e-Tourismus. Österreich hat seine einstmalige Vorreiterrolle in diesem Bereich eingebüßt (z.B. Tiscover.at)


Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Gang der Argumentation

2. Informationsmanagement und IT-Systeme im Tourismus
2.1. Begriffsdefinition und Entwicklung des eTourismus
2.2. IT-Systeme in verschiedenen Wertschöpfungsstufen aus Konsumentensicht
2.3. Ziel des Informationsmanagements, Geschäftsprozesse, IT-Systeme
2.4. IT-Applikationen im Tourismus

3. Aktuelle Situation des eTourismus in Österreich
3.1. Web-Tourismus
3.2. Electronic Business und Online Tourismusmarketing
3.3. Soziale Netzwerke im Tourismus

4. Touristische Einsatzmöglichkeiten des e-Tourismus
4.1. IKT-Systeme bei Fluggesellschaften
4.1.1. Management-, Planungs- und Steuersysteme
4.1.2. Passagiermanagement Systeme
4.1.3. Administrative Systeme
4.1.4. Zukunftsentwicklung
4.2. Informationsmanagement in der Hotellerie und Gastronomie
4.2.1. POS-Systeme
4.2.2. Hotelmanagementsysteme
4.2.3. Elektronische Zugangs- und Schließsysteme
4.2.4. Einsatz einer eigenen Website

5. Trends im e-Tourismus
5.1. Ausbreitung des Internets
5.2. Erweiterung mobiler Dienste und Sozialer Netzwerke
5.3. Elektronische Geschäftsprozesse

6. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Definitionen des eTourismus

Abbildung 2: IT-Systeme in verschiedenen Stufen der touristischen Wertschöpfung bzw. des touristischen Konsums

Abbildung 3: Akteure im eTourismus

Abbildung 4: Gesamtbranche: Umsatz- und Umsatzentwicklung

Abbildung 5: Prozessorientierte IT-Landschaft von Fluggesellschaften

Abbildung 6: Planungs- und Steuerungssysteme

Abbildung 7: Passagier Service Systeme

Abbildung 8: Administrative Systeme

Abbildung 9: IT-Systeme mit Relevanz für Hotel- und Gastronomiebetriebe

Abbildung 10: Komponenten und Funktionen eines Kassensystems

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Situation sowie den zukünftigen Trends des eTourismus in Österreich. Zudem werden die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten in den verschiedensten touristischen Branchen, wie zum Beispiel den Fluggesellschaften oder der Gastronomie sowie Hotellerie näher beleuchtet.

Die Forschungsziele dieser Bachelorarbeit waren, weitere Entwicklungstrends sowie den aktuellen Stellenwert des eTourismus aufzuzeigen. Des Weiteren ist ein Ziel, eine möglichst genaue Definition des Begriffes zu finden. Der eTourismus ist gegenwärtig von hoher Bedeutung, was sich auch in Zukunft, laut Prognosen, nicht ändern wird. Es gilt herauszufinden welche Bereiche das meiste Potenzial aufweisen und welche neuen Systeme und IKT-Lösungen möglicherweise gerade die Branche beeinflussen.

Um dies zu ermitteln erfolgte eine gründliche Literaturrecherche, anhand von Büchern,Konferenzberichten und Studien sowie wissenschaftlichen Journal-Artikeln undAuseinandersetzung mit dem Thema. Anschließend werden alle Erkenntnisse sowie Datenausgewertet und analysiert und für die Beantwortung der Forschungsziele verwendet.

Festzustellen war, dass Österreich seine ehemalige Vorreiterrolle im Bereich des eTourismus zwar verloren hat, denn noch im internationalen Vergleich eine sehr gute Position einnimmt. Dies hat die junge Branche vor allem den stetigen Weiterentwicklungen der diversen Kommunikations- sowie Informationstechnologien zu verdanken. Zudem weisen die IKTLösungen noch sehr viel Zukunftspotenzial auf, welches von Unternehmen genutzt werden kann, um sich von anderen Betrieben abzuheben. Diese Systeme können also sowohl als Informations-, Kommunikations- oder Werbemedium eingesetzt werden.

