Diese Arbeit geht der Leitfrage nach, welche Chancen und Grenzen Blended Learning im schulischen Kontext hat. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es sich um eine grundlegende Betrachtung handelt. Wer die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen möchte, der findet am Ende dieser Arbeit weiterführende Themen zur Empfehlung. Zum Beantworten der dieser Arbeit zugrunde liegenden Leitfrage, soll zunächst eine für diese Arbeit geltende belastbare Definition zum Blended Learning formuliert werden, nach der sich eine Debatte über die Chancen und Grenzen von Blended Learning im schulischen Kontext anschließt. Die Resultate dieser Debatte sollen anhand praxistauglicher Unterrichtsbeispiele dargestellt werden. Es schließt sich im Fazit die Beantwortung der Leitfrage an. Außerdem wird ein Ausblick zum weiteren Verfolgen des Themas gegeben.
Spätestens seit der sozial-liberalen Regierung der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts ist Bildung in Deutschland ein Thema, das sich quer durch die Gesellschaft und in verschiedenen Facetten einem hohen Stellenwert erfreut. In Zeiten der Digitalisierung, in denen ganze Berufsbilder von der Bildfläche zu verschwinden drohen, demgegenüber jedoch im quartären Sektor neue Berufsbilder entstehen, erreicht das Thema Bildung einen neuen Stellenwert in der öffentlichen Diskussion. Heute sind nicht Wenige der Meinung, Bildung schaffe Wohlstand. Ob dem so ist, sei dahingestellt. Demungeachtet erleichtert Bildung im deutschen Gesellschaftssystem den Zugang zu Arbeit. Es bleibt die Frage, in welcher Form Bildungsinstitutionen in Deutschland den digitalen Wandel mitgehen, wie sie diesen in ihren Unterricht integrieren, welche Methoden zur Anwendungen kommen, sowie welche didaktischen Begründungen für die ausgewählten Methoden ins Feld geführt werden.
An welchen Stellen des Unterrichts können traditionelle Lernformen sinnvoll, also zielführend von neuen Lernformen abgelöst werden? In der Diskussion um dieses Thema fallen immer wieder Begriffe wie ‚elearning‘, ‚online-learning‘, ‚web based training‘ und andere. Aus der Diskussion um diese Begriffe etablierte sich auch der Begriff Blended Learning, eine Art Symbiose aus Präsenzlehre und eLearning.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Blended Learning in der Bildungswissenschaