Die Rolle der Nachhaltigkeit des Stadtentwicklungskonzeptes Stadtsee und Süd in Stendal


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Einordnung des Untersuchungsgebietes Stendals04
2.1. Lage der Stadt..
2.2. Sozioökonomische Situation..

3. Wohnraumanalyse Stendal
3.1. Verhältnis zur Gesamtstadt.
3.2. Bau- und Nutzungsstruktur..
3.3. Wohnungsbestandsanalyse

4. Rahmenplan für die Neubaugebiete Stadtsee und Süd.
4.1. Strukturkonzepte allgemein.
4.2. Strukturkonzept Stadtsee.
4.3. Strukturkonzept Süd.

5. Bewertung der Rahmenplanung.
5.1. Wertung der Strukturkonzepte
5.2. Rolle der Nachhaltigkeit

6. Fazit.

7. Literaturverzeichnis

8. Anlagen

1.Einleitung

Das Schicksal der Städte ist seit der Wende immer stärker in den Diskussions- mittelpunkt getreten, und das nicht nur bei den Stadtplanern. Da sich der gegenwärtige und zukünftige demographische Wandel besonders stark auf den dünn besiedelten, peripheren Räumen auswirkt, ist es vor allem wichtig, in diesen Regionen Systeme zu schaffen, die die Daseinsgrundvorsorge sichern, damit es nicht zu weiteren Abwanderungen kommt. Schon heute leiden die peripheren Räume unter einen geringen Bevölkerungsdichte und einer mangelnden Zentrenerreichbarkeit, so auch die Altmark im nördlichen Regierungsbezirk Magdeburg. Die periphere Lage zur Hauptentwicklungsache Berlin-Magdeburg-Hannover und die fehlenden Entwicklungsimpulse aus dem Umland als strukturschwache Region erfordern weiterhin große Anstrengungen zur Stabilisierung der regionalen und lokalen Wirtschaft. Die Stadt Stendal bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Altmark. So wurde deren Entwicklung in den 70-er Jahren maßgeblich positiv durch den Bau des Kernkraftwerkes in Arneburg an der Elbe und anderen Großbetrieben beeinflusst. Es wurde ein Bevölkerungszuwachs von rund 36.000 Einwohnern im Jahr 1960 auf über 50.000 Einwohner zum Zeitpunkt der Wende 1989 verzeichnet. Nach der Wende kam es zum Zusammenbruch wichtiger Geschäftsbereiche sowie zur Ausweichung von Baugebieten für den Eigenheimbau vornehmlich im Umland von Stendal. Die Folge war eine hohe Abwanderung mit einem Bevölkerungsrückgang von 25% innerhalb von 12 Jahren (vgl. Abb. 2, Anlage). Eine besonders hohe Abwanderungsquote verzeichneten die Wohnschwerpunkte Stadtsee und Süd in Stendal, welche in den 70er Jahren im Zusammenhang mit dem Bau des Kernkraftwerkes entwickelt wurden. Hier stehen fast 4.000 Wohnungen und damit 32% dieser Bestände leer. Neben dem Leerstand ist der immer noch große Bestand unsanierter Altbauten problematisch. Um mir daher einen Einblick in das im Jahre 2000 entwickelte integrierte Stadtentwicklungs-Konzeptes Stadtsee und Süd zu erhalten, führte ich ein qualitatives Interview mit dem Leiter des Planungsamtes Stendal durch. Dieser ermöglichte mir weitere Einblicke in wichtige Statistiken, die belegen, dass ein praktikables und finanzierbares Maßnahmenprogramm enorm wichtig zur Lösung aller Probleme ist. Da sich die Zielsetzung dieser Hausarbeit auf die Beurteilung dieses Programmes und deren nachhaltige Bewertung bezieht, führte ich auch Befragungen von zivilen Probanden, die in den jeweiligen Wohnschwerpunkten ansässig sind, durch. Um den Aufgabenbereich „Nachhaltige Stadtentwicklung“ zu bewältigen, war es nötig, zum Einen vielfältige Meinungen zusammen zu tragen, zu verarbeiten und zum Anderen Konzepte zu analysieren, sowie aus der Sicht des demographischen Wandels notwendige Optionen zur Sicherung einer nachhaltigen Stadtentwicklungskonzeption abzuleiten, ohne die Daseinsgrundvorsorge zu gefährden. Die meisten der folgenden statistischen Daten beziehen sich aus einem Interview mit dem Leiter des Planungsamtes Stendal, sowie aus Dokumenten des Archives, die er mir vor Ort kurzzeitig zur Verfügung stellte. Die Daten berufen sich auf die Jahre 2000 und 2002, zu jenem Zeitpunkt, als das Stadtentwicklungskonzept entwickelt und in Kraft gesetzt wurde.