1. Einleitung

„ Unter eTourismus werden alle digitalisierten, ü ber eine webbasierte Technologie erm ö glichten Handlungen verstanden, mit deren Hilfe ein Nachfrager unter Einschaltung eines Intermedi ä rs auf eine Transaktion hinarbeiten, diese vorbereiten oder durchf ü hren kann “ (Stengel, 2014, S. 81).

Gerade im Tourismus hat das Internet heutzutage einen sehr hohen Stellenwert. AlsInformations-, Buchungs- sowie Kommunikationsmedium hat es die letzten Jahre anBedeutung gewonnen. Vor allem die erhöhte Verwendung von sozialen Netzwerken und derEinsatz mobiler smarter Geräte trugen dazu bei. Durch die Weiterentwicklung und erhöhteNutzung der neuen Technologien hat eine Zeit der Digitalisierung wichtigerWirtschaftsprozesse im Tourismus begonnen (vgl. Maurer, 2015, S. 52). Der eTourismus istund bleibt jedoch ein vielfältiges Phänomen, welches auf den Unternehmen im Tourismus,der Betriebswirtschaft sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie basiert (vgl.Stengel, 2014, S. 82).

Die Bedeutung zeigt sich jedoch darin, dass in Europa 2012 bereits 80% der Reiseinteressierten das Internet zur Reiseplanung sowie Buchung verwenden. Einige Schätzungen haben ergeben, dass davon schon 50% der Freizeit- sowie 40% aller Geschäftsreisen online gebucht werden. In Europa wurde so, also bei Buchungen im Internet, im Jahr 2012 ein Umsatz von 87 Milliarden generiert. Dies bedeutet einen Anteil von ca. 36% am gesamten Reisemarkt (vgl. Maurer, 2015, S. 52 f.).

Einer jährlich erscheinenden Trendstudie namens „Web-Tourismus“ zufolge bringt der Tourismus im Internet 2009 den größten Umsatz mit 20%-30% aller privatwirtschaftlichen Umsätze, was einer Summe von ca. 13,17 Milliarden Euro entspricht. Die steigenden Tendenzen sind der Studie des „Centre for Regional and Tourism Research“ zu entnehmen, welche festgestellt haben, dass die Umsätze jährlich durchschnittlich um rund 77% wachsen. Diese, und viele weitere, Entwicklungen sowie viele weitere bieten den Rahmen für langfristige touristische Trends (vgl. Stengel, 2014, S. 104 ff.).

1.1. Problemstellung

Der eTourismus hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt, vor allem durchverbesserte Informations- und Kommunikationssysteme. Die Verwendung neuer Systemesowie soziale Netzwerke und Apps ermöglichen den Informationsaustausch zwischen denAnbieterinnen und Anbietern sowie den Nutzerinnen und Nutzern. (vgl. Stengel, 2014, S. 1).

Dieser Strukturwandel wird nicht nur durch die zunehmende Bedeutung der IT-Systeme,sondern auch durch verschiedene exogene Faktoren induziert. Es ist wichtig, sowohl denStrukturwandel, als auch die Bedeutung der IT, notwendigerweise zu reflektiert, um diespezifische Rolle von Informationen in der Tourismusbranche festlegen zu können. Dieszeigt, dass die Reise- und Tourismusbranche herausfordernde Fragen aufwirft. Auf der einen Seite sieht man, dass die organisatorische Umsetzung der IT-Systeme in touristischen Betrieb eine schwierige Aufgabe für die Tourismusunternehmen darstellt, andererseits müssen die Probleme beim Einsatz solcher Systeme in den verschiedenen touristischen Branchen gelöst und die Trends für die Zukunft gesetzt werden (vgl. Werthner/ Klein, 1999, S 26 f.).

1.2. Zielsetzung

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist die Betrachtung der Entwicklung des eTourismus sowie seinen gegenwärtige Stellenwert. Zudem soll das Informationsmanagement im Tourismus vor allem unter Betrachtung der in den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette sowie touristischen Branchen eingesetzten IT-Systeme erfolgen. Ein weiterer Teil der Analyse stellt die Erarbeitung der zukünftigen Trends dieser Systeme sowie des eTourismus dar. (vgl. Schulz et al., 2015, S. 4). Dies soll mit Hilfe der Beantwortung der folgenden Forschungsfrage erfolgen, die einen Leitfaden durch die gesamte Arbeit darstellt.

