Während der letzten Jahre wurde der Finanzbildung junger Erwachsener wachsende Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund von staatlichen Einsparungen für Sozialausgaben in Deutschland wurde von jungen Erwachsenen erwartet, dass sie sich verantwortungsvoller um ihre eigene Rente bemühen. Da allerdings die verfügbaren finanziellen Produkte immer komplexer werden, fühlen sie sich bei Finanzentscheidungen sehr unsicher. Der Beitrag der Schulen zu diesem Thema bleibt unklar.
Verschiedene Studien zum Einsatz von Didaktik zu grundlegender finanzieller Bildung in der Sekundarschule zeigen unterschiedliche Ergebnisse bzw. sind nicht übereinstimmend. Tang/Peter (2015) zeigen, dass zusätzlich zu formaler Bildung auch die familiäre Bildung sowie die persönlichen Erfahrungen außerhalb der Schule möglicherweise zur Bildung von Finanzwissen beitragen.
In der Literatur wird in Deutschland oft das Bildungssystem von Forschern dahingehend kritisiert, dass finanzielle Themen nicht ausreichend behandelt werden und den Schülern nicht genügend Lernmöglichkeiten in diesem Gebiet geboten werden.
In dieser Studie werden StudienanfängerInnen, im Alter von 17 bis 25 Jahren, verschiedener Studienrichtungen höherer Bildung in Deutschland untersucht, da sie in dieser Lebensphase gewöhnlicherweise viele wichtige finanzielle Entscheidungen treffen müssen und das oft zum ersten Mal in ihrem Leben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konzeptioneller Rahmen
3 Analyse des lehrplanmäßigen Inhalts und Hypothesen
4 Test-Instrument, Stichprobe und empirische Ergebnisse
4.1 Test-Instrument
4.2 Stichprobe
4.3 Ergebnisse
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen verschiedenen schulischen sowie beruflichen Lernmöglichkeiten und dem Finanzwissen junger Erwachsener in Deutschland, um den Einfluss sozioökonomischer Faktoren und spezifischer Bildungswege auf die finanzielle Kompetenz zu bewerten.
- Analyse des Einflusses verschiedener Schultypen auf das Finanzwissen.
- Untersuchung der Relevanz betriebs- oder volkswirtschaftlicher Spezialisierungen.
- Evaluation der Auswirkungen einer abgeschlossenen Lehre auf die finanzielle Bildung.
- Anwendung des adaptierten "American Test of Financial Literacy" (TFL-G) zur Messung kognitiven Finanzwissens.
- Diskussion der Limitationen bei der Untersuchung spezifischer Studentengruppen.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Während der letzten Jahre wurde der Finanzbildung junger Erwachsener wachsende Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund von staatlichen Einsparungen für Sozialausgaben in Deutschland wurde von jungen Erwachsenen erwartet, dass sie sich verantwortungsvoller um ihre eigene Rente bemühen (Erner et al. 2016, 95). Da allerdings die verfügbaren finanziellen Produkte immer komplexer werden, fühlen sie sich bei Finanzentscheidungen sehr unsicher (Barry 2016; Piorkowsky 2011, 31). Der Beitrag der Schulen zu diesem Thema bleibt unklar.
Verschiedene Studien zum Einsatz von Didaktik zu grundlegender finanzieller Bildung in der Sekundarschule zeigen unterschiedliche Ergebnisse bzw. sind nicht übereinstimmend. Tang/Peter (2015, 120) zeigen, dass zusätzlich zu formaler Bildung auch die familiäre Bildung sowie die persönlichen Erfahrungen außerhalb der Schule möglicherweise zur Bildung von Finanzwissen beitragen.
In der Literatur wird in Deutschland oft das Bildungssystem von Forschern dahingehend kritisiert, dass finanzielle Themen nicht ausreichend behandelt werden und den Schülern nicht genügend Lernmöglichkeiten in diesem Gebiet geboten werden (Aprea et al. 2015, 11; Kaminski/Friebel 2012, 45; OECD 2005, 12-13).
In dieser Studie werden StudienanfängerInnen, im Alter von 17 bis 25 Jahren, verschiedener Studienrichtungen höherer Bildung in Deutschland untersucht, da sie in dieser Lebensphase gewöhnlicherweise viele wichtige finanzielle Entscheidungen treffen müssen und das oft zum ersten Mal in ihrem Leben (Förster et al. 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz der Finanzbildung für junge Erwachsene und identifiziert die Forschungslücke bezüglich der Wirksamkeit schulischer Bildung in diesem Bereich.
2 Konzeptioneller Rahmen: Dieses Kapitel definiert Finanzbildung als kognitive Komponente (Wissen), orientiert an den Standards des Council for Economic Education, und legt die sechs Inhaltsbereiche der Untersuchung fest.
3 Analyse des lehrplanmäßigen Inhalts und Hypothesen: Hier erfolgt eine Evaluation von Lehrplänen mittels Schlüsselwörtern, woraus drei zentrale Hypothesen über den Einfluss von Schulform, Spezialisierung und Lehre abgeleitet werden.
4 Test-Instrument, Stichprobe und empirische Ergebnisse: Das Kapitel beschreibt die Verwendung des TFL-G zur Datenerhebung bei 984 Studienanfängern und präsentiert die statistische Auswertung der Indikatoren Schultyp, Spezialisierung und Lehre.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei insbesondere der starke positive Effekt einer abgeschlossenen Lehre im Vergleich zur weniger signifikanten Schulart hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Finanzbildung, Financial Literacy, junge Erwachsene, Schultyp, betriebswirtschaftliche Spezialisierung, Lehre, Finanzwissen, TFL-G, Lehrplananalyse, Kompetenzfacetten, ökonomische Bildung, sozioökonomische Faktoren, Bildungswege, Wissenskomponente, berufliche Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie unterschiedliche Lernkontexte, wie etwa der besuchte Schultyp oder eine abgeschlossene Lehre, das Finanzwissen junger Erwachsener in Deutschland beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kognitive Finanzbildung (Financial Literacy), die Lehrplananalyse ökonomischer Inhalte und der Einfluss von beruflichen Vorerfahrungen auf die Entscheidungsfähigkeit in Finanzfragen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen spezifischen, bereits erworbenen Lernmöglichkeiten und dem messbaren Finanzwissen von Absolventen der Sekundarschulen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die auf der Evaluation von Lehrplänen sowie der quantitativen Auswertung von Testdaten (TFL-G) bei Studienanfängern basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des Testinstruments sowie die statistische Auswertung der gewonnenen Daten mittels Varianzanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Finanzbildung, Financial Literacy, berufliche Lehre, Lehrplananalyse und der American Test of Financial Literacy.
Wie wirkt sich eine Lehre auf das Finanzwissen aus?
Die Ergebnisse zeigen, dass eine abgeschlossene Lehre, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich, einen signifikant positiven Effekt auf das gemessene Finanzwissen hat.
Warum ist die Schulart für das Finanzwissen weniger entscheidend?
Der anfängliche Vorsprung von Absolventen beruflicher Sekundarschulen wird in der Analyse durch andere Faktoren, wie die Absolvierung einer Lehre oder inhaltliche Spezialisierungen, weitestgehend neutralisiert.
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- Alexander Lang (Author), 2018, Finanzwissen von StudienanfängerInnen im Alter von 17 bis 25 Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419841