Produkteinführung BMW i3. Marktanalyse und Marketing-Mix

Eine Fallstudie


Hausarbeit, 2017
50 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Vorgehensweise
1.3. Produktvorstellung

2. Marktanalyse und Strategie
2.1. Zielgruppenanalyse
2.1.1. Charakterisierung der Kaufentscheidung eines Endkunden im Automobilhandel
2.2. Wettbewerbsanalyse
2.3. Branchenanalyse
2.4. Marktstrategie

3. Marketing-Mix
3.1. Produktpolitik
3.2. Preispolitik
3.3. Kommunikationspolitik
3.3.1. Instrumente des Kommunikationsmix
3.3.2. Produktpositionierung
3.4. Distributionspolitik

4. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

V. Flüchtige Quellen

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Wettbewerbsposition des BMW i3; eigene Darstellung

Abb. 2: Fahrzeugzulassungen von Kraftfahrzeugen nach Umweltmerkmalen des Kraftfahrtbundesamtes 2013

Abb. 3: Fahrzeugzulassungen von Kraftfahrzeugen nach Umweltmerkmalen des Kraftfahrtbundesamtes 2013

Abb. 4: Preis-Mengenstrategie nach Bruhn, Meffert; eigene Darstellung

Abb. 5: Strategisches Dreieck nach Bruhn

Abb. 6: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bruhn

Abb. 7: Homepagebild von BMW (01)

Abb. 8: Homepagebild BMW (02)

Abb. 9: Printmedienabbildung von BMW (01)

Abb. 10: Printmedienabbildung von BMW (02)

Abb. 11: Eigene Darstellung von direktem und indirektem Vertrieb auf Grundlage von Vahs, Kunz

Abb. 12: Darstellung der gewählten Vertriebsarten des BMW i3; eigene Darstellung .

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

Den größten Anteil am verarbeitenden Gewerbe in der Bundesrepublik Deutschland hat die Automobilbranche. Mit 404 Mrd. Euro Umsatz und in 2015 mit ca. 790.000 Arbeit- nehmern trägt sie einen großen Anteil zur deutschen Gesamtwirtschaft bei. Dreiviertel des Gesamtumsatzes werden von den Fahrzeugherstellern generiert, der Rest durch die Zulieferer erwirtschaftet. Zu den größten Automobilherstellern in Deutschland nach Anzahl der produzierten Fahrzeuge zählen Marken der Konzerne Volkswagen Group, Daimler AG und die BMW Gruppe. Die BMW Group ist die Tochtergesellschaft der im DAX vertretenen bayrischen Motorenwerke AG mit den Fahrzeugproduzenten Rolls- Royce, MINI sowie den Submarken BMW M und BMW i. Eine zentrale Säule des weltweiten Erfolges von BMW ist ihre Innovationsbereitschaft. Diese Bereitschaft, im- mer neue Produkte und Technologien zur Marktreife zu treiben, ist für BMW notwen- dig, um auch in Zukunft den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Denn die Automobilin- dustrie sieht sich vor mehrere Probleme gestellt.1

Fossile Brennstoffe, wie gasförmige, flüssige oder feste Brennstoffe sind endlich. Zwar sind Schätzungen, ab welchem Zeitpunkt fossile Energieträger endgültig aufgebraucht sind schwierig, da dies von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel Bevölkerungswachstum, abhängig ist, aber früher oder später werden die bestehenden Quellen erschöpft sein.2 Gleichzeitig zum schrumpfenden Bestand der fossilen Brennstoffe wächst Studien zufolge in der Gesellschaft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zum Schutz der Umwelt und auch die Urbanisierung.3

Eine Antwort auf die Behebung dieses Missstandes sollte im Jahr 2013 die Produktein- führung eines neuen Elektrofahrzeuges sein, nämlich die des BMW i3. Die zentrale Frage dieser Arbeit ist, wie der BMW i3 im Jahr 2013 eingeführt wurde. Die daraus abgeleiteten Fragen, wie die Gestaltung des Marketing-Mix, welche Strategie gewählt wurde und wie die Unternehmensumwelt zum damaligen Zeitpunkt gestaltet war, wer- den im Laufe der Arbeit beantwortet.

