Identifikationsprobleme und Geschlechterrollenverständnis in Adrienne Kennedys Funnyhouse of a Negro


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Sarahs Identifikationsprobleme aufgrund ihrer Hautfarbe
2.1 Bedeutung von Haaren
2.2 Symbolik von Schwarz und Weiß

3 Sarahs Geschlechterrollenverständnis
3.1 Beziehung zu Vater/ Mutter
3.2 Sarahs Wahl ihrer Persönlichkeiten

4 Ausweglosigkeit der Situation
4.1 Das Funnyhouse als Gefängnis
4.2 Selbstmord

5 Schlussbetrachtung

Literaturangabe

1 Einleitung

Adrienne Kennedys einaktiges Theaterstück Funnyhouse of a Negro, koproduziert von Edward Albee im New Yorker East End Theatre gewann den Obie Award als bestes Off-Broadway Play.

Das Drama stellt nicht nur hohe Ansprüche an den Zuschauer, sondern auch an die Schauspieler. So konstatiert die Schauspielerin Billie Allan, die in der Kahn-Produktion von Funnyhouse of a Negro die Hauptprotagonistin Sarah spielt, im Interview mit Bryant-Jackson und Overbeck, Adrienne Kennedys Texten intensive und hohe physische, emotionale und psychologische Ansprüche an die Darsteller.[1]

In Dramen existieren zwei Ebenen, eine Handlungsebene und eine Ebene der allegorischen Bedeutung, die in diesem Drama besonders komplex ist.

Bei der Analyse ist es aufgrund der vielfältig angelegten Symbolik des Dramas nicht sinnvoll, sich nur auf ein bestimmtes Motiv zu beschränken, weil man sonst der Komplexität des Stückes nicht gerecht zu werden vermag. Andererseits wäre es zu umfangreich, alle Aspekte in Betracht zu ziehen. Aus diesem Grund beschränkt sich die Hausarbeit auf die Motive, die Sarah betreffen und die auf ihren Selbstmord Einfluss nehmen.

In Anbetracht von Sarahs gespaltener Persönlichkeit erkennt man in ihr nicht nur die Narben der afro-amerikanischen Geschichte, sondern sie wirft auch Fragen auf, die den Feminismus und die Psychoanalyse beschäftigen.[2]

Besonders der Themenkomplex der Identitätsfindungsprobleme Sarahs umschließt mehrere Aspekte des Dramas. Dies betrifft zum einen ihre Hautfarbe: Sie ist ein Mischlingskind, das sich weder ihren afrikanischen Wurzeln noch der weißen Gesellschaft zugehörig fühlt. Zum anderen hat sie Probleme mit der Identifikation von Geschlechterrollen. Dies führt dazu, dass Sarah eine Außenseiterposition in der Gesellschaft einnimmt.

Sarah ist eingeschlossen in der Düsterheit ihres eigenen Gefängnisses, aus dem sie sich nicht zu befreien vermag. Das Funnyhouse stellt eine verschwimmende Zone zwischen Realität und Imagination dar.

Sarahs Selbstmord wirft sowohl die Frage nach Gründen als auch nach Schuld auf. Ist die Schuld in äußeren Umständen oder in der Person Sarahs selbst zu suchen?

Eine genauere Untersuchung der genannten Aspekte ist sinnvoll, um die Aussagekraft des Stückes fassbarer zu machen.

2 Sarahs Identifikationsprobleme aufgrund ihrer Hautfarbe

Sarah hat große Probleme, ihr mischlinghaftes Ausssehen anzunehmen. Obwohl sie sehr hellhäutig ist, will sie noch blasser aussehen: „Pallid like Negroes on the covers of American Negro magazines“.[3] Sie sagt selbst, dass sie gut aussehend ist, allerdings macht sie diese Tatsache daran fest, dass sie keine besonders auffälligen negroiden Züge besitzt.

Sarah zeigt große Bewunderung für Europäische Traditionen. Dies ist sowohl an ihren Einrichtungsgegenständen zu erkennen, als auch an ihrer Verehrung Queen Victorias.

Deren Statue nimmt einen Großteil von Sarahs Zimmer ein und ist dort schreinartig aufgestellt.

2.1 Bedeutung von Haaren

Der auffälligste Hinweis auf ihre afrikanischen Wurzeln sind ihre wilden krausen Haare. Sie betrachtet ihre eigenen Haare als genetischen Defekt: „My one defect is that I have a head of frizzy hair, unmistakably Negro kinky hair; and it is undistiguishable.”[4]

Zu der Zeit, in der das Drama geschrieben wurde, kam Frisuren eine besondere Bedeutung in der Mode zu: Afros und krauses Haar galten als modern.

Das Haar übernimmt eine stark symbolische Bedeutung in dem Drama. Sarah beneidet ihre Mutter um ihre glatten Haare. Das Haar ihrer Mutter fiel aus, angeblich als Folge der Vergewaltigung durch ihren Vater. Mit Sarahs Haar passiert das gleiche, das Motiv geht aber gleichzeitig einher mit ihrer psychischen Erkrankung. Die Mutter wurde in eine Anstalt

[...]


[1] Bryant-Jackson, Paul: Intersecting Boundaries: The Surrealist Theatre of Poet in: African American Review 1993, S. 500.

[2] Kirkpatrick, D.L. (Hrsg.): Contemporary Dramatists 1988, S. 294.

[3] Kennedy, Adrienne: Funnyhouse of a Negro in: In One Act. Minneapolis: University of Minnesota Press 1988., S.5.

[4] Kennedy, S.6.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Identifikationsprobleme und Geschlechterrollenverständnis in Adrienne Kennedys Funnyhouse of a Negro
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Radical Theater
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V41918
ISBN (eBook)
9783638400763
ISBN (Buch)
9783656061267
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identifikationsprobleme, Geschlechterrollenverständnis, Adrienne, Kennedys, Funnyhouse, Negro, Radical, Theater, Kennedy, Geschlecht, Amerikanistik, Anglistik, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Christine Stark (Autor), 2004, Identifikationsprobleme und Geschlechterrollenverständnis in Adrienne Kennedys Funnyhouse of a Negro, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41918

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