Immer wieder lässt sich das Phänomen der Sprach(ver)mischung an den Grenzen zweier Länder erkennen.
Ein Beispiel für eine solche Vermischung ist die Hybridsprache Spanglish, die auf den folgenden Seiten näher untersucht werden soll. Lange Zeit als Slang der latino-amerikanischen Gemeinschaft abgewertet, hat sich der Einfluss des Spanglish unter anderem durch das Internet enorm vergrößert. Was die Charakteristika dieser Varietät sind und wie diese im aktiven Sprachgebrauch angewendet werden, soll in dieser Arbeit veranschaulicht werden.
Ziel der Arbeit ist es, durch die Darstellung der Geschichte, Hauptcharakteristika sowie Besonderheiten des Spanglish ein besseres Verständnis dieser Varietät schaffen zu können.
Die Kapitel zwei bis fünf haben die Funktion, eine Wissensgrundlage über das Spanglish herzustellen. Zunächst definiere ich die Begriffe Diglossie und Bilingualismus, und bestimme, welcher der zwei Begriffe auf die Sprachsituation des Englischen und Spanischen in den USA zutrifft.
Zudem wird kurz ein Einblick zur damaligen und heutigen Immigrationssituation, mit Fokus auf den drei größten Hispanics-Gruppen, in den USA gegeben. Im Anschluss umreiße ich die Herkunft des Spanglish, und stelle in den Unterkapiteln die zwei Hauptcharakteristika, das sogenannte Code-Switching sowie Lexical-Borrowing vor.
Im Anschluss werden die zuvor erläuterten Theorien der vorherigen Kapitel auf ein Video einer Spanglish-Sprecherin angewendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Diglossie und Bilingualismus
3. Hispanics in den USA
4. Hybridsprache Spanglish
5. Ausgewählte Charakteristika des Spanglish
5.1 Code-Switching
5.2 Lexical Borrowing
6. Video-Analyse Spanglish
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Spanglish als hybride Sprachvarietät, die durch den stetigen Sprachkontakt zwischen Englisch und Spanisch in den USA entstanden ist. Ziel ist es, die historischen Hintergründe, die linguistischen Hauptmerkmale sowie die soziokulturelle Relevanz dieser Varietät fundiert darzustellen und anhand einer praktischen Video-Analyse zu veranschaulichen.
- Grundlagen zu Diglossie und Bilingualismus
- Soziale und demografische Hintergründe der Hispanics in den USA
- Definition und Entstehungsgeschichte von Spanglish
- Linguistische Analyse von Code-Switching und Lexical Borrowing
- Praktische Anwendung der Theorie auf ein Fallbeispiel
Auszug aus dem Buch
5.1 Code-Switching
Das sogenannte Code-Switching stellt, neben dem Lexical Borrowing, einen essentiellen Teil des Spanglish dar. Code-Switching bezeichnet allgemein hin das unbewusste bzw. bewusste Wechseln des Sprechers von einer Sprache in eine andere, das innerhalb desselben Diskurses geschieht (vgl. Sonja Winkelmann 2012: 15-16). Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass trotz des Sprachwechsels keine Anpassung an die morphologischen, phonetischen oder syntaktischen Regeln der jeweiligen Hauptsprache erfolgt. Es werden zwei Sprachen „miteinander“ benutzt, aber nicht aneinander angepasst (vgl. Melanie Pelzer 2006: 69). Ausnahme hierbei bildet das sog. Emblematische Code-Switching, auf das im Verlauf dieses Kapitels eingegangen wird.
Code-Switching tritt bei bilingualen oder multilingualen Sprechern auf. Voraussetzungen dafür, dass das Code-Switching gelingt, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
1) Die Sprecher müssen mindestens bilingual sein
2) Beide Gesprächspartner müssen ein gemeinsames Sprachrepertoire teilen
Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so besteht die Gefahr, dass der Gesprächspartner die Nachricht des Sprechers miss- oder nicht versteht (vgl. Kathleen Fritzsche 2010: 36).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Sprachmischung an Ländergrenzen ein und umreißt die Zielsetzung, die Geschichte und die Hauptcharakteristika des Spanglish zu beleuchten.
2. Definition Diglossie und Bilingualismus: Dieses Kapitel definiert die zentralen linguistischen Begriffe und prüft, ob die Sprachsituation in den USA als Diglossie oder Bilingualismus zu klassifizieren ist.
3. Hispanics in den USA: Hier wird ein Überblick über die demografische Situation und die Zuwanderungsgeschichte der Hispanics in den USA gegeben.
4. Hybridsprache Spanglish: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte des Spanglish und ordnet es als soziales und kulturelles Phänomen statt als eigenständige Sprache ein.
5. Ausgewählte Charakteristika des Spanglish: Die beiden Hauptmerkmale der Varietät, das Code-Switching und das Lexical Borrowing, werden hier theoretisch fundiert und durch Beispiele erläutert.
5.1 Code-Switching: Der Abschnitt widmet sich den verschiedenen Arten des Sprachwechsels innerhalb des Diskurses, wie satzinternes, satzexternes und emblematisches Code-Switching.
5.2 Lexical Borrowing: Hier wird der Prozess der Entlehnung einzelner Wörter aus der jeweils anderen Sprache sowie deren Integration und Anpassung an die Hauptsprache analysiert.
6. Video-Analyse Spanglish: Die theoretischen Erkenntnisse werden an einem konkreten Beispiel angewandt, indem der Monolog einer Spanglish-Sprecherin auf die beschriebenen Phänomene untersucht wird.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung und Etablierung des Spanglish kritisch.
Schlüsselwörter
Spanglish, Sprachkontakt, Bilingualismus, Diglossie, Code-Switching, Lexical Borrowing, Hispanics, Sprachvarietät, Sprachmischung, Sprachidentität, Anglizismen, Sprachwissenschaft, Soziolinguistik, USA, Hybridität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Hybridsprache Spanglish als Resultat des Sprachkontakts zwischen Englisch und Spanisch in den USA.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die soziolinguistischen Grundlagen (Bilingualismus vs. Diglossie), die demografische Situation von Hispanics in den USA sowie die linguistischen Mechanismen des Spanglish.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die Darstellung der Geschichte und der linguistischen Hauptmerkmale ein tieferes Verständnis für die Natur dieser Sprachvarietät zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen Korpusanalyse, bei der ein 48-sekündiges Video einer Spanglish-Sprecherin untersucht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert ausführlich die Mechanismen des Code-Switchings und des Lexical Borrowings und wendet diese Theorien auf ein konkretes Fallbeispiel aus der Praxis an.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Spanglish, Sprachkontakt, Code-Switching, Lexical Borrowing und soziolinguistische Identität.
Warum kann Spanglish linguistisch nicht als eigenständige Sprache definiert werden?
Der Arbeit zufolge fehlt es dem Spanglish an einheitlichen Konventionen, einem eigenen Grammatikmodell und einem festen Vokabular, weshalb es eher als Varietät und soziales Phänomen betrachtet wird.
Welche Bedeutung kommt dem emblematischen Code-Switching zu?
Im Gegensatz zu anderen Formen kann dieses nahezu überall im Satz auftreten, ohne die syntaktische Struktur zu stören, und dient oft als Diskursmarker oder idiomatische Verstärkung.
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- Sophie Schmidt (Autor), 2017, Englisch Spanischer Sprachkontakt. Hybridsprache Spanglish, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418599