 15 a BSHG

3.1.3. § 39 BSHG

3.1.4. ASOG

3.2. WOHNUNGSLOSENHILFEEINRICHTUNGEN

3.2.1. Notübernachtungen und Nachtcafés

3.2.2. Beratungsstellen

3.2.3. Tagesangebote

3.2.4. Übergangseinrichtungen und Betreutes Wohnen

3.2.5. Soziale Wohnhilfen der Sozialämter

3.2.6. Frauenspezifische Einrichtungen

4. ARMUT – RISIKOFAKTOR WEIBLICHER WOHNUNGSNOT (Müncho)

4.1. DEFINITIONEN UND ZAHLEN ZU ARMUT

4.2. RISIKOFAKTOREN

4.2.1. Armutsrisiken in der Ehe

4.2.2. Armutsrisiken allein erziehender Mütter

4.2.3. Armutsrisiken gemessen am Alter

5. GEWALT GEGEN FRAUEN (Junghähnel)

5.1. DEFINITION UND ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN

5.2. FORMEN DER GEWALT

5.3. AUSWIRKUNGEN VON GEWALT

6. LEBENSWIRKLICHKEITEN WOHNUNGSLOSER FRAUEN

6.1. URSACHEN WEIBLICHER WOHNUNGSNOT (Müncho)

6.1.1. Der ökonomische Ansatz

6.1.2. Der sozialpsychologische Ansatz

6.1.3. Der Stigmatisierungsansatz

6.1.4. Der normative Ansatz

6.2. BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN (Junghähnel/Müncho)

6.3. PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN UND SUCHT BEI FRAUEN IN WOHNUNGSNOT

6.3.1. Psychische Erkrankungen und Wohnungslosigkeit (Müncho)

6.3.2. Sucht und Wohnungslosigkeit (Junghähnel)

6.3.2.1. Ursachen für Suchtverhalten

6.3.2.2. Stoffliche Süchte

6.3.2.3. Nichtstoffliche Süchte

7. ANFORDERUNGEN AN DAS HILFESYSTEM (Junghähnel)

8. DIE NOTWENDIGKEIT DAS THEMA „FRAUEN IN WOHNUNGSNOT“ IM HILFESYSTEM BEWUSST ZU MACHEN (Junghähnel/Müncho)

8.1. PLANUNG DER INFORMATIONSVERANSTALTUNG

8.1.1. Vorüberlegungen

8.1.2. Gestaltung der Informationsveranstaltung

8.1.3. Entwicklung des Evaluationsbogens

8.2. AUSWERTUNG UND VERLAUF DER INFORMATIONSVERANSTALTUNG

8.2.1. Allgemeine Verlaufsbeschreibung

8.2.2. Beurteilung der Veranstaltung aus Sicht der Verfasserinnen

8.2.3. Auswertung der Evaluationsbögen

8.3. SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK

9. FAZIT (Junghähnel/Müncho)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifischen Lebenslagen, Ursachen und Bewältigungsstrategien wohnungsloser Frauen sowie die Angemessenheit des bestehenden Hilfesystems. Dabei wird analysiert, inwieweit das Hilfesystem den besonderen Bedürfnissen dieser Personengruppe gerecht wird und wie das Bewusstsein für die Problematik bei Fachkräften gestärkt werden kann.

  • Lebenswirklichkeiten und Armutsrisiken wohnungsloser Frauen
  • Gewalterfahrungen als Ursache und Folge von Wohnungslosigkeit
  • Psychische Erkrankungen und Suchtverhalten als Bewältigungsstrategien
  • Anforderungen an ein frauengerechtes Hilfesystem
  • Empirische Untersuchung zur Sensibilisierung studentischer Hilfskräfte

Auszug aus dem Buch

2.1. Einblick in die Geschichte der Wohnungslosigkeit

Menschen die ohne feste Bleibe leben, betteln und umherziehen, gibt es schon sehr lange. Nicht zu jeder Zeit lebten diese Menschen mit einem negativen Sozialprestige und waren gleichsam arm. So galt im frühen Mittelalter Betteln und Armut als gottgefällig. Nicht selten haben sich Bettelorden ein Vermögen „verdient“. (vgl. Paegelow, 2004, S. 26)

Neben den Armen die sich aus der Not ihr Brot erbettelten oder von Überfällen auf den Landstraßen lebten, fand man damals eine Vielzahl von Menschen, ohne festen Wohnsitz. So gab es Gelehrte, die durchs Land zogen, um ihr Wissen zu verbreiten, betuchte Reisende, Pilgerer, Händler oder wandernde Handwerker. (vgl. ebd.)

Obwohl Betteln damals ein gewohntes Bild war, nahm die Zahl der Vagabunden derart zu, dass man die damals empfundene Last und Plage, durch Verordnungen eingrenzen wollte. So galten vermehrt Regeln, dass nur Ortsansässige betteln durften und Landstreicherei und verbotene Bettlerei sanktioniert wurde. Bestrafungen konnten bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts unter anderem auch die Todesstrafe sein. Zu diesen verschärften Mittel, der Bettlerei und Landstreicherei ein Ende zu setzen, griff man, nachdem durch den Dreißigjährigen Krieg die Zahl der Vagabunden nochmals enorm wuchs. (vgl. ebd.)