1.2. Vorgehensweise

Im ersten Kapitel der Fallstudie wird zum einen das Produkt genauer vorgestellt, zum anderen aber auch die darin verbaute Technologie, um hiermit die Frage zu beantwor- ten, was dieses Produkt von der herkömmlichen Technologie unterscheidet, die bereits auf dem Markt existiert. Im darauffolgenden Kapitel widmet sich die Fallstudie der Fra- ge, welche Rahmenbedingungen zum Zeitpunkt der Markteinführung bestanden. Zu- nächst wird beantwortet, welche zentrale Kundengruppe mit dem Produkt angesprochen wird und anschließend, welche Wettbewerber existieren und welche Auswirkungen es auf die Branche hat. Die daraus resultierten Ergebnisse werden dann im Modell nach Porter die eigentliche Marktstrategie für das Produkt darstellen. Die Entscheidung des getroffenen Marketingmix zur Produkteinführung wird in Kapitel 3 dargestellt, um im anschließenden Kapitel 4 die eigentliche Produkteinführung darzulegen. Im abschlie- ßenden Fazit wird analysiert ob die Produkteinführung seitens BMW von Erfolg ge- krönt ist.

1.3. Produktvorstellung

Der am 29.7.2013 der Weltöffentlichkeit vorgestellte und seit November 2013 erhältliche BMW i3 ist das erste Serienfahrzeug der BMW Group, das rein elektrisch angetrieben wird.4 Für den Antrieb des Fahrzeugs sorgt ein ca. 50 kg schwerer und im Heck befindlicher Elektromotor mit einer Höchstleistung von 125kW/170 PS. Dieser erzeugt ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter und übertägt die Kraft an die Hinterräder. Der Elektromotor erhält seine Energie aus Lithium-Ionen- Speicherzellen. Der 230 kg schwere Hochvoltspeicher besteht aus 8 Modulen mit jeweils 12 Einzelteilen und erzeugt eine Nominalspannung von 360 Volt und stellt somit eine Energiemenge von ca. 22 Kilowattstunden bereit.5

Um eine optimale Betriebstemperatur von ca. 20 Grad Celsius für die Batterien bereitzustellen wird das Kühlmittel der Klimaanlage mitgenutzt. Das Mittel lässt sich mit dem im BMW i3 verbauten Wärmetauschers auch erhitzen um bei kälteren Umgebungstemperaturen die Baterie vor Fahrtantritt aufzuwährmen. Diese Maßnahmen sorgen für die optimalen Bedingungen und verlängern die Leistungsfähigkeit, die Reichweite und Langlebigkeit des Hochvoltspeichers.6 Die BMW Group gibt auf die Batterie eine Garantie von acht Jahren oder 100.000 Kilometer.7

Das Aufladen der Akkus kann über eine haushaltsübliche Steckdose erfolgen. Alternativ hierzu kann sich der Endkunde eine „BMW i Wallbox“ installieren lassen. Die Wallbox nutzt für das Aufladen, die maximale im Haushalt verfügbare Stromstärke und kann somit nach ca. sechs Stunden die leeren Akkus komplett aufladen. Die Wallbox gibt es je nach Land in unterschiedlichen Ausführungen, die auf die Stromstärken und - spannungen abgestimmt sind. Zusätzlich hierzu kann der BMW i3 an öffentlichen Schnellladevorrichtungen aufgeladen werden. An diesen kann in ca. 30 Minuten eine entladene Batterie zu 80 % geladen werden.8

Die Reichweite des BMW i3 beträgt, je nach Fahrweise, ca. 170 km. Die Reichweite kann durch den zusätzlichen Verbau eines Range Extenders (Reichweitenverlängerers) auf bis zu 330 km gesteigert werden. Der Range Extender ist ein zwei Zylinder Benzinmotor der nur als Generator fungiert und den Ladezustand des Akkumulators konstant hält um eine größere Reichweite zu garantieren.9 Der Ottomotor wird direkt neben dem Elektromotor über der Hinterachse verbaut und hat somit auf das

