Der Roman "Always Coca-Cola" von Alexandra Chreiteh erschien im Jahr 2009 in Beirut. Der Name des Buchs setzt sich aus den Markennamen always, ein Damenhygieneprodukt, und Coca-Cola, dem Erfrischungsgetränk, zusammen. Die Geschichte handelt vom Leben dreier Freundinnen im modernen Beirut. Die Erzählerin Abir Ward (zu Deutsch: ,,Duft der Rose") entstammt einer traditionellen libanesischen Familie und ist Studentin an der LAU (Lebanese American University). Die Rumänin Jana hat sich vor ein paar Monaten von ihrem Mann getrennt, arbeitet als Model fiir Coca-Cola und hat eine Beziehung mit einem Manager des Unternehmens.
ln der vorliegenden Arbeit wird zunächst darauf eingegangen, welche Themen der Text aufgreift und wie er diese präsentiert. Anschließend soll die Stilistik des Textes analysiert werden. Des Weiteren soll erörtert werden, welchem Genre das Buch zugeordnet werden kann. Kurz soll auch auf biografische Bezüge in der Erzählung eingegangen werden. Darüber hinaus wird dargestellt, welche Schwierigkeiten Battermann bei der Übersetzung des Texts antraf, um im Anschluss zu erläutern, wie sie diese gelöst hat. Abschließend wird geschildert, wie der Roman nach seiner Erscheinung aufgenommen wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thematik
2.1 Balance zwischen Tradition und Moderne
2.2 Weiblichkeit
2.2.1 Reinheit
2.2.2 Schönheit
2.2.3 Verhaltensregeln
2.3 Sexualität
2.4 Identität
3. Stilistische Analyse
3.1 Äußere Aufmachung
3.2 Struktur
3.3 Sprache
3.4 Wortwahl
4. Einordnung
4.1 Kontext
4.2 ChickLit
5. Biografische Bezüge
6. Die deutsche Übersetzung
7. Resonanz
7.1 Im Westen
7.2 In der arabischen Welt
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den Roman "Always Coca-Cola" von Alexandra Chreiteh hinsichtlich seiner thematischen Auseinandersetzung mit der Identitätsfindung junger Frauen im modernen Libanon und der Spannung zwischen traditionellen Werten und westlichem Konsumverhalten.
- Spannungsfeld zwischen libanesischer Tradition und westlicher Moderne
- Konstruktion von Weiblichkeit, Schönheit und gesellschaftlichen Verhaltensregeln
- Stilistische Analyse der Erzählweise und Symbolik (insb. Markenmotive)
- Einordnung des Werks in den Kontext arabischer feministischer Literatur
- Autobiografische Bezüge und die Herausforderungen der literarischen Übersetzung
Auszug aus dem Buch
2.1 Balance zwischen Tradition und Moderne
Der Libanon liegt zwar in der arabischen Welt, jedoch ist das Land stark westlich geprägt. Westliche Einflüsse wie etwa die europäische Café-Kultur oder amerikanische Handelsmarken haben sich dort längst integriert. Die bürgerliche Mittelklasse prosperiert und macht aus Beirut eine Weltstadt mit zwei Gesichtern: eine verwestlichte arabische Stadt. Diese Spannung zwischen Tradition und Moderne, mit der sich junge libanesische Frauen aus der Mittelklasse konfrontiert sehen, vermittelt Chreiteh in ihrem Roman sehr deutlich.
Schon auf den ersten Seiten des Buchs spürt der Leser diese Spannung. In einer prologähnlichen Geschichte erzählt Abir, dass ihre Mutter während ihrer Schwangerschaft nur einmal Schwangerschaftsgelüste hatte, und zwar nach Coca-Cola. Doch Abirs Vater verbot ihr strikt diese zu trinken, da er die Marke in Verbindung mit der Politik Amerikas brachte, und die lehnte er ab. Das Verbot rief jedoch genau den Makel hervor, vor dem ihr Vater sie eigentlich schützen wollte: Abir trägt ein Muttermal in Form einer Coca-Cola-Flasche zwischen den Schulterblättern. Die Marke Coca-Cola als das Konsumprodukt der Moderne ist ein ständig wiederkehrendes Motiv im Buch und dringt bis in die intimsten Bereiche von Abir vor: beim morgendlichen Blick in den Spiegel z.B. sieht sie hinter sich eine Reklametafel, auf der eine überdimensionale Coca-Cola Flasche abgebildet ist. Selbst während ihrer Vergewaltigung blickt sie über die Schulter ihres Peinigers auf ein Werbeplakat des Unternehmens. Doch auch andere globale Markennamen sind allgegenwärtig, z.B. Starbucks oder Always. Die Globalisierung ist also deutlich zu spüren und wird dabei indirekt kritisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Romans, der Autorin sowie der Zielsetzung und methodischen Vorgehensweise der Analyse.
