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Konnten die von Bertolt Brecht intendierten utopischen Lebenszwecke des Rundfunks mit dem Internet als Übertragungsmittel erreicht werden?

Title: Konnten die von Bertolt Brecht intendierten utopischen Lebenszwecke des Rundfunks mit dem Internet als Übertragungsmittel erreicht werden?

Term Paper , 2017 , 13 Pages

Autor:in: Olivia Artho (Author)

Communications - Media History
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Um den Rundfunk in ein sinnvolles Medium zu verwandeln, schrieb Brecht mehrere Schriften über das dazumal noch neue Medium. Anhand der Schrift «Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks» wird aufgezeigt, dass dieses Medium grundsätzlich zwei Lebenszwecke hat. Der eine besteht darin, dass es als ein pädagogisches Mittel dienen soll. Der andere Lebenszweck ist nach Brecht, dass der Rundfunk den Zweck eines Austauschapparates erfüllen soll. Insbesondere sollte ein Austausch zwischen den Regierenden und den Regierten ermöglicht werden. Somit sollte der Rundfunk auch als ein Politikvermittler dienen. Ausserdem könnte nach Brechts Vorstellungen der Rundfunk als pädagogisches Medium mit interessanten Inhalten beispielsweise in Form eines epischen Dramas dazu beitragen, dass sich aufgrund der vielen Empfänger, die Gesellschaft für revolutionäre Entwicklungen einsetzen würde. In dieser Arbeit wird untersucht, ob der Rundfunk seine Lebenszwecke mit dem Internet als Übertragungsmittel mit seinen Funktionen erreichen konnte. Die Resultate zeigen auf, dass mit dem Internet die Radiotheorie partiell umgesetzt wurde. Allerdings werden von vielen Nutzern die Möglichkeiten, den Rundfunk als Austauschapparat und als pädagogisches Mittel zu nutzen, nicht ausgeschöpft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bertolt Brechts Radiotheorie

2.1 Die Schriften der Radiotheorie

2.2 Herleitung die von Brecht intendierten Lebenszwecke des Rundfunks anhand vom Text: "Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks"

3. Die Entwicklung des Internets zum Übertragungsmittel des Rundfunks

4. Die partielle Umsetzung der Radiotheorie mit dem Übertragungsmittel Internet

4.1 Der Rundfunk als Kommunikationsapparat – Die Einbindung von User Generated Content ins Programm

4.2 Der Rundfunk als pädagogisches Mittel – Fehlende interessante und verständliche Darstellungsform von politischen Inhalten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Internet als modernes Übertragungsmittel dazu beitragen konnte, die von Bertolt Brecht in seiner „Radiotheorie“ formulierten utopischen Lebenszwecke des Rundfunks zu realisieren.

  • Analyse von Brechts Radiotheorie und ihren zentralen Forderungen.
  • Die Transformation des Rundfunks durch die technische Entwicklung des Internets.
  • Untersuchung des Rundfunks als Kommunikations- und Austauschapparat im Web 2.0.
  • Bewertung des Rundfunks als pädagogisches Mittel zur Vermittlung politischer Inhalte.
  • Reflexion über die Partizipationsmöglichkeiten und das Nutzerverhalten im digitalen Zeitalter.

Auszug aus dem Buch

2.2 Herleitung die von Bertolt Brecht intendierten Lebenszwecke des Rundfunks anhand vom Text: "Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks"

Bertolt Brecht beginnt die Schrift "Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks" indem er sagt, dass die Öffentlichkeit nicht auf den Rundfunk gewartet hat, sondern der Rundfunk auf die Öffentlichkeit wartete. Tatsächlich wurde die Technik des Rundfunks bereits vor der Einführung für die zivile Gesellschaft 1920 für militärische Zwecke verwendet (Hörisch, 2001, S. 319). «Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.» (Brecht, 1992, S. 552). In einem folgenden Abschnitt empfindet Brecht den Rundfunk als ein «Stellvertreter des Theaters, der Oper, des Konzerts, der Vorträge, der Kaffeemusik, des lokalen Teils der Presse usw.» (Brecht, 1992, S. 552). Brecht möchte mit dieser Aussage erneut darauf hinweisen, dass die Gesellschaft nicht auf diese Erfindung gewartet hat und somit auch nicht wusste, was über dieses noch neue Medium kommuniziert werden soll. Ausserdem kritisiert Brecht somit die Rundfunkbetreiber, welche ungeeignete Bühnenwerke ausstrahlten, welche ausschliesslich Rauschtöne erzeugten, anstatt den Rundfunk als pädagogisches Mittel zu nutzen.

