In dieser Arbeit „Enzyklopädisches Lernen – Didaktische Phantasie, Einführung in Erziehungswissenschaft“, die einen Ertrag des gleichnamigen Seminars darstellt, gehe ich zuerst auf die Ausgangsfrage „das ganze Wissen oder das Ganze wissen“, mit der das Seminar eingeleitet wurde, ein. Des Weiteren wird im zweiten Teil die Enkyklios Paideia des hellenistischen Zeitalters vorgestellt und die Entwicklung zur Enzyklopädie beleuchtet. Es folgt eine Definition des Wortes Enzyklopädie im allgemeinen Sinne.Im letzten Abschnitt wird die französische Enzyklopädie von Diderot und D’Alembert einschließlich kurzer Biographien der beiden wichtigsten Herausgeber dargestellt. Das Kapitel beinhaltet sowohl die Entstehungsgeschichte des Werkes als auch eine Beschreibung des formellen Aufbaus der Enzyklopädie. -
Am Anfang steht die Frage: Das „Ganze wissen“ oder das „ganze Wissen“? Diese Frage wirft wichtige Gedanken über Bildung, Lernen und Lehren auf. Ist es das Ziel möglichst viele Details und Einzelheiten eines Gebietes zu kennen oder ist es erstrebenswerter gelernte Einzelheiten in das Ganze einzuordnen und es im Verhältnis zu anderen Dingen zu verstehen?
Es scheint begehrenswerter das „Ganze wissen“ zu wollen, als bloße zusammenhangslose Einzelteile, weil das Leben, der Mensch, die Natur nur einen Sinn ergeben, wenn man sie als Ganzes betrachtet. Wer in Zusammenhängen und Verbindungen verschiedener Dinge lernt, erkennt etwas sinnvolles, erhält eine Erklärung, nämlich die, dass alles zusammengehört und seinen Sinn verliert, wenn es isoliert betrachtet wird. Auf dem Weg das „Ganze wissen“ zu wollen, stößt man unablässig auf Teile des „ganzen Wissens“. Umso mehr Verbindungen man schließt, umso mehr Einzelheiten lernt und versteht man automatisch. Es wird klar, dass das Ziel jeder Bildung das Verständnis des Ganzen umfassen muss. Das „ganze Wissen“ ist nur ein Teil des Weges zum Ziel; und dieses heißt: das „Ganze wissen“.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Enkyklios Paideia
4. Enzyklopädie
5.1 Diderot
5.2 D’Alembert
5.3 die französische Enzyklopädie
5.4 der Aufbau der französischen Enzyklopädie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen Ursprung und die didaktische Bedeutung des enzyklopädischen Lernens. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Differenzierung zwischen dem bloßen Anhäufen von Faktenwissen ("das ganze Wissen") und dem tieferen, vernetzten Verständnis von Zusammenhängen ("das Ganze wissen") als Ziel der Bildung.
- Die historische Entwicklung der Enkyklios Paideia in der Antike.
- Die etymologische Herleitung und Definition des Enzyklopädie-Begriffs.
- Die Biographien und Beiträge von Diderot und D’Alembert.
- Die Entstehungsgeschichte, Zielsetzung und Wirkung der französischen Enzyklopädie.
- Der methodische Aufbau und die Strukturierung von Wissen im Kontext der Aufklärung.
