Ein klarer Fall von Sklaventum? Politische und poetische Diskurse der Harry Potter-Serie


Hausarbeit, 2018
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil
2.1 Inhaltsangabe der ersten vier Bände der Harry Potter-Serie
2.2 Erläuterung bezüglich der Hauselfen
2.3 Die Hauselfen Dobby und Winky
2.3.1 Dobby
2.3.2 Winky
2.3.3 Vergleich Winky und Dobby
2.4 Die Figur Hermine
2.5 Politische und poetische Diskurse im Buch „Harry Potter und der Feuerkelch“
2.5.1 Realistik und Fantastik
2.5.2 Realitätsnahe politische Aspekte des Buches „Harry Potter und der Feuerkelch“

3 Didaktischer Teil
3.1 Bezug zum Lehrplan Deutsch
3.2 „Harry Potter und der Feuerkelch“: Einsatz des Werkes in anderen Schulfächern

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wer kennt heutzutage nicht die Harry Potter-Bücher von Joanne K. Rowling? Es handelt sich um eine der berühmtesten und erfolgreichsten Romanreihen; alle Bücher wurden sogar verfilmt. Viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene[Cornelia3] interessieren sich für diese Bücher und haben Freude daran, sie zu lesen. Mit einem der Harry Potter-Bücher beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit, und zwar mit dem vierten Teil „Harry Potter und der Feuerkelch“. Dabei wird folgende Fragestellung thematisiert: „Ein klarer Fall von Sklaventum? Politische und poetische Diskurse der Harry Potter-Serie“. Der Fokus ist im Rahmen dessen auf die Situation der Hauselfen gerichtet, die große Ähnlichkeiten mit realer Sklavenarbeit aufweist.

Die Hausarbeit besteht aus einem theoretischen und einem didaktischen Teil. Den Anfang macht der theoretische Teil, der mit einer kurzen Inhaltsangabe der ersten vier Bände der Harry Potter-Serie eingeleitet wird. Daraufhin erfolgt eine allgemeine Beschreibung von in den Romanen auftretenden Hauselfen, wobei näher auf ihr Aussehen, ihre Situation und Rolle eingegangen wird. Dann werden die beiden Hauselfen Dobby und Winky aus dem Band „Harry Potter und der Feuerkelch“ vorgestellt und anhand ihrer verschiedenen Sichtweisen in Bezug auf ihren Stand verglichen. Dem schließt sich die Vorstellung der Figur Hermine an, die großen Einfluss auf die Lage der Hauselfen im Roman hat. Hier wird ihre Stellung[Cornelia4] gegenüber den Hauselfen geschildert. Im dann folgenden Abschnitt geht es um politische und poetische Diskurse im Buch „Harry Potter und der Feuerkelch“. Dieser Abschnitt ist in zwei Unterpunkte gegliedert. Im ersten Unterpunkt werden die Aspekte Realität und Fantastik in literarischen Werken erklärt und deren Beziehungen einander gegenübergestellt. Im Anschluss daran werden als zweiter Punkt realitätsnahe politische Aspekte des Romans betrachtet. Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit Sklaventum und weiteren politischen Aspekten, die eine Verbindung zu Realität schaffen.

Der sich anschließende didaktische Teil gliedert sich in zwei Unterpunkte. Der erste Unterpunkt nimmt Bezug auf den Lehrplan Rheinland-Pfalz im Fach Deutsch. Hier liegt der Fokus auf der fünften Klasse an Realschulen in Rheinland-Pfalz. Im darauf folgenden zweiten Unterpunkt wird beschrieben, in welchen Fächern neben Deutsch der Roman „Harry Potter und der Feuerkelch“ noch eingesetzt werden kann. Ein Fazit schließt diese Hausarbeit ab.

2 Theoretischer Teil

2.1 Inhaltsangabe der ersten vier Bände der Harry Potter-Serie

Insgesamt existieren sieben Bände der Harry Potter-Serie von der Autorin Joanne K. Rowling. Jedoch wird hier der Fokus auf die ersten vier Bände gelegt, wobei die Hausarbeit sich hauptsächlich auf den vierten Teil bezieht. Aber auch Zitate aus dem zweiten Teil werden aufgegriffen.

Um den Inhalt der Harry Potter-Serie ein wenig nachvollziehen zu können, wird im Folgenden eine kurze Inhaltsangabe der ersten vier Bände gegeben.

„Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist der erste Band der Harry Potter-Serie. Darin beginnt die faszinierende Geschichte Harry Potters, der als elfjähriger Junge erfährt, dass er ein Zauberer ist und eine Ausbildung an einer Zauberschule in Hogwarts machen kann. Somit betritt der elfjährige Junge eine für ihn komplett neue magische Welt. Er lernt zusammen mit anderen Zauberern und Hexen, Gegenstände zu verhexen, zu verzaubern und zu verwandeln. Gemeinsam mit seinen Freunden Hermine Granger und Ron Weasley, die er in der Zauberschule in Hogwarts kennenlernt, entdeckt Harry während seines ersten Schuljahrs, dass Lord Voldemort, der frühere Schreckensherrscher der magischen Welt, mit Hilfe des Steins der Weisen seine damalige Machtposition wieder erlangen und unsterblich werden kann, und verhindert dies.

Der zweite Band namens „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ beginnt mit dem zweiten Schuljahr nach den Schulferien in Hogwarts. Doch ehe Harry dieses zweite Schuljahr beginnen kann, versucht ein kleiner Hauself namens Dobby ihn von seiner Rückkehr abzuhalten, da er der Meinung ist, dass Harry sich in Lebensgefahr befinde. Mit Dobby begegnet Harry Potter zum ersten Mal in seinem Leben einem Hauself. Jedoch kann Dobby Harry nicht von der Rückkehr nach Hogwarts abhalten. An der Schule erlebt Harry viele Anschläge auf Schüler, die angeblich von einem Monster aus einer legendären Kammer des Schreckens verübt werden. Zusammen mit seinen Freunden Ron und Hermine findet Harry heraus, welches Monster hinter all den Angriffen steckt. Er entdeckt den Zugang zu der Kammer, die seit tausend Jahren vergeblich gesucht wurde. Dort kann er nicht nur das Monster selbst töten, sondern auch die Erinnerungsgestalt des späteren Lord Voldemort zerstören.

Der dritte Band „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ handelt von einem gefährlichen Mörder, der aus dem Zaubergefängnis Askaban ausgebrochen ist. Mittlerweile ist Harry 13 Jahre alt. Bereits vor Beginn seines dritten Schuljahrs erfährt er von dem Ausbruch des gefährlichen Mörders. Harry bemerkt, dass das Zauberministerium alles dafür tut, um ihn zu schützen. Die Gründe dafür findet er aber erst im Laufe des Schuljahres heraus. All das hat mit der Ermordung seiner Eltern zu tun. Mit der Hilfe seiner Freunde Hermine und Ron kann er Intrigen und folgenreiche Lügen aus der Vergangenheit aufdecken. Er gewinnt einen väterlichen Freund und rettet ihn vor einem gefährlichen magischen Wesen namens Dementor[Cornelia6] . Lord Voldemort tritt in diesem Band nicht selbst in Erscheinung, jedoch verhilft Harry unbeabsichtigt seinem Gegenspieler unbeabsichtigt zu einem Diener. [Cornelia7]

„Harry Potter und der Feuerkelch“ ist der Titel des vierten Bandes der Harry Potter-Serie. Schon während der Sommerferien vor dem Beginn des vierten Schuljahrs in Hogwarts bemerkt Harry, dass irgendetwas Eigenartiges im Verborgenen vor sich geht. Zuerst schmerzt seine Narbe heftig, als wäre Lord Voldemort in seiner Nähe. Dann erlebt er auf der Quidditsch-Weltmeisterschaft zum ersten Mal seit Jahren wieder einige von Lord Voldemorts Anhängern, die öffentlich auftreten. Schließlich erscheint auch noch Voldemorts Zeichen am Himmel, das Dunkle Mal.

Im Verlauf des Schuljahrs findet in Hogwarts ein Wettkampf zwischen den drei berühmtesten europäischen Zauberschulen statt. Harry wird durch Magie dazu bestimmt, als Champion an diesem riskanten Trimagischen Turnier teilzunehmen. Er ist von seiner Bestimmung zur Teilnahme nicht gerade erfreut, da er sich nicht dafür beworben hatte und eigentlich auch zu jung ist. Dieses Turnier besteht aus drei gefährlichen Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Am Ende des Turniers wird die seltsame Bestimmung von Harry Potter zur Teilnahme am Turnier aufgeklärt. Machtlos muss Harry mitansehen, wie Voldemort wieder Gestalt annimmt und zurückkehrt. Zwar entkommt er auch diesmal seinem Gegner und kann den Widerstand gegen Voldemort sofort wachrufen, aber der Zauberminister glaubt Harry nicht. So bahnt sich ein weiterer Konflikt innerhalb der magischen Welt an.

