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Irreführende Motivation bei substantivischen Determinativkomposita

Titel: Irreführende Motivation bei substantivischen Determinativkomposita

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kristina Reinartz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Maulwurf wirft die Erde mit Hilfe seiner Schnauze über die Erdoberfläche“. Antworten dieser Art häufen sich, wenn es darum geht, zu erklären, weshalb der Maulwurf als solcher bezeichnet wird. Doch bereits bei einem Erklärungsversuch gerät man im Deutschen als Nicht-Sprachwissenschaftler schnell ins Zögern, da sich Begriffe wie Maulwurf mit scheinbar eindeutig motivierten Bausteinen eben doch nicht zu hundert Prozent durch ihre heutigen Bestandteile erklären lassen. Man spricht in solchen Fällen von irreführender Motivation, welche es in dieser Arbeit historisch genauer zu untersuchen gilt. Folgende Fragestellung bildet die Grundlage dieser Arbeit, um spezifische Phänomene genauer betrachten zu können:

Ab wann kann man im Kontext einzelner Beispiele von einer irreführenden Motivation sprechen? Anhand der genannten Fragestellung soll untersucht werden, ob sich mittels der analysierten Beispiele Gemeinsamkeiten finden lassen, die eine irreführende Motivation bedingen.

Möglicherweise lässt sich mit einer Untersuchung einer kleinen Auswahl irreführender Motivationen eine Regel oder gewisse Tendenzen herleiten, die Prognosen für den Verlauf der Entwicklung entsprechender aktueller Wörter in der Sprachwissenschaft ermöglichen. Zunächst müssen einige Begriffe genauer definiert werden, um eindeutige Aussagen gewährleisten zu können. Darüber hinaus werden mit diesen Definitionen einige Schwierigkeiten angesprochen, die sich durch den Gebrauch der Begrifflichkeiten in der Sprachwissenschaft ergeben. Anschließend wird der Fokus auf konkrete Beispiele gelenkt, welche zwar in der Sekundärliteratur bereits ausführlich dargestellt sind, jedoch bisher nicht auf gemeinsame Wortbildungs– und Wandelprozesse hin untersucht wurden. Mit Hilfe eines Umfrageverfahrens wird das heutige etymologische Verständnis dieser Wörter aufgezeigt und anschließend historisch untersucht. Das Fazit gibt darüber Auskunft, ob spezifische Prozesse konsequent beobachtet wurden, die eine irreführende Motivation bedingen. Diesbezüglich soll auch die Ausgangsfrage geklärt werden, ab wann überhaupt von einer irreführenden Motivation die Rede sein kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Determinativkompositum

2.2 Motivation

2.3 Volksetymologie/ Sekundäre Motivation

2.3.1 Diachronie

2.3.2. Isolation

3. Zu Ausgewählten Beispielen

3.1 Aufbau und Durchführung der Umfrage

3.2 Problematik

3.3 Auswertung

3.3.1 Elfenbein

3.3.2 Armbrust

3.3.3 Maulwurf

3.3.4 Murmeltier

3.3.5 Leinwand

3.3.6 Pleitegeier

3.3.7 Rosenmontag

3.3.8 Schnapsdrossel

3.4 Historische Betrachtung

3.4.1 Elfenbein

3.4.2 Armbrust

3.4.3 Maulwurf

3.4.4 Murmeltier

3.4.5 Leinwand

3.4.6 Pleitegeier

3.4.7 Rosenmontag und Schnapsdrossel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sprachwissenschaftliche Phänomen der irreführenden Motivation bei substantivischen Determinativkomposita. Ziel ist es, anhand einer qualitativen Umfrage und historischer Korpusanalysen zu klären, ab wann und unter welchen Bedingungen eine solche irreführende Motivation eintritt, um Regelmäßigkeiten und Entwicklungstendenzen in der Sprachgeschichte aufzudecken.

  • Analyse von Prozessen der Re- und Neumotivierung
  • Qualitative Untersuchung des heutigen Wortverständnisses durch Umfragen
  • Historische Betrachtung der etymologischen Entwicklung
  • Erforschung von Deisolations- und Wortwandelprozessen
  • Abgrenzung von morphosemantischer und etymologischer Motivation

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Elfenbein

Zunächst waren die Teilnehmer dazu angehalten, zu erklären, was der Begriff Elfenbein bezeichnet. Von allen Teilnehmern an dieser Frage ist sich fast die Hälfte einig darüber, dass es sich bei diesem Begriff um das Material handelt, aus dem die Stoßzähne des Elefanten bestehen. Ein weiterer beträchtlicher Anteil assoziiert den Begriff ebenfalls mit Elefantenstoßzähnen, verweist allerdings nicht darauf, dass es sich um das Material handelt. Darüber hinaus treten Angaben im Kontext des Elefanten vereinzelt mit dem Begriff Horn auf. Zudem gaben ca. 10 Personen an, dass es sich hierbei auch um anderes tierisches Material handeln kann wie z.B. das Horn eines Nashorns oder auch die Zähne eines Walrosses. Zudem wird der Begriff Elfenbein zum Teil sowohl ausschließlich als auch zusätzlich als ein Farbton definiert. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass abgesehen von wenigen Angaben alle Teilnehmer den Begriff mit dem Tier Elefant in Verbindung bringen. Es lassen sich keine Regelmäßigkeiten zwischen verschiedenen Berufs- und Altersgruppen mit den Angaben finden.