Kofferraumvolumen keinen Einfluss. Der Benzintank ist im Frontbereich verbaut und fasst neun Liter.10

Neben den leistungsstarken Batterien und dem Range Extender sorgen zahlreiche Innovationen für einen geringen Stromverbrauch, um eine große Reichweite zu sichern. So wird der Innenraum bei niedrigen Temperaturen über eine Wärmepumpe geheitzt. Diese verbraucht rund 30 % weniger Energie als eine herkömmliche Heizung. Die Fahrgastzelle beteht aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Das Fahrwerk besteht aus einem aluminium Modul. Diese Neuerungen kompensieren die schwere Batterie und sorgen für ein Leergewicht von 1195 kg.11

Zusätzlich haben die Antriebsentwickler des BMW i3 das One-Pedal-Feeling entwickelt. Sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt, setzt der Rekuperationsmodus ein: Der Elektromoter wird vom Antriebsmotor zum Generator und läd den Akku. Zusätzlich setzt eine kontrollierbare Bremswirkung ein. Die Rekuperation ist geschwindigkeitsabhängig: bei niedrigem Tempo ist die Bremswirkung größer, bei hohen Geschwindigkeiten setzt ein „Segelmodus“ ein, sobald der Fuß das Gaspedal schwächer betätigt. In diesem Segelmodus gleitet der i3 ohne Nutzung des Elektromotor und ohne Belastung der Akkus.12

Zusätzlich zeichnet sich der BMW i3 durch technische Feinheiten wie 360-Grad- Mobility aus. Dieses ist ein Navigationssystem das den Fahrer über Staus und optimale Routen informiert und somit beste Mobilität garantieren soll. Diverse Assistenzsysteme halten durch automatisches Bremsen und Beschleunigen den Abstand zu vorrausfahrenden Fahrzeugen. Ein Spurhalteassistent hilft dem Fahrer innerhalb der

Fahrbahnmarkierung zu bleiben. Die Einparkhilfe kann dem Fahrer das parken komplett abnehmen.13

2. Marktanalyse und Strategie

2.1. Zielgruppenanalyse

Die Zielgruppenanalyse gibt Aufschluss über die effektiven und potenziellen Gruppen oder Menschen, die mit einem bestimmten oder mehreren Marketinginstrumenten ange- sprochen werden sollen. Hier unterscheidet man nach 4 verschiedenen Arten der Ziel- gruppe:

- Soziodemographische Zielgruppe (Geschlecht, Bildung oder Alter)
- Zielgruppe anhand verhaltensorientierter Merkmale (Erstkäufer, Intensivver- wender)
- Zielgruppe anhand psychologischer Merkmale (z. B. innovationsfreudig oder si- cherheitsorientiert)
- Zielgruppe anhand medienorientierter Merkmale (Nutzer von bestimmten Medi- en)14

Nach der Studie „Kaufpotenzial für Elektrofahrzeuge bei sogenannten Early Adopter“ sind die typischen Käufer von Elektrofahrzeugen, gut ausgebildete Männer zwischen 40 und 50 Jahren. Meist haben Sie ein gutes Einkommen, sind technisch versiert und leben in einem Mehrpersonenhaushalt höchstwahrscheinlich auf dem Land oder in der Vor- stadt. Diese Käufergruppe allein, wird aber nicht ausreichend sein, weshalb Wissen- schaftlerinnen und Wissenschaftler eine weitere mögliche Käufergruppe bestimmen: Wichtiger könnten in Zukunft Männer über 50 Jahren werden. Durch den demographi- schen Wandel wird das Alter der potenziellen Käufer in den nächsten Jahren ansteigen. Dazu gehören demnach auch Personen im Ruhestand.15 Die BMW Group versucht mit der Unterkategorie „BMW i“ vor allem Käufer anzusprechen, die noch nicht im klassi- schen BMW-Portfolio vertreten sind. Dazu zählen Kunden, die viel Wert auf Technik legen und in deren Lifestyle das Selbstverständnis für den Schutz der Umwelt verankert ist. Dieser Zielgruppe ist es nicht gleichgültig, wie Dinge hergestellt, publiziert oder recycelt werden.16 Somit sollen nicht nur die klassischen BMW-Käufer angesprochen werden, sondern auch, eine junge und urbane Zielgruppe. Auf Facebook hat der BMW i3 bereits heute über 1,4 Millionen Fans, die sich dort einfach und komfortabel ihren i3 konfigurieren und sich für eine Testfahrt registrieren können.17