Analyse des Begriffes sowie der aktuellen Situation des eTourismus in Ö sterreich unter weiterer Betrachtung der zuk ü nftigen Trends und der Einsatzm ö glichkeiten in verschiedenentouristischen Branchen.

1.3. Gang der Argumentation

Der Aufbau der Arbeit sowie der Gang der Argumentation richtet sich nach den obengenannten Zielen sowie der Forschungsfrage. Zunächst werden die theoretischenGrundlagen sowie Definitionen erarbeitet und erläutert und anschließend auf dieForschungsaufgabe näher eingegangen und diese abschnittsweise gelöst. (vgl. Stengel, 2014, S. 7).

Dies erfolgt durch gründliche Literaturrecherche anhand von Büchern, Konferenzberichtenund Studien sowie wissenschaftlichen Journal-Artikeln. Anschließend werden dieerworbenen Kenntnisse und Ergebnisse ausgewertet und auf die jeweilige Fragestellungbeziehungsweise Beantwortung der Forschungsfrage angewendet. (vgl. Stengel, 2014, S.10).

2. Informationsmanagement und IT-Systeme im Tourismus

Der Tourismus verfügt über eine Vielzahl verschiedener Branchen, die von einem qualitativhochwertigen Informationsmanagement abhängig sind. Zudem ist es wichtig, dass sich dieLeistungsangebote und Systeme stetig weiterentwickeln und verbessern. Dies ist wichtig, umden Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern jegliche Neuerungen näherzubringen, welche sieim persönlichen sowie betrieblichen Umfeld unterstützen. Das kann vor allem durch denEinsatz von Informations- sowie Kommunikationssystemen gewährleistet werden (vgl. Schulzet al., 2010, S. 1).

Durch die schnelle Entwicklung des Internets in den letzten Jahren haben die sogenanntenKommunikations- und Internettechnologien im Tourismus sehr stark an Bedeutunggewonnen. Dies brachte einschlägige Veränderungen in der Tourismusbranche mit sich,welche dadurch geprägt waren, dass viele Produkte und Prozesse digitalisiert wurden (vgl.Buhalis, 2003, S. 138).

2.1. Begriffsdefinition und Entwicklung des eTourismus

Der Begriff eTourismus bezeichnet im Grunde genommen den Einsatz von Informations- undKommunikationstechnologien im Tourismus. Beim elektronischen Tourismus handelt es sichum eine junge Form des Tourismus, die auf einen im Jahr 2002 publizierten Artikel vonBuhalis und Licata zurückgeht. 2003 erschien dann eine weitere Publikation von Buhalis, inder er den Begriff detailliert beschreibt und die Informationstechnologien vorstellt (vgl.Stengel, 2014, S.79).

Es geht im Wesentlichen um die Digitalisierung der gesamten touristischen Industrie undInfrastruktur. Diese Form des Tourismus gewährleistet außerdem, eine erfolgreicheKommunikation mit den Kundinnen und Kunden zu gewährleisten und somitReservierungen und den Vertrieb im Allgemeinen zu erhöhen. Die Nutzung des Internet hatdie Struktur und die Prinzipien der touristischen Industrie grundlegend verändert (vgl.Pitoska, 2013, S. 335.).

Das Internet spielt heutzutage als Buchungs-, Kommunikations- sowie Informationsmedium eine wesentliche Rolle. Dieser Prozess hat durch die zunehmende Digitalisierung der wesentlichen Wirtschaftsbereiche sowie die vermehrte Nutzung von Social Media begonnen (vgl. Maurer, 2015, S. 52). Zudem hat der eTourismus einen besonderen Stellenwert für den Tourismus, da er eine relativ einfache Möglichkeit bietet, via Internet mit seinen Kundinnen und Kunden in Kontakt zu treten (vgl. Buhalis, 2003, S. 139).

