Diese Literatur gestützte Arbeit soll einen Überblick über den FinTech-Markt in Deutschland und seinen Einfluss auf die etablierten Filialbanken geben. Hierfür wird zunächst die aktuelle Situation von Filialbanken kurz aufgegriffen. Dann wird ein Überblick zu FinTechs und einer Auswahl der Geschäftsfelder in denen sie tätig sind gegeben. Im darauffolgenden Teil werden mögliche strategische Ausrichtungen für etablierte Banken im Hinblick auf FinTechs beleuchtet. Zum Schluss wird eine Auswahl an Beispielen für bereits bestehende Kooperationen mit etablierten Finanzdienstleistern genannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Herausforderer oder gefragter Kooperationspartner?
2. Aktueller Stand in Deutschland
2.1. Filialbanken
2.2. FinTechs
2.2.1. Teilsegmente von FinTechs
3. Konkurrenz oder Ergänzung
3.1. Mögliche strategische Ausrichtungen in der Zukunft
3.1.1. Kauf oder Beteiligung an etablierten FinTechs
3.1.2. Kooperation zwischen Bank und FinTech
3.1.3. Gründung eines eigenen FinTech
3.1.4. Eigene Prozesse aktualisieren
3.2. Bestehende Zusammenarbeit und Kooperationen
4. Zusammenfassung & eigene Meinung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das dynamische Spannungsfeld zwischen traditionellen Filialbanken und aufkommenden FinTech-Unternehmen im deutschen Markt. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Entwicklung primär als destruktive Konkurrenz oder als kooperative Ergänzung zu verstehen ist, und welche strategischen Handlungsmöglichkeiten etablierten Kreditinstituten zur Sicherung ihrer Marktposition zur Verfügung stehen.
- Analyse des aktuellen Marktumfelds und der Herausforderungen für Filialbanken.
- Systematisierung der FinTech-Landschaft und deren spezifische Geschäftsfelder.
- Evaluation strategischer Optionen wie Akquisitionen, Kooperationen oder interne Digitalisierung.
- Darstellung konkreter Best-Practice-Beispiele für die Zusammenarbeit im Bankensektor.
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Teilsegmente von FinTechs
Zahlungsverkehr: Dieses Teilsegment ist ein Kerngeschäft von Banken und ist zugleich am härtesten umkämpft. Nicht nur der Marktführer in Sachen ePayments (d.h. elektronische Zahlungen) Paypal sondern auch viele FinTechs in Deutschland wollen hier den Kunden benutzerfreundlichere, schnellere und multikanalfähige Lösungen anbieten.
Einige konzentrieren sich auf den Bereich Mobile Payments, also Zahlungen per Smartphone. Andere auf das Bezahlen im Internet, also Onlinezahlungen. Und wieder andere fokussieren den Bereich Mobile-Point-of-Sale, also die Umfunktionierung von Smartphone und Tablet zum Zahlungsterminal für Händler.
Banken fühlen sich in diesem Bereich zurecht bedroht. Bereits 2015 liefen ca. 41% der Zahlungen im Internet über Nicht-Banken. Das bedeutete 15% mehr innerhalb von 2 Jahren. Das Gefährliche für Banken ist dabei die verlorene Verbindung zum Konto und somit auch zum Kunden.
