Das Ziel dieser Arbeit ist es, zwei Leitfäden zu erstellen, die einerseits zur Sensibilisierung und Vorbeugung dienen sollen, andererseits aber, wenn es bereits zu einem Einbruch gekommen ist, helfen können, die erforderlichen Maßnahmen zu strukturieren, um den Überblick über die gesamte Situation zu behalten. Es sollen zwei Leitfäden für die Kollegenschaft als Handreichung erarbeitet werden, die einerseits das Krisenmanagement und andererseits das Präventionsmanagement in den Vordergrund stellen. Gleichzeitig ist es von besonderer Bedeutung, Handlungsempfehlungen für die Zahnärztekammern zu erarbeiten, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts, als Berufsvereinigung der Zahnärzte ebenfalls gefragt sind, in dieser existenziell bedrohlichen Situation eine helfende Infrastruktur anzubieten.
Der Einbruch in die eigene Praxis stellt ein schwerwiegendes Ereignis im Leben der Betroffenen dar. Es ist eine existenzbedrohende Situation, die unter Umständen auch zu einem Konkurs, zur Aufgabe der Praxis führen kann.
Welche Konsequenzen leiten sich aus den persönlichen Erfahrungen von zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die bereits einen Einbruch in ihre Praxis erlebt haben, für ein Krisenmanagement und ein Präventionsmanagement ab? Was lässt sich aus den Erfahrungen der Betroffenen für einen Leitfaden zum Krisenmanagement und zum Präventionsmanagement ableiten?
Deshalb ist es sehr wichtig, einen Leitfaden zur Einbruchsprävention und zum Krisenmanagement nach einem Einbruch in die Zahnarztpraxis zu entwickeln, der den betroffenen Kolleginnen und Kollegen Sicherheit gibt, der Punkt für Punkt abgearbeitet werden kann und den Betroffenen hilft, schwerwiegende Fehler zu vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
2.1. Themenbereich
2.2. Fragestellung und Zielsetzung
3. Stand des Wissens
4. Methodisches Design
4.1. Auswahl der Gesprächspartner
4.2. Vorbereitung der Gespräche
4.3. Zusammenstellung der Fragen
4.4. Durchführung der Gespräche
4.5. Methode der Datenauswertung
5. Analyse des Datenmaterials
5.1. Schilderung des Einbruchs in die eigene Praxis
5.2. Reflexion/Analyse der eigenen Erfahrung
5.3. Gespräch mit Herrn Dr. H.
5.4. Analyse des Gesprächs mit Herrn Dr. H.
5.5. Gespräch mit Frau Dr. A.
5.6. Analyse des Gesprächs mit Frau Dr. A.
5.7. Gespräch mit Herrn D., Abteilung für zentrale Prävention der Polizei
5.8. Analyse des Gesprächs mit Herrn D.
6. Zusammenfassung der Analysen und Entwicklung von Leitfäden zum Krisenmanagement und zum Präventionsmanagement
7. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, auf Basis persönlicher Erfahrungen betroffener Zahnärzte sowie Experteninterviews fundierte Leitfäden für das Krisen- und Präventionsmanagement bei Einbrüchen in Zahnarztpraxen zu entwickeln, um betroffenen Inhabern in dieser existenzbedrohenden Situation eine strukturierte Orientierungshilfe zu bieten.
- Analyse der Folgen von Einbrüchen auf Praxisbetrieb und Existenzgrundlage
- Entwicklung von Strategien zur Einbruchsprävention für Zahnarztpraxen
- Erstellung eines Notfallplans und Handlungsleitfadens für die Phase nach dem Einbruch
- Optimierung des Risikomanagements und der Versicherungsstrategien
Auszug aus dem Buch
5.1. Schilderung des Einbruchs in die eigene Praxis
Als ich am Ostermontag, den 28.03.2016, gegen 11.00 Uhr meine Praxisräume betreten wollte, stellte ich fest, dass meine Praxistürschlüssel weder in den Schließzylinder der Etagentür, die den Zugang zu drei verschiedenen Praxen im dritten Obergeschoss unseres Ärztehauses sichert, noch in den Schließzylinder meiner Praxistür passten (Aufmerksamkeitsfokussierung auf Abweichungen von der Norm).
Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellte ich plötzlich fest, dass die Etagentür gar nicht verschlossen, sondern zu meiner Verwunderung nur angelehnt war, und obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich diese Tür am Gründonnerstagabend abgeschlossen hatte, schöpfte ich noch keinen Verdacht. Denn es kam mir einfach nicht in den Sinn, dass eine in einer Fußgängerzone zentral gelegene Zahnarztpraxis, die sich noch dazu im dritten Obergeschoss eines Ärztehaus befindet, das im vierten Stockwerk noch mehrere private Wohneinheiten beherbergt, von Einbrechern bewusst als Zielobjekt ausgewählt worden war. Schließlich bemerkte ich, dass auch die Praxistür nur angelehnt war, sie wurde durch ein großes Papierknäuel im oberen Bereich der Türzarge offengehalten. Das machte mich jetzt doch stutzig. Hier konnte etwas nicht stimmen, denn mit dem Reinigungspersonal hatte ich vereinbart, dass es über das Osterwochenende nicht arbeiten, sondern erst wieder am Dienstagabend erscheinen solle (Bestätigung, dass etwas nicht stimmt). Beim Abstellen meiner Aktentasche passierte mir noch ein kleines Missgeschick. Ich kam in meiner Aufregung so ungeschickt an die Praxiseingangstür, dass das Bündel Papier, das die Tür offenhielt, zu Boden fiel und die Tür ins Schloss schnappte. Dies passierte so schnell, dass ich gar nicht in der Lage war, zu reagieren. Ich ärgerte mich sehr, dass ich mich derart ungeschickt angestellt hatte, jedoch ließ sich an der augenblicklichen Situation nichts mehr ändern, ich konnte meine Praxisräume nicht mehr betreten.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Autor schildert seine persönliche Erfahrung mit einem Einbruch in seine Praxis und die darauffolgenden massiven Belastungen.
Einleitung: Einführung in den Themenbereich, die Relevanz der Praxissicherheit und die Zielsetzung der Arbeit zur Erstellung von Leitfäden.
Stand des Wissens: Literaturrecherche zum Thema Einbruchdiebstahl in Zahnarztpraxen und allgemeine Sicherheitsmerkmale.
Methodisches Design: Darstellung der Vorgehensweise bei der Datenerhebung durch Experteninterviews und Anwendung der Grounded Theory.
Analyse des Datenmaterials: Detaillierte Auswertung und Kodierung der Einbruchserfahrungen aus Interviews mit betroffenen Kollegen und Experten.
Zusammenfassung der Analysen und Entwicklung von Leitfäden zum Krisenmanagement und zum Präventionsmanagement: Synthese der Ergebnisse in Form von konkreten Handlungsempfehlungen.
Diskussion: Kritische Reflexion der Erkenntnisse und Einordnung der Bedrohung durch organisierte Kriminalität.
Schlüsselwörter
Einbruch, Zahnarztpraxis, Krisenmanagement, Einbruchsprävention, Praxisinventar, Versicherung, Unterversicherung, Sicherheitstechnik, Kriminalprävention, Betriebsunterbrechung, Schadensregulierung, Grounded Theory, Objektschutz, Dokumentation, Praxissicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zunehmenden Bedrohung von Zahnarztpraxen durch Einbrüche und entwickelt basierend auf Expertenwissen strukturierte Leitfäden für das Krisenmanagement und die Prävention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Bereiche Schadensbegrenzung, Kooperation mit Versicherungen und Polizei sowie technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung praxisnaher, schrittweiser Leitfäden, die Inhabern nach einem Einbruch Orientierung bieten und helfen, die Existenz ihrer Praxis zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Analyse des gesammelten Datenmaterials erfolgte nach der qualitativen Methode der „Grounded Theory“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Einbruchszenarien, reflektiert Erfahrungen betroffener Kollegen und bewertet die Kommunikation mit Versicherungen sowie polizeiliche Präventionsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Einbruchsprävention, Praxismanagement, Versicherungsrecht, Krisenintervention und Sicherheitstechnik sind die prägenden Begriffe.
Wie wirkt sich ein Einbruch auf die Versicherungssumme aus?
Ein Einbruch offenbart häufig eine Unterversicherung, wenn das Inventarverzeichnis nicht aktuell ist. Die Arbeit erläutert, wie man durch korrekte Wertermittlung existenzielle finanzielle Risiken vermeidet.
Warum ist die Kooperation mit Sicherheitsunternehmen essenziell?
Die Experten betonen, dass eine zertifizierte Einbruchmeldeanlage mit Weiterleitung an einen Objektschutz die Interventionszeit verkürzt und den Einbrechern weniger Zeit für ihre Tat lässt.
- Citation du texte
- Dr. med. dent. Thomas Höner (Auteur), 2017, Einbruchsprävention und Krisenmanagement. Einbruch in einer Zahnarztpraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418719