Auszug aus dem Buch
5.4 Aufbau der französischen Enzyklopädie
Ziel der Enzyklopädisten war es, eine Verbindung von Wissenschaft und Kunst gleichzeitig zu erfassen. „Alles hängt zusammen und ergibt sich durch unmerklich feine Übergänge.“ Weiterhin wurde Wert darauf gelegt, dass die in der Enzyklopädie erfassten Gegenstände schnell zu überblicken sind und klar präsentiert werden. Im Aufbau gleicht die Enzyklopädie einer Weltkarte, „auf der die wichtigsten Länder, ihre Lage und ihre Abhängigkeit voneinander sowie die Verbindung zwischen ihnen in Luftlinien verzeichnet sind; diese Verbindung wird immer wieder durch unzählige Hindernisse unterbrochen, die nur den Bewohnern oder Reisenden des in Frage kommenden Landes bekannt sind und nur auf bestimmten Spezialkarten verzeichnet werden können. Solche Spezialkarten stellen nun die verschiedenen Artikel der Enzyklopädie dar, der Stammbaum oder die Gesamtübersicht wäre dann die Weltkarte.“
Es ergab sich ein Problem der Einordnung bestimmter Begriffe in die Enzyklopädie, da einige Begriffe in mehrere Kategorien passen. Die Enzyklopädisten mussten sich für eine Kategorie entscheiden und Verweise zu anderen Begriffen ergänzen. „Ein Gegenstand, der infolge seiner Eigenschaft in eine Kategorie geordnet wird, greift durch andere Qualitäten in eine andere über und könnte auch dort hingehören.“ Der enzyklopädische Aufbau verhilft dem Leser Einzelheiten über eine Sache zu erfahren und sie aber auch durch die Verweise in Beziehung zu anderen Dingen zu sehen. Der Leser erfährt somit vieles über den Gesamtzusammenhang, über das Ganze. Dieses ergibt für ihn einen viel bedeutenderen Sinn, als nur Einzelteile zusammenhangslos ohne Verweise zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau der Arbeit und die methodische Herangehensweise an die Fragestellung des Seminars.
2. Einleitung: Hier wird die zentrale Bildungsfrage zwischen Detailwissen und dem Verständnis des Ganzen aufgeworfen und erörtert.
3. Enkyklios Paideia: Es werden die antiken Ursprünge der allgemeinen Bildung beleuchtet und die Bedeutung des griechischen Begriffs erläutert.
4. Enzyklopädie: Dieses Kapitel definiert den Begriff Enzyklopädie etymologisch und inhaltlich als methodisches Instrument der Wissensordnung.
5.1 Diderot: Hier wird das Leben und Wirken von Denis Diderot als Hauptredakteur und Vertreter der Aufklärung dargestellt.
5.2 D’Alembert: Die Person Jean le Rond d’Alembert wird als bedeutender Mathematiker und Mitbegründer des Projekts vorgestellt.
5.3 die französische Enzyklopädie: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung, der Zusammenarbeit der Gelehrten und der politischen Rezeption des Werkes.
5.4 der Aufbau der französischen Enzyklopädie: Hier wird die logische und vernetzte Struktur des Nachschlagewerks und der Umgang mit Querverweisen erläutert.
Schlüsselwörter
Enzyklopädie, Enkyklios Paideia, Diderot, D’Alembert, Bildung, Aufklärung, Wissen, Vernetzung, Didaktik, Wissenschaft, Allgemeinbildung, Gelehrte, Weltkarte, Systematik, Wissensgebiete.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen und historischen Bedeutung von enzyklopädischem Lernen und untersucht, wie Wissen systematisch erfasst und vermittelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die antike Enkyklios Paideia, die Entwicklung der Enzyklopädie im 17. und 18. Jahrhundert sowie die Biographien ihrer wichtigsten Gestalter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Bildungsbegriff und die Frage, wie ein Verständnis für das "Ganze" durch die strukturierte Aufarbeitung von Wissen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung historischer Quellen zu den Ursprüngen und dem Aufbau des enzyklopädischen Wissens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der griechischen Wurzeln, die Definition des Begriffs sowie eine ausführliche Analyse der Entstehung und Struktur der französischen Enzyklopädie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Enzyklopädie, Bildung, Aufklärung, Diderot, D’Alembert und das Konzept des vernetzten Wissens.
Welche Bedeutung maß Diderot dem Aufbau der Enzyklopädie bei?
Diderot legte Wert darauf, dass das Werk nicht nur eine Sammlung von Einzelteilen ist, sondern durch Verweise ein logisches Beziehungsnetz bildet, das dem Leser den Gesamtzusammenhang erschließt.
Warum war die französische Enzyklopädie politisch umstritten?
Sie wurde von konservativen Kräften als "Werk der Rebellion" gegen Kirche und König betrachtet, da sie eine kritische Reflektion der bestehenden Ordnung und eine Emanzipation des Geistes forderte.
- Citation du texte
- Rebecca Martin (Auteur), 2004, Enzyklopädisches Lernen - Didaktische Phantasie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42031