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Bietet der deutsche Wohlfahrtsstaat genügend Schutz vor Altersarmut?

Título: Bietet der deutsche Wohlfahrtsstaat genügend Schutz vor Altersarmut?

Trabajo Escrito , 2017 , 16 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Christian Milart (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Wie kann Wohlfahrtsstaatlichkeit Altersarmut hervorbringen? Deutschland ist ein solcher Wohlfahrtsstaat und dennoch ist nahezu täglich von Altersarmut die Rede. Dabei sollten Wohlfahrtsstaaten ihre Bürger und Bürgerinnen vor „materieller Verelendung“ schützen. Und dennoch Leben in Deutschland Menschen am Rande des Existenzminimums.

Den Medien zufolge könnte das bald auf einen großen Teil der deutschen Bevölkerung zukommen. Wenn nicht heute, dann in 20 Jahren. Spätestens dann nämlich drohe Deutschland eine weitflächige Altersarmut. Und selbst viele, die heute noch ganz gut verdienen, werden von ihrer Rente wohl dann kaum noch leben können. Heute, knapp 20 Jahre später haben die Reformen der Agenda 2010 aus dem Jahre 2003 unter Gerhard Schröder große Kürzungen von Sozialleistungen hervorgebracht. Die Riester Reform, führte unter anderem zu einer Teilprivatisierung der Alterssicherung.

Inwiefern ist Deutschland dann noch ein Wohlfahrtsstaat, bzw. kann Wohlfahrtsstaatlichkeit sogar Eigenschaften annehmen, in denen Armut zulässig ist? Welche Faktoren begünstigen Altersarmut? Wie definiert sich diese und wann kann sie entstehen?

Mithilfe dieser Hausarbeit möchte ich die oben gestellte Fragen behandeln, sowie einen Einblick in das deutsche Rentensystem gewähren. Mithilfe des Wohlfahrtsstaatenmodells von Gøsta Esping-Andersen, gehe ich auf die unterschiedlichen Ausprägungen des Sozialstaates ein. Auch weil die Alterssicherung in Esping-Andersens Wohlfahrtsstaatenanalyse eine hervorragende Rolle spielt, ist es erforderlich sich mit der Lage der Altersvorsorge in Deutschland auseinanderzusetzen um die Frage, ob sie heute noch vor Altersarmut schützt zu beantworten. Im Fazit werde ich auf den Titel der Hausarbeit eingehen und herauskristallisieren, welchen sozialen Charakter die deutsche Alterssicherung zurzeit widerspiegelt und ihren Schutz vor Altersarmut durchleuchten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Wohlfahrtsstaat

2.1 Gøsta Esping-Andersen

2.2 Der Dekommodifizierungsindex

3. Armut

3.1 Armutsgrenzen und Einkommensungleichheit

3.2 Rentenversicherung und Altersarmut

3.3 Grundsicherung – eine Maßnahme zur Armutsprävention

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Alterssicherungssystem vor dem Hintergrund der steigenden Altersarmut und analysiert, inwieweit das System unter Einbeziehung des Wohlfahrtsstaatenmodells von Gøsta Esping-Andersen noch vor materieller Not schützen kann.

  • Analyse des deutschen Rentensystems im historischen und aktuellen Kontext
  • Anwendung des Wohlfahrtsstaatenmodells von Esping-Andersen auf Deutschland
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Erwerbsbiografien und Rentenhöhe
  • Kritische Bewertung der Grundsicherung als Instrument der Armutsprävention
  • Evaluierung der Auswirkungen von Arbeitsmarktentwicklungen auf die Altersvorsorge

Auszug aus dem Buch

2.1 Gøsta Esping-Andersen

Möchte man das deutsche Alterssicherungssystem einem wohlfahrtsstaatlichen Charakter zuordnen, so muss man Faktoren wie die unterschiedlichen Rollen von Familie, Staat und Markt in Wohlfahrtsstaaten beachten. Zu den bekanntesten Vertretern der vergleichenden Wohlfahrtsstaatenforschung gehört der dänische Ökonom Gøsta Esping-Andersen. Mit seinem Buch „The Three Worlds of Welfare Capitalism“ (1990) setzte Esping-Andersen die Maßstäbe für die international vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung neu auf.

Hier unterscheidet Esping-Andersen in drei verschiedene Welten der Wohlfahrtsstaaten: dem liberalen, dem konservativen und dem sozialdemokratischen Wohlfahrtsregime.

