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Die Dolchstoßlegende. Zerstörung der Weimarer Republik durch das Instrument der Lüge?

Titre: Die Dolchstoßlegende. Zerstörung der Weimarer Republik durch das Instrument der Lüge?

Dossier / Travail de Séminaire , 2018 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Boost (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Première Guerre mondiale, République de Weimar
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Eine Lüge, klein und unbedacht, hat schon oft einen Berg von Leid entfacht." Kein Sprichwort könnte passender die Anfänge der Weimarer Republik charakterisieren als dieses. Doch kann eine Lüge solch einen immensen Einfluss entfalten, um einen Staat in die Knie zu zwingen? Ist die Dolchstoßlegende dafür verantwortlich, dass die Weimarer Republik, nur 12 Jahre nach ihrer Gründung, schon wieder scheiterte? Sowohl die Politik, als auch die deutsche Gesellschaft musste in den Jahren 1918 mit den
Folgen der Kriegsniederlage umgehen lernen. Als am 9. November 1918 der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die Republik ausruft, endet damit das seit dem Jahr 1871 bestehende Kaiserreich und läutet eine neue Epoche der deutschen Geschichte ein.

Allerding stirbt mit der neuen Staatform nicht die Frage nach dem Schuldigen, der die Kriegsniederlage zu verantworten hat. So kommt es, dass Paul von Hindenburg, wenige Tage nach der offiziellen Gründung der Weimarer Republik vor dem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung mit seiner Aussage eine folgenschwere Lawine lostritt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Legende oder Lüge?

3. Die Entstehung der Weimarer Republik

4. Die Dolchstoßlegende

4.1. Entstehung der Dolchstoßlegende

4.2. Ludendorff und Hindenburg und die Legende

5. Auswirkungen

5.1. Politische Auswirkungen

5.2. Auswirkungen auf die Bevölkerung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dolchstoßlegende als zentrales Instrument der politischen Desinformation, das maßgeblich zur Destabilisierung und zum letztendlichen Scheitern der Weimarer Republik beitrug. Dabei wird analysiert, wie diese gezielte Lüge dazu diente, die Verantwortung für die Kriegsniederlage 1918 vom Militär auf die demokratischen Kräfte der neuen Republik zu projizieren.

  • Historische Entstehung und Instrumentalisierung der Dolchstoßlegende.
  • Die Rolle von Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff bei der Verbreitung des Mythos.
  • Wechselwirkung zwischen politischer Propaganda und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
  • Langfristige Auswirkungen der Legende auf die politische Kultur und Stabilität der Weimarer Republik.
  • Kritische Reflexion der Begrifflichkeiten "Lüge" und "Legende" im historischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

4.1. Entstehung der Dolchstoßlegende

Paul von Hindenburg gilt nach heutiger Auffassung als Begründer der Dolchstoßlegende. Bei genauer Untersuchung der vorhandenen Aufzeichnungen seiner Rede vom 19. November 1919 verweist er selber jedoch auf einen anderen Urheber dieser Theorie.

"Die Heimat hat uns von diesem Augenblick an (1916) nicht mehr unterstützt. (...)Ein englischer General sagte mit Recht: Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden.“

Hindenburg spielt mit seiner Äußerung bezüglich der Herkunft der Theorie auf den britische General Friedrich Maurice oder seinen Landsmann General Sir Neil Malcom an. Nach heutigem Wissensstand bestehen berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit beider Versionen. Lange Zeit galt ein Artikel, welcher in der „Neuen Züricher Zeitung“ abgedruckt wurde als Beweis für Maurice Äußerung. In der Ausgabe vom 17. Dezember 1918 wurde er unter dem Titel: „Ein englischer General über die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs“ folgendermaßen zitiert:

„Was die deutsche Armee betrifft, so kann die allgemeine Ansicht in das Wort zusammengefasst werden: Sie wurde von der Zivilbevölkerung von hinten erdolcht.“

Der unbekannte Verfasser untermauert mit einem weiteren Satz die Bedeutung der Worte von Maurice Ansichten bezüglich des deutschen Versagens im 1. Weltkrieg. „ In anderer Form habe ich so ziemlich überall, in den verschiedensten Kreisen dieselben Ansichten [...] gefunden, wie sie General Maurice aussprach.“

