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Die Relevanz von Traumata in der Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung. Studie zur Unterstützung der traumabedingten Sichtweise

Titel: Die Relevanz von Traumata in der Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung. Studie zur Unterstützung der traumabedingten Sichtweise

Bachelorarbeit , 2014 , 62 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katrin Gehlhaar (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Ursache der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Während die Vertreter der soziokognitiven Sichtweise davon ausgehen, dass Faktoren wie Fantasie und Suggestion zu einer DIS führen, gehen die Vertreter der traumabedingten Sichtweise davon aus, dass schwerste Traumatisierungen zugrundeliegen. Die hier durchgeführte Studie soll diese traumabedingte Annahme weiter unterstützen.

In der Studie wurden 21 Patienten mit der Diagnose DIS und 20 Patienten mit der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ohne DIS anhand eines Fragebogen-Sets näher untersucht und miteinander verglichen.

100% der DIS-Patienten erfüllten die Kriterien einer Traumatisierung und zeigten sowohl eine stärkere Traumasymptomatik als auch signifikant stärkere allgemeine und somatoforme dissoziative Symptome als die PTBS Gruppe. 76.2% der hier untersuchten DIS-Patienten wurden neben anderen traumatischen Erlebnissen auch durch Folter traumatisiert. Zwischen der Schwere der Traumasymptomatik und der Ausprägung allgemeiner und somatoformer Dissoziation konnte ein hoher positiver Zusammenhang festgestellt werden.

Die Ergebnisse unterstützen die traumabedingte Sichtweise und zeigen, dass Traumatisierungen eine große Relevanz bei DIS Patienten haben. Es ist anzunehmen, dass die Entstehung der DIS eine Reaktion des Organismus auf Traumatisierung ist und die DIS auf demselben Grundmechanismus wie die PTBS beruht. Künftige Forschung sollte dies weiter bekräftigen. Außerdem sollte die DIS als schwere Traumafolgestörung deutlich mehr Beachtung in der Ausbildung von Therapeuten finden, sodass DIS Patienten besser adäquate Hilfe erhalten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und theoretischer Hintergrund

1.1 Definition der Dissoziativen Identitätsstörung

1.2 Die soziokognitive Sichtweise

1.3 Die traumabedingte Sichtweise

1.3.1 Die Theorie der strukturellen Dissoziation

1.3.2 Befunde zur traumabedingten Sichtweise

1.4 Fragestellung und Hypothesen

2 Methoden

2.1 Versuchspersonen und Design

2.2 Messinstrument

2.3 Durchführung

2.4 Statistische Auswertung

3 Ergebnisse

3.1 Anteil der Traumatisierten unter den DIS Patienten

3.2 Ausprägung der traumaassoziierten Symptomatik

3.3 Ausprägung der allgemeinen und somatoformen Dissoziation

3.4 Korrelation der Schwere der Traumasymptomatik mit der Ausprägung der Dissoziation

3.5 Häufigkeit von Traumatisierung durch Folter

3.6 Sonstige Ergebnisse

4 Diskussion

4.1 Diskussion der Ergebnisse

4.2 Stärken und Limitationen der Studie

4.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Relevanz von Traumatisierungen bei der Entstehung der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) im Vergleich zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), um die traumabedingte Sichtweise ätiologisch zu stützen und die DIS als schwere Traumafolgestörung zu validieren.

  • Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung
  • Theorie der strukturellen Dissoziation
  • Vergleichende Analyse von DIS- und PTBS-Patienten
  • Zusammenhang zwischen Trauma-Schweregrad und Dissoziation
  • Prävalenz von Foltererfahrungen bei DIS-Patienten

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Die Theorie der strukturellen Dissoziation

In der aktuellen Literatur und Therapie, die sich mit schwerer Traumatisierung und der DIS befasst, ist häufig die Theorie der strukturellen Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis, & Steele, 2008) zugrunde liegend (Breitenbach, 2012; Dorahy, Middleton, & Irwin, 2005; Gast et al., 2006; Kügler, 2007; van der Hart, Nijenhuis, & Solomon, 2010).

