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Die Kunstproblematik in Goethes "Wahlverwandtschaften"

Titel: Die Kunstproblematik in Goethes "Wahlverwandtschaften"

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sascha Himmelsbach (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Das Nachahmen selbst ist den Menschen angeboren – es zeigt sich von Kindheit an, und der Mensch unterscheidet sich dadurch von den übrigen Lebewesen.“ Diese These stellt Aristoteles in seinem epochebildenden Werk „Poetik“ auf und scheint damit auch noch heutzutage – weit über 1500 Jahre später – eine wichtige Tatsache zu beleuchten: Der Mensch ist schon seit seiner Entstehung ein reflektierendes und gleichzeitig projizierendes Wesen, welches seine Umwelt stets durch das eigene Verhalten wahrnimmt.

Es scheint also kein Wunder, dass die Kunst – und die Definition des Begriffes selbst – seit jeher kontrovers unter Menschen diskutiert wird, stellt diese sich doch als abstrakte Trennwand zwischen Mensch und nachzuahmende Umwelt. Auch in den großen Medien der heutigen Zeit wird der Kunstbegriff noch vehement besprochen. Diesem wird dabei, trotz einiger Orientierungsprobleme, immer noch ein großer Einfluss auf die Gesellschaft eingeräumt.

Unter dem gerade genannten Gesichtspunkt wird sich diese Hausarbeit der Kunstproblematik in den „Wahlverwandtschaften“ von Johann Wolfgang Goethe widmen und somit ein Spätwerk eines der bedeutendsten deutschen Autoren behandeln.
Besagtes Werk passt vortrefflich zu dieser Thematik, da es selbst mit dem Kunstbegriff spielt, eine herausstechend bildhafte Sprache vorzuweisen hat und Goethe in ihm all seine gereiften Ansichten – teils auch gegen das Verlangen des eigentlichen Publikums – manifestieren konnte. Die Suche nach einer von Goethe angelegten Kunstproblematik wird dabei, um das bestmögliche Verständnis für den Leser der Hausarbeit zu gewähren, vom großen Ganzen ins Detail gehen.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Das Problem mit dem Kunstbegriff

II. Die Figuren in den „Wahlverwandtschaften“: Dilettanten auf mehreren Ebenen

III. Die Tableaux Vivants als Kunst ohne Künstler

a. Ottilie konzipiert zwischen Künstler und Kunstwerk

IV. Die Perspektive als höchste Instanz der Wahrnehmung

V. Schlusswort mit Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Kunstproblematik in Johann Wolfgang Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Phänomen des Dilettantismus, die ästhetische Form der „Tableaux Vivants“ sowie die erzählerische Perspektive dazu beitragen, den Roman als vielschichtiges Konstrukt zu etablieren, das tradierte Kunstbegriffe hinterfragt und verschiedene Wahrnehmungsebenen zulässt.

  • Dilettantismus als zentrales Merkmal der Romanfiguren
  • Die Funktion und Wirkung von „Tableaux Vivants“
  • Ottilies Rolle zwischen Lebewesen und Kunstwerk
  • Perspektivismus und die Rolle des unzuverlässigen Erzählers
  • Wechselwirkungen zwischen Natur, Kunst und menschlichem Handeln

Auszug aus dem Buch

II. Die Figuren in den „Wahlverwandtschaften“: Dilettanten auf mehreren Ebenen

„Beim Dilettantismus ist der Schaden immer größer als der Nutzen.“ Diese zweifelsfrei negativ konnotierte Aussage von Goethe leitet nicht nur das erste analysierende Kapitel dieser Hausarbeit ein, sondern weist zugleich auf eine wichtige Begebenheit des Romans hin: Das allgegenwärtige Laientum der Hauptfiguren, welches sie in diversen künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen innerhalb des Werkes repräsentieren.

Ein Dilettant wird dabei, in dem hier untersuchten Kontext, als ein Liebhaber einer Kunstform (oder Wissenschaft) verstanden, welcher sich mit der jeweiligen Materie beschäftigt, ohne eine adäquate Ausbildung oder berufsmäßige Erfahrung in ihr aufweisen zu können. Doch auch wenn der Fokus dieses Textes – wegen der ausgesuchten Leitthematik – auf dem künstlerischen Aspekt dieser Definition liegt, bietet es sich unterstützend an, das Verhalten einiger Figuren in wissenschaftlichen Diskussionen genauer zu untersuchen, um daraus verschiedene Muster ableiten zu können.