Anschließend folgte die Frage darüber, wieso das durch den oben genannten Begriff Bezeichnete entsprechend benannt wurde. Es ist deutlich zuerkennen, dass die Antworten der Teilnehmer nicht ähnlich verteilt sind wie bei der vorhergehenden Frage und die Beantwortung dieser deutlich schwieriger ausfällt, was Rückschlüsse auf eine fehlleitende Motivation zulässt. Mit den meisten Personen wird die etymologische Herkunft des Begriffes mit dem Aussehen oder der Farbe des mystischen Wesens Elfe am häufigsten begründet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Entstehung und Definition irreführender Motivation bei Wortbildungen wie "Maulwurf" und erläutert das Vorgehen mittels Umfrage und historischer Analyse.

2. Definitionen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Determinativkomposita, Motiviertheitsgraden sowie zur Volksetymologie inklusive der Begriffe Diachronie und Isolation dargelegt.

3. Zu Ausgewählten Beispielen: Dieses Kapitel präsentiert Aufbau und Ergebnisse einer Online-Umfrage zu 13 Beispielen, deren etymologisches Verständnis von Teilnehmern teils abweichend zur Ursprungsbedeutung gedeutet wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Demotivation oder Isolation von Wortbestandteilen die Grundlage für volksetymologische Umdeutungen bilden, wobei diese Prozesse oft langwierig sind und über Generationen verlaufen.

Schlüsselwörter

Irreführende Motivation, Volksetymologie, Determinativkompositum, Sekundäre Motivation, Deisolation, Diachronie, Wortbildung, Sprachwandel, Etymologie, Re-Motivation, Sprachverständnis, Wortbedeutung, Morphem, Idiomatisierung, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der "irreführenden Motivation" bei substantivischen Zusammensetzungen, bei denen die heutige Bedeutung nicht mehr mit der etymologischen Herkunft übereinstimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Volksetymologie, morphosemantische Motiviertheit, diachrone Sprachentwicklung und das Verständnis von Wortbildungen durch Sprachnutzer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ab wann im Kontext einzelner Beispiele von einer irreführenden Motivation gesprochen werden kann und ob sich gemeinsame Prozesse identifizieren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine zweigleisige Methode: eine qualitative Online-Umfrage zur Erfassung des synchronen Wortverständnisses und eine historische Analyse mittels Korpusdaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen insgesamt 13 Begriffe (u.a. Elfenbein, Armbrust, Maulwurf) empirisch durch Umfrageergebnisse und historisch durch Fachquellen ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Volksetymologie, Determinativkompositum, irreführende Motivation, Diachronie, Deisolation und Sprachwandel.

Wie erklärt sich die irreführende Motivation bei "Elfenbein"?

Das Wort wird heute fälschlicherweise stark mit dem Fabelwesen "Elfe" assoziiert, obwohl es etymologisch auf das althochdeutsche "helfant" (Elefant) zurückgeht.

Warum wird der "Pleitegeier" in der Arbeit analysiert?

Er dient als Beispiel für eine Entlehnung, bei der die ursprüngliche Bedeutung ("Pleitegeher" aus dem Jiddischen) durch eine volksetymologische Umdeutung auf das Tier "Geier" überlagert wurde.

Welche Rolle spielt die "Isolation" für die Volksetymologie?

Die Isolation beschreibt den Prozess, in dem die ursprüngliche Bedeutung eines Wortbestandteils verloren geht, wodurch erst der Raum für eine neue, volksetymologische (irreführende) Deutung entsteht.

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Details

Titel
Irreführende Motivation bei substantivischen Determinativkomposita
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie)
Veranstaltung
Hauptseminar Historische Wortbildung
Note
1,7
Autor
Kristina Reinartz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V419364
ISBN (eBook)
9783668682542
ISBN (Buch)
9783668682559
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Historische Wortbildung Motivation Determinativkomposita Armbrust Elfenbein Maulwurf Wortbildung Linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristina Reinartz (Autor:in), 2016, Irreführende Motivation bei substantivischen Determinativkomposita, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419364
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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