Abbildung 1: Definitionen des eTourismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stengel, 2009, S. 80

Die in der Abbildung dargestellten Definitionen verweisen allesamt auf die verschiedenen Informations- und Kommunikationstechnologien, welche speziell die Tourismusbranche abbilden. Zudem werden vor allem die einzelnen Prozesse zwischen oder innerhalb von Unternehmen sowie Unternehmen und Endverbraucherinnen und Endverbraucher beschrieben (vgl. Stengel, 2014, S. 79 ff.).

Buhalis liefert 2003 einen sehr guten Ansatz für eine Definition des Begriffes, wie in derAbbildung zu erkennen, jedoch beschränkt sich diese auf die Anbieterseite. DieNachfragerseite wird somit fast komplett außer Acht gelassen (vgl. Stengel, 2014, S.81).

2005 folgt Egger Buhalis mit einer stärker nachfrageseitig definierten Begriffserklärung. Erbeschreibt das Informations- und vor allem Kommunikationsmanagement zwischen zweiNachfragerinnen bzw. Nachfragern sowie den Anbieterinnen bzw. Anbietern zu denNachfragerinnen bzw. Nachfragern. Es werden auch schon konkret Webtechnologiengenannt, welche die Aktivitäten in den verschiedenen Branchen unterstützen (vgl. Stengel,2014, S. 81 f.).

Durch die Analyse der verschiedenen Definitionen wurde sichtbar, dass es schwer ist, eine einheitliche Begriffserklärung zu finden. Im Gegenzug dazu ist allerdings relativ klar, welche drei großen IKT-Innovationen in den letzten 30 Jahren den eTourismus nachhaltig beeinflusst haben (vgl. Lassnig, 2009, S. 7).

Die Einführung des Computer-Reservierungssystem (CRS), welches ursprünglich fürFluglinien konzipiert worden war, löste 1979 die erste Welle aus. Heute wird dieses IKT-System hauptsächlich von Bestandsverwaltungen, Reiseveranstaltern, Fluglinien undHotelketten verwendet. Nur 10 Jahre später wurde das Global Distribution System (GDS)entwickelt, welches auf dem CRS-System basiert. Das GDS ist jedoch alsVertriebsinfostruktur aufgebaut, das Informationen über die Vielfalt an Produkten undDienstleistungen in der gesamten Branche bietet. Die wohl bekannteste Innovation war dieEntwicklung des Internets, das ab 1990 Aktivitäten von Anbieterinnen und Anbietern sowieNutzerinnen und Nutzern beeinflusste. Ab diesem Zeitpunkt verloren die beiden anderenSysteme an Bedeutung; somit hat die Einführung des Internets die größten Auswirkungenauf den Tourismussektor .Weitere wichtige IT-Systeme konnten sich daraus bilden (vgl.Lassnig, 2009, S. 7).

2.2. IT-Systeme in verschiedenen Wertschöpfungsstufen aus Konsumentensicht

IT-Systeme im Tourismus sind vor allem für reisende Endkundinnen und Endkunden, welche die Leistungen der Leistungsanbieterinnen und Leistungsanbieter in Anspruch nehmen sowie für Reisemittlerinnen und Reisemittler von hoher Relevanz (vgl. Schulz et al., 2015, S. 3). Leistungsträgerinnen und Leistungsträger sind jene touristischen Unternehmen, die jegliche Leistungen sowie Produkte anbieten oder produzieren und somit den Ausgangspunkt der touristischen Produktion darstellen (vgl. Stengel, 2014, S. 31). Reisemittlerinnen und Reisemittler hingegen vermitteln den Kundinnen und Kunden einzelne Leistungen sowie Leistungspakete der Leistungsanbieterinnen und Leistungsanbieter. Umgekehrt erhalten die Produzentinnen und Produzenten entweder Kundeninnenwünsche und Kundenwünsche oder eine kleine Provision (vgl. Schulz et al., 2010, S. 3).

Die IT-Systeme für reisenden Endkundinnen und Endkunden, also Konsumentinnen und Konsumenten, lassen sich durch verschiedene Wertschöpfungsstufen in die Wertschöpfungskette eingliedern, was aus dem folgenden Graphen ersichtlich wird (vgl. Schulz et al., 2015, S. 4).