Nach Brecht besteht der Lebenszweck des Radios nicht nur darin das öffentliche Leben bei der Arbeit oder im Gefängnis «zu verschönern» (Brecht, 1992, S. 553). Um das positive des Rundfunks hervorzubringen, schlägt er vor, den Rundfunk inhaltlich als auch formal umzustrukturieren. Aus einem Distributionsapparat soll ein Kommunikationsapparat entstehen. Der Rundfunk soll den Hörer nicht isoliert zuhören lassen, sondern den Hörer auch als Lieferanten organisieren damit eine Kommunikation, demnach ein Austausch entstehen kann. «Die Berichte der Regierenden in Antworten auf die Fragen der Regierten zu verwandeln.» (Brecht, 1992, S. 554), nach Brecht soll der Rundfunk somit die Aufgabe eines politischen Vermittlers haben. Das Medium Rundfunk könnte durch den Austausch zwischen Bürgertum und Regierenden «eine ganz andere unvergleichlich tiefere Wirkung sichern und eine ganz andere gesellschaftliche Bedeutung verleihen als seine jetzige rein dekorative Haltung» (Brecht, 1992, S. 555).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Skeptik Brechts gegenüber dem Rundfunk ein und stellt die Forschungsfrage zur Erreichbarkeit seiner utopischen Ziele mittels des Internets.

2. Bertolt Brechts Radiotheorie: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Brechts Radiotheorie und analysiert seine zentralen Schriften, um die intendierten Lebenszwecke des Mediums zu definieren.

3. Die Entwicklung des Internets zum Übertragungsmittel des Rundfunks: Hier wird der technologische Wandel vom Rundfunk zum Internet als Kommunikationssystem und dessen wachsende Bedeutung beschrieben.

4. Die partielle Umsetzung der Radiotheorie mit dem Übertragungsmittel Internet: Dieses Hauptkapitel untersucht kritisch, inwieweit soziale Partizipation und pädagogische Funktionen des Rundfunks im digitalen Zeitalter tatsächlich umgesetzt wurden.

5. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Brechts Lebenszwecke für den Rundfunk zwar technisch durch das Internet möglich, aber in der Praxis durch passive Nutzung und ökonomische Zwänge nur partiell erreicht wurden.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Radiotheorie, Rundfunk, Internet, Kommunikationsapparat, Austauschapparat, pädagogisches Mittel, User Generated Content, Web 2.0, Politische Bildung, Medienwandel, Partizipation, Unterhaltungsjournalismus, Gesellschaftskritik, Kanalsystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Bertolt Brecht zum Rundfunk und prüft, ob diese durch die modernen Möglichkeiten des Internets in die Praxis umgesetzt werden konnten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Medientheorie Brechts, die Entwicklung des Internets als Übertragungsweg für Rundfunk sowie die gesellschaftliche Funktion von Massenmedien als Austauschplattformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ermitteln, ob der Rundfunk dank des Internets seine ursprüngliche utopische Rolle als Austauschapparat zwischen Regierenden und Regierten sowie als pädagogisches Instrument erfüllen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Werke und Schriften Brechts, um die theoretischen Anforderungen an den Rundfunk mit dem aktuellen Medienstand zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Im Hauptteil werden sowohl die Einbindung von nutzergenerierten Inhalten (User Generated Content) als auch die Herausforderungen der politischen Bildung durch Rundfunkanbieter unter dem Einfluss ökonomischer Werbeinteressen untersucht.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Radiotheorie, Kommunikationsapparat, digitale Partizipation und die Spannungsfelder zwischen politischer Bildung und Unterhaltungsjournalismus.

Inwiefern hat das Internet die Rolle des "Kanalsystems" verändert, das Brecht vorschwebte?

Das Internet bietet zwar die technischen Kapazitäten für eine enorme Reichweite und Interaktivität, jedoch zeigt die Arbeit, dass das von Brecht intendierte aktive "Kanalsystem" durch die zunehmende Fragmentierung der Zielgruppen und passive Mediennutzung kaum in der gewünschten Form existiert.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der "pädagogischen" Funktion des Rundfunks?

Das Fazit lautet, dass der Rundfunk zwar über wichtige Themen berichtet, jedoch aufgrund der Abhängigkeit von Werbeeinnahmen und dem Interesse der Gesellschaft an simpler Unterhaltung bislang keine überzeugende Darstellungsform gefunden hat, die Nutzer zugleich belehrt und aktiv einbindet.

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Details

Title
Konnten die von Bertolt Brecht intendierten utopischen Lebenszwecke des Rundfunks mit dem Internet als Übertragungsmittel erreicht werden?
Author
Olivia Artho (Author)
Publication Year
2017
Pages
13
Catalog Number
V419351
ISBN (eBook)
9783668681224
ISBN (Book)
9783668681231
Language
German
Tags
Berthold Brecht Rundfunk Medium Literatur Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olivia Artho (Author), 2017, Konnten die von Bertolt Brecht intendierten utopischen Lebenszwecke des Rundfunks mit dem Internet als Übertragungsmittel erreicht werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419351
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