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Filmzensur und Propaganda. Wie gestaltete sich die politische Nutzung des Mediums Film im Dritten Reich?

Título: Filmzensur und Propaganda. Wie gestaltete sich die politische Nutzung des Mediums Film im Dritten Reich?

Trabajo Escrito , 2017 , 15 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Olivia Frey (Autor)

Medios / Comunicación: Periodismo, publicidad
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Das neu aufkommende Medium Film verkörpert in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine vergleichbare Rolle zum heutigen Fernsehen. Seine Wirkungsweise ist eine zu diesem Zeitpunkt einzigartige: Emotional stark ansprechende und schnell ablaufende Bilder, welche dem unerfahrenen Zuschauer kaum die Möglichkeit lassen, das Gesehene rational zu verarbeiten; Aufnahmen und Erzählungen, denen ungeachtet ihres fiktiven Charakters eine sofortige Glaubwürdigkeit zuteilwird. Bereits im ersten Weltkrieg wird man sich dieser mächtigen Waffe bewusst und ebnet anhand erster filmischer Propagandaversuche den Weg für eine effiziente Massenbeeinflussung aller Schichten. Auch das nationalsozialistische Regime zeigt sich begeistert wie ehrfürchtig vor den Möglichkeiten des Films. Ab der Machtergreifung arbeitet der Staat aktiv am Ausbau des Filmsektors und der Errichtung vielerlei filmspezifischer Organe, die umfassende Kontrolle ebenso wie politischen Mehrwert garantieren sollen. Doch wie gestaltete sich die politische Nutzung des Mediums Film im Dritten Reich? Diese Fragestellung soll den Leitfaden der vorliegenden Arbeit bilden.

Dazu sollen im ersten Schritt die Entwicklung und Bedeutung des neuen Mediums Film bis hin zur Machtergreifung erläutert werden. Weiterhin werden eine allgemeine Begriffsklärung sowie Funktionsweisen der Zensur und Filmzensur folgen. Der Filmgebrauch im Dritten Reich soll anhand seiner Akteure, Institutionen und aktiven Rechtslage umrissen werden, zuletzt wird auf die Bedeutung von Filmpropaganda, insbesondere auf die Wochenschau eingegangen. Die politische Nutzung und Instrumentalisierung des Films wird anschließend kritisch diskutiert. In einem abschließenden Fazit sollen die wichtigsten Ergebnisse festgehalten und die Frage hinsichtlich dieser reflektiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Film als neues Medium

3. Zensurbegriff und Filmzensur

4. Politische Nutzung

4.1 Akteure, Institutionen und Gesetze

4.2 Propaganda und Wochenschau

5. Diskussion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Nutzung und Instrumentalisierung des Mediums Film im Nationalsozialismus, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, wie sich die politische Nutzung des Films im Dritten Reich gestaltete und durch welche Mechanismen der Staat Kontrolle über den Filmsektor ausübte.

  • Entwicklung und Bedeutung des Films bis zur Machtergreifung
  • Staatliche Kontrollmechanismen, Zensur und Rechtsgrundlagen
  • Rolle von zentralen Akteuren und Institutionen wie der Reichsfilmkammer
  • Strategische Instrumentalisierung des Films zu Propagandazwecken
  • Funktion und Wirkung der Wochenschau als Steuerungsinstrument

Auszug aus dem Buch

4. Politische Nutzung

Als der politische Wert des Films in Deutschland erstmals erkannt wurde, gestaltete sich das Schaffen eines rechtlichen Fundaments zunächst als komplex; grobe Richtlinien boten vorerst die Presse- und Theaterzensur. Der Filmzensurbegriff durchlebte in seinen Anfängen eine Vielzahl an Konflikten, die immer wieder um die Einschränkung der freien Meinungsäußerung kreisten (Zimmereimer, 1934). Im Art. 118 der Weimarer Reichsverfassung von 1918 verkündete der Rat der Volksbeauftragten schließlich: „Eine Zensur findet nicht statt.“ - polizeiliche Maßnahmen konnten jedoch auf lokaler Ebene willkürlich vor dem Hintergrund der Aufrechterhaltung öffentlicher Ruhe, Sicherheit und Ordnung ergriffen werden. Produktion und Publikation „unzüchtiger Werke“ (§ 184 Strafgesetzbuch nach Maiwald, 1983, S. 16) standen unter Strafe. Die unvorhersehbaren Zensurmaßnahmen erzeugten bei der Filmindustrie bald den Wunsch nach Einheitlichkeit, um Verluste durch Nachzensur abwenden zu können (Loiperdinger, 2004; Maiwald, 1983; Zimmereimer, 1934).