2. Die Einordnung des Untersuchungsgebietes Stendal

2.1 Lage der Stadt

Stendal liegt im nördlichen Regierungsbezirk Magdeburg circa 50 km nördlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Berlin ist 110km, Hannover 150km und Hamburg 200km entfernt. Stendal ist Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums in der Altmark. Außerdem ist die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Stendal. Sie bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum dieser landschaftlich, dünnbesiedelt geprägten Region. Mit rund 40.000 Einwohnern ist sie, die mit Abstand größte Stadt des Landkreises gefolgt von Tangermünde mit etwa 10.000 Einwohnern. Für eine räumlich differenzierte Betrachtung wurde Stendal in 16 Teilräume aufgeteilt, die in sich relativ homogen in Bezug auf Probleme und Potenziale sind. Die überregionale Straßenanbindung ist eher als unbefriedigend zu bezeichnen, da sich die nächste Autobahnanschlussstelle in über 50 km Entfernung in Magdeburg befindet. Positiver zu betrachten ist hingegen der sehr gute Bahnanschluss. Als Eisenbahnknotenpunkt und Haltestelle der ICE-Linie Berlin-Hannover ist Stendal sehr gut an das überregionale Schienennetz angeschlossen. Aufgrund der zentralen Lage der Stadt im ländlichen Raum und ihrer Funktion als Kreisstadt befinden sich alle wesentlichen öffentlichen und privaten Bildungs-, Kultur-, Sozial-, und Dienstleistungseinrichtungen sowie Handwerks- und Gewerbebetriebe im Stadtgebiet. Stendal ist somit ein wichtiger Konzentrationspunkt für die ländlichen Bewohner in einem Umkreis von bis zu 40 km. Der Landkreis Stendal ist als strukturschwache Region zu charakterisieren, in der das Landschaftsbild stark von Landwirtschaft geprägt wird. Rund 65% der Flächen werden landwirtschaftlich und 20% als Waldfläche genutzt. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte fällt mit 58 EW/km² sehr gering aus.

2.2. Sozioökonomische Situation

Nach der Wende war Stendal in besonderem Maße negativ von wirtschaftlichen Umstrukturierungen betroffen. Der Baustopp des Kernkraftwerkes, viele Betriebsschließungen im gewerblichen Bereich und in der Landwirtschaft führten zu erheblichen Arbeitsverlusten und einer lang anhaltenden Arbeitslosigkeit. Seit 1997 verzeichnet die Stadt nicht nur ein Stagnieren der Arbeitslosigkeit, sondern einen leichten Rückgang ( Tabelle 1). Positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung resultieren aus einer Kooperation regionaler Unternehmen und dem Zusammenschluss der Hochschule Magdeburg-Stendal. Die Folge war eine weitaus höhere Anzahl an Gewerbeanmeldungen gegenüber Gewerbeabmeldungen. Weiterhin von zentraler Bedeutung sind der Erhalt der landwirtschaftlichen Strukturen und die Schaffung weiterer Verarbeitungsmöglichkeiten (holzverarbeitende Betriebe etc.).

Tabelle 1: Arbeitslosigkeit in Stendal ( eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Archiv des Planungsamtes Stendal, GEWOS

In Stendal wurden im Jahre 2000 etwa 115.000m² Einzelhandelsverkaufsflächen ermittelt. Das entspricht einer Verkaufsfläche von 2,9m² je Einwohner. Dieser Wert liegt ebenso wie die Kaufkraftkennziffer (84,5) weiter über dem Bundesdurchschnitt.

3. Wohnraumanalyse Stendal

3.1. Verhältnis zur Gesamtstadt

Der Stadtteil Stadtsee ist durch seine eigenständige Siedlungsstruktur im Südwesten der Altstadt deutlich ablesbar. Von insgesamt ca. 23.780 Wohnungen der Stadt Stendal befinden sich mit 10.130 Wohneinheiten ca. 42.6% im Wohngebiet Stadtsee. Die Bau- und Nutzungsstruktur von Stadtsee und Süd assoziiert man sofort mit dem Begriff „Großsiedlung“. Der Stadtteil Süd, in ca. 2.5 km südlich vom Zentrum gelegen, wurde in den 80-iger Jahren als autarkes Wohngebiet ohne Bindung an die anderen Siedlungen realisiert. Der Satdtteil Süd fasst mit 2.871 Wohneinheiten rund 11.8% des Stendaler Wohnungsangebotes.