2. Thematik: Untersuchung der Identitätskonflikte zwischen Tradition und Moderne sowie die Dekonstruktion von Weiblichkeit und Sexualität.
3. Stilistische Analyse: Analyse der äußeren Buchgestaltung, der Erzählstruktur, der Sprache und der spezifischen Wortwahl der Autorin.
4. Einordnung: Kontextualisierung des Romans in der zeitgenössischen arabischen Literatur und Diskussion der Klassifizierung als "ChickLit".
5. Biografische Bezüge: Darstellung der Parallelen zwischen dem Leben der Autorin und den Protagonistinnen sowie der Erzählperspektive.
6. Die deutsche Übersetzung: Erörterung der sprachlichen und kulturellen Herausforderungen bei der Übertragung des Werks ins Deutsche.
7. Resonanz: Gegenüberstellung der Rezeption des Werks in westlichen Medien und in der arabischen Welt.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Identitätsfrage im Libanon und der Bedeutung des Romans als feministisches Werk.
Schlüsselwörter
Always Coca-Cola, Alexandra Chreiteh, Identitätsfindung, Libanon, Weiblichkeit, Tradition und Moderne, Feminismus, Literaturanalyse, Konsumgesellschaft, Jungfräulichkeit, Übersetzungsanalyse, arabische Literatur, gesellschaftliche Repression, Geschlechterrollen, Körperbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Roman "Always Coca-Cola" der libanesischen Autorin Alexandra Chreiteh und analysiert, wie das Buch die Identitätsfindung junger Frauen im Kontext einer zwischen Tradition und Moderne schwankenden libanesischen Gesellschaft darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Globalisierung und Konsumkultur, die gesellschaftlichen Erwartungen an libanesische Frauen (Weiblichkeit, Reinheit, Jungfräulichkeit) sowie die Spannung zwischen individueller Freiheit und patriarchalischen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Autorin durch eine spezifische Erzählweise und Symbolik gesellschaftliche Missstände thematisiert und dabei sowohl westliche als auch traditionelle Einflüsse kritisch beleuchtet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans inhaltlich und stilistisch untersucht, ergänzt durch einen Vergleich mit der deutschen Übersetzung und der Rezeptionsgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine thematische Analyse (Weiblichkeit, Identität, Sexualität), eine stilistische Untersuchung (Struktur, Sprache, Wortwahl), eine literarische Einordnung, biografische Hintergründe sowie eine Analyse der Übersetzungsherausforderungen und der internationalen Rezeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Identitätsfindung, Weiblichkeit, Tradition und Moderne, Konsumgesellschaft, arabischer Feminismus und Geschlechterrollen.
Welche Rolle spielt die Marke Coca-Cola im Roman?
Die Marke fungiert als leitendes Symbol für die westlich geprägte Konsummoderne, die bis in die intimsten Lebensbereiche der Protagonistin Abir eindringt und sowohl als Identifikationsmerkmal als auch als negativer Einflussfaktor dargestellt wird.
Wie geht die Autorin mit dem Thema Menstruation um?
Chreiteh bricht ein Tabu, indem sie im Roman sehr offen und im "Hocharabischen" über Menstruation spricht, was ihre Kritik an der Sexualisierung und Verherrlichung des weiblichen Körpers unterstreicht.
Wie bewertet der Autor die deutsche Übersetzung?
Die Übersetzung wird als insgesamt sehr gelungen bewertet, obwohl die Übersetzerin vor großen Herausforderungen stand, wie etwa der Übertragung von Wortspielen und der besonderen zynischen Sprachfärbung des Originals.
Was ist das Fazit zur Einordnung des Buches?
Die Arbeit ordnet den Roman der modernen arabischen feministischen Literatur zu, lehnt jedoch eine pauschale Kategorisierung als "Frauenliteratur" oder "ChickLit" ab, da diese Begriffe das Werk unter Wert darstellen könnten.
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- Anonym (Author), 2016, Analyse von Alexandra Chreitehs Erstlingswerk "Always Coca-Cola", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418778