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Das Heilige Land. Frauen auf Pilgerfahrt im frühen Christentum

Title: Das Heilige Land. Frauen auf Pilgerfahrt im frühen Christentum

Seminar Paper , 2005 , 9 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Mareike Jänsch (Author)

World History - Early and Ancient History
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Einleitung

Pilgereisen, wie man sie im heutigen Sinne versteht, also eine weite, strapaziöse Reise zu Zielen mit religiöser Bedeutung, bei der die Pilger1 bereit sind, Entbehrungen oder sogar ein asketisches Leben auf sich zu nehmen und sich dafür persönliches Seelenheil versprechen, haben ihre Wurzeln im Christentum.2 Die ersten Pilgerbewegungen, wenn auch noch vereinzelt, begannen in der Mitte des 2. Jahrhunderts.3 Erst zur Zeit der Konstantinischen Wende werden Pilgerreisen für eine größere Zahl von Christen möglich und durch die Pilgerreise der kaiserlichen Mutter Helena (326) hoffähig und prestigeträchtig. Die Pilgerliteratur beginnt mit dem Einsetzen der größeren Pilgerbewegungen im 4.Jhd.

Im Folgenden werden nun anhand der Quellen, der Reisebericht des Pilgers von Bordeaux4 und dem Itinerarium der Egeria,5 die Reiserouten und Ziele der Pilger in der Spätantike nachvollzogen und deren Motivation zur Pilgerfahrt betrachtet. Des weiteren gilt es zu untersuchen, ob Pilgern auch für Frauen üblich und möglich war, oder ob es sich beim Pilgerwesen um eine männliche Domäne handelte. Überdies stellt sich die Frage nach der sozialen Herkunft und des ökonomischen Hintergrundes der Pilgerinnen.

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1 Im Folgenden gilt die Bezeichnung Pilger sowohl für männliche Pilger als auch weibliche Pilgerinnen, wenn nicht explizit auf eine Unterscheidung hingewiesen wird.

2 Vgl. SCHEER, T. S.: Von Pausanias zu Egeria. "Pilger" in griechisch-römischer Antike und christlicher Spätantike? in: Von Sachsen nach Jerusalem, Menschen im Wandel der Zeit, Festschrift für Wolfgang Giese zum 65. Geburtstag, hg. v. SEIBERT, H. u. THOMA, G. München: Herbert Utz Verlag 2004, S. 31-51.

3 Im Folgenden Bezug auf: DONNER, H.: Pilgerfahrt ins Heilige Land. Stuttgart: Katholisches Bibelwerk GmbH 2. Auflage 2002. S. 26 ff

4 ANONYMUS BURDIGALENSIS: Itinerarium Burdigalensis, hg. & übers. v. DONNER, H. Stuttgart: Katholisches Bibelwerk GmbH 2. Auflage 2002.

5 AETHERIA: Itinerarium, hg. & übers. v. RÖWEKAMP,G. Freiburg: Herder 1995 (Fontes Christiani 20).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exemplarisches Beispiel: Reisebericht der Egeria

2.1 Reise und Ziele der Pilger

2.2 Motivation der Pilger

3. Frauen als Pilger im Heiligen Land

3.1 Pilgern eine männliche Domäne?

3.2 Soziale Herkunft und ökonomischer Hintergrund der Pilgerinnen

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Frauen als Pilgerinnen im frühen Christentum anhand antiker Quellen. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit Pilgerreisen für Frauen möglich und üblich waren und ob das Pilgerwesen als männlich dominierte Domäne zu betrachten ist.

  • Analyse antiker Pilgerberichte (Egeria, Pilger von Bordeaux)
  • Untersuchung der Motivation für christliche Pilgerreisen
  • Evaluation der gesellschaftlichen Stellung und Emanzipation von Frauen
  • Untersuchung der sozialen und ökonomischen Voraussetzungen für Pilgerinnen
  • Vergleich der Möglichkeiten von männlichen und weiblichen Pilgern

Auszug aus dem Buch

2. Exemplarisches Beispiel: Reisebericht der Egeria

Die Pilgerreise der Egeria dauerte 4 Jahre und erstreckte sich über die Jahre 381- 384. Während ihrer Reise verfasste sie einen Bericht in Briefform, welcher sich in dem heutigen zur Verfügung stehendem Zustand in zwei Teile gliedert. Der erste Teil beschreibt die Reise und Ziele von Egerias Pilgerfahrt, der zweite Teil ist eine Liturgiebeschreibung aus Jerusalem. Der Adressat des Berichtes der Egeria ist eine Gruppe von daheim gebliebenen Frauen, die sie als die „verehrten Damen Schwestern“ anspricht. Die Bibel war für Egeria ein ständiger Begleiter und Reiseführer. In ihrem Bericht bezieht sie sich immer wieder auf die Bibel, um Gesehenes und Erlebtes zu verdeutlichen und zu unterstreichen.