2.1.1. Charakterisierung der Kaufentscheidung eines Endkunden im Automobil- handel

Eine Kategorisierung des Kaufverhaltens erfolgt im Rahmen der Typologie nach Ruhfus. Hier werden Waren anhand eines Merkmalkatalogs in Convenience-, Shoppingund Speciality-Goods eingestuft, die sich in dieser Abfolge durch einen steigenden Grad der Kollektivität und die abnehmende Wichtigkeit anderer Kaufprogramme auszeichnen. Nach den 8 Kriterien von Ruhfus ist der BMW 13 den Speciality-Goods zuzuordnen, weil er folgende Merkmale erfüllt:

- Finanzielle Mittelbindung: hoch

Die Anschaffung eines Fahrzeuges bindet viel Kapital. Sei es verfügbares Guthaben, die Aufnahme von Fremdkapital oder Kapital aus dem laufenden Einkommen. Je nach Vermögen oder Einkommen kann die relative Bindung der finanziellen Mittel unterschiedlich ausfallen.18

- Bedeutung im Konsumsystem: hoch

Durch den Kauf eines Fahrzeugs werden die finanziellen Mittel gebunden, was dazu führen kann, dass andere Konsumentscheidungen zurückgestellt oder ganz verworfen werden, wie bspw. eine Urlaubsreise.

- Auswirkungen auf Personen im Haushalt: hoch

Darunter wird das Maß der Gemeinsamkeit des Konsums eines bestimmten Objekts verstanden. Der BMW i3 wird, wie jedes Fahrzeug, in der Regel von mehreren Personen im Haushalt geführt

- Kaufhäufigkeit: niedrig

In der Regel ist die Kaufhäufigkeit bei Kraftfahrzeugen im Vergleich zu anderen Konsumgütern niedrig. Wie oft Neu- oder Gebrauchtwagen erworben werden, ist von Konsument zu Konsument unterschiedlich. Z. B. ein klassischer Jahreswagenkäufer oder ein Käufer der sein Fahrzeug alle 4 Jahre tauscht.

- Erfahrungsgrad: gering

Der Erfahrungsgrad hängt immer von den in der Vergangenheit getätigten Käufen ab. Hat ein Fahrzeughalter gute Erfahrungen gemacht, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Hersteller treu bleiben. Wenn er schlechte Erfahrungen gesammelt hat, zieht er einen Wechsel voraussichtlich in Betracht. Da seitens BMW der i3, das erste Fahrzeug seiner Art ist, können Käufer auf keinen Erfahrungswert setzen.

- Informationsbedürfnis: hoch (bei Wiederholungskauf niedrig)

Im Kontext mit der beträchtlichen Mittelbindung und der bereits erwähnten extensiven Kaufentscheidung ist das Informationsbedürfnis von hoher Bedeutung. Die Ausnahme

sind Kunden, die zum Stamm gehören, keine Wahlmöglichkeit für eine Folgekaufent-

scheidung in Erwägung ziehen und generell einem Modell bzw. einem Hersteller treu bleiben.

- Soziale Sichtbarkeit: hoch

Bei einem Automobil ist die soziale Sichtbarkeit eindeutig gegeben, da ein Kraftfahrzeug in der Öffentlichkeit verwendet wird. Die soziale Sichtbarkeit selbst, kann die Kaufentscheidung massiv beeinflussen. Aus diesem Grund ist die Automobilindustrie sehr bemüht, ihre Produkte emotional stark gegenüber ihrer Konkurrenz zu differenzieren, sowie ein bestimmtes Image bei den Endverbrauchern zu platzieren.

