Der Tourismus in Deutschland boomt, die Branche wächst stetig und ist für die Wirtschaft von hoher Bedeutung. Insgesamt wurden im Jahr 2015 über 430 Millionen Übernachtungen in Deutschland gezählt, ein Anstieg von über 30% seit dem Jahr 2000. Auch das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung ist augenscheinlich gestiegen. Doch wie lassen sich diese zwei Aspekte im Tourismus vereinen?
Als Reisender kann man seine Anreise beeinflussen, indem man individuell mit dem Auto anreist oder zum Beispiel lieber mit der Bahn. Zudem kann man vor Ort wählen, ob man bevorzugt die regionalen Produkte kaufen möchten oder die gewohnten Produkte aus dem Heimatland und welchen Aktivitäten man in der Destination nachgeht, lieber wandern oder einen Helikopterflug über die Stadt machen. Dies sind einige Aspekte, die man als Reisender aktiv beeinflussen kann, um auf Reisen umweltbewusst zu handeln. Die Wahl des Hotels gestaltet sich hierbei schwieriger. Es ist nicht immer einfach nachzuvollziehen, wie hoch der Wasser- oder auch Stromverbrauch eines Hotels ist und wie umweltfreundlich es gestaltet ist. Umweltsiegel könnten hier Abhilfe schaffen und potenziellen Gästen zeigen, welche Umweltmaßnahmen ergriffen wurden.
Doch lohnt sich ein Umweltsiegel für den Hotelier? Sollten in Zukunft mehr Hoteliers auf Umweltsiegel setzen oder sind diese nicht notwendig für ein erfolgreiches Hotel? Diese Hausarbeit soll die Verbreitung nachhaltig geführter Hotels aufzeigen und im Zusammenhang damit, welche Vor- und welche Nachteile ein Umweltsiegel mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Definition nachhaltiger Tourismus
2.2 Definition Umweltsiegel
3. Beispiele Umweltsiegel
3.1. DEHOGA Umweltcheck
3.2 Certified Green Hotel
3.3 Eco-Management and Audit Scheme
4. Die Bedeutung von nachhaltigem Reisen in Deutschland
5. Die Bedeutung von Umweltsiegeln in der Hotellerie
5.1 Vorteile eines Umweltsiegels für den Hotelier und Gast
5.2 Nachteile eines Umweltsiegels für den Hotelier und Gast
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz und den Nutzen von Umweltsiegeln für Hotels in Deutschland, um zu klären, inwiefern eine Zertifizierung einen strategischen Wettbewerbsvorteil gegenüber Gästen und Marktteilnehmern bietet.
- Analyse des Begriffs Nachhaltigkeit im touristischen Kontext
- Vorstellung relevanter Zertifizierungssysteme (DEHOGA, VDR, EMAS)
- Untersuchung des nachhaltigen Reiseverhaltens der deutschen Bevölkerung
- Bewertung der Vor- und Nachteile von Umweltsiegeln aus Sicht der Hotellerie
- Beurteilung des wirtschaftlichen Einsparungspotenzials durch Umweltmanagement
Auszug aus dem Buch
3.3 Eco-Management and Audit Scheme
Eco-Management and Audit Scheme, kurz EMAS, gibt es bereits seit 1995 und steht für eine kontinuierliche Verbesserung von nachhaltigem Unternehmensmanagement. Die Umweltzertifizierung ist auch bekannt als Öko-Audit oder zu Deutsch EG-Umwelt-Audit Verordnung. Es ist nicht zu verwechseln mit der DIN EN ISO 14001. Sie ist ein Bestandteil von EMAS, jedoch enthält EMAS weitere Aspekte speziell in Bezug auf die Veröffentlichung der Daten. EMAS kann innerhalb der Europäischen Union für alle Organisation jeder Branche angewendet werden. Bei diesem Verfahren gibt es einen grundlegenden Unterschied zu den zwei vorherig vorgestellten Zertifizierungen: Es gibt keine vorgeschriebenen Richtlinien oder Grenzwerte in Bezug auf die Umweltbelastungen wie zum Beispiel CO2-Austöße. Viel mehr wird auf die Eigenverantwortlichkeit, das Festlegen und Erfüllen eigener Ziele Wert gelegt. Somit liegt es in der Hand jeder einzelnen Organisation inwiefern sie die Säulen der Nachhaltigkeit berücksichtigen.
Um an der Verordnung teilnehmen zu können müssen sich die Unternehmen bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer registrieren lassen. Hierbei muss sich jeder Standort einzeln bewerben auch wenn diese einer gemeinsamen Organisation angehören. Insgesamt haben sich in Deutschland bis Ende 2015 1216 Organisationen bzw. 2031 Standorte registrieren lassen. Speziell in der Beherbergung ist ein starker Zuwachs zu verzeichnen. Die Zahl der Organisationen hat sich in dieser Branche von Ende 2010 bis Ende 2015 von 55 auf 107 Organisationen knapp verdoppelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Wachstum des Tourismus in Deutschland und die wachsende Bedeutung des Umweltbewusstseins, wobei die zentrale Forschungsfrage nach dem Nutzen von Umweltsiegeln für Hoteliers aufgeworfen wird.
2. Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen, indem die Begriffe „nachhaltiger Tourismus“ und „Umweltsiegel“ definiert werden, um eine einheitliche Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Beispiele Umweltsiegel: Hier werden drei bekannte Zertifizierungssysteme – DEHOGA Umweltcheck, Certified Green Hotel und EMAS – im Detail hinsichtlich ihrer Kriterien und Kosten vorgestellt.
4. Die Bedeutung von nachhaltigem Reisen in Deutschland: Das Kapitel analysiert das Interesse der deutschen Reisenden an Nachhaltigkeit und identifiziert Barrieren, die trotz des Trends zu einem umweltbewussteren Verhalten führen.
5. Die Bedeutung von Umweltsiegeln in der Hotellerie: Hier werden die Vor- und Nachteile von Umweltsiegeln für den Hotelier und Gast abgewogen, wobei insbesondere Marketingaspekte und Kosteneffekte im Fokus stehen.
6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Vorteile der Zertifizierung überwiegen und diese als strategischer Wettbewerbsvorteil genutzt werden kann, sofern das Potenzial durch gezieltes Marketing ausgeschöpft wird.
Schlüsselwörter
Nachhaltiger Tourismus, Umweltsiegel, Hotelmanagement, DEHOGA Umweltcheck, Certified Green Hotel, EMAS, Umweltmanagement, Zertifizierung, Reiseverhalten, Nachhaltigkeit, Energiebilanz, Kosteneinsparung, Wettbewerbsvorteil, Umweltschutz, Hotellerie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und den Nutzen von Umweltsiegeln für Hotels in Deutschland, um zu bewerten, ob sich eine entsprechende Zertifizierung für den Hotelier auszahlt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Definition von Nachhaltigkeit im Tourismus, die Vorstellung gängiger Siegel, das Reiseverhalten der Kunden sowie die ökonomische und strategische Bewertung von Zertifizierungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage dieser Untersuchung?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob sich die Einführung eines Umweltsiegels für einen Hotelier lohnt und inwiefern diese für ein erfolgreiches Hotel notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, um bestehende Definitionen, Zertifizierungskriterien und Studien zum Reiseverhalten zu vergleichen und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsdefinitionen geklärt, danach drei spezifische Umweltsiegel (DEHOGA, VDR, EMAS) vorgestellt und schließlich die Bedeutung von nachhaltigem Reisen sowie die Vor- und Nachteile der Zertifizierung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind nachhaltiger Tourismus, Umweltsiegel, Hotellerie, Umweltmanagement und strategischer Wettbewerbsvorteil.
Was unterscheidet das EMAS-Konzept von den anderen vorgestellten Siegeln?
Im Gegensatz zu den anderen Siegeln schreibt EMAS keine spezifischen Grenzwerte für Umweltbelastungen vor, sondern legt den Fokus auf die Eigenverantwortung und eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse.
Warum lehnen viele Hoteliers trotz des Interesses der Gäste eine Zertifizierung ab?
Ein häufiger Grund ist die Sorge vor zu hohen Kosten, wobei die Arbeit argumentiert, dass diese im Verhältnis zum Einsparungspotenzial durch effizientere Betriebsabläufe betrachtet werden sollten.
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- Sabrina Ullrich (Author), 2017, Die Bedeutung von Umweltsiegeln in der Hotellerie Deutschlands für Hotelier und Gast, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418730