Abbildung 2: IT-Systeme in verschiedenen Stufen der touristischen Wertschöpfung bzw. des touristischenKonsums

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schulz et al., 2015, S.4

Der Graph hebt die Wichtigkeit des Einsatzes solcher Informationssysteme sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Tourismus hervor. Zu erkennen ist, dass es bereits eine große Anzahl an Systemen gibt und diese im Alltag durchaus weit verbreitet sind und von vielen Kundinnen und Kunden genutzt werden, überwiegend in der Luftfahrt sowie der Hotellerie und Gastronomie (vgl. Lassnig, 2009, S. 15).

Durch die mannigfaltigen Möglichkeiten des Einsatzes der IT-Systeme im Tourismus handelt es sich um ein komplexes und durchdachtes Informationsmanagement. Folgende Definition hat sich die letzten Jahre Entwickelt und eingebürgert. (vgl. Stengel, 2014, S. 30).

„ Als Informationsmanagement wollen wir die organisatorische und technische Gestaltung der Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bezeichnen, mit dem Ziel der effizienten und effektiven Informationsversorgung und Koordination aller Akteure in den Prozessen der touristischen Wertsch ö pfung und des Konsums touristischer Leistungen durch den Endkunden “ (Schulz et al., 2010, S. 4).

Die Endkundin und der Endkunde legen dabei zusätzlichen Wert auf multimediale Unterhaltung, wie zum Beispiel Entertainment in den Hotelzimmern und Internetempfang am Strand. Zusätzlich entstehen Herausforderungen für das Informationsmanagement bei der Koordination der Ressourcen in den verschiedenen Betrieben, da es sich im Tourismus um nicht-lagerbare Dienstleistungen handelt. Werden diese nicht am vereinbarten Termin vom Kunden wahrgenommen, verfallen sie. Besonders wichtig sind somit die Systeme im Bereich der Planung und Zuteilung der Leistungspotenziale an Kundinnen und Kunden vor deren Konsum (vgl. Schulz et al., 2015, S. 5).

2.3. Ziel des Informationsmanagements, Geschäftsprozesse, IT-Systeme

Alle Teilbranchen verfolgen jedoch ein einheitliches Ziel, das die Anforderungen derKundinnen und Kunden erfüllt sowie für die jeweiligen Bereiche anwendbar ist (vgl. Stengel,2014, S. 31).

„ Ziel des Informationsmanagements der verschiedenen Akteure bzw. Anwender in touristischen Wertsch ö pfungsprozessen ist die in Bezug auf ihre strategischen und operativen Ziele (bei Betrieben) bzw. ihre individuellen und kollektiven Bed ü rfnisse (bei reisenden Endkunden) optimale Unterst ü tzung ihrer Gesch ä ftsprozesse und Aktivit ä ten durch geeignete IT-Systeme “ (Schulz et al., 2015, S. 9).

Als Geschäftsprozesse bezeichnet werden Arbeitsabläufe bezeichnet, welche regelmäßig ineinem Unternehmen angewendet werden, um die Unternehmensziele zu erreichen. MitHilfe der Analyse dieser Prozesse können viele Arbeitsfelder optimiert werden (vgl. Schulz etal., 2015, S. 9).

IT-Systeme, welche diese Geschäftsprozesse erleichtern, bieten die Möglichkeit zur Speicherung sowie Verarbeitung von Informationen. Zudem können manche Prozesse teilweise oder komplett automatisiert werden (vgl. Schulz et al., 2015, S. 10).

Die Ziele und Aufgaben werden jedoch je nach Anforderung und Leistungspotential des Unternehmens bestimmt. Im Wesentlichen schafft das Informationsmanagement eine für die Akteurinnen und Akteure sowie Anwenderinnen und Anwender geeignete Informationsstruktur, welche sie dabei unterstützt, ihre strategischen Ziele zu erreichen. Dies soll so erfolgen, dass Wirtschaftlichkeit gegeben ist, also die Kosten minimiert und der Nutzen maximiert werden kann (vgl. Heinrich, 2002, S. 21f.).