- Neuartigkeit: hoch (bei Wiederholungskauf niedrig)

Bei einem Wechsel zu einer anderen Fahrzeugmarke oder bei einem Erstkauf liegen noch keine oder wenige eigene Erkenntnisse der Käufer vor. Die Entwicklung der Fahrzeuge im technischen Bereich hängt stark von der Fragestellung der Neuartigkeit ab. Ein Beispiel ist hier der BMW i3 mit seinem „Plug-In-Motor“, aber auch den Ausstattungsmerkmalen, wie verändertem Design oder Einparkassistent.19

2.2. Wettbewerbsanalyse

Als nächstes werden die direkten Wettbewerber des BMW i3 betrachtet, hierbei ist darauf zu achten, dass es sich um Konkurrenzprodukte mit ähnlicher Technologie oder zumindest ähnlichem Konzept handelt. Betrachtet werden das Model S der Tesla AG, der Zoe der Firma Renault, sowie der E-Smart der Sub Marke Smart der Daimler AG, der E-UP der Volkswagen AG und der Ampera der Firma Opel. Alle Automodelle der Wettbewerber waren zum Zeitpunkt der Produkteinführung des BMW i3 auf dem Markt und werden folgend aufgeführt.

Der Opel Ampera hat als Plug-In Hybrid dieselbe Technologie, auf der die Antriebs-

technologie vom BMW i3 beruht, bei der ein rein elektrischer Antrieb durch einen Benzinverbrennungsmotor unterstützt wird. Er erreicht eine Gesamtreichweite von 500 km (davon 60 km rein elektrisch) mit einer Leistung von 150 PS und sein Anschaffungspreis lag zum damaligen Zeitpunkt ab 38.300 €.20

Der Renault Zoe ist im Gegensatz zum Opel Ampera ein reines Elektrofahrzeug ohne Unterstützung eines zusätzlichen Benzinverbrennungsmotors. Er kam auf eine Reichweite von insgesamt 210 km bei 88 PS Performance. Besonderheit hier ist, dass der Zoe nicht an jeder handelsüblichen Steckdose geladen werden kann. Der Preis lag ab 21.700 €, wobei hier die Besonderheit ist, dass die Batterie extra gemietet werden muss.21 Die Miete beträgt bei heutigen Versionen des Models ca. 69 € pro Monat.22

Zum Zeitpunkt der Einführung des BMW i3 gab es 2013 von VW eine Elektroautovari- ante seines bereits vorhandenen Kleinstwagenmodels VW-UP auf den Markt. Dieser fährt, ähnlich wie der Renault Zoe, rein elektrisch und kommt auf eine Gesamtreichwei- te von 160 km bei 82 PS Performance und hatte einen Anschaffungspreis von 26.999 € aufwärts.23

Der E-Smart der Marke Smart ist eine Version des Models Smart ForTwo mit Elektro- antrieb. Bereits 2006 gab es die erste Modelgeneration und diese befand sich zum Zeit- punkt der Produkteinführung des BMW i3 schon in der dritten Generation.24 Seine Reichweite betrug 145 km, bei 48 PS Performance und der Anschaffungspreis lag bei 23.680 € aufwärts, wobei man hier auch die Wahl der Batteriemiete für 65 € im Monat oder den Kauf der Batterie hat.25

Zuletzt ist noch das Model S der Firma Tesla zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um

eine Sportlimousine mit rein elektrischem Antrieb. Dieser kommt auf eine Gesamtreichweite von insgesamt 502 km bei einer Performance von 302 bis 420 PS. Je nach PS Zahl beginnt der Preis bei 71.400€ und 95.900€.26

Anhand der aufgeführten Daten soll folgendes Diagramm die Positionierung des BMW i3 unter allen Wettbewerbern grafisch darstellen. Als Größen für die Achsen sind Preis und Reichweite festgelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Wettbewerbsposition des BMW i3; eigene Darstellung

Wie zu sehen ist, reiht sich der BMW i3 zentral im Diagramm ein. Wie in 1.3 genannt verfügt er über eine Reichweite von ca. 170 km rein elektrisch. Mit dem Range- Extender erreicht er ca. 330 km Gesamtreichweite, bei einem Preis mit Range-Extender ab 39.450 € aufwärts.27 Es ist zu erkennen, dass das Trio von Renault, VW und Smart relativ nahe beieinanderliegt. Da alle drei Wagen eher dem Segment der Klein- bzw.

