Ich bin heute hier, um Ihnen einen kurzen Überblick zur kindlichen Entwicklung zu geben. Was sind die Voraussetzungen für einen guten Schulstart? Wie können Sie Ihr Kind beim „Lernen lernen“ unterstützen?
Die Einschulung Ihres Kindes ist ein großer Schritt für das Kind, aber auch für die ganze Familie. Das Familienleben wird sich ändern. Dieser Schritt ist sicherlich mit großer Aufregung verbunden und bei einigen Kindern auch mit einem unguten Gefühl.
Das Neue ist so ungewiss: Wird die Lehrerin nett sein? Werde ich Freunde finden? Werde ich auch gut in der Schule sein? Das sind Fragen, die sich die Kinder stellen. Auch Sie als Mutter oder Vater hoffen, dass die Schullaufbahn Ihres Kindes gut verläuft und stehen vor der Ungewissheit. Wie kann ich mein Kind unterstützen, damit es in der Schule gut mitkommt? Ist mein Kind wirklich fit für die Schule? Darf mein Kind bei den Hausaufgaben Fehler machen? Darf es mit den Fingern rechnen? Wie kann ich mein Kind beim Lernen unterstützen? Das sind nur Beispiele für Fragen, die Ihnen vielleicht durch den Kopf gehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wahrnehmung und Bewegung
2.1 Das Gehirn
2.2 Die Wahrnehmung
2.2.1 Die Bedeutung der Wahrnehmung für schulisches Lernen
2.2.2 Der Prozess der Wahrnehmung
2.2.3 Sinnessysteme
2.3 Motorik
2.3.1 Allgemeines
2.3.2 Asymmetrisch-Tonischer-Nackenreflex (ATNR)
2.3.3 Symmetrisch-Tonischer-Nackenreflex (STNR)
3 Vorläuferfertigkeiten
3.1 Sprache
3.1.1 Phonologische Bewusstheit
3.1.2 Logografische Erkennung
3.2 Vorläuferfertigkeiten beim Rechnen
3.2.1 Simultanerfassung von Anzahlen
3.2.2 Entwicklung der Zahlwortreihe
3.2.3 Entwicklung der Kardinalität
3.2.4 Entwicklung vorschulischer Rechenstrategien
4 Kulturfertigkeiten
4.1 Schreiben
4.1.1 Lautgetreues Schreiben
4.1.2 Wie können Sie Ihr Kind in dieser Phase unterstützen?
4.1.3 Ist es richtig, zu schreiben, was man hört?
4.2 Rechnen
4.2.1 Warum ist zählendes Rechnen zulässig?
4.2.2 Warum ist es beim Rechnen wichtig, dass die Kindern Richtungen kennen?
5 Abschließende Gedanken
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieses Vortrags ist es, Eltern sowie pädagogische Fachkräfte für die entwicklungspsychologischen Grundlagen zu sensibilisieren, die für einen erfolgreichen Schulstart und das Erlernen von Kulturfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen essenziell sind. Es wird vermittelt, warum eine ganzheitliche Entwicklung ohne das Überspringen einzelner Phasen die notwendige Voraussetzung für schulisches Lernen darstellt.
- Wahrnehmungsprozesse und die Bedeutung der frühkindlichen Motorik.
- Frühkindliche Reflexe und deren Einfluss auf die Lernentwicklung.
- Sprachliche Vorläuferfertigkeiten wie phonologische Bewusstheit.
- Numerische Kompetenzen und vorschulische Rechenstrategien.
- Praktische Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern im häuslichen Alltag.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Der Prozess der Wahrnehmung
Körperlich-sinnliches Erleben ist wichtig für die Kinder, weil es ein Training für die Sinnesorgane ist. Ich denke da zum Beispiel an das Freispiel draußen an der frischen Luft. Sinnesorgane müssen benutzt werden, um nicht zu verkümmern. So können sie sich ausbilden und weiterentwickeln. In unserer Gesellschaft verschwindet aber körperlich-sinnliches Erleben immer mehr. Es ist heutzutage die Regel, dass viel Zeit im Haus und auch vor dem Bildschirm verbracht wird. Dabei werden die Sinne jedoch nur sehr einseitig angeregt, vor allem das Sehen und Hören, jedoch viel Bewegung bekommen wir auch nicht. Im Alltag stehen den Kindern weniger Entdeckungsräume zur Verfügung. Sie als Eltern können Ihr Kind fördern, indem Sie es viel draußen spielen lassen. Ausflüge in den Wald sind besonders förderlich, alle Sinne anzuregen. Sind Sie mit Ihrem Kind im Wald, halten Sie doch einmal inne und lauschen: Welche Geräusche kann ich hören? Fahrradtouren, Drachensteigen, Picknick im Park oder am See, das sind Aktivitäten die nicht nur Ihren Kindern guttun.