Auch der Staat sehnte sich nach klar definierten Möglichkeiten, medienbedingte Gefahren eindämmen zu können. Weitere Arbeiten an der Reichsverfassung ergaben folglich das Reichslichtspielgesetz vom 12. Mai 1920; dieses stellte grundsätzlich jeden neuen Film unter ein anfängliches Verbot, bis eine staatliche Prüfung bzw. nötige Vorzensur erfolgt war. Das wirtschaftliche Glied der Filmindustrie blieb somit unberührt, das Gesetz barg jedoch von Erlass an einen großen politischen Wert (Eckes, 2014; Geissler, 1986; Loiperdinger 2004). Die Dritte Notverordnung des Reichspräsidenten vom 6. Oktober 1931 bot schließlich die Grundlage der zunehmenden Politisierung des Mediums: Der Schutz staatlicher Organe und ihrer Interessen standen künftig an erster Stelle, dabei war die „bloße Gefährdung […] ausreichend; die Feststellung des tatsächlichen Eintretens oder Bestehens einer Gefahr [wurde] im Gegensatz nicht erfordert.“ (Dritte Novelle des Lichtspielgesetzes nach Geissler, 1986, S. 17). Dies ebnete den Weg für eine vollkommene Wirkungszensur, demnach für subjektive und unbegründete politische Entscheidungen basierend auf dem anzunehmenden Effekt eines Films, der kaum vorausgesehen werden kann (Ecker, 2014; Geissler, 1986; Loiperdinger, 2004).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Films als Massenmedium im 20. Jahrhundert ein und skizziert die Fragestellung zur politischen Nutzung des Films im Dritten Reich.

2. Film als neues Medium: Dieses Kapitel beschreibt die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung des Films sowie seine wachsende Relevanz als Instrument der Massenbeeinflussung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

3. Zensurbegriff und Filmzensur: Hier werden theoretische Grundlagen der Zensur sowie deren spezifische Anwendung und Wirkungsweise auf das Medium Film erläutert.

4. Politische Nutzung: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung staatlicher Kontrollsysteme, die Rolle von Akteuren wie Joseph Goebbels und die strategische Propagandaarbeit inklusive der Wochenschau.

5. Diskussion: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der Machtverhältnisse und der Instrumentalisierung des Kinos zur Stabilisierung des nationalsozialistischen Regimes.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Film unter der NS-Herrschaft gezielt als politisches Propagandamittel eingesetzt wurde.

Schlüsselwörter

Filmzensur, Propaganda, Nationalsozialismus, Reichsfilmkammer, Joseph Goebbels, Wochenschau, Machtfestigung, Massenbeeinflussung, NS-Ideologie, Lichtspielgesetz, Filmindustrie, Herrschaftsstabilisierung, Medientechnik, Kinematographie, Politische Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die politische Bedeutung, Regulierung und gezielte Instrumentalisierung des Mediums Film während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die staatliche Filmzensur, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Rolle politischer Entscheidungsträger sowie die propagandistische Nutzung des Films und der Wochenschau.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das nationalsozialistische Regime den Filmsektor vollständig unter staatliche Kontrolle brachte, um ihn als wirksames Instrument zur Massenbeeinflussung und Herrschaftssicherung zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine medienhistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und rechtlichen Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die institutionellen Akteure (wie die Filmabteilung und Reichsfilmkammer), die rechtliche Entwicklung der Zensur und die konkrete Ausgestaltung von Propaganda durch Spielfilme und Wochenschau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Filmzensur, Propaganda, Reichsfilmkammer, Joseph Goebbels, Machtfestigung und Massenbeeinflussung.

Wie wirkte sich die Kontrolle auf die Filmindustrie aus?

Die Filmindustrie wurde durch Zensur, personelle Säuberungen (Arisierung) und die Gründung staatlich gelenkter Institutionen zunehmend in den Dienst der NS-Ideologie gestellt und schließlich faktisch verstaatlicht.

Welche Funktion hatte die Wochenschau konkret?

Die Wochenschau diente als obligatorischer Vorspann, um aktuelle politische Nachrichten im Sinne des Regimes zu vermitteln, ein emotionales Bindungsgefühl zu erzeugen und die deutsche Bevölkerung ideologisch zu festigen.

Warum war das Lichtspielgesetz von 1934 für das Regime so wichtig?

Es schuf ein rechtlich straffes Fundament, das eine konsequente Überwachung des Filmsektors ermöglichte und die Trennung von der Weimarer Verfassung endgültig vollzog.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Filmzensur und Propaganda. Wie gestaltete sich die politische Nutzung des Mediums Film im Dritten Reich?
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Publizistik)
Curso
Ausgewählte Fragen von Mediengeschichte, -struktur und -recht
Calificación
2,0
Autor
Olivia Frey (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
15
No. de catálogo
V419455
ISBN (Ebook)
9783668683013
ISBN (Libro)
9783668683020
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nationalsozialismus NS Propaganda Zensur Filmzensur Medienzensur Film Wochenschau Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda NS-Regime Totalitäres Staatssystem Drittes Reich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Olivia Frey (Autor), 2017, Filmzensur und Propaganda. Wie gestaltete sich die politische Nutzung des Mediums Film im Dritten Reich?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419455
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