Nachweißlich wurde der Artikel allerdings nie in der „Neuen Züricher Zeitung“ abgedruckt. Nichtsdestoweniger fungierte der Inhalt dieses fiktiven Druckwerks in den folgenden Monaten für Propagandamittel wie Handzettel oder Broschüren. Trotz dieses Aufruhrs, erlangte der Dolchstoß zu jener Zeit weit weniger Aufmerksamkeit, als später bei Hindenburg. Der Grund dafür lag in dem veröffentlichten Dementi des vermeintlichen von Maurice, solch eine Aussage getätigt zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Dolchstoßlegende ein und stellt die zentrale Frage nach deren Einfluss auf den Untergang der jungen Weimarer Demokratie.

2. Legende oder Lüge?: Dieses Kapitel untersucht terminologische Unterschiede und definiert die Dolchstoßlegende als gezieltes politisches Täuschungsmanöver.

3. Die Entstehung der Weimarer Republik: Hier werden die historischen Rahmenbedingungen vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann beleuchtet.

4. Die Dolchstoßlegende: Dieser Abschnitt analysiert die Ursprünge des Mythos und die maßgebliche Rolle der militärischen Führung, insbesondere von Hindenburg und Ludendorff.

5. Auswirkungen: Hier wird untersucht, wie die Legende als Propagandainstrument die politische Landschaft polarisierte und die Bevölkerung in ihrem Demokratieverständnis beeinflusste.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Legende als Destabilisierungsfaktor zusammen und unterstreicht die verheerenden Folgen politischer Lügen für die junge Demokratie.

7. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Dolchstoßlegende, Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff, Erster Weltkrieg, Kriegsniederlage, Propaganda, Politische Täuschung, Novemberrevolution, OHL, Demokratiestabilität, Geschichtsfälschung, Mythos, Weimarer Demokratie, Geschichtsrevisionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, Verbreitung und politische Instrumentalisierung der Dolchstoßlegende und deren verhängnisvolle Auswirkungen auf die Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Obersten Heeresleitung (OHL), der gezielten Desinformation durch Hindenburg und Ludendorff sowie der Wirkung dieser Propaganda auf die deutsche Gesellschaft der Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob und inwieweit die Dolchstoßlegende direkt zum Scheitern der Weimarer Republik beigetragen hat und warum diese Lüge im Volk auf so fruchtbaren Boden fiel.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Quellen, Redeprotokolle und historiographische Sekundärliteratur auswertet, um die Fiktivität der Dolchstoßbehauptungen nachzuweisen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehungsgeschichte der Republik, die Täuschungsmanöver von Hindenburg und Ludendorff sowie die daraus resultierenden politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dolchstoßlegende, Weimarer Republik, Hindenburg, OHL, Propaganda, Kriegsniederlage und politische Destabilisierung.

War Hindenburg der ursprüngliche Erfinder der Dolchstoßlegende?

Die Arbeit zeigt auf, dass Hindenburg zwar die Legende durch seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss populär machte, er sich dabei jedoch auf bereits existierende, fiktive Gerüchte und Aussagen stützte, die nicht von ihm selbst stammten.

Warum funktionierte die Lüge bei der Bevölkerung so gut?

Die Legende bot der geschockten und kriegsmüden Bevölkerung eine einfache Erklärung für die Niederlage und entlastete das Militär, was als "heilendes Pflaster" für die nationale Identität fungierte.

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Résumé des informations

Titre
Die Dolchstoßlegende. Zerstörung der Weimarer Republik durch das Instrument der Lüge?
Université
Humboldt-University of Berlin
Note
1,0
Auteur
Sarah Boost (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
18
N° de catalogue
V419747
ISBN (ebook)
9783668683785
ISBN (Livre)
9783668683792
Langue
allemand
mots-clé
Dolchstoßlegende
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Boost (Auteur), 2018, Die Dolchstoßlegende. Zerstörung der Weimarer Republik durch das Instrument der Lüge?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419747
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Extrait de  18  pages
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