In diesem Band wird auch zum ersten Mal von der Hauselfin Winky berichtet. Dieses vierte Band geht, anders als die vorherigen Romane der Reihe, detaillierter auf die Problematik der Hauselfen ein und schildert ihre Situation und Gefühle. Daher bezieht sich diese Hausarbeit hauptsächlich auf den vierten Band „Harry Potter und der Feuerkelch“, aber auch Zitate aus dem zweiten Band „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ werden aufgegriffen, da Dobby darin zum ersten Mal auftaucht.

2.2 Erläuterung bezüglich der Hauselfen

Zu Beginn dieses Kapitels wird verdeutlicht, was Hauselfen sind, welche Aufgaben sie erfüllen und wie sie ungefähr aussehen. Die erste Beschreibung der Hauselfen befindet sich im zweiten Teil der Romanreihe „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“.

Hauselfen werden dargestellt als kleine Geschöpfe, die etwa kniehoch sind, große Augen, Fledermausohren und eine durchdringende Piepsstimme besitzen.[1] Sie dienen dazu, den Haushalt zu versorgen und weitere Dienste wie zum Beispiel Wachdienste, Botendienste usw. auszuführen. Jedoch werden sie für ihre Dienste nicht bezahlt. Sie sprechen einen einfachen Bediensteten-Slang, zum Beispiel reden sie ihre Herren immer nur mit Sir an und zollen ihnen hohen Respekt.

Sie verfügen über eine eigene Zauberkraft, die sie aber ohne die Erlaubnis ihres Herrn nicht einsetzen dürfen. Sie müssen ihrem Herrn beziehungsweise Meister gehorchen und dürfen niemals deren Geheimnisse preisgeben oder schlecht über sie reden. Sobald sie dies in Erwägung ziehen, bestrafen sie sich selbst, indem sie sich Schmerzen zufügen. Dies wird in folgendem Zitat verdeutlicht: „Ich hab euch ja gesagt, jedes Mal, wenn ihm beinahe was rausgerutscht wäre, hat er den Kopf gegen die Wand geknallt.“[2] In diesem Zitat berichtet Harry Potter über Dobbys Verhalten − Dobby selbst ist ein Hauself, über den im nächsten Abschnitt näher berichtet wird -, als dieser über die Geheimnisse seines Meisters sprach.

Des Weiteren werden Hauselfen von den Besitzern missbraucht. Darunter ist zu verstehen, dass Hauselfen Drohungen ihrer Meister ausgesetzt sind, wie das folgende Zitat des Hauselfs Dobby verdeutlicht: „Dobby ist an Todesdrohungen gewöhnt, Sir. Zu Hause kriegt er sie fünfmal.“[3] Jedoch bleibt es nicht nur bei Drohungen, ihnen werden auch körperliche Schäden zugefügt, seien es schmerzhafte Fußtritte oder jegliche andere Art von Gewalt.[4] Sie sind erst befreit, wenn ihr Meister ihnen ein altes Kleidungsstück übergibt. Aber frei zu sein wird von den Hauselfen selbst als Schande gesehen.

Doch nicht jeder besitzt im Roman einen Hauself. Nur gehobene und reiche Figuren im Roman können Hauselfen besitzen. Da Hauselfen „[...] zu großen alten Landsitzen und Schlössern und anderen Prachtbauten [...]“ gehören, sind sie sozusagen ein Statussymbol.[5]

Eine kurze und gute Beschreibung der Hauselfen wird im Dialog zwischen Hermine und der Figur Fast Kopfloser Nick – ein Hausgeist der Hogwarts-Schule – wiedergegeben. Hermine selbst ist über die Lage der Hauselfen nicht erfreut, sie kämpft um deren Freiheit; die Figur Hermine wird im Laufe der Hausarbeit an späterer Stelle noch detaillierter vorgestellt. In ihrem Dialog mit dem Fast Kopflosen Nick wundert sich Hermine, dass es auch in Hogwarts Hauselfen gibt. Daraufhin erklärt der Fast Kopflose Nick, dass es in Hogwarts mehr Hauselfen gebe als in jedem Haus Britanniens.[6] Hermine ist verwundert, dass es in Hogwarts überhaupt Hauselfen geben soll, da sie dort noch nie welche gesehen hat. Daraufhin äußert sich der Fast Kopflose Nick folgendermaßen: „[...] sie verlassen tagsüber kaum die Küche. […] Nachts kommen sie raus, um ein wenig sauber zu machen … nach den Feuern zu schauen und so weiter … außerdem soll man sie ja auch gar nicht sehen. Zeichnet es nicht gerade einen guten Hauselfen aus, dass man ihn überhaupt nicht beachtet?“[7] An dieser Aussage wird deutlich, dass Hauselfen nur als Mittel zum Zweck dienen, sie haben ihre Aufgaben, die sie erledigen müssen, und das ist auch alles. Als ein vollkommenes Wesen werden sie nicht betrachtet.