Schauen wir uns nun kurz an, wie die Wahrnehmung funktioniert: Sinne sind „Antennen“, über die wir mit der Umwelt kommunizieren. Sie sind sozusagen die Nahtstelle zwischen innen und außen, zwischen Mensch und Umwelt. Wahrnehmung ist ein kreisförmiger Prozess.
Die Umwelt sendet Reize aus, die von unseren Sinnen aufgenommen werden. Diese Reize werden ins Gehirn weitergeleitet, wo sie gespeichert, mit bisher Gespeichertem verglichen, neu verknüpft und interpretiert werden. Daraus entsteht dann ein Impuls für eine Reaktion. Diese Reaktion erfolgt und hat wiederum Einfluss auf die Umwelt (vgl. Zimmer 2011, S. 45ff.). Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht den Prozess.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einführung thematisiert die Aufregung und die typischen Sorgen von Eltern sowie Kindern vor dem Schuleintritt und betont die Wichtigkeit eines phasenbasierten Lernprozesses.
2 Wahrnehmung und Bewegung: Dieses Kapitel erläutert die neurologischen Grundlagen von Lernen und die zentrale Rolle der sensorischen sowie motorischen Entwicklung, inklusive frühkindlicher Reflexe.
3 Vorläuferfertigkeiten: Hier werden die essenziellen Basiskompetenzen in den Bereichen Sprache und Mathematik dargestellt, die Kinder vor dem Schuleintritt entwickeln.
4 Kulturfertigkeiten: Dieser Abschnitt widmet sich den Herausforderungen beim Schreiben- und Rechnenlernen und bietet Eltern konkrete Anleitungen zur Unterstützung ihrer Kinder.
5 Abschließende Gedanken: Das Fazit bekräftigt, dass kindliche Entwicklung Zeit benötigt und der Weg zum schulischen Erfolg nicht durch Abkürzungen, sondern durch schrittweises Lernen geebnet wird.
Schlüsselwörter
Schulstart, Wahrnehmungsentwicklung, Motorik, frühkindliche Reflexe, Lerntherapie, phonologische Bewusstheit, Zahlwortreihe, Kardinalität, Rechenstrategien, lautgetreues Schreiben, kinesiologische Übungen, visuelle Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, Schulentwicklung, Elternunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Vortrag grundsätzlich?
Der Vortrag befasst sich mit den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart und zeigt auf, wie Eltern und Pädagogen die kindliche Entwicklung in der Vorschulphase und zu Beginn der Grundschulzeit optimal unterstützen können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind Wahrnehmung, Motorik, sprachliche Vorläuferfertigkeiten, der Erwerb mathematischer Grundlagen sowie das Schreibenlernen in der Anfangsphase.
Was ist das primäre Ziel des Dokuments?
Das Ziel ist es, den Lesern verständlich zu machen, dass Lernen ein stufenweiser Prozess ist, bei dem keine Phase übersprungen werden sollte, um eine stabile Basis für die spätere Schullaufbahn zu bilden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten pädagogischen und lerntherapeutischen Analyse der kindlichen Entwicklungspsychologie, gestützt durch aktuelle fachwissenschaftliche Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung von Gehirnfunktionen, die visuelle und auditive Wahrnehmung, Reflexe, Sprachentwicklung, Mengenverständnis sowie spezifische Rechen- und Schreibstrategien für Kinder.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?
Wichtige Begriffe sind Wahrnehmung, Motorik, phonologische Bewusstheit, Zahlwortreihe, Kardinalität, lautgetreues Schreiben und die kinesiologischen Übungen zur Gehirnhälften-Aktivierung.
Warum ist zählendes Rechnen bei Schulanfängern erlaubt?
Zählendes Rechnen ist eine legitime und hilfreiche Strategie für Schulanfänger, da sie ihnen Sicherheit gibt und ihr Gehirn beim Übergang zur abstrakten Mathematik unterstützt.
Welchen Einfluss haben Reflexe wie der ATNR oder STNR auf das Lernen?
Wenn diese Reflexe nicht in der frühen Kindheit gehemmt werden, können sie die spätere Auge-Hand-Koordination, das Lesen, Schreiben und die allgemeine Körperkoordination beeinträchtigen.
Was bedeutet der "mentale Zahlenstrahl" für das Rechnen?
Der mentale Zahlenstrahl ist die innere Repräsentation von Zahlen im Gehirn; das Verständnis für Richtungen darauf hilft Kindern, Rechenoperationen wie Addition und Subtraktion besser zu begreifen.
Wie kann man das lautgetreue Schreiben am besten fördern?
Durch Geduld, deutliches Vorsprechen der Wörter und die Akzeptanz, dass Kinder anfangs nur die für sie hörbaren Buchstaben aufschreiben, wird das Vertrauen in die eigene Sprachkompetenz gestärkt.
- Citation du texte
- Claudia Kampmann (Auteur), 2013, Wie Eltern die Entwicklung ihres Kindes im Vorschulalter und in der Schuleingangsphase unterstützen können, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419729