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Syrien unter französischer Mandatsherrschaft 1920-1946

Titel: Syrien unter französischer Mandatsherrschaft 1920-1946

Studienarbeit , 2016 , 29 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tabea Leu (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Motivation der Bilad al-scham, der Länder Syriens, als autonomer Staat aus dem Osmanischen Reich hervorzugehen und dafür auch Bündnisse und Kämpfe zu riskieren, wurde durch den Sturz der konstitutionellen Monarchie unter König Faisal I 1920 und dem Völkerrechtsmandat Frankreichs über dieses Gebiet ein herber Rückschlag erteilt. Bei den Ländern Syriens handelt es sich um ein Gebiet, welches das heutige Syrien, den Libanon, Jordanien und Palästina umfasst. Erst mehrere Aufstände, internationale Protestnoten, verschiedenste Verfassungsentwürfe und die Unterstützung durch internationale Partner haben die Mandatsherrschaft Frankreichs beendet. „Die Geschichte der folgenden Jahrzehnte sollte wesentlich im Zeichen des Kampfes der nationalistischen Eliten um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung stehen“, gibt der Islamwissenschaftler Udo Steinbach als Zusammenfassung der Mandatszeit an. Historiker Karl Weiss spricht 1940 von einer „Unfähigkeit der Alliierten, in den von ihnen beherrschten Räumen gerechte und dauernde politische Ordnungen zu schaffen“, wie es durch die Völkerrechtbestimmung 22 festgelegt war.

Auf welchen rechtlichen Grundlagen übernahm Frankreich das Mandat über die Länder Syriens? Welchem außenpolitischen Konzept entsprachen die Mandate? Und inwiefern wurden diese Bestimmungen gebrochen, oder kann Frankreich als Unterstützer eines nach Autonomie strebenden Volkes gelten? Dies soll hier eingehend diskutiert werden. Auch die Motivation Frankreichs und am Rande auch Englands soll beleuchtet werden. Können die Mandate im imperialistischen Sinne als „Aufteilung des gesamten arabischen Raumes in Herrschafts- und Einflusszonen europäischer Mächte“ interpretiert werden? Die Mandatszeit im spezielle bedarf genauer Betrachtung. Wie unterstützte Frankreich Syrien im Erlangen der Selbstverwaltung und Souveränität und welche Prinzipien werden eingesetzt? Um ein Bild der Bevölkerung und des Staates zwischen 1920 und 1946 zu bekommen wird auch noch genauer auf die innenpolitische Situation sowie die politische Landschaft eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Vorgeschichte von Frankreichs Mandatsherrschaft über Syrien – ein kurzer Einblick

2.1 Unterstützen der Unabhängigkeitsbestrebungen versus Etablieren der Mandatsherrschaft – ein doppeltes Spiel der Gewinner?!

3 Völkerbundbestimmung und Konferenzen - die Legalisierung der Mandatsherrschaft

4 Die Mandatsherrschaft Frankreichs über Syrien

4.1 Divide et impera – das Herrscherprinzip Frankreichs

4.2 Die poltische Landschaft

4.2.1 Die verschiedenen Verfassungsentwürfe und die Ablehnung durch Frankreich

4.3 Politische Proteste und ihre Auswirkungen

4.3.1 Der Große Syrische Aufstand 1925 – 1927

4.4 Die innenpolitische Situation

4.4.1 Die wirtschaftliche Situation

4.4.2 Die finanzielle Situation in Syrien

4.4.3 Das Zivilrecht Syriens

4.5 Ethnien, Identitäten und Ideologien während der Mandatsherrschaft

5 Syrien während des Zweiten Weltkriegs und das Ende der Mandatszeit

6 Syrien als autonomer Staat ab 1946 – ein kurzer Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die französische Mandatsherrschaft über Syrien zwischen 1920 und 1946, mit dem Ziel zu ergründen, ob diese als Unterstützung eines nach Autonomie strebenden Volkes oder als imperialistische Herrschaftsausübung zu bewerten ist.

  • Rechtliche Grundlagen und Motive der französischen Mandatsherrschaft
  • Auswirkungen der französischen Verwaltungsstrategien auf die politische und wirtschaftliche Stabilität
  • Die Rolle politischer Proteste und Aufstände, insbesondere des Großen Syrischen Aufstands
  • Der Einfluss des Mandatssystems auf die soziale Struktur und die ethnische Identitätsbildung in Syrien
  • Der Übergang zur Unabhängigkeit und die Situation Syriens nach 1946

Auszug aus dem Buch

4.1 Divide et impera – das Herrscherprinzip Frankreichs

Welche Konsequenz zog Frankreich nun aus dieser unwillkommenen Haltung der Mandatsmacht gegenüber? Die Gründe für die Machtübernahme waren, wie gerade dargestellt, keineswegs an die Völkerrechtbestimmungen angelehnt. Um die französische Vorherrschaft zu sichern wand Frankreich das Prinzip des divide et impera an. Administrativ wurde Syrien in verschiedene Gebiete mit verschiedenen Vorteilen und Selbstständigkeitsgraden eingeteilt, welche jedoch auch kontinuierlich geändert und entzogen wurden. Eine Erklärung dieser Gebietsaufteilung in scheinautonome Gebiete kann der Versuch sein, Uneinigkeit zwischen den verschiedene Ethnien zu stiften, da jedem Gebiet ein unterschiedlicher Grad an Autonomie und Selbstverwaltung zu- oder abgesprochen wurde.

Libanon, oder auch Großlibanon genannt, war ab 1920 separiert und ab 1926 eine unabhängige Republik. Ende 1920 gab es noch die Gebiete Aleppo, Damaskus und den Alawitenstaat, welcher größtenteils autonom verwaltet wurde. 1921 wurde der Drusenstaat im Süden gebildet und Alexandrette (Iskenderun) im Aleppogebiet erlange größere Autonomie. 1924/25 wurden die Gebiete Damaskus, Aleppo und Alexandrette zum Staat Syrien zusammengeschlossen und das verwaltete Mandatsgebiet bestand nun aus Syrien, dem Drusenstaat, Großlibanon und dem Alawitenstaat. 1936-39 oder auch erst ab 1942, das ist nicht ganz klar belegbar, waren der Drusenstaat so wie der Alawitenstaat dem Syrischen Staat untergeordnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Charakter der französischen Mandatsherrschaft und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die genutzte Literatur.

2 Die Vorgeschichte von Frankreichs Mandatsherrschaft über Syrien – ein kurzer Einblick: Das Kapitel beleuchtet die historischen Hintergründe vor dem Ersten Weltkrieg und das Scheitern der konstitutionellen Monarchie unter Faisal I.

2.1 Unterstützen der Unabhängigkeitsbestrebungen versus Etablieren der Mandatsherrschaft – ein doppeltes Spiel der Gewinner?!: Hier werden die Ambivalenzen zwischen britischen Unabhängigkeitsversprechen und der tatsächlichen Aufteilung durch das Sykes-Picot-Abkommen analysiert.

3 Völkerbundbestimmung und Konferenzen - die Legalisierung der Mandatsherrschaft: Dieses Kapitel analysiert die völkerrechtliche Einordnung und Legitimierung der Mandate durch den Völkerbund und die Konferenz von San Remo.

4 Die Mandatsherrschaft Frankreichs über Syrien: Eine umfassende Untersuchung der politischen, sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen unter französischer Verwaltung.

4.1 Divide et impera – das Herrscherprinzip Frankreichs: Analyse der administrativen Zersplitterung Syriens als Strategie zur Schwächung nationaler Einigkeitsbestrebungen.

4.2 Die poltische Landschaft: Untersuchung der Parteibildungen und politischen Dynamiken innerhalb der durch das Mandat eingeschränkten Gesellschaft.

4.2.1 Die verschiedenen Verfassungsentwürfe und die Ablehnung durch Frankreich: Dokumentation der wiederholten Versuche zur Verfassungsgebung und der systemischen Blockade durch die Mandatsmacht.

4.3 Politische Proteste und ihre Auswirkungen: Beleuchtung der verschiedenen Formen des zivilen und organisierten Widerstands gegen die Fremdverwaltung.

4.3.1 Der Große Syrische Aufstand 1925 – 1927: Detaillierte Betrachtung der Ursachen, des Verlaufs und der Folgen des bedeutendsten Aufstands gegen das französische Mandat.

4.4 Die innenpolitische Situation: Analyse der sozioökonomischen Bedingungen, die das tägliche Leben während der Mandatszeit prägten.