Kleinstwagen zuzuordnen sind und somit ideale Stadtautos darstellen, verwundert dies nicht. Tesla und Opel liegen, was Preis und Reichweite angeht, deutlich über den Wett- bewerbern, wobei der Opel Ampera vom Preis unter dem BMW i3 liegt. Zwar bietet der Ampera mehr Reichweite und einen geringeren Anschaffungspreis, man muss jedoch beachten, dass die Reichweite, die rein elektrisch zurückgelegt wird, beim Ampera deut- lich geringer ist, im Vergleich zum BMW. Anderseits sind der Opel Ampera und das Model S von Tesla auch von der Größe den Limousinen zuzuordnen, während der BMW i3 der Kompaktklasse zuzuordnen ist, womit er im Vergleich zu den anderen Wettbewerbern ein Alleinstellungsmerkmal aufweist und somit auch eine Kompromiss- lösung darstellt. Es hängt davon ab, was die Kunden für Bedürfnisse haben, um heraus- zufinden, welcher Wettbewerber die erfolgreichste Strategie verfolgt.

2.3. Branchenanalyse und Marktentwicklung

Bei der Marktentwicklung handelt es sich um die Schaffung und den Ausbau neuer Plätze von Angebot und Nachfrage. Märkte sind eng an das Verhalten von Konsumenten gekoppelt.28 Der BMW i3 bewegt sich in der noch jungen Marktnische der Elektroautos und konkurriert dort, unter anderem mit den im vorangegangenen Kapitel beschriebenen Fahrzeugen.29

Durch das steigende Umweltbewusstsein und dem lauter werdenden Ruf nach Nachhal- tigkeit ist das Potential der e-Mobilitätsbranche erkennbar.30 Zusätzlich wird durch den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobiliät der Bundesregierung“ von 2009 das Branchenpotential von Personenkraftwagen mit elektronischem Antrieb auch von politi- scher Seite sehr stark unterstützt. Unter anderem hat sich die Bundesregierung in diesem Entwicklungsplan zum obersten Ziel gesetzt Deutschland zum Leitmarkt für Elektro- mobilität zu entwickeln und so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzie- ren und gleichzeitig den Klimaschutz voranzutreiben.31 Im Rahmen der Umsetzung stellt die Bundesregierung mit dem Konjunkturpaket II über 500 Mio. Euro zu For- schungs-, Entwicklungs- und Umsetzungszwecken an verschiedenste Einrichtungen zur Verfügung. Dies soll unter anderem die Batterieentwicklung und deren Recycling, die Stromnetze und den Neubau von Ladestationen vorantreiben.32

Betrachtet man die im Kapitel 2.2 angegebene Preise in Zusammenhang mit den poten- tiellen Zielgruppen, ergibt sich für 2013 insgesamt eine bundesweite Neuzulassungszahl von 6.051 Fahrzeugen mit Elektroantrieb. Der BMW i3 kann bei seiner Markteinfüh- rung 363 Mal verkauft werden und kann sich so einen Marktanteil von knapp sechs Prozent sichern. Am meisten wird 2013 die elektronisch betriebene Variante des Smarts verkauft. Mit 1.897 Stück macht das ca. 31 % aller verkauften Elektroautos aus.33 Die starke Diskrepanz liegt nicht, wie in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben an dem hohen Preisunterschied von ca. 16.000 €, sondern auch an der Tatsache, dass der BMW i3 erst ab November 2013 in Deutschland erhältlich ist und somit nur zwei Verkaufs- monate in die Zulassungsstatistik einlaufen, während der Smart beispielsweise schon seit 2012 erhältlich ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Fahrzeugzulassungen von Kraftfahrzeugen nach Umweltmerkmalen des Kraftfahrtbundesamtes 201334

