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Das koptische Recht II

Koptische Rechtsurkunden als Quellen eines eigenen Rechts?

Título: Das koptische Recht II

Libro Especializado , 2018 , 74 Páginas

Autor:in: Doktor Wolfgang Boochs (Autor)

Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho
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Bislang liegen nur wenige Untersuchungen zum koptischen Recht vor. Dies liegt einerseits an der geringen Anzahl der uns überlieferten und auch edierten und publizierten koptischen Rechtsurkunden, andererseits an der Art der Urkunden selbst.

Dieses Fachbuch beschäftigt sich mit koptischen Rechtsurkunden. Unter koptischen Rechtsurkunden versteht man allgemein in koptischer Sprache abgefasste Urkunden des 6. bis 10 Jahrhunderts n.Chr. Derzeit stehen uns einschließlich der Steuerquittungen ca. 1700 editierte koptische Rechtsurkunden für eine Untersuchung zur Verfügung.

Bei den erforderlichen rechtsvergleichenden Betrachtungen stellt sich die Frage nach der rechtlichen Substanz und Basis der koptischen Rechtsurkunden. Bei der Beantwortung der Frage gibt es verschiedene unterschiedliche Lösungsansätze. Während Mitteis in den koptischen Urkunden vorrömische Rechtstraditionen erkennen will, sieht Walter Selb in den koptischen Rechtsurkunden trotz des Zwischenraumes von einem oder zwei Jahrhunderten eine unmittelbare Verbindung zum demotischen und damit letztlich auch zum altägyptischen Recht. Grundsätzlich gilt, dass für Ägypten ein Rechtspluralismus festzustellen ist, wonach ägyptisches, griechisches bzw. byzantinisches und später römisches Recht eigenständig nebeneinander bestanden. Die Gründe für diesen Rechtspluralismus lagen nach Rupprecht in der fortdauernden Trennung zwischen den Bevölkerungsschichten und dem Fehlen einer auf ihre Zusammenführung gerichteten Politik. So waren die einzelnen Bevölkerungsgruppen in Ägypten bei der Wahl des anzuwendenden Rechts im Einzelfall frei.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. Allgemeines

B. Definition und Inhalt koptischer Rechtsurkunden

C. Rechtsquellen und Urkundenwesen

D. Tabellionen-Urkunde

a) Einführung (Aktpräskript)

b) Hauptteil

c) Unterschrift und Beglaubigung

d) Kompletionsvermerk und Subskriptionen der Zeugen

E. Personenrecht

I.Hierodulenurkunden

II.Eheurkunden

III. Scheidungen

F. Sachenrecht

G. Schuldverhältnisse, Haftungsverhältnisse

I.Darlehen und Pfandverträge

II.Bürgschaft

III. Kauf und Tausch

IV. Schenkungen

V. Miete und Pacht

VI.Dienst-,Werk- und Arbeitsverträge

H.Stellvertretung

I. Erbrecht

J. Prozessrecht

K. Koptisches Steuerrecht und koptische Finanzverwaltung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das koptische Recht anhand der überlieferten Rechtsurkunden aus dem 6. bis 10. Jahrhundert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Urkunden als Quellen eines eigenständigen koptischen Rechtssystems anzusehen sind oder ob sie primär byzantinische und römische Rechtstraditionen fortführen.

  • Analyse der Tabellionen-Urkunde als zentrale Form des Urkundenwesens.
  • Untersuchung des Personen-, Sachen- und Erbrechts sowie von Schuldverhältnissen.
  • Betrachtung von Eheurkunden, Schenkungen und Arbeitsverträgen.
  • Diskussion zur Rolle des Rechtspluralismus und Einflüssen der arabischen Verwaltung.

Auszug aus dem Buch

A. Allgemeines

Bislang liegen nur wenige Untersuchungen zum koptischen Recht vor. Dies liegt einerseits an der geringen Anzahl der uns überlieferten und auch edierten und publizierten koptischen Rechtsurkunden, andererseits an der Art der Urkunden selbst.

Unter koptischen Rechtsurkunden versteht man allgemein in koptischer Sprache abgefasste Urkunden des 6. bis 10 Jahrhunderts n.Chr. Derzeit stehen uns einschließlich der Steuerquittungen ca. 1700 editierte koptische Rechtsurkunden für eine Untersuchung zur Verfügung.

Die Forschungsgeschichte zu den koptischen Rechtsurkunden ist in besonderer Weise mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien und Namen wie Krall (1857-1905), Walter C. Till (1894-1963) sowie Artur Steinwenter (1888-1959) und deren rechtsgeschichtlich Arbeiten verbunden. Zur gleichen Zeit befasste sich in den USA A. Arthur Schiller (1902-1977) an der Columbia-University mit koptischen Rechtsurkunden.