4.4.1 Die wirtschaftliche Situation: Untersuchung der ökonomischen Auswirkungen durch Investitionen, Zollpolitik und die Bindung an den französischen Franc.

4.4.2 Die finanzielle Situation in Syrien: Analyse der Währungspolitik und der wirtschaftlichen Instabilität durch die Koppelung an das französische Finanzsystem.

4.4.3 Das Zivilrecht Syriens: Betrachtung der rechtlichen Situation und der Diskrepanz zwischen osmanischem Erbe und französischem Strafsystem.

4.5 Ethnien, Identitäten und Ideologien während der Mandatsherrschaft: Analyse der gesellschaftlichen Vielfalt und der komplexen Identitätsbildung unter dem Einfluss des Mandats.

5 Syrien während des Zweiten Weltkriegs und das Ende der Mandatszeit: Behandlung der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Syrien und der Ereignisse, die zum Ende des Mandats führten.

6 Syrien als autonomer Staat ab 1946 – ein kurzer Ausblick: Zusammenfassender Ausblick auf das Erbe der Mandatszeit und die Herausforderungen des jungen syrischen Staates.

Schlüsselwörter

Syrien, Frankreich, Mandatsherrschaft, Völkerbund, Unabhängigkeit, Faisal I., Divide et impera, Großer Syrischer Aufstand, Nationalismus, Verfassungsentwurf, Mandatsmacht, Osmanisches Reich, Identität, Souveränität, arabische Welt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die französische Mandatsherrschaft über das Gebiet Syrien in der Zeit von 1920 bis 1946 und untersucht die Auswirkungen auf die politische und soziale Entwicklung des Landes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Struktur des Mandatssystems, die koloniale Verwaltungsstrategie (Divide et impera), der Widerstand der Bevölkerung, wirtschaftliche Abhängigkeiten sowie die ethnische und soziale Struktur Syriens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob Frankreich Syrien tatsächlich auf dem Weg zur Selbstverwaltung unterstützte oder ob das Mandat primär der Durchsetzung imperialistischer Interessen diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Forschungsliteratur, unter anderem von Udo Steinbach und Michael Provence, sowie einer kritischen Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Berichten, etwa von Karl Weiss.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der administrativen Aufteilung des Landes, politischen Parteien und Verfassungsdebatten, dem Widerstand gegen das Mandat (insbesondere der Große Syrische Aufstand), der wirtschaftlichen Situation sowie der gesellschaftlichen Identitätsbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Mandatsherrschaft, Syrien, Unabhängigkeitsbestrebungen, Divide et impera, koloniale Fremdverwaltung und nationale Identität.

Welche Rolle spielte der Große Syrische Aufstand in der Mandatszeit?

Er gilt als Höhepunkt des Widerstands gegen die Mandatsherrschaft und zwang Frankreich langfristig dazu, die Unabhängigkeitsbestrebungen der syrischen Nationalisten ernster zu nehmen, wenngleich er militärisch niedergeschlagen wurde.

Wie beeinflusste das Prinzip „Divide et impera“ die syrische Entwicklung?

Durch die künstliche Zersplitterung in verschiedene Gebiete (z.B. Drusenstaat, Alawitenstaat) zielte Frankreich darauf ab, die Einigkeit der Bevölkerung zu schwächen und so die eigene Vorherrschaft zu sichern.

Warum wurde die wirtschaftliche Entwicklung Syriens durch das Mandat gehemmt?

Die Wirtschaft wurde durch eine einseitige Investitionspolitik, die Koppelung der Währung an den instabilen französischen Franc und Handelsbeschränkungen stark belastet, was zu Stagnation und Abhängigkeit führte.

Wie bewerten die Historiker das Erbe des Mandats nach 1946?

Die Bewertung ist ambivalent: Während einerseits Transformationsprozesse stattfanden, wird das Erbe oft als fragmentierte Gesellschaft mit einer patrimonialen politischen Kultur und wirtschaftlicher Instabilität beschrieben.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Syrien unter französischer Mandatsherrschaft 1920-1946
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Tabea Leu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V418422
ISBN (eBook)
9783668678415
ISBN (Buch)
9783668678422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
syrien mandatsherrschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tabea Leu (Autor:in), 2016, Syrien unter französischer Mandatsherrschaft 1920-1946, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418422
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Leseprobe aus  29  Seiten
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