In der Summe liegt der Anteil der Neuzulassungen von Personenkraftwagen mit alterna- tiven Energiequellen bei knapp 1,6 %. Wobei der Anteil von elektronisch angetriebenen Autos bei 0,2 % liegt (siehe Abb. 2). Es gibt je nach Bundesland starke Differenzen. So ist der Anteil von Elektroautos in Berlin und Bremen mit ca. 0,5 % Marktanteil relativ hoch.35 Da die Bundesländer Berlin und Bremen gleichzeitig Städte sind, kann dies als Beleg für die, in der Kundenanalyse angeführten Hypothese gesehen werden, dass vor allem in urbanen Regionen und Vorstädten der Markt für Elektroautos vorhanden ist. 2014 sind die Neuzulassungen und somit die Verkaufszahlen des BMW i3 auf 2.185, bei bundesweit 8.522 neuzugelassenen elektrisch betriebenen Fahrzeugen gestiegen36.

[...]


1 Vgl. o.V.; 2016; www.bmwi.de

2 Vgl. o.V.; o. J.; www.erende.org

3 Vgl. o.V.; 2016; www.greenpeace.de

4 Vgl. o. V.; o. J.; www.kfztech.de

5 Vgl. o. V.; o. J.; www.bmw.de/de/neufahrzeuge/bmw-i

6 Vgl. o. V.; o. J.; www.kfztech.de

7 Vgl. o. V.; o. J.; www.bmw.de/de/neufahrzeuge/bmw-i

8 Vgl. o. V.; 2013; www.springerprofessional.de/automobil

9 Vgl. o. V.; o. J.; www.bmw.de/de/neufahrzeuge/bmw-i

10 Vgl. o. V.; o. J.; www.springerprofessional.de/automobil

11 Vgl. o. V.; o. J.; www.bmw.de/de/neufahrzeuge/bmw-i

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. Mechnich; 2013; www.tagespiegel.de

14 Vgl. Prof. Dr. Kirchgeorg; 2016; www.wirtschaftslexikon.gabler.de

15 Vgl. o. V.; 2012; www.isi.fraunhofer.de

16 Vgl. Köth; 2013; www.automobil-industrie.vogel.de

17 Vgl. Napoleone; 2013; www.press.bmwgroup.com

18 Vgl. Ruhfus; 1976; S.23

19 Vgl. Klenger, Krautter; 1972; S. 8ff

20 Vgl. Viehmann; 2013; www.focus.de; S. 6

21 Vgl. Viehmann; 2013; www.focus.de; S. 8

22 Vgl. o. V.; o. J.; www.renault-bank.de

23 Vgl. Viehmann; 2013; www.focus.de; S. 3

24 Vgl. Hoeffner; 2014; www.electrify-bw.de

25 Vgl. Viehmann; 2013; www.focus.de; S. 4

26 Vgl. Viehmann; 2013; www.focus.de; S. 11

27 Vgl. o.V.; Preisliste BMW; 2013; S. 4

28 Vgl. Poth, Pradel; 2008; S. 261

29 Vgl. Seibt; 2016; www.auto-motor-sport.de

30 Vgl. o. V.; 2016; www.energiezukunft.eu

31 Vgl. Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung; 2009; S. 17

32 Vgl. Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung; 2009; S. 24

33 O. V.; Statistische Mittelung des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 14; 2013; S. 43

34 Kraftfahrtbundesamt; 2013; S. 12

35 O. V.; Statistische Mittelung des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 14; 2013; S. 12

36 Vgl. o. V.; 2015; www.kba.de

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Produkteinführung BMW i3. Marktanalyse und Marketing-Mix
Untertitel
Eine Fallstudie
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
2,0
Autoren
Jahr
2017
Seiten
50
Katalognummer
V418555
ISBN (eBook)
9783668674677
ISBN (Buch)
9783668674684
Dateigröße
976 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marketing-MIx, Strategie, Zielgruppenanalyse, Wettbewerbsanalyse
Arbeit zitieren
Robin Jäger (Autor)Karl Moldovi (Autor)Jens Grobecker (Autor), 2017, Produkteinführung BMW i3. Marktanalyse und Marketing-Mix, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418555

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