2.4. IT-Applikationen im Tourismus

Gerade der Tourismus verfügt über eine Vielzahl an Geschäftsprozessen, welche, wie oben erwähnt, durch die Entwicklung von IT-Systemen deutlich erleichtert werden können. In den letzten Jahren und Jahrzehnten gab es enorme Fortschritte in der Weiterentwicklung solcher Systeme, welche im Folgenden erläutert werden (vgl. Schulz et al., 2015, S. 13).

Der Tourismus ist einer der größten Industriezweige der Welt und basiert auf einer großen Menge an Informationen. Daher sind Informations- und Kommunikationstechnologien sowie das Internet die effizientesten Möglichkeiten, um jede Art von Informationen zu liefern (vgl. Pitoska, 2013, S. 342).

Von diesem Boom sind vor allem die sogenannten Online-Reiseb ü ros betroffen, welche imInternet oder auf Reiseportalen Angebote von verschiedensten Anbieterinnen und Anbieternan Endkundinnen und Endkunden weitervermitteln. Sie ersetzen somit immer mehr dietraditionellen Reisebüros, da sie bessere Möglichkeiten zum Angebotsvergleich sowiebessere Zusatzinformationen zu den Reisen bieten können. Online-Reisebüros verwenden dazu Internet Booking Engines (IBEs) und Service- und Callcenter, um Fragen der Kundinnenund Kunden zu beantworten und mögliche Buchungen zu gewährleisten (vgl. Stengel, 2014, S. 115 ff.).

Die Einführung von PC-Applikationen hat besonders die Arbeit in der Hotellerie undBuchhaltung deutlich erleichtert. Diese Entwicklungen bieten zum Beispiel Programme fürdas Büro, die Finanzbuchhaltung sowie für die Hotel-Zimmerverwaltung an. Sie werden aufdem PC installiert und verwalten so die Daten dezentral (vgl. Schulz et al., 2010, S. 14).

In der Hotellerie hat mit der Einführung von Online- Buchungsportalen eine moderne Zeit begonnen. Diese Webseiten beschäftigen sich mit der Vermittlung einer Leistungsträgerin oder eines Leistungsträgers, also erstellen zum Beispiel eine Angebotsdatenbank mit integrierter Buchungsfunktion, in der Leistungen sowie Preise der betreffenden Reisen oder Hotels dargestellt werden (vgl. Stengel, 2014, S.119 f.).

Einen weiteren wesentlichen Wendepunkt bei den IT-Systemen brachten die vermehrteNutzung von Internet-Communities sowie der Einsatz Sozialer Netzwerke. Sie ermöglichenden einfachen Austausch zwischen verschiedenen Web-Teilnehmerinnen und Web-Teilnehmern. Ein Gedanke bestand auch darin, den Austausch zwischen potenziellenKundinnen und Kunden und Unternehmen zu fördern und außerdem Erfahrungen zwischenNutzerinnen und Nutzern sowie Anbieterinnen und Anbietern weiterzugeben (vgl. Schulz etal., 2015, S. 18 f.). Dies wird auch bei Online-Lexika wie touristischen Wikis gewährleistet.Diese Lexika vereinen Erfahrungen und Wissen vieler Nutzerinnen und Nutzer. So stehen denUserinnen und Usern auf Wikitravel.org zum Beispiel Informationen zu Reisen undReiseanbieterinnen und Reiseanbietern sowie Reisezielen und Destinationen zur Verfügung(vgl. Stengel, 2014, S. 126 f.).

Die aktuellste Weiterentwicklung im Bereich des Informationsaustausches sind die Web Pads und Mobilen Apps f ü r Smartphones. Hier haben vor allem die Apps mit GPS-Funktionen bei der Navigation und Routenplanungen großen Anklang gefunden. Auch Reiseführer-Apps stellen sich als sehr dienlich heraus, da sie umfassende Informationen zu den Destinationen und Reisezielen bieten und einfach, meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr, am Handy heruntergeladen werden können (vgl. Schulz et al., 2010, S. 18).

„ Die vorgestellten Intermedi ä re bauen auf den M ö glichkeiten und Technologien des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium auf “ (Stengel, 2014, S. 113). In der folgenden Abbildung können die verschiedenen Akteure des eTourismus zusammenfassend nochmals betrachtet werden (vgl. Stengel, 2014, S.114).

