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Darstellung des Judentums in Leopold von Sacher-Masochs kleiner Prosa

Welche Rolle spielte es in Leopold von Sacher-Masochs literarischem und gesellschaftlichem Schaffen?

Titel: Darstellung des Judentums in Leopold von Sacher-Masochs kleiner Prosa

Bachelorarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bianca Weihrauch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dass sich Leopold von Sacher-Masoch, der neben dem Marquis de Sade als „Vater einer Perversion“ ungewollte Berühmtheit erlangte und stets auf sein damit verbundenes Werk Venus im Pelz reduziert wird, Zeit seines Lebens als bekennender Philosemit und Autor zahlreicher populärer Erzählungen über das Judentum hervortat, ist erst in der jüngsten Zeit zum Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung geworden.

Auf Grundlage dieser Thematik soll die vorliegende Arbeit der Frage nachgehen, welche Rolle das galizische Judentum, in Sacher-Masochs prosaischem Werk gespielt hat und auf welche Weise es Erwähnung in seiner Prosa fand. Dazu soll zunächst anhand der Biographie Leopold von Sacher-Masochs aufgezeigt werden, wie es zur Berührung mit der Lebenswelt der osteuropäischen Juden kam und welche weiteren persönlichen Beweggründe Sacher-Masochs eine Rolle gespielt haben könnten. Im anschließenden Hauptteil dieser Arbeit wird die literarische Verarbeitung, die seine jüdischen Erzählungen prägt, anhand von drei zentralen Punkten analysiert werden: dem Kontext der Ghettoliteratur als Genreform von Sacher-Masochs literarischen Werken über die jüdische Bevölkerung, den Motiven des orthodoxen und des chassidischen Judentums sowie dem Motiv der Taufe im Zusammenhang von interreligiösen Ehen.

Diese drei Analysebereiche sollen wiederum als Grundlage des literarischen Vergleichs mit Karl Emil Franzos' Darstellung des orthodoxen Judentums Osteuropas und dem Motiv der interreligiösen Ehe als Problematik des multikonfessionellen Vielvölkerstaats Galizien dienen. Der Schlussteil der Arbeit widmet sich der Untersuchung der politisch-literarischen Arbeit Sacher-Masochs während einer Zeit des aufkeimenden Antisemitismus in Deutschland und Österreich. Dabei wird nicht nur den Beiträgen nachgegangen werden, die in der Zeitschrift Auf der Höhe zum Thema Judentum erschienen sind, sondern auch den gesellschaftlichen Ambitionen als Gegenmaßnahme zur verstärkten Diskriminierung und Diskreditierung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland, die durch den von Sacher-Masoch gegründeten Oberhessischen Verein für Volksbildung realisiert wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung – Zu den Ursprüngen der Auseinandersetzung Leopold von Sacher-Masochs mit dem galizischen Judentum

1.1 Hintergründe für die Beschäftigung mit dem Judentum

2. Sacher-Masochs Erzählungen Polnische Judengeschichten und Jüdisches Leben im Kontext der deutsch-jüdischen Ghettoliteratur

3. Das Ghetto und die Ghettoliteratur - Begriffsdefinitionen und Merkmale eines „Textgenres“

4. Zwischen Haskala und Chassidismus – Vergleich zwischen Leopold von Sacher-Masochs und Karl Emil Franzos' literarischer Rezeption des chassidischen/orthodoxen Judentums

5. Die Taufe als Prüfstein der Liebe – Das Problem der interkonfessionellen Ehe und die gesellschaftliche Wirkung in Sacher-Masochs Erzählungen

6. Zur Thematisierung des Judentums und jüdischer Belange in Leopold von Sacher-Masochs Zeitschrift Auf der Höhe

7. Der Oberhessische Verein für Volksbildung (OVV) und seine Parteinahme für die jüdische Bevölkerung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des galizischen Judentums im literarischen und gesellschaftlichen Schaffen von Leopold von Sacher-Masoch. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sacher-Masoch das Judentum in seiner Prosa verarbeitete, welche biographischen und gesellschaftlichen Beweggründe ihn dazu motivierten und wie er sich aktiv für jüdische Belange einsetzte.

  • Literarische Verarbeitung jüdischer Themen im Kontext der deutsch-jüdischen Ghettoliteratur.
  • Vergleich der Rezeption des orthodoxen Judentums zwischen Sacher-Masoch und Karl Emil Franzos.
  • Analyse der Thematisierung von interkonfessionellen Ehen und Konversionen als gesellschaftliches Problem.
  • Untersuchung von Sacher-Masochs Engagement für die jüdische Bevölkerung durch seine Zeitschrift und soziale Vereine.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Chassidim

„Um die Sekte der Chassidim zu verstehen, muss man das Land, in dem sie leben, muss man Galizien kennen. Denken Sie an die Ebene ohne Grenzen, die im Frühling mit grünen Saaten, im Sommer mit gelben Getreidefeldern und im Winter mit Schnee bedeckt ist. […] Und denken Sie sich nun in dieser Einöde, ferne der Welt, ferne der Zivilisation, ferne der Eisenbahn und dem Telegraphen, in einem kleinen, dumpfen Verschlag ohne Sonne einen Mann, der einen großen Geist hat, der den Drang hat, zu forschen, die Welt zu erkennen, die Geheimnisse der Schöpfung zu ergründen, eine glühende Phantasie besitzt und ein warmes Herz und zwischen seinen Wänden eingesperrt ist, wie ein Gefangener […] und Sie werden verstehen, dass dieser Mensch, indem er immerfort sucht und grübelt, endlich zum Phantasten, zum Schwärmer wird, dass er die Stimme Gottes zu hören glaubt, dass er überzeugt ist, mit Engeln und Dämonen zu verkehren. Nein, Betrüger sind die Chassidim nicht, es sind alle Hamlet und Faust, und man darf nicht erstaunen, wenn sie endlich wie Hamlet etwas verrückt werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung – Zu den Ursprüngen der Auseinandersetzung Leopold von Sacher-Masochs mit dem galizischen Judentum: Dieses Kapitel führt in das Thema ein und beleuchtet die biographischen Hintergründe, die Leopold von Sacher-Masoch zur intensiven Beschäftigung mit dem Judentum bewegten.

2. Sacher-Masochs Erzählungen Polnische Judengeschichten und Jüdisches Leben im Kontext der deutsch-jüdischen Ghettoliteratur: Hier wird Sacher-Masochs Rolle als einer der wenigen nicht-jüdischen Autoren innerhalb des Genres der Ghettoliteratur analysiert.

3. Das Ghetto und die Ghettoliteratur - Begriffsdefinitionen und Merkmale eines „Textgenres“: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Ghettos sowie die Gattungsmerkmale der Ghettoliteratur im 19. Jahrhundert.

4. Zwischen Haskala und Chassidismus – Vergleich zwischen Leopold von Sacher-Masochs und Karl Emil Franzos' literarischer Rezeption des chassidischen/orthodoxen Judentums: Der Vergleich zeigt unterschiedliche literarische Herangehensweisen an die Darstellung orthodoxer jüdischer Strömungen auf.

5. Die Taufe als Prüfstein der Liebe – Das Problem der interkonfessionellen Ehe und die gesellschaftliche Wirkung in Sacher-Masochs Erzählungen: Dieses Kapitel behandelt das Motiv der jüdisch-christlichen Liebe und die Konsequenzen religiöser Konversionen in Sacher-Masochs Werken.

6. Zur Thematisierung des Judentums und jüdischer Belange in Leopold von Sacher-Masochs Zeitschrift Auf der Höhe: Hier wird analysiert, wie Sacher-Masoch seine Zeitschrift nutzte, um kulturelle und politische Themen, einschließlich jüdischer Interessen, international zu verbreiten.

7. Der Oberhessische Verein für Volksbildung (OVV) und seine Parteinahme für die jüdische Bevölkerung: Das Kapitel beleuchtet das späte politische Engagement Sacher-Masochs gegen den Antisemitismus auf lokaler Ebene.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Sacher-Masochs philosemitisches Wirken im Kontext seines restlichen Werkes und seiner gesellschaftlichen Wahrnehmung ein.

Schlüsselwörter

Leopold von Sacher-Masoch, Judentum, Ghettoliteratur, Galizien, Philosemitismus, Chassidismus, Haskala, Karl Emil Franzos, Interkonfessionelle Ehe, Konversion, Auf der Höhe, Antisemitismus, Oberhessischer Verein für Volksbildung, Paria-Identität, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des Judentums durch den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch und beleuchtet dessen Engagement für die jüdische Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Ghettoliteratur, die Auseinandersetzung mit dem Chassidismus, die Problematik interkonfessioneller Ehen sowie das soziale und publizistische Engagement gegen Antisemitismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Sacher-Masoch neben seinen erotischen Werken ein beachtliches Korpus an philosemitischer Literatur schuf und sich aktiv für die jüdische Bevölkerung einsetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Sacher-Masochs Erzählungen im Vergleich zu zeitgenössischen Autoren wie Karl Emil Franzos sowie eine biographische Untersuchung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die literarische Verarbeitung des jüdischen Lebens, der Vergleich mit anderen Autoren, die Problematik religiöser Konversionen sowie Sacher-Masochs redaktionelle Arbeit für die Zeitschrift „Auf der Höhe“ und sein politisches Wirken thematisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie „Judentum“, „Ghettoliteratur“, „Philosemitismus“, „Galizien“ und „Sacher-Masoch“ charakterisiert.

Warum unterscheidet Sacher-Masoch zwischen dem Chassidismus und anderen jüdischen Strömungen?

Sacher-Masoch bewundert die mystisch-religiösen Besonderheiten der Chassidim, während er andere orthodoxe Zweige oft als engstirnige religiöse Fanatiker charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Zeitschrift „Auf der Höhe“?

Die Zeitschrift wird als ambitioniertes, aber letztlich erfolgloses Projekt gewertet, das jedoch eine wichtige Plattform für kulturelle und jüdisch-politische Diskurse bot.

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Details

Titel
Darstellung des Judentums in Leopold von Sacher-Masochs kleiner Prosa
Untertitel
Welche Rolle spielte es in Leopold von Sacher-Masochs literarischem und gesellschaftlichem Schaffen?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Philosophie und Geisteswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Bianca Weihrauch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V420572
ISBN (eBook)
9783668690585
ISBN (Buch)
9783668690592
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum Leopold von Sacher-Masoch Religion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bianca Weihrauch (Autor:in), 2018, Darstellung des Judentums in Leopold von Sacher-Masochs kleiner Prosa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420572
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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