Im Folgenden werden zwei Hauselfen vorgestellt und näher erläutert, die sich in ihrem Denken sehr unterscheiden. Näheres dazu wird in den nächsten Abschnitten klargestellt.

2.3 Die Hauselfen Dobby und Winky

2.3.1 Dobby

Wie alle Hauselfen ist Dobby nur etwa kniehoch und hat eine piepsige, aber sehr durchdringende Stimme.[8] Seine „riesigen grünen, tennisballförmigen Augen“[9] stechen hervor, er hat eine spitze lange schmale Nase und sein einziges Kleidungsstück ist ein alter Kissenbezug, der seinen Körper umhüllt.[10]

Dobby ist der erste Hauself, dem die Hauptfigur Harry Potter begegnet. Sofort fällt auf, dass sich Dobby in seiner Denkweise und seinem Verhalten von den anderen Hauselfen unterscheidet. Denn Dobby selbst warnt Harry Potter davor, nicht nach Hogwarts zurückzukehren, denn er sei in tödlicher Gefahr.[11] „[...] Aber Dobby ist gekommen, um Harry zu schützen, um ihn zu warnen, selbst wenn er dafür die Ohren in die Herdklappe klemmen muss … Harry Potter darf nicht nach Hogwarts zurückkehren.“[12] An diesem Zitat wird deutlich, dass Dobby so handelt, obwohl er weiß, dass er sich dafür bestrafen muss, weil er durch seine Warnung gegenüber Harry Potter seine Zauberfamilie, der er dient, verrät. Genau dieses Verhalten hebt Dobby von den anderen Hauselfen ab.

Er ist ein Hauself, der mit seinem Sklavendasein nicht zufrieden ist. Er möchte ein freier Hauself sein, er möchte selbst entscheiden, wem er dienen will, und Geld für seine Dienste bekommen. Dobbys Freiheitsgedanken finden die anderen Hauselfen absurd, da es noch nie zuvor so etwas gab. Ein Hauself hat seinen Verpflichtungen und Diensten gegenüber seinem Meister nachzugehen und kann deswegen niemals frei sein. Für seine Dienste überhaupt bezahlt zu werden klingt für die anderen Hauselfen unvorstellbar.

Im nächsten Abschnitt geht es um die Hauselfin Winky, da sie im Kontrast zu Dobby steht und genau die Denkweise aller „normalen“ Hauselfen besitzt.

2.3.2 Winky

Winky ist genau wie Dobby ein Hauself. Auch sie ist kniehoch, hat große braune Augen, eine Nase von der Form einer Tomate und ihren Körper umhüllt ein Geschirrtuch.[13] Winky war die Hauselfin von Barty Crouch, sie diente ihm bereits sehr lange, ihre ganze Familie arbeitete schon für ihn. Barty Crouch selbst war „ein sehr hohes Tier im Ministerium“.[14]

Doch auch Winky bekommt ein Kleidungsstück von ihrem Herrn und ist somit befreit. Der Grund dafür ist, dass Winky verdächtigt wurde, das Dunkle Mal, das Symbol von Lord Voldemort, heraufbeschworen zu haben.[15] Für Winky ist die Befreiung unerträglich, sie bricht in Tränen aus und bettelt ihren Herrn an, es nicht zu tun, jedoch ohne Erfolg.[16] Winky kommt mit der Befreiung überhaupt nicht zurecht und fängt sogar an, sich mit Butterbier zu betrinken.[17] Trotz ihrer Befreiung bleibt Winky ihrem Meister treu, sie gibt keine seiner Geheimnisse preis. Auch wenn Winky betrunken ist, sagt sie kein schlechtes Wort über ihren Meister: „Winky bewahrt – hicks − die Geheimnisse ihres Meisters […] das ganz geheime Geheimnis – hicks − meines Meisters – ausspionieren – hicks – Winky ist eine gute Hauselfe – Winky ist stumm wie ein Fisch – hicks – wenn jemand kommt und – hicks – stöbert und schnüffelt […].“[18] Winky ist zutiefst unglücklich und betrinkt sich, und egal, wie schrecklich ihr alter Meister zu ihr war, hat sie Sehnsucht nach ihm und will zu ihm zurück. Da Winky immer noch eine gute Hauselfe sein will, aber diese Rolle nicht erfüllen konnte, stürzt sie in tiefes Unglück und fühlt sich elend.