Abbildung 3: Akteure im eTourismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stengel, 2009, S. 115

3. Aktuelle Situation des eTourismus in Österreich

Nachdem die einzelnen Bausteine des eTourismus definiert sowie analysiert worden sind, ist nun eine genaue Betrachtung der aktuellen Situation des eTourismus in Österreich für eine gründliche Beantwortung der Forschungsfrage notwendig. Wie bereits erwähnt, können moderne Informations- sowie Kommunikationssysteme verschiedene Unternehmen und Branchen sowie Arbeitsprozesse beeinflussen oder verändern. Diese Systeme wurden erst in den letzten Jahren mehrfach erforscht, da es sich beim eTourismus um ein relativ junges Phänomen handelt (vgl. Stengel, 2014, S. 5 f.).

Gegenwärtig gibt es jüngste Fortschritte auf dem Gebiet der Technologie im Tourismus. DieEntstehung von technischen Innovativen mit praktikablen IKT-Lösungen bieten beispielloseMöglichkeiten für die Anwendung in der Tourismusbranche. Bei dem immer stärkerwerdenden Wettbewerb am Tourismusmarkt ist es für Unternehmen heutzutage von großerBedeutung, das Potenzial von Technologien zu nutzen, also bestehende Systeme zuoptimieren sowie sinnvolle und personalisierte Dienste und Applikationen zu schaffen. Mitzunehmenden Chancen, die die Entwicklungen des mobilen elektronischen Marktes mit sichgebracht haben, ist es möglich, Kundinnen und Kunden ein individuelles Service bieten zukönnen. Zudem können Reiseerfahrungen leichter ausgetauscht werden. (vgl. Neuhofer etal., 2015, S. 49 ff.).

Experten zufolge ist Österreich im eTourismus allerdings sehr gut aufgestellt. Die ehemaligeVorreiterrolle, die dem Land einen großen Vorsprung verschafft hat, ist allerdings nicht mehrvorhanden. In Zukunft soll die Gästin und der Gast im Mittelpunkt stehen und die Systemeausgebaut werden, sodass mehr Betriebe und Dienstleistungen online buchbar sind.Festzustellen ist jedoch, dass gegenwärtig das Internet von hoher Bedeutung für denTourismus ist und immerfort von Innovations- sowie Technologiewellen geprägt ist. DesWeiteren hat Österreich zwar die Vorreiterrolle verloren, ist jedoch im internationalenVergleich noch immer unter den Top-Ländern vertreten (vgl. Maurer, 2012 S. 1 ff.).

3.1. Web-Tourismus

Beim Tourismus handelt es sich um eine Branche, die stetig wächst und vor allem in den letzten Jahren von der Modernisierung und dem Internetwandel sehr geprägt wurde. Die technologischen Neuerungen haben auch das Konsumverhalten der Kundinnen und Kunden erheblich beeinflusst, was aus den Online-Umsatzzahlen, die in der Graphik zu sehen sind, gut hervorgeht. (vgl. Rossmann, 2010, S.375 ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
e-Tourismus. Österreich hat seine einstmalige Vorreiterrolle in diesem Bereich eingebüßt (z.B. Tiscover.at)
Hochschule
FHWien der WKW  (Tourismusmanagement)
Note
2
Autor
Jahr
2015
Seiten
37
Katalognummer
V418650
ISBN (eBook)
9783668676909
ISBN (Buch)
9783668676916
Dateigröße
1997 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Neben der Definition des Begriffes steht die Herausarbeitung der aktuellen Situation des eTourismus in Österreich sowie kommende Trends und deren touristische Einsatzmöglichkeit in verschiedenen Branchen im Vordergrund.
Schlagworte
e-Tourismus, Österreich, Tourismus, Tiscover, IT-Systeme, Web-Tourismus
Arbeit zitieren
Lisa Smekal (Autor), 2015, e-Tourismus. Österreich hat seine einstmalige Vorreiterrolle in diesem Bereich eingebüßt (z.B. Tiscover.at), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418650

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