Der Begriff Vagabund ist verwandt mit dem Wort Vagierer. Dies leitet sich lateinisch von den Begriffen vagare = umherschweifen

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG (Junghähnel/Müncho): Vorstellung der Problematik wohnungsloser Frauen und Erläuterung der Motivation sowie des empirischen Teils der Arbeit.

2. WOHNUNGSLOSIGKEIT IM ÜBERBLICK (Müncho): Historischer Rückblick auf die Entwicklung von Nichtsesshaftigkeit und Darstellung statistischer Daten zum Ausmaß der weiblichen Wohnungslosigkeit.

3. DAS HILFESYSTEM (Junghähnel): Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen wie das BSHG und eine detaillierte Beschreibung bestehender Hilfseinrichtungen für Wohnungslose.

4. ARMUT – RISIKOFAKTOR WEIBLICHER WOHNUNGSNOT (Müncho): Analyse verschiedener Armutsrisiken für Frauen, insbesondere unter Berücksichtigung von Familienstrukturen und Erwerbsbiographien.

5. GEWALT GEGEN FRAUEN (Junghähnel): Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen als häufige Ursache für Wohnungslosigkeit und deren psychosoziale Folgen.

6. LEBENSWIRKLICHKEITEN WOHNUNGSLOSER FRAUEN: Untersuchung von Ursachen, Bewältigungsstrategien sowie Sucht- und Krankheitsbildern als Folge prekärer Lebenssituationen.

7. ANFORDERUNGEN AN DAS HILFESYSTEM (Junghähnel): Ableitung notwendiger Qualitätskriterien für ein frauenspezifisches Hilfsangebot basierend auf den theoretischen Ergebnissen.

8. DIE NOTWENDIGKEIT DAS THEMA „FRAUEN IN WOHNUNGSNOT“ IM HILFESYSTEM BEWUSST ZU MACHEN (Junghähnel/Müncho): Planung, Durchführung und Evaluation einer Informationsveranstaltung für studentische Hilfskräfte.

9. FAZIT (Junghähnel/Müncho): Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Anforderungen an Politik und Soziale Arbeit.

Schlüsselwörter

Wohnungslose Frauen, Wohnungsnot, Hilfesystem, Armut, Gewalt, Sucht, psychische Erkrankungen, Sozialarbeit, Lebenswirklichkeit, Bewältigungsstrategien, frauenspezifische Angebote, Geschlechterrollen, Nichtsesshaftigkeit, Sozialberatung, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Frauen in Wohnungsnot, den spezifischen Ursachen ihrer Wohnungslosigkeit und der Angemessenheit der bestehenden Hilfsangebote.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Armutsrisiken für Frauen, Gewalterfahrungen, psychische Belastungen und Sucht als Bewältigungsstrategien sowie die rechtlichen Grundlagen der Wohnungslosenhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Bewusstsein für die spezifische Situation wohnungsloser Frauen im Hilfesystem zu schärfen und Anforderungen an eine bedarfsgerechte, frauenspezifische Unterstützung abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zur Theoriebildung mit einem empirischen Teil, der die Durchführung und Evaluation einer Informationsveranstaltung für Fachkräfte beinhaltet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und rechtliche Einordnung des Hilfesystems, die Analyse von Armut und Gewalt als Risikofaktoren sowie eine detaillierte Untersuchung der psychischen Folgen und Bewältigungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Wohnungslosigkeit und Armut sind besonders Sucht, geschlechtsspezifische Gewalt, soziale Ausgrenzung und frauenspezifische Hilfsangebote prägend für die Arbeit.

Warum wird im Hilfesystem oft von einer „verdeckten“ Wohnungsnot bei Frauen gesprochen?

Frauen versuchen aus Scham oder um soziale Stigmatisierung zu vermeiden, ihre Wohnungsnot oft durch vorübergehende und ungesicherte Aufenthalte bei Bekannten zu verbergen, anstatt direkt das offizielle Hilfesystem aufzusuchen.

Welche Rolle spielen Rollenerwartungen bei der Entstehung von Wohnungslosigkeit bei Frauen?

Traditionelle Rollenbilder und der gesellschaftliche Druck, sich als „gute“ Ehefrau oder Mutter zu beweisen, erschweren oft eine eigenständige Lebensplanung und können bei einem Scheitern zu sozialen Abstiegsspiralen führen.

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Details

Title
Lebenswirklichkeiten wohnungsloser Frauen unter Berücksichtigung des Hilfesystems und dessen Angemessenheit
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,3
Authors
Ilka Junghähnel (Author), Corinna Müncho (Author)
Publication Year
2005
Pages
146
Catalog Number
V41820
ISBN (eBook)
9783638400091
Language
German
Tags
Lebenswirklichkeiten Frauen Berücksichtigung Hilfesystems Angemessenheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilka Junghähnel (Author), Corinna Müncho (Author), 2005, Lebenswirklichkeiten wohnungsloser Frauen unter Berücksichtigung des Hilfesystems und dessen Angemessenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41820
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