Diese Theorie vereint verschiedenste psychologische Theorien sowie Erkenntnisse der psychobiologischen Traumaforschung und wirkt den vielen verschiedenen, sich häufig widersprechenden Definitionen von Dissoziation entgegen (van der Hart et al., 2008, S. 8-9). Ist eine Person einem Trauma ausgesetzt, insbesondere, wenn dieses längere Zeit anhält, so benötigt sie sowohl die Fähigkeit den Alltag weiter zu bewältigen als auch die Fähigkeit, das Überleben in gefährlichen Situationen zu sichern. Sind diese beiden Funktionen über einen längeren Zeitraum nötig, so kommt es zu einer relativ starren Aufteilung der Persönlichkeit in sogenannte anscheinend normale Persönlichkeitsanteile (ANPs) und sogenannte emotionale Persönlichkeitsanteile (EPs). Der ANP versucht den Alltag zu bewältigen und vermeidet die traumatischen Erinnerungen, der EP hingegen ist auf traumaassoziierte Handlungssysteme wie Hypervigilanz oder Flucht fixiert. Auf dieser Grundlage lassen sich die primäre, die sekundäre und die tertiäre strukturelle Dissoziation unterscheiden (van der Hart et al., 2008, S. 19-20).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel führt in die kontroverse Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung ein und stellt die Theorie der strukturellen Dissoziation als theoretisches Fundament vor.

Methoden: Hier wird das Studiendesign erläutert, das 41 Patienten mittels Fragebogen-Sets vergleicht, um Symptomatik, Traumaerfahrungen und Dissoziationsgrade zu erheben.

Ergebnisse: Die statistische Auswertung belegt eine signifikant stärkere Traumasymptomatik sowie ein höheres Ausmaß an allgemeiner und somatoformer Dissoziation bei DIS-Patienten im Vergleich zur PTBS-Gruppe.

Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund der traumabedingten Sichtweise kritisch gewürdigt, Limitationen diskutiert und die Notwendigkeit einer verbesserten therapeutischen Ausbildung betont.

Schlüsselwörter

Dissoziative Identitätsstörung, DIS, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, strukturelle Dissoziation, Traumatisierung, Essener Traumainventar, Shutdown Dissoziationsskala, Dissociative Experience Scale, Folter, Trauma, Ätiologie, psychische Gesundheit, Traumafolgestörung, Persönlichkeitsanteile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen der Dissoziativen Identitätsstörung und stützt die Annahme, dass schwere traumatische Erlebnisse die Grundlage dieser Störung bilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die strukturelle Dissoziation, den Vergleich zwischen DIS und PTBS sowie die Auswirkungen von chronischer Traumatisierung und Folter.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, die traumabedingte Sichtweise der DIS-Ätiologie wissenschaftlich durch einen direkten Vergleich mit einer PTBS-Kontrollgruppe zu untermauern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Vergleichsstudie mit 41 Patienten durchgeführt, die standardisierte Fragebögen (u.a. Essener Traumainventar, DES-II) ausfüllten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erhobenen Daten hinsichtlich Traumasymptomatik, Dissoziationsgraden und der Korrelation zwischen Trauma-Schwere und Symptomintensität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DIS, PTBS, strukturelle Dissoziation, Traumatisierung, Folter, Dissoziation und psychische Traumafolgestörungen.

Warum wurde eine PTBS-Gruppe als Vergleichsgruppe gewählt?

Die PTBS-Gruppe dient als Kontrollgruppe, um zu zeigen, dass sowohl bei PTBS als auch bei DIS derselbe Traumamechanismus vorliegt, wobei die DIS die komplexere Ausformung darstellt.

Welche Bedeutung haben die Foltererfahrungen für die Ergebnisse?

Die signifikant häufigeren Foltererfahrungen in der DIS-Gruppe stützen die Hypothese, dass extremste Traumatisierungen bei der Entstehung von DIS eine entscheidende Rolle spielen.

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Relevanz von Traumata in der Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung. Studie zur Unterstützung der traumabedingten Sichtweise
Hochschule
Universität Ulm
Note
1,3
Autor
Katrin Gehlhaar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
62
Katalognummer
V419789
ISBN (eBook)
9783668701656
ISBN (Buch)
9783668701663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauma Dissoziation Dissoziative Identitätsstörung DIS Multiple Persönlichkeit PTBS Posttraumatische Belastungsstörung Folter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Gehlhaar (Autor:in), 2014, Die Relevanz von Traumata in der Ätiologie der Dissoziativen Identitätsstörung. Studie zur Unterstützung der traumabedingten Sichtweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419789
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Leseprobe aus  62  Seiten
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