Palästina wandelte sich in den Jahren 325 - 335 zu einem christlichen Land. Jerusalem wurde von einer Stätte des heidnischen römischen Glaubens zu einem christlichen Zentrum und somit zum Ziel vieler Pilger im frühen Christentum. Der älteste Pilgerbericht stammt aus dem Jahr 333 und wurde von einem anonymen Pilger aus Bordeaux verfasst. Anhand dieses Berichtes lässt sich die Reiseroute von Frankreich über Konstantinopel bis nach Jerusalem und wieder zurück nachvollziehen, möglicherweise der Weg, den auch Egeria zumindest teilweise zurückgelegt hat um ins Heilige Land zu kommen.

Der Weg des Pilgers von Bordeaux führte von Bordeaux aus durch Südfrankreich bis zu den Alpen und von dort nach Italien. Über Slowenien und Bulgarien erreichte er Konstantinopel, das heutige Istanbul, und reiste von dort aus nach Palästina. Jerusalem ist das eindeutige Ziel des Pilgers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die geschichtliche Entwicklung des frühen christlichen Pilgerwesens und führt in die zentrale Fragestellung zur Rolle der Frauen ein.

2. Exemplarisches Beispiel: Reisebericht der Egeria: Dieses Kapitel analysiert das Itinerarium der Egeria als zentrale Quelle, um Reiserouten, Ziele und die religiöse Motivation der Pilgerin aufzuzeigen.

3. Frauen als Pilger im Heiligen Land: Das Kapitel untersucht die gesellschaftliche Rolle der Pilgerinnen und hinterfragt, ob das Pilgern im frühen Christentum exklusiv eine männliche Domäne darstellte.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass Pilgerinnen zwar existierten, jedoch von einem hohen sozialen und ökonomischen Status sowie männlicher Hilfe abhängig waren.

Schlüsselwörter

Frühes Christentum, Pilgerreise, Egeria, Itinerarium, Heiliges Land, Frauenrolle, Spätantike, Religionsgeschichte, Pilgerwesen, Emanzipation, christliche Motivation, antike Quellen, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Teilnahme von Frauen an christlichen Pilgerreisen im 4. und 5. Jahrhundert und analysiert deren Möglichkeiten und Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Pilgerpraxis der Spätantike, die Analyse von Reiseberichten, die soziale Stellung der Frau sowie ökonomische Voraussetzungen für Fernreisen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob das Pilgerwesen eine reine Männerdomäne war oder ob Frauen aktiv als Pilgerinnen agieren konnten und welche Einschränkungen dabei bestanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, bei der primär der Reisebericht der Egeria und das Itinerarium des Pilgers von Bordeaux ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung konkreter Reiseberichte, die Motivation der Reisenden sowie eine soziologische Einordnung der weiblichen Pilger hinsichtlich Herkunft und Status.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pilgerreise, Egeria, frühes Christentum, Spätantike, Frauenrolle und soziale Herkunft.

Warum spielt der Reisebericht der Egeria eine so besondere Rolle?

Egerias Bericht ist deshalb von Bedeutung, weil sie eine der wenigen Frauen ist, die ihre Reiseerlebnisse im 4. Jahrhundert selbst schriftlich dokumentiert und an Mitschwestern adressiert hat.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Emanzipation von Pilgerinnen?

Obwohl Frauen in der Spätantike einen gewissen Grad an Emanzipation erreichten, konnten sie nicht autark reisen und waren bei Wallfahrten stets auf männliche Hilfe oder Begleitung angewiesen.

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Details

Title
Das Heilige Land. Frauen auf Pilgerfahrt im frühen Christentum
College
University of Duisburg-Essen
Course
Proseminar
Grade
sehr gut
Author
Mareike Jänsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
9
Catalog Number
V41961
ISBN (eBook)
9783638401135
ISBN (Book)
9783656530145
Language
German
Tags
Heilige Land Frauen Pilgerfahrt Christentum Proseminar Itinerarium Aetheria Egeria
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Jänsch (Author), 2005, Das Heilige Land. Frauen auf Pilgerfahrt im frühen Christentum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41961
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