Dieses Referat legt das Kreuzlied, Untergattung des Minnesangs, dar und analysiert die drei im Untertitel explizit genannten Kreuzlieder.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Kreuzlied: Die Liebe zu Gott
2. Geschichte Kreuzzüge
3. Friedrich von Hausen „Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden..“
4. Albrecht von Johansdorf „Die hinnen varn, die sagen durch got...“
5. Hartmann von Aue „Ich var mit iuwern hulden, herren unde mâge...“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Genre des Kreuzliedes im Kontext des mittelalterlichen Minnesangs, wobei insbesondere die Spannung zwischen christlicher Gottesminne und weltlicher Frauenminne sowie die ideologische Rechtfertigung der Kreuzzüge im Fokus stehen.
- Historische Genese und Definition des Kreuzliedes als „bewaffnete Wallfahrt“.
- Die moralisch-theologische Paradoxie der Kreuzzüge zwischen Todessünde und Sündenablass.
- Analyse der Kreuzlyrik am Beispiel von Friedrich von Hausen, Albrecht von Johansdorf und Hartmann von Aue.
- Untersuchung der personalisierten Dichtersprache des lyrischen Ichs im mittelalterlichen Kontext.
- Reflexion des Feindbildes und des Aufeinandertreffens von christlichen und muslimischen Kulturen.
Auszug aus dem Buch
Friedrich von Hausen „Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden..“ 1188/1189
Überlieferung! wegen starker Eingriffe des C-Schreibers (Große Heidelberger bzw. Manessische Liederhandschrift) in die Reimgestaltung der Lieder Handschrift B (Weingartner (Stuttgarter) Liederhandschrift als Textgrundlage,
-Echtheit der letzten Strophe mit dem ‚Sommer von Trier‘ ist umstritten (1-3;4. Strophe) da Stil aus höfisch korrekten Ton seiner Lieder herausfalle; Deutung sumer a) Trier Sommer als ein schlechter verrufen gewesen b) Sumer sei ein Mann, ein bekannter törichter und unzuverlässiger Gesell
-Motiv und auch Ton scheinen von Conon de Béthunes 1. Kreuzliedstrophe von 1187/8 zu stammenDatierung möglich
-Wiedergabe der Melodie in moderner Notenschrift
-Abgesang Reimstellung baab
-wort=Lied des Dichters
I: Zwiespalt zwischen dem lyrischen Ich und seinem Herzen
Zusammenfassung der Kapitel
Das Kreuzlied: Die Liebe zu Gott: Dieses Kapitel definiert das Kreuzlied als literarische Gattung und beleuchtet die historische Verknüpfung von Wallfahrt und bewaffnetem Kampf.
Geschichte Kreuzzüge: Hier wird der historische Hintergrund der Kreuzzugsbewegung ausgehend vom Konzil von Clermont sowie die Entwicklung der Kreuzzugspoetik über 200 Jahre skizziert.
Friedrich von Hausen „Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden..“: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der Überlieferung und des inhaltlichen Aufbaus dieses spezifischen Kreuzliedes, das den Zwiespalt eines Kreuzfahrers thematisiert.
Albrecht von Johansdorf „Die hinnen varn, die sagen durch got...“: Diese Sektion behandelt die religiöse Argumentation des Autors, der den Kreuzzug als notwendigen Dienst an Gott und als Schutz für den Glauben darstellt.
Hartmann von Aue „Ich var mit iuwern hulden, herren unde mâge...“: Das Kapitel widmet sich der schwierigen Datierung und Interpretation des sogenannten „Saladin-Verses“ und der Abkehr des lyrischen Ichs vom weltlichen Minnesang.
Schlüsselwörter
Kreuzlied, Minnesang, Gottesminne, Frauenminne, Kreuzzüge, Bewaffnete Wallfahrt, Mittelalter, Friedrich von Hausen, Hartmann von Aue, Albrecht von Johansdorf, Feindbild, Sündenablass, Literaturwissenschaft, Lyrik, Christentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Gattung des mittelalterlichen Kreuzliedes und die damit verbundene Verbindung von religiöser Hingabe und militärischem Konflikt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Entstehung der Kreuzzugsdichtung, das Ritterideal, die Rolle der Kirche bei der Legitimation von Kriegen und die spezifische Sprachgestaltung in den untersuchten Werken.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, die Entwicklung und die thematischen Schwerpunkte der Kreuzlyrik anhand exemplarischer Texte des 12. Jahrhunderts zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philologische Untersuchungen der Überlieferung (Handschriften) mit inhaltlichen und motivgeschichtlichen Fragestellungen verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Werke von Friedrich von Hausen, Albrecht von Johansdorf und Hartmann von Aue formal und inhaltlich interpretiert.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Kreuzlied, Gottesminne, Kreuzzug, mittelalterliche Lyrik und das Spannungsfeld zwischen weltlicher und geistlicher Liebe.
Welche Bedeutung hat das Feindbild in der Kreuzzugslyrik?
Das Feindbild dient der Abgrenzung und Identitätsstiftung der christlichen Gemeinschaft gegenüber Muslimen, was zentral für die moralische Einordnung der Kreuzfahrt ist.
Wie wird das Paradoxon des „bewaffneten Gotteswillens“ gelöst?
Das Paradoxon wird durch die Neudefinition des Rittertums gelöst, bei dem der Kampf als Dienst am „Lehnherrn“ Gott verstanden wird, was dem Kämpfer Sündenablass ermöglicht.
- Citation du texte
- Alexandra Priesterath (Auteur), Marnie Kaven (Auteur), 2018, Das Kreuzlied "Die Liebe zu Gott". Kurzer Vergleich dreier Kreuzzugsdichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418933