Gleich zu Beginn des Romans wird dem Leser die Figur der Eduards vorgestellt, welche ironisch anmutend als „reiche[r] Baron im besten Mannesalter“ charakterisiert wird. Diese Umschreibung deutet direkt auf die dilettantische Grundhaltung Eduards hin, der, wohlhabend geboren, keinerlei Expertenwissen aufweisen kann. So ist nicht nur sein Flötenspiel, der mangelnden Geduld wegen, schlecht ausgebildet, sondern auch sein Verhältnis zur Natur – welches, laut Forschern, von Goethe als elementar wichtig für den Künstler und dessen Kunstverständnis verstanden wurde – als hochgradig fragil anzusehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Das Problem mit dem Kunstbegriff: Dieses Kapitel führt in die Leitthematik ein und verortet die Kunstproblematik in Goethes Spätwerk im Kontext menschlichen Nachahmungstriebs und dilettantischer Grundhaltungen.

II. Die Figuren in den „Wahlverwandtschaften“: Dilettanten auf mehreren Ebenen: Hier wird das Laientum der Hauptcharaktere analysiert, wobei besonders Eduards und Charlottes distanzloser Umgang mit Kunst und Natur als dilettantisch hervorgehoben wird.

III. Die Tableaux Vivants als Kunst ohne Künstler: Das Kapitel untersucht die „Lebendigen Bilder“ als gesellschaftliches Phänomen, das bekannte Kunstwerke nachahmt und die Figuren in eine künstliche, bisweilen fatale Inszenierung drängt.

a. Ottilie konzipiert zwischen Künstler und Kunstwerk: Dieser Unterpunkt analysiert Ottilies spezifische Sonderstellung als eine Figur, die selbst zunehmend Züge eines Kunstwerks annimmt und sich in einer tragischen Entsagung vom Weltlichen verliert.

IV. Die Perspektive als höchste Instanz der Wahrnehmung: Hier wird die Rolle des unzuverlässigen Erzählers und die bewusste Anlage multipler Perspektiven thematisiert, die eine eindeutige Interpretation des Romans erschweren.

V. Schlusswort mit Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die „Wahlverwandtschaften“ aufgrund ihrer vielschichtigen Anlage den Leser zur aktiven, mehrfachen Auseinandersetzung mit dem Text zwingen.

Schlüsselwörter

Wahlverwandtschaften, Johann Wolfgang Goethe, Dilettantismus, Kunstproblematik, Tableaux Vivants, Ottilie, Erzählperspektive, Ästhetik, Literaturwissenschaft, Bildhaftigkeit, Rezeption, Romananalyse, Laientum, Werkanalyse, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Kunstproblematik in Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ und beleuchtet, wie der Autor das Verhältnis von Kunst, Leben und menschlicher Wahrnehmung gestaltet.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Dilettantismus der Romanfiguren, der Wirkung der Tableaux Vivants, der besonderen Rolle Ottilies sowie der Bedeutung erzählerischer Perspektiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Roman keine eindeutige, dogmatische Deutung zulässt, sondern durch eine komplexe Konstruktion unterschiedliche Lesarten ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse, die zentrale Begriffe des Dilettantismus und der Erzähltheorie auf das Primärwerk anwendet und durch Forschungsliteratur stützt.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Handlungsweisen der Figuren, die Inszenierung lebender Bilder und wie das Zusammenspiel dieser Elemente den tragischen Verlauf der Geschichte beeinflusst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Titel des Primärwerks sind „Dilettantismus“, „Tableaux Vivants“ und „Perspektivismus“ die zentralen analytischen Leitbegriffe.

Warum wird Ottilie in der Arbeit als Sonderfall betrachtet?

Ottilie wird analysiert, da sie im Gegensatz zu den anderen Figuren eine zunehmende „Bildhaftigkeit“ entwickelt und ihr Wesen mehr Parallelen zu einem Kunstwerk als zu einem eigenständigen Menschen aufweist.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zum Erzählstil?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Erzähler als unzuverlässig einzustufen ist und durch seine eigene, teils dilettantische Wiedergabe der Ereignisse die Wahrnehmung des Lesers bewusst manipuliert.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kunstproblematik in Goethes "Wahlverwandtschaften"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Universität)
Veranstaltung
Goethe, Die Wahlverwandtschaften
Note
1,3
Autor
Sascha Himmelsbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V418760
ISBN (eBook)
9783668677166
ISBN (Buch)
9783668677173
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Wahlverwandtschaften Hausarbeit Faust Kunst Problematik Kunstproblematik Verstehen Wissen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Himmelsbach (Autor:in), 2017, Die Kunstproblematik in Goethes "Wahlverwandtschaften", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418760
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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