3.2. Bau- und Nutzungsstruktur

Die Stadtteile Stadtsee und Süd lassen sich in ihrer Baugrundstruktur differenziert darstellen. Der nordöstliche Teil von Stadtsee, auch als „Großsiedlung“ bezeichnet, ist ein in den 70-iger Jahren erbautes Quartier mit vorherrschend 5-geschossiger Zeilenbauweise. Es ähnelt dem Bautyp in Brandenburg und Halle und hat eine zentrumnahe Lage im Westen. Der südwestliche Teil von Stadtsee ist ein Plattenbaugebiet aus den 70-iger- und 80-iger Jahren mit sechs- und elf-geschossigen Bebauungen des Typ WBS 70. Stendal Süd, ebenfalls in den 80-iger Jahren in 5- und 6- geschossiger WBS 70 Bauweise errichtet, ist in Zeilen – und Blockrandbebauung aufgestellt. Bezüglich der Struktur des Wohnungsbestandes fällt insbesondere die hohe Zahl von 12.6000 Wohnungen in Plattenbauweise in diesen beiden Stadtteilen auf. Der Anteil an Plattenbauwohnungen an allen ca. 24.000 Wohnungen liegt damit bei 54%. Aufgrund dieses hohen Anteils liegt die durchschnittliche Wohnungsgröße mit etwa 67m² unter dem Durchschnitt von Sachsen-Anhalt.

3.3. Wohnungsbestandsanalyse

Die Stadt Stendal fasst insgesamt 23.780 Wohneinheiten, davon befinden sich 10.130 in Stadtsee und 2.871 in Süd. Der gesamtstädtische Leerstand der Wohnungen ist mit ca. 18.7 % als relativ hoch zu bewerten. Betrachtet man dabei nur die beiden angesprochenen Stadtteile setzt es den normalen Wohnungsmarkt außer Kraft. Beträgt der Leerstand in Stadtsee 22.3 %, nimmt dieser im Gegensatz zu den 38.8 % von Süd noch einen relativ humanen Wert ein. Die Wohnflächenversorgung erreicht bei weitem nicht den Landesdurchschnitt. Gründe für die beengten Wohnverhältnisse sind einerseits im Bestand zu sehen, da ein Wohnungswechsel die bauartbedingten Nachteile (Bad, Küche etc.) nicht aufwiegt. Andererseits ist da die unsichere Einschätzung zur wirtschaftlichen Situation und des Arbeitsmarktes mit den zu erhöhenden Mietpreisen. Die räumliche Verteilung des Leerstandes lässt kaum Rückschlüsse auf städtebauliche Ursachen zu, es scheinen vielmehr weiche Standortfaktoren ausschlaggebend zu sein. Dennoch lässt sich ein Zusammenhang zwischen Leerstand und Geschossigkeit der Wohnungen darstellen. Je höher die Bebauung, desto höher der Leerstand findet, insbesondere im Stadtteil Stadtsee Zuspruch ( Tabelle 2 ).

Tabelle 2 : Wohnungsleerstand Stadtsee (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Archiv des Planungsamtes Stendal, GEWOS

4. Rahmenplan für die Neubaugebiete Stadtsee und Süd

4.1. Strukturkonzept allgemein

Der Blick auf andere Städte mit ähnlicher Wohnungsleerstandsproblematik macht deutlich, dass es keine erprobten Planungsmechanismen dieser komplexen Aufgabe gibt. Das Strukturkonzept ist daher eher ein Leitbild für die Konkretisierung und Detailplanung. Man muss Festpunkte, die man erstellt hat, beachten und Spielräume gewährleisten, da Erfahrungen diesen Maßstaabs fehlen. Ziel ist es, dass die städtebauliche Struktur wesentlich verbessert wird und parallel dazu wohnungswirtschaftliche Erfordernisse nach Rückbau ihre Berücksichtigung finden. Das Konzept muss weiterhin flexibel sein, da Wohnungsunternehmen planerische Spielräume aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen brauchen. Von enormer Wichtigkeit ist dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Planungsamt, den Wohnungsunternehmen sowie den fachbehördlichen Stellen in Stendal und eine konzentrierte und koordinierte Mobilisierung aller Reserven von Stadt, Wohnungsunternehmen und Kreditwirtschaft durch Land, Bund und die Europäische Union.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Nachhaltigkeit des Stadtentwicklungskonzeptes Stadtsee und Süd in Stendal
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Seminar: Aktuelle Ansätze der Stadtentwicklung
Note
1,7
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V419331
ISBN (eBook)
9783668679511
ISBN (Buch)
9783668679528
Dateigröße
1292 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtentwicklungskonzept, Nachhaltigkeit, Stendal, Raumanalyse
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Die Rolle der Nachhaltigkeit des Stadtentwicklungskonzeptes Stadtsee und Süd in Stendal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419331

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