Finanzierung: In diesem Teilsegment wird zwischen den verschiedenen Crowdfinanzierungen und dem Kredit oder Factoring unterschieden. Als Crowd (engl. Menge) geben hierbei eine Vielzahl von Einzelpersonen die finanziellen Mittel für ein Vorhaben. Dies kann von Privatpersonen und Unternehmen initiiert worden sein. Beim Crowdfunding spendet die Crowd einen Beitrag für das genannte Vorhaben. Je nach Aufmachung des Initiators erhalten die Unterstützer gar keine oder keine monetäre Gegenleistung. Anders ist dies beim Crowdinvesting. Hier erhalten die Anleger des Projektes später Anteile des Unternehmens, meist am Eigenkapital. Hingegen handelt es sich um Crowdlending wenn die Anleger einen Kredit mit vorher festgelegtem Zinssatz vergeben. Die FinTechs treten bei allen Crowdfinanzierungen als Vermittler auf und finanzieren sich durch Gebühren bei erfolgreicher Finanzierung. Im Bereich Kredit vermitteln die Unternehmen Kreditanfragen von Privatpersonen oder anderen Unternehmen an Partnerbanken. Teilweise handelt es sich hierbei um Kredite über sehr kurze Zeiträume.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Herausforderer oder gefragter Kooperationspartner?: Das Kapitel führt in die Thematik der FinTechs ein, die als junge Finanztechnologie-Firmen die traditionellen Prozesse der Bankenlandschaft herausfordern und zunehmend den Status vom Konkurrenten zum Kooperationspartner einnehmen.
2. Aktueller Stand in Deutschland: Hier wird der Druck auf Filialbanken durch Niedrigzinsniveau, Regulatorik und verändertes Kundenverhalten beleuchtet, während zeitgleich die Entstehung und Bedeutung von FinTechs in verschiedenen Geschäftsbereichen dargestellt wird.
3. Konkurrenz oder Ergänzung: Dieser Abschnitt erörtert die strategischen Optionen für etablierte Banken – von der Übernahme über Kooperationen bis hin zur internen Prozessoptimierung – und liefert Praxisbeispiele für bereits bestehende Zusammenarbeiten.
4. Zusammenfassung & eigene Meinung: Das Fazit resümiert, dass der Wettbewerbsdruck in Kerngeschäften steigt und Banken einen Strukturwandel vollziehen müssen, um nicht abgehängt zu werden, während FinTechs vor der Herausforderung stehen, langfristig ohne oder mit Banken zu bestehen.
Schlüsselwörter
FinTechs, Filialbanken, Retail Banking, Digitalisierung, Kooperation, Zahlungsverkehr, Crowdfinanzierung, Vermögensmanagement, Robo-Advisor, Bankenlandschaft, Wettbewerb, Strategische Ausrichtung, Kundenbindung, Innovation, Finanzdienstleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen junger Finanztechnologie-Unternehmen (FinTechs) auf das traditionelle Geschäftsmodell der Filialbanken in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf dem Zahlungsverkehr, verschiedenen Finanzierungsmodellen (Crowd-Bereich) sowie dem Bereich Vermögensmanagement und Robo-Advicern.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob FinTechs für etablierte Banken primär als gefährliche Konkurrenten oder als notwendige und wertvolle Kooperationspartner zu betrachten sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die aktuelle Studien und Branchenberichte zusammenführt, um einen Überblick über den deutschen FinTech-Markt zu geben.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die aktuelle Krise des Filialbanken-Geschäftsmodells, eine detaillierte Aufschlüsselung der FinTech-Geschäftssegmente sowie konkrete Strategien und Praxisbeispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Digitalisierung, Strukturwandel, disruptive Geschäftsmodelle und Kooperationsmanagement stehen im Zentrum der inhaltlichen Charakterisierung.
Warum fällt es traditionellen Banken schwer, auf FinTechs zu reagieren?
Etablierte Banken kämpfen mit hohen Kosten durch das Filialnetz, veralteten Prozessen und einem Kulturwandel, der es schwierig macht, Innovationen zuzulassen, ohne das eigene Kerngeschäft zu gefährden.
Welche Hürden gibt es für FinTechs bei der Banklizenz?
Die Anforderungen der BaFin sind sehr hoch und mit hohen Kosten für Regulierung und Kontrolle verbunden, was für viele FinTechs zum jetzigen Zeitpunkt wenig rentabel erscheint.
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- Martin Benzing (Author), 2018, FinTechs und Filialbanken. Konkurrenz oder Ergänzung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419463