Geschäftsanbahnung im Außenhandel


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Länderauswahl und Marktattraktivität
2.1. Politische und gesetzliche Bestimmungsfaktoren
2.2. Wirtschaftliche Auswahlkriterien
2.3. Wirtschaftliche und politische Infrastruktur
2.4. Sozio- Kulturelle Bestimmungsfaktoren
2.5. Natürliche Faktoren

3. Informationsquellen
3.1. Inländische Auskunftsstellen
3.2. Informationsquellen im Ausland und im Internet

4. Produktanforderungen

5. Exportförderprogramme und Kontakte
5.1. Nationale und internationale Messen
5.2. Delegationsreisen
5.3. Firmenpools
5.4. Ausschreibungen
5.5. Indirekter Export mit Hilfe von Handelsmittlern

6. Ausfuhrkreditversicherungen als Fördermittel
6.1. Euler-Hermes-Kreditversicherungs-AG
6.2. Private Kreditversicherer
6.3. Weitere Finanzierungsförderprogramme

7. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Hyperlinks

1. Einleitung

Den Anfang jeder internationalen Geschäftstätigkeit bildet eine gut geplante Länder- und Marktrecherche. Das exportorientierte Unternehmen kann sowohl im In- als auch im Ausland zahlreiche Informationsquellen nutzen. Mögliche Produktanpassungen, aber auch diverse Risiken und Handelshemmnisse müssen im Vorfeld abgeklärt werden. Die sich daran anschließende Kontaktaufnahme zu ausgewählten Geschäftspartnern bildet die Basis einer möglichst langanhaltenden Geschäftsbeziehung. Zudem wird die Geschäftsanbahnung im Außenhandel auf vielerlei Arten gefördert, wodurch es den Unternehmen erleichtert werden soll, jenseits der eigenen Landesgrenzen Import und Export zu betreiben. Es kommt bei einem Großteil der Unternehmen eher zufällig zu einem ersten Geschäftskontakt ins Ausland. Eine genau geplante Geschäftsanbahnung kann dagegen auf vielerlei Weise initiiert werden, was im Verlauf dieser Arbeit näher erläutert wird. Der Focus soll dabei ausschließlich auf dem Export liegen, um den vorgegebenen Umfang dieser Hausarbeit einzuhalten. Die Vorgehensweise lässt sich entsprechend auf den Import übertragen.

Es gibt jedoch unterschiedliche Auslegungen bezüglich der Frage, wann genau die Geschäftsanbahnung beginnt: bereits bei der internen Unternehmensplanung und Analyse der vorhandenen Unternehmensstruktur[1] oder bei der Länder- und Risikoanalyse sowie der Kontaktaufnahme. Letztere Variante soll in dieser Arbeit beschrieben werden, ebenfalls aus den genannten Gründen der Einhaltung des Umfanges dieser Arbeit.

2. Länderauswahl und Marktattraktivität

Die Unternehmen, die sich dazu entschließen, ein Außenhandelsgeschäft anzubahnen, müssen wissen, dass sie sich in einem wesentlich komplexeren Umfeld bewegen, was die Chancen und auch Risiken betrifft, als es im Binnenmarkt der Fall ist. Die Neulinge unter den Exporteuren auf den Auslandsmärkten sollten nach Meinung der Experten der Außenhandelsplattform Nordrhein-Westfalen zunächst nur wenige Zielländer in die engere Wahl fassen.[2] Aufgrund mangelnder Auslandserfahrung bieten sich zunächst die relativ leicht überschaubaren Märkte im nahen europäischen Ausland an. Hier bestehen bereits langjährige Handelsbeziehungen mit deutschen Firmen, die Sitten und Gebräuche bei der Geschäftsabwicklung ähneln denen in Deutschland, meistens gibt es gar keine oder nur wenige sprachliche Probleme und die Wege zu den potenziellen Kunden sind recht kurz.[3] Seit der Einführung des Euro fallen Wechselkursvolatilitäten gänzlich weg. Durch die offenen Grenzen und den freien Handel ohne Zollerhebung und Mengenbeschränkungen sind die EU-Staaten zum Handelspartner Nr.1 für Deutschland geworden. Die EU-Osterweiterung mit Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, den baltischen Ländern, und der Tschechischen Republik sowie Ungarn und Zypern bietet eine noch größere Auswahl an Handelspartnern und verändert die EU-Märkte.[4]

Die Nutzung bereits bestehender europäischer Märkte ist jedoch laut Brenner und Lorber mittlerweile mit Schwierigkeiten verbunden. Der Grund sind zunehmend gesättigte Märkte. Eine Verlagerung der Handelsbeziehungen auf die so genannten Wachstumsmärkte in Asien oder Lateinamerika eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Die Markterschließung stellt sich hier jedoch etwas schwieriger dar, weil die großen Entfernungen und fremden Sitten und Gebräuche im Geschäftsleben Schwierigkeiten verursachen können und die Markterschließung sehr zeitaufwendig sein kann.[5]

G. Stahr bewertet die Märkte nach ihrer zu erwartenden Attraktivität für ein Unternehmen. Die Attraktivität eines Marktes für ein Unternehmen wird von ihm sowie von M. Kutschker und S. Schmid anhand folgender Attribute bestimmt:

- Marktwachstum innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
- Marktvolumen bezogen auf Kundenanzahl und absetzbare Produkte
- Marktstruktur bezüglich Zahl der Konkurrenten, Abnehmer- und Kundenmacht, mögliche Substitutionsprodukte der Konkurrenz
- Preisbandbreite der Konkurrenzprodukte und die damit erzielbaren Preise
- Kaufkraft der Abnehmer in Abhängigkeit zum verfügbaren Einkommen
- Zugang zum Markt, hinsichtlich nationaler Normen, staatlicher protektionistischer Maßnahmen und Markterschließungskosten
- Wettbewerbssituation bezüglich nationaler und internationaler Konkurrenz
- Produkteigenschaften im Vergleich zu den Konkurrenz-Produkten
- Kommunikationsmöglichkeiten zwecks Etablierung am Markt
- Absatz- und Umsatzpotenzialanalyse und Bestimmung des Marktanteils
- Kostensituation im Land (Lohnkosten, Lohnnebenkosten und Maschinenlaufzeiten).[6]

Die Bewertung anhand dieser Kriterien ergibt schließlich, ob es sich um einen Schwerpunktmarkt oder eher um einen Abstinenzmarkt handelt, den es nicht lohnt, zu bedienen, da dort kein Gewinnpotenzial für das Unternehmen realisiert werden kann.[7]

2.1. Politische und gesetzliche Bestimmungsfaktoren

Politische Spannungen oder auch gesetzliche Regularitäten können den Export in ein bestimmtes Land stark beeinträchtigen oder auch gänzlich gefährden.

Die relevanten politischen Faktoren haben nach Meinung von M. Meyer sowohl innenpolitischen als auch außenpolitischen Charakter. Innenpolitische Ursachen können Machtkämpfe der politischen Parteien bezüglich differierender politischer Ideologien, Auffassungen und Interessen sein, welche zu innenpolitischer Instabilität führen können. Dort drohen oft [Streiks] und häufige Wechsel an der Regierungsspitze, was mitunter zu unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Akzeptanz ausländischer Handelspartner führt. Außenpolitische Risiken sind nach Meinung von M. Meyer politische Spannungen zwischen den Nachbarstaaten oder auch den Weltmächten und führen so möglicherweise zu Boykott-Maßnahmen oder auch zu Kriegen.[8] Des Weiteren spielen die monetären Einflussnahmen der Notenbank auf die Bewertung der Landeswährung eine entscheidende Rolle für die internationale Geld- und Kapitalmarktpolitik.[9] Weitere politische Faktoren, welche die Länderwahl beeinflussen werden, sind: Einfuhrzölle, nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie z.B. Einfuhr-Zuschläge und Verbote (sog. Embargos) oder auch Mengenbeschränkungen oder diskriminierende Steuern und Gebühren auf Einfuhren sowie auch besondere Normenvorschriften oder Boykottaufrufe und Appelle, inländischen Produkten den Vorzug zu geben.[10] Zölle können der Grund sein für enorme Preiserhöhungen, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit verhindert wird.[11]

[...]


[1] vgl. Außenwirtschaftsportal Bayern http://www.auwi-bayern.de/awp/base/inhalte/index.html ,

www.auwi-bayern.de/awp/base/merkblaetter/ anbahnung.pdf „Anbahnung von Auslandsgeschäften“, zitiert am 25.8.2004, vgl. auch Brenner, H./ Lorber, B.: Erfolgreich exportieren, Köln 2000, S. 39ff.

[2] vgl. http://www.nrw-export.de/export/GFWBroschuereAW.pdf : Ihr Weg ins Ausland – Markt- analyse, Finanzierung, Kontakte, zitiert am 09.10.2004, „Systematisch informieren“, S. 11

[3] vgl. Brenner, H./ Lorber, B.: Erfolgreich exportieren, Köln 2000, S.73

[4] http://www.bmwi.de/Navigation/root,did=2350.html, „ Weltweit aktiv - ein Ratgeber für kleine und mittlere Unternehmen“, „EU-Staaten: Handelspartner Nr. 1“, S. 33f., zitiert am 26.9.2004

[5] vgl. Brenner/ Lorber, a.a.O., S. 74f.

[6] vgl. Stahr, G. (Hrsg. Weis, H.-Ch,.): Internationales Marketing, Ludwigshafen (Rhein) 1993, S. 32ff., ebenso Kutschker, M./ Schmid, St.: Internationales Management, München 2002, S. 920

[7] vgl. Stahr, a.a.O., S. 39

[8] vgl. Meyer, Margit: Die Beurteilung von Länderrisiken der internationalen Unternehmung, Berlin 1987, Vertriebswirtschaftliche Abhandlungen – Heft 28, S. 45f.

[9] vgl. Grafers, H.-W.: Einführung in die Betriebliche Außenwirtschaft, Stuttgart 1999, S. 171

[10] vgl. Schürings, F.J.: Außenwirtschaft Skript Teil 1, WS 04/05, S.42, vgl. auch Grafers, a.a.O., S. 171

[11] vgl. Brenner/ Lorber, a.a.O., S. 81

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Geschäftsanbahnung im Außenhandel
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Veranstaltung
BESP
Note
gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V41996
ISBN (eBook)
9783638401340
ISBN (Buch)
9783656074946
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Arbeit stellt in kompakter Form die Methodik vor, wie Unternehmen ihren Außenhandel planen und organisieren sollten, um sämtliche Risikofaktoren möglichst zu vermeiden und erfolgreich in den Außenhandel einzusteigen.
Schlagworte
Geschäftsanbahnung, Außenhandel, BESP
Arbeit zitieren
Dipl.-Kff. (FH) Michaela Grell (Autor), 2005, Geschäftsanbahnung im Außenhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41996

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