Enzyklopädisches Lernen - Didaktische Phantasie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Enkyklios Paideia

4. Enzyklopädie

5.1 Diderot
5.2 D’Alembert
5.3 die französische Enzyklopädie
5.4 der Aufbau der französischen Enzyklopädie

6. Literaturverzeichnis

1.Vorwort

In dieser Arbeit „Enzyklopädisches Lernen – Didaktische Phantasie, Einführung in Erziehungswissenschaft“, die einen Ertrag des gleichnamigen Seminars darstellt, gehe ich zuerst auf die Ausgangsfrage „das ganze Wissen oder das Ganze wissen“, mit der das Seminar eingeleitet wurde, ein.

Des Weiteren wird im zweiten Teil die Enkyklios Paideia des hellenistischen Zeitalters vorgestellt und die Entwicklung zur Enzyklopädie beleuchtet.

Es folge eine Definition des Wortes Enzyklopädie im allgemeinen Sinne.

Im letzten Abschnitt wird die französische Enzyklopädie von Diderot und D’Alembert einschließlich kurzer Biographien der beiden wichtigsten Herausgeber dargestellt. Das Kapitel beinhaltet sowohl die Entstehungsgeschichte des Werkes als auch eine Beschreibung des formellen Aufbaus der Enzyklopädie.

2. Einleitung

Am Anfang steht die Frage:

Das „Ganze wissen“ oder das „ganze Wissen“?

Diese Frage wirft wichtige Gedanken über Bildung, Lernen und Lehren auf.

Ist es das Ziel möglichst viele Details und Einzelheiten eines Gebietes zu kennen oder ist es erstrebenswerter gelernte Einzelheiten in das Ganze einzuordnen und es im Verhältnis zu anderen Dingen zu verstehen?

Es scheint begehrenswerter das „Ganze wissen“ zu wollen, als bloße zusammenhangslose Einzelteile, weil das Leben, der Mensch, die Natur nur einen Sinn ergeben, wenn man sie als Ganzes betrachtet. Wer in Zusammenhängen und Verbindungen verschiedener Dinge lernt, erkennt etwas sinnvolles, erhält eine Erklärung, nämlich die, dass alles zusammengehört und seinen Sinn verliert, wenn es isoliert betrachtet wird.

Auf dem Weg das „Ganze wissen“ zu wollen, stößt man unablässig auf Teile des „ganzen Wissens“. Umso mehr Verbindungen man schließt, umso mehr Einzelheiten lernt und versteht man automatisch.

Es wird klar, dass das Ziel jeder Bildung das Verständnis des Ganzen umfassen muss. Das „ganze Wissen“ ist nur ein Teil des Weges zum Ziel; und dieses heißt: das „Ganze wissen“.

3. Enkyklios Paideia

Die Ursprünge der Enzyklopädie sind in der griechischen Sophistik bei Hippias von Elis im 5. Jahrhundert v. Chr. zu finden. Hippias von Elis behauptete ein Alleswisser zu sein. Er kannte sich in vielen Bereichen, besonders in Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik, Grammatik und Mnemotechnik gut aus.

Weiterhin unterrichtete er im Fach Rhetorik und hielt Vorträge über Dialektik. „Er trieb umfassende historische Studien, stellte eine Liste der olympischen Sieger auf, schrieb über Völkernamen, über Homer, über Erziehung und über den Gegensatz zwischen Naturrecht und positivem Recht.“[1] Des Weiteren schrieb er viele Tragödien, Epen und Dithyramben.

„Er wusste vieles, lehrte alles (gegen hohe Honorare) - und glaubte nichts. Er war der erste Intellektuelle der Weltgeschichte.“[2]

Hippias von Elis verstand unter Enzyklopädie eine universale Bildung, die jedem zugänglich sein sollte. Bildung sollte „für alle Menschen, nicht weil sie Bürger dieser oder jener Polis, sondern weil sie Menschen sind, gültig (…) sein.“[3]

Im hellenistischen Zeitalter ca. 330 v. Chr. ist also unter Enkyklios Paideia eine allgemeine Bildung zu verstehen.

Das griechische Wort Enkyklios bedeutet erst einmal soviel wie kreisförmig, rund. Weiterhin wird es auch mit den Begriffen alltäglich, gewöhnlich[4] übersetzt. Das Wort Paideia bedeutet Bildung. Mit Enkyklios Paideia ist also eine „bestimmte Bildung und ein Wissen [gemeint], das ein Erwachsener sich angeeignet haben muß, wenn er mitreden will“[5].

Die Enkyklios Paideia bestand weiterhin darin, dass der Mensch „zwar über alles orientiert war, aber genug Geschmack und Stilgefühl besitzen sollte, um die Pedanterie des gründlichen und genauen Wissens zu vermeiden. Man sollte gerade soviel wissen, um sich über alles ein politisches Urteil bilden zu können und jedem Gegner in der Diskussion gewachsen zu sein.“[6] Zur Enkyklios Paideia gehört also auch eine kritische Reflektion der Dinge, mit denen man sich auseinandersetzt.

[...]


[1] Picht, S. 251

[2] ebenda, S. 251

[3] ebenda, S. 251

[4] Vgl. Hennigson, S. 2

[5] Hennigson, S. 2

[6] Picht, S. 253

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Enzyklopädisches Lernen - Didaktische Phantasie
Hochschule
Folkwang Universität der Künste
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V42031
ISBN (eBook)
9783638401630
ISBN (Buch)
9783640576579
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Enzyklopädisches, Lernen, Didaktische, Phantasie
Arbeit zitieren
Rebecca Martin (Autor), 2004, Enzyklopädisches Lernen - Didaktische Phantasie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42031

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