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Analyse des Verhaltens von Max und Moritz im Bezug auf das Fetale Alkoholsyndrom und die Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Titel: Analyse des Verhaltens von Max und Moritz im Bezug auf das Fetale Alkoholsyndrom und die Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Hausarbeit , 2016 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Clara Winterfeld (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Lausbubengeschichten von Max und Moritz feierten im Jahr 2015 ihren 150. Geburtstag und haben Wilhelm Busch zu einem der beliebtesten und meistverkauften deutschen Dichter gemacht. Doch die Bildergeschichten waren nicht immer unumstritten. Die Veröffentlichung des Buches löste eine Diskussion aus, ob das Buch überhaupt für Kinder und Jugendliche geeignet wäre, da viele Pädagogen die Streiche als jugendgefährdend ansahen. In einigen deutschsprachigen Regionen, wie beispielsweise in der Steiermark, wurde das Werk sogar jahrelang für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Grund dafür war, dass es nicht – wie beispielsweise das Buch vom Struwwelpeter – den Zweck verfolgt, zu belehren und aufzuzeigen, welche Konsequenzen drohen, wenn man Streiche spielt, sondern lediglich dem Amüsement dient.
Doch trotz oder gerade infolge der vordergründig fehlenden moralischen Implikationen wurden die sieben Streiche der beiden Buben schon wenige Jahre nach der Veröffentlichung im Jahre 1865 immer populärer. Noch zu Lebzeiten Wilhelm Buschs wurde sein Werk zu einer Art Bestseller und ist es aufgrund des gelungenen Zusammenspiels aus Satire, bildhafter Sprache und ausdrucksstarken Zeichnungen bis heute geblieben.
Die Bildergeschichte „Max und Moritz“ beschreibt zwei Jungen, die ihren Mitmenschen durch ihre hinterlistigen Streiche das Leben schwer machen. Moritz, einer der beiden Jungen, zeigt durch sein Verhalten aber auch seine markanten Gesichtszüge charakteristische Anzeichen von FAS, dem Fetalen Alkoholsyndrom. FAS bezeichnet eine körperliche und geistige Schädigung, die durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft verursacht wird. Ein Symptom davon ist unter anderem die sogenannte Antisoziale Persönlichkeitsstörung.
Beleidigungen, Sachbeschädigungen, Diebstahl und Hausfriedensbruch, Tierquälerei und schwere Körperverletzung, all diese Straftatbestände, die man in den Streichen von Max und Moritz vorfindet, deuten auf eine Antisoziale Persönlichkeitsstörung hin. Inwieweit die beiden Buben diese Störung aufweisen und Moritz vom Fetalen Alkoholsyndrom betroffen ist, soll in der vorliegenden Arbeit ergründet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS)

2.1 Ursache, Symptomatik und Epidemiologie

2.1.1 Das fetale Alkoholsyndrom bei Max und Moritz

3 Die Antisoziale Persönlichkeitsstörung

3.1 Ursache, Symptomatik und Epidemiologie

3.2 Die Antisoziale Persönlichkeitsstörung bei Max und Moritz

3.3 Die Antisoziale Persönlichkeitsstörung bei Wilhelm Busch

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhalten der Hauptfiguren Max und Moritz aus der gleichnamigen Bildergeschichte von Wilhelm Busch vor dem Hintergrund medizinischer und psychologischer Störungsbilder. Ziel ist es zu ergründen, ob Moritz Anzeichen des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) aufweist und inwieweit das Verhalten beider Jungen als Ausdruck einer antisozialen Persönlichkeitsstörung interpretiert werden kann, unter Berücksichtigung autobiografischer Bezüge des Autors.

  • Analyse körperlicher und verhaltensbezogener Indikatoren für FAS bei der Figur Moritz
  • Untersuchung des dissozialen Verhaltens der Jungen im Kontext psychologischer Klassifikationen
  • Überprüfung der familiären Vernachlässigung als Ursache für die antisoziale Entwicklung
  • Autobiografische Einflüsse auf die Gestaltung der Charaktermerkmale durch Wilhelm Busch
  • Kritische Reflexion der "pädagogischen" Wirkung des Werkes und der Literaturwissenschaftlichen Einordnung

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Antisoziale Persönlichkeitsstörung bei Max und Moritz

Gert Hölter stellt in seinem Buch „Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen“ die These auf, dass Max und Moritz eine Störung des Sozialverhaltens aufweisen. Hierfür führt er zahleiche Belege an:

„Die beiden Burschen, vielleicht im Alter zwischen 12 und 14 Jahren, machen manchen ihrer Mitmenschen das Leben schwer. Lustig verpackt, aber deshalb nicht weniger bösartig, entspricht die von den beiden betriebene Tierquälerei der Hühner der Witwe Bolte, das Stehlen der gebratenen Hähnchen, die Provokation des Schneiders, des Lehrers und des Onkels wie auch der Einbruch in die Müllerei durchaus der Symptomatik einer Störung des Sozialverhaltens.“

Die in Hölters Werk angeführten Belege sollen im Folgenden näher erläutert werden und durch weitere Merkmale der Antisozialen Persönlichkeitsstörung ergänzt werden.

Bereits im Vorwort wird beschrieben, dass Max und Moritz lieber Streiche spielten, als in die Kirche oder Schule zu gehen:

„Menschen necken, Tiere quälen, Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen – das ist freilich angenehmer und dazu auch viel bequemer, als in Kirche oder Schule festzusitzen auf dem Stuhle.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Lausbubengeschichten von Wilhelm Busch, die Diskussion um ihre pädagogische Eignung und stellt die Forschungsfrage nach einer potenziellen pathologischen Störung der Protagonisten.

2 Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS): Dieses Kapitel definiert das FAS, dessen Ursachen und Symptomatik und leitet die Analyse der Figur Moritz auf Basis seiner körperlichen Merkmale und seines Verhaltens ein.

3 Die Antisoziale Persönlichkeitsstörung: Der theoretische Rahmen für antisoziales Verhalten wird erläutert und auf die Taten von Max und Moritz übertragen, wobei auch Bezüge zur Biografie Wilhelm Buschs hergestellt werden.

4 Schluss: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei das Fazit nahelegt, dass Busch seine Figuren gezielt mit pathologischen Merkmalen ausstattete, die auf FAS und eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hindeuten.

Schlüsselwörter

Max und Moritz, Wilhelm Busch, Fetales Alkoholsyndrom, FAS, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Dissoziales Verhalten, Störung des Sozialverhaltens, Typ B, Lausbubengeschichten, Pathologie, Kinderpsychiatrie, Kindheitsforschung, Kriminalität, Vernachlässigung, Symptomatik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die berühmten Bildergeschichten "Max und Moritz" von Wilhelm Busch unter einer psychologisch-medizinischen Perspektive, um die auffälligen Verhaltensweisen der Protagonisten klinisch einzuordnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) sowie die Antisoziale Persönlichkeitsstörung (dissoziales Verhalten) bei Kindern und Jugendlichen.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?

Es soll untersucht werden, ob die gezeichneten Figuren Moritz und Max Symptome aufweisen, die eine Zuordnung zu FAS oder einer dissozialen Störung erlauben, und ob der Autor diese Züge bewusst oder durch eigene Erfahrungen inspirierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch den Einbezug medizinischer und psychologischer Fachliteratur (z.B. Steinhausen, Hölter) zu den genannten Störungsbildern ergänzt wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die klinischen Grundlagen von FAS und der antisozialen Persönlichkeitsstörung dargelegt. Anschließend werden die Streiche und Charakteristiken von Max und Moritz konkret mit den Kriterien dieser Diagnosen abgeglichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind das Fetale Alkoholsyndrom, dissoziales Verhalten, Typ B Störungen, mangelnde Empathiefähigkeit und der Einfluss des sozialen Umfelds auf die Entwicklung von Kindern.

Warum wird speziell das Verhalten von Moritz als Indikator für das Fetale Alkoholsyndrom gewertet?

Neben den körperlichen Merkmalen wie dem fliehenden Kinn oder der speziellen Nase wird besonders auf sein Mitläufertum, die starke Abhängigkeit von Max und die Unfähigkeit, aus negativen Konsequenzen zu lernen, verwiesen.

Welche Rolle spielt die Abwesenheit der Eltern für die Argumentation?

Die Autorin argumentiert, dass die vollständige Abwesenheit von Eltern oder erzieherischen Instanzen im Werk die Vernachlässigung der Jungen symbolisiert, was die Entwicklung antisozialer Verhaltensweisen maßgeblich begünstigt haben könnte.

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Details

Titel
Analyse des Verhaltens von Max und Moritz im Bezug auf das Fetale Alkoholsyndrom und die Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Von Zaches bis Matzerath. Behinderte als Figuren in der deutschsprachigen Literatur
Note
1,3
Autor
Clara Winterfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V419620
ISBN (eBook)
9783668683860
ISBN (Buch)
9783668683877
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fetales Alkoholsyndrom Max und Moritz Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Clara Winterfeld (Autor:in), 2016, Analyse des Verhaltens von Max und Moritz im Bezug auf das Fetale Alkoholsyndrom und die Antisoziale Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419620
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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