Erst Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden Frauenbewegungen. Louise Otto-Peters gilt als Initiatorin der ersten deutschen Frauenbewegung. Sie war die erste deutsche Frau, die gesellschaftspolitische Forderung für Frauen stellte und sie mit den zahlreichen Frauenbewegungen auch durchsetzte.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde ein neues Frauenbild propagiert. Die Problematik der Stellung der Frauen im Nationalsozialismus hat auch heutzutage Relevanz, weshalb diesem Thema in der Forschung große Aufmerksamkeit gewidmet wird. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der Wandel des Frauenbildes seit dem dritten Reich bis 2016 und den dadurch entstandenen Identitätsverlust der Frau.
Die Arbeit gliedert sich in vier Teile. Das zweite Kapitel und die darauffolgenden drei Abschnitte befassen sich mit dem Frauenideal der NS-Ideologie. Das Aussehen und ihre Eigenschaften, ihre Rollen und Aufgaben sollen hier verdeutlicht werden. Auch auf die propagierte Geschlechterordnung soll kurz eingegangen werden. Das dritte Kapitel konzentriert sich auf den Anfang der Gleichberechtigung im Nachkriegsdeutschland. Es soll nur kurz darauf eingegangen werden. Im vierten Kapitel wird auf das Frauenbild im Jahr 2016 eingegangen. Wie sieht die ideale Frau aus? Welche Rolle spielt sie in der Politik, in der Familie und im Berufsleben?
Auf Grund der gewonnenen Erkenntnis wird, im dritten und vierten Abschnitt, kurz ein Vergleich der Frauenbilder in der Zeit der NS-Herrschaft und in 2016 durchgeführt. Es werden die dabei entstandenen Konflikte offengelegt und auf den dadurch erfolgten "Identitätsverlust" der Frau eingegangen. Ferner wird auf die Frage geantwortet, wie jetzt die "moderne" deutsche Frau, mit der Vergangenheitsgeschichte des Frauenbildes, zu sein hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Frauenbild in er NS-Ideologie
2.1 Aussehen der Idealen Frau
2.2 Getrennte Sphären: Die Geschlechterordnung
2.3 Quell einer neuen germanischen Überrasse
2.4 Die Rolle der Frau
3. Anfang der Gleichberechtigung im Nachkriegsdeutschland
4. Das Frauenbild 2016. Medien als Ideologiestandart
4.1 Das Schönheitsideal der Frau 2016
4.2 Frauen und Politik
4.3 Frauen und Arbeit
4.4 Frauen und Familie
5 Vergleich und Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel des Frauenbildes vom Nationalsozialismus bis zum Jahr 2016. Ziel ist es, die ideologischen Prägungen sowie die gesellschaftlichen Anforderungen an die Frau zu analysieren und den daraus resultierenden Identitätsverlust kritisch zu beleuchten.
- Wandel des Frauenbildes von der NS-Ideologie bis zur Gegenwart
- Einfluss von Medien auf moderne Schönheitsideale und Rollenbilder
- Herausforderungen der Gleichberechtigung in Politik und Beruf
- Konflikte zwischen traditionellen Erwartungen und moderner Selbstverwirklichung
Auszug aus dem Buch
2.1 Aussehen der Idealen Frau
„[Eine ideale nationalsozialistische Frau war] hochgewachsen, blond, blauäugig, nordisch und stolz“ (Kasberger 1995 S.14). Es wurde die “bescheidene“ Frau propagiert, sie sollte auf Schminke verzichten, weil geschminkte Lippen und Augenbrauen zu modern und emanzipiert waren. Sie sollte auf einen Haarschnitt verzichten und eine traditionelle Schneckenfriseur tragen. Ihre Kleidung sollte nicht zu männlich wirken, wie etwa eine Hose, aber sie sollte auch nicht verführerisch wie bei einer Jüdin wirken. Empfohlen wurde ihr ein dreiviertel Rock und eine Flanellbluse zu tragen oder ein ganz einfach gehaltenes Kleid (vgl. Kasberger 1995 S.14). „[Das Trachtenkleid] drückte Verbundenheit mit [dem] deutschen Volk und deutschen Boden aus“ (Kasberger 1995 S. 15).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Frauenforschung seit der ersten deutschen Frauenbewegung und stellt die zentrale Fragestellung des Identitätsverlustes der Frau im Wandel der Zeit auf.
2. Das Frauenbild in er NS-Ideologie: Dieses Kapitel beschreibt das nationalsozialistische Konstrukt der Frau als Gehilfin des Mannes, deren primäre Aufgabe in der Mutterschaft und der Bewahrung der „rassischen“ Reinheit lag.
2.1 Aussehen der Idealen Frau: Hier werden die äußeren Merkmale der „idealen“ nationalsozialistischen Frau dargelegt, die Bescheidenheit, Natürlichkeit und eine ablehnende Haltung gegenüber modernen modischen Trends betonten.
2.2 Getrennte Sphären: Die Geschlechterordnung: Dieser Abschnitt analysiert die strikte ideologische Trennung von männlicher Öffentlichkeit und weiblichem Privatleben im Nationalsozialismus.
2.3 Quell einer neuen germanischen Überrasse: Das Kapitel befasst sich mit der Rolle der Frau als Gebärerin „arischer“ Kinder zur Stärkung der Volksgemeinschaft.
2.4 Die Rolle der Frau: Es wird erörtert, wie Hitler sein Frauenbild taktisch anpasste, um weibliche Wähler zu gewinnen, während er gleichzeitig Frauen aus einflussreichen Positionen verdrängte.
3. Anfang der Gleichberechtigung im Nachkriegsdeutschland: Nach 1945 leisteten Frauen als „Trümmerfrauen“ einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau, was den Grundstein für die verfassungsrechtliche Verankerung der Gleichberechtigung 1949 legte.
4. Das Frauenbild 2016. Medien als Ideologiestandart: Das Kapitel kontrastiert historische Ideologien mit den heutigen medialen Einflüssen auf das Frauenbild und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Freiheit und gesellschaftlichem Erwartungsdruck.
4.1 Das Schönheitsideal der Frau 2016: Es werden moderne Trends wie das Ideal der durchtrainierten Frau und die mediale Selbstinszenierung durch „Likes“ in sozialen Medien diskutiert.
4.2 Frauen und Politik: Dieser Teil betrachtet die gestiegene politische Partizipation von Frauen, weist jedoch auch auf die weiterhin bestehenden gläsernen Decken und geschlechtsspezifischen Vorurteile hin.
4.3 Frauen und Arbeit: Trotz Qualifikationssteigerungen werden Frauen im Berufsleben durch ungleiche Entlohnung und die Unterstellung familienbedingter Ausfallzeiten benachteiligt.
4.4 Frauen und Familie: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Karriere im deutschen Kontext und die damit verbundene soziale Belastung.
5 Vergleich und Fazit: Der abschließende Teil stellt das NS-Frauenbild dem der Gegenwart gegenüber und resümiert, dass trotz formaler Freiheiten ein hoher gesellschaftlicher Druck die Identitätsfindung der Frau erschwert.
Schlüsselwörter
Frauenbild, Nationalsozialismus, Gleichberechtigung, Identität, Geschlechterordnung, Medien, Schönheitsideal, Politik, Erwerbsarbeit, Mutterschaft, Feminismus, Emanzipation, Karriere, Diskriminierung, Volksgemeinschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Wandel der gesellschaftlichen Rolle der Frau vom Nationalsozialismus bis zum Jahr 2016 und analysiert, wie politische Ideologien und mediale Trends die Identität von Frauen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das NS-Frauenideal, der Beginn der Gleichberechtigung nach 1945, moderne Schönheitsideale, die Rolle der Frau in der Politik sowie Herausforderungen in Beruf und Familie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Wandel des Frauenbildes zu dokumentieren und zu beantworten, wie die „moderne“ deutsche Frau unter dem Einfluss der historischen Geschichte des Frauenbildes und aktueller gesellschaftlicher Anforderungen bestehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Dokumente und moderne Medienberichte sowie Statistiken vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des NS-Frauenbildes, den historischen Neuanfang der Gleichberechtigung nach dem Zweiten Weltkrieg und eine detaillierte Analyse der heutigen Situation in Medien, Politik und Arbeitswelt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechterordnung, Identitätsverlust, Emanzipation, Vereinbarkeit und mediale Ideologiestandards charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das NS-Frauenbild für die moderne Frau?
Das NS-Frauenbild dient als historischer Kontrast, um zu verdeutlichen, wie sich Frauen von einer auf Reproduktion reduzierten Rolle zur heutigen Selbstbestimmung entwickelt haben, wobei dennoch subtile traditionelle Erwartungen bestehen bleiben.
Wie beeinflussen Medien laut der Autorin heute das Frauenbild?
Medien fungieren heute als neue „Ideologiestandards“, die durch Trends wie das Ideal der durchtrainierten Frau oder die Bewertung durch soziale Medien einen neuen, aber ebenso starken Druck auf die Selbstwahrnehmung der Frau ausüben.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Gehaltslücke und traditionellen Rollen?
Ja, laut Arbeit werden Frauen aufgrund hartnäckiger Geschlechterklischees von Arbeitgebern häufiger als „Familienversorger“ gesehen, was die Investitionsbereitschaft in ihre Karriere mindert und die Gehaltsunterschiede begünstigt.
- Citation du texte
- Maria Asmanova (Auteur), 2017, Identitätsverlust der Frau? Die Frau im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419905