2.3.3 Vergleich Winky und Dobby

Winky ist eine Hauselfe, die die Meinung aller anderen Hauselfen vertritt. Sie kann Dobbys Vorstellung von Freiheit überhaupt nicht nachvollziehen. „Hauselfen werden nicht bezahlt […]! Nein, nein, nein. Ich sag zu Dobby, sag ich, such dir ´ne nette Familie und bleib dort, Dobby. Will jetzt auf einmal das süße Leben genießen, Sir, und das bekommt einem Hauselfen nicht gut.“[19] Diese Aussage von Winky macht ihre Einstellung zu Dobbys Freiheitsgedanken deutlich. Winky selbst ist von dem geprägt, was die Gesellschaft den Hauselfen all die Jahre vorgeschrieben hat. Hauselfen sollen keinen Spaß im Leben haben, sie sind nur da, um Befehle und Aufgaben zu erledigen, denn genau dies macht gute Hauselfen aus.[20]

Im Gegensatz zu Winky hat sich Dobby von dieser Vorstellung zwar vielleicht nicht ganz, aber schon etwas mehr gelöst. Dobby genießt die Freiheit, sogar sein Kleidungsstil verändert sich. Als er noch für die Malfoys arbeitete, bestand seine Kleidung allein aus einem schmutzigen Kissenbezug, aber nun trägt er die merkwürdigsten Kleider.[21] „Er trug einen Teewärmer als Hut, an den er ein paar leuchtende Sticker gepinnt hatte; auf der nackten Brust trug er eine Krawatte mit Hufeisenmuster, darunter so etwas wie eine kurze Kinderfußballhose und zwei verschiedenfarbige Socken.“[22] Dobby sieht man die Veränderung vom kleinen unterdrückten zum freien bodenständigen Hauself an. Jedoch nimmt Dobby Winky zu seiner neuen Dienststelle mit. Beide arbeiten in Hogwarts bei Professor Dumbledore, der Schulleiter der Zauberschule in Hogwarts ist. Auch Winky trägt dort kein dreckiges Geschirrtuch mehr als Kleidungsstück, sondern „einen hübschen kleinen Rock und eine Bluse und passend dazu einen blauen Hut, der Löcher für ihre großen Ohren hatte“.[23] Obwohl Winky aufeinander abgestimmte Kleidungsstücke trägt, sind sie im Gegensatz zu Dobbys Kleidung nicht so sauber. Ihre Bluse hat viele Suppenflecken und ihr Rock ein Brandloch.[24] Zwar trägt Winky ordentliche Kleidung, zeigt aber dennoch die Merkmale einer Hauselfe, die nicht frei ist.

[...]


[1] Joanne K. Rowling 1999. S. 16-19.

[2] Joanne K. Rowling 1999. S. 32.

[3] Joanne K. Rowling 1999. S. 185.

[4] Vgl. Joanne K. Rowling 1999. S. 347.

[5] Joanne K. Rowling 1999. S. 33.

[6] Joanne K. Rowling 2001. S. 191.

[7] Joanne K. Rowling 2001. S. 191.

[8] Vgl. Joanne K. Rowling 1999. S. 16-19.

[9] Joanne K. Rowling 2001. S. 394.

[10] Vgl. Joanne K. Rowling 1999. S. 16.

[11] Vgl. Joanne K. Rowling 1999. S. 20.

[12] Joanne K. Rowling 1999. S. 20.

[13] Vgl. Joanne K. Rowling 2001. S. 105.

[14] Joanne K. Rowling 2001. S. 146.

[15] Vgl. Joanne K. Rowling 2001. S. 146-147.

[16] Vgl. Joanne K. Rowling 2001. S. 147.

[17] Vgl. Joanne K. Rowling 2001. S. 561.

[18] Joanne K. Rowling 2001. S. 561-562.

[19] Joanne K. Rowling 2001. S. 105.

[20] Joanne K. Rowling 2001. S. 105-106.

[21] Joanne K. Rowling 2001. S. 394.

[22] Joanne K. Rowling 2001. S. 394.

[23] Joanne K. Rowling 2001. S. 395.

[24] Joanne K. Rowling 2001. S. 395.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Ein klarer Fall von Sklaventum? Politische und poetische Diskurse der Harry Potter-Serie
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V418568
ISBN (eBook)
9783668674844
ISBN (Buch)
9783668674851
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fall, sklaventum, politische, diskurse, harry, potter-serie
Arbeit zitieren
Gamze Bulut (Autor), 2018, Ein klarer Fall von Sklaventum? Politische und poetische Diskurse der Harry Potter-Serie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418568

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