Der liberale Wohlfahrtsstaat ist vor allem in den USA, Großbritannien und Australien vertreten. Er steht für einen „schlanken Staat“, der sich die Armutsvermeidung zur Hauptaufgabe gesetzt hat. Die BürgerInnen sind für ihren Lebensunterhalt besonders stark auf jede Form von Arbeit angewiesen, da es nur ein grobes Sicherheitsnetz aus Sozialleistungen, die zudem an Bedürftigkeitsprüfungen gekoppelt sind, gibt. Diese werden von Steuermitteln finanziert. Eine private Absicherung wird hier ausdrücklich empfohlen, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind. Befürworter dieses Regimes sind liberale Ökonomen und Staatstheoretiker, die dem Staat nur eine eingeschränkte Rolle in seiner Zuständigkeit einräumen. Der Markt und seine Gesetzmäßigkeiten sollen sich so weit wie möglich, frei ausdehnen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Versprechen des Wohlfahrtsstaates und der realen Bedrohung durch Altersarmut in Deutschland.

2. Der Wohlfahrtsstaat: Dieses Kapitel erläutert die Grundfunktionen und historischen Ursprünge des Sozialstaates als Instrument zur Eindämmung kapitalistischer Risiken.

2.1 Gøsta Esping-Andersen: Es werden die drei Idealtypen von Wohlfahrtsregimen nach Esping-Andersen definiert und in den Kontext der Alterssicherung gestellt.

2.2 Der Dekommodifizierungsindex: Der Abschnitt beschreibt das Messinstrument, mit dem Esping-Andersen den Grad der Unabhängigkeit staatlicher Leistungen vom Arbeitsmarkt quantifiziert.

3. Armut: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Begriffe absolute und relative Armut im Kontext moderner Wohlstandsgesellschaften.

3.1 Armutsgrenzen und Einkommensungleichheit: Das Kapitel diskutiert die methodischen Schwierigkeiten bei der Armutsmessung durch den Vergleich von Median- und Durchschnittswerten.

3.2 Rentenversicherung und Altersarmut: Es wird analysiert, wie die Kopplung der Rente an das Erwerbsleben das Risiko der Altersarmut bei instabilen Erwerbsverläufen verschärft.

3.3 Grundsicherung – eine Maßnahme zur Armutsprävention: Der Abschnitt untersucht die Grundsicherung und kommt zu dem Schluss, dass sie eher eine Notfallmaßnahme als eine echte Prävention darstellt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das deutsche Rentensystem als konservatives Modell mit liberalen Tendenzen ein.

Schlüsselwörter

Altersarmut, Wohlfahrtsstaat, Rentenversicherung, Gøsta Esping-Andersen, Dekommodifizierung, Grundsicherung, Einkommensungleichheit, Erwerbsbiografie, Sozialpolitik, Armutsgrenze, Statussicherung, Drei-Säulen-System, Existenzminimum, Realeinkommen, Arbeitsmarkt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das deutsche Rentensystem in einem modernen Wohlfahrtsstaat noch effektiv vor Altersarmut schützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Analyse des deutschen Rentensystems, der theoretischen Einordnung nach Esping-Andersen und der kritischen Beleuchtung von Armutsgrenzen sowie der Grundsicherung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den sozialen Charakter der deutschen Alterssicherung zu identifizieren und zu bewerten, ob das aktuelle System unter den gegebenen Arbeitsmarktbedingungen ausreicht, um Altersarmut zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse auf Basis des Wohlfahrtsstaatenmodells von Gøsta Esping-Andersen sowie eine Auswertung empirischer Daten zur Einkommens- und Rentenentwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des Wohlfahrtsstaates, die Definition von Armutsgrenzen, die Funktionsweise der Rentenversicherung und eine kritische Auseinandersetzung mit der Grundsicherung im Alter.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Altersarmut, Dekommodifizierung, Rentenniveau, Teilhabeäquivalenz und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Warum ist das Drei-Säulen-System für Geringverdiener problematisch?

Da die zweite und dritte Säule – betriebliche und private Vorsorge – oft auf zusätzliche Beiträge angewiesen sind, profitieren vor allem einkommensstarke Haushalte, während Menschen mit niedrigem Einkommen fast ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen bleiben.

Warum reicht die Grundsicherung laut der Analyse nicht als Armutsprävention aus?

Die Grundsicherung ist als fürsorgerechtliches System konzipiert, das lediglich das Existenzminimum sichern soll; ihr Niveau liegt jedoch deutlich unter der offiziellen Armutsgrenze.

Welchen Effekt hat die Nutzung des Medians bei der Armutsberechnung?

Die Verwendung des Medians schließt extrem hohe Einkommen aus, was eine genauere Bestimmung der relativen Armut ermöglicht, im Rentenkontext aber zu Diskrepanzen bei der Leistungsbemessung führen kann.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Bietet der deutsche Wohlfahrtsstaat genügend Schutz vor Altersarmut?
Universidad
University of Osnabrück
Calificación
1,7
Autor
Christian Milart (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
16
No. de catálogo
V419574
ISBN (Ebook)
9783668683174
ISBN (Libro)
9783668683181
Idioma
Alemán
Etiqueta
bietet wohlfahrtsstaat schutz altersarmut
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Milart (Autor), 2017, Bietet der deutsche Wohlfahrtsstaat genügend Schutz vor Altersarmut?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419574
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