Mit dem Rechtsgebiet der koptischen Rechtsurkunden verwandt ist die juristische Papyrusforschung. Diese befasst sich unter der Bezeichnung Recht im gräko-römischen Ägypten fast ausschließlich mit in griechischer oder lateinischer Sprache verfassten juristischen Texten oder Geschäftsurkunden unter bewusster Ausschaltung von demotischen und koptischen Texten, obwohl die letzteren auch wichtige Faktoren für die Erforschung der ägyptischen Rechtsgeschichte von der Ptolemäerzeit bis zur arabischen Eroberung und darüber hinaus bis ins 10. Jahrhundert darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Allgemeines: Einführung in die Forschungsgeschichte und den Stand der Quellenlage zu koptischen Rechtsurkunden.

B. Definition und Inhalt koptischer Rechtsurkunden: Definition der Urkunden als juristische Texte in koptischer Sprache sowie Überblick über deren inhaltliche Ausrichtung.

C. Rechtsquellen und Urkundenwesen: Erörterung der sprachlichen und regionalen Verteilung sowie der materiellen Beschaffenheit der Urkunden.

D. Tabellionen-Urkunde: Detaillierte Analyse des Formaufbaus der gebräuchlichsten Urkundenform.

E. Personenrecht: Überblick über die Rechtsstellung natürlicher Personen, Eherecht und Hierodulenurkunden.

F. Sachenrecht: Erläuterung der Eigentumsbegriffe, Besitzverhältnisse und der Miteigentumsstrukturen.

G. Schuldverhältnisse, Haftungsverhältnisse: Darstellung des Haftungsprinzips, Darlehensverträge, Pfandrecht und Bürgschaften.

H.Stellvertretung: Erläuterung der Vertretungsverhältnisse in privatrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Kontexten.

I. Erbrecht: Analyse der gesetzlichen Erbfolge, Testamente und Erbteilungsregelungen.

J. Prozessrecht: Untersuchung der Formen der Streitbeilegung und der Rolle richterlicher Beamter.

K. Koptisches Steuerrecht und koptische Finanzverwaltung: Überblick über die Besteuerung in der nacharabischen Zeit.

Schlüsselwörter

Koptisches Recht, Rechtsurkunden, Tabellionen-Urkunde, Papyrusforschung, Ägypten, byzantinisches Recht, Erbteilungsurkunde, Schuldrecht, Bürgschaft, Hierodulen, Schenkung, Testamente, Prozessrecht, Steuerrecht, Rechtspluralismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem koptischen Recht zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert, basierend auf den überlieferten Rechtsurkunden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind das Personen- und Sachenrecht, Schuldverhältnisse, das Erbrecht sowie das Prozessrecht der koptischen Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die rechtswissenschaftliche Analyse, ob und inwieweit die koptischen Urkunden ein eigenständiges Rechtssystem widerspiegeln oder byzantinisch-römische Einflüsse dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine rechtsgeschichtliche und rechtsvergleichende Untersuchung des edierten Urkundenmaterials, unter Rückgriff auf die juristische Papyrusforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach Rechtsgebieten (Personen-, Sachen-, Schuld-, Erbrecht und Prozessrecht) und analysiert die jeweils zugrunde liegenden Urkundenformen und Klauseln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Koptisches Recht, Rechtsurkunden, Tabellionen-Urkunde, Rechtspluralismus, Erbrecht und Bürgschaftsrecht.

Was unterscheidet koptische von byzantinischen Urkunden?

Koptische Urkunden waren oft zweisprachig und dienten primär der außergerichtlichen Streitbeilegung in dörflichen Strukturen, während sie in der Form byzantinischen Notariatsmustern folgten.

Welche Rolle spielten Klöster im koptischen Rechtsleben?

Klöster fungierten nicht nur als Archiv für Urkunden, sondern traten selbst als Parteien in Verträgen, Schenkungen und bei der Erziehung von Hierodulen auf.

Wie wurde eine Scheidung vollzogen?

Scheidungen konnten einseitig oder einvernehmlich ohne sakrale Instanz vollzogen werden; Scheidungsbriefe waren dabei keineswegs obligatorisch.

Wie wurde ein Erbfall bei Kindern geregelt?

Es gab ein gesetzliches Erbrecht der Abkömmlinge, wobei der Erstgeborene keine Bevorzugung erfuhr, wohl aber männliche Erben gegenüber weiblichen bevorzugt wurden.

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Detalles

Título
Das koptische Recht II
Subtítulo
Koptische Rechtsurkunden als Quellen eines eigenen Rechts?
Autor
Doktor Wolfgang Boochs (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
74
No. de catálogo
V418864
ISBN (Ebook)
9783668677777
ISBN (Libro)
9783668677784
Idioma
Alemán
Etiqueta
recht koptische rechtsurkunden-quellen rechts
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Doktor Wolfgang Boochs (Autor), 2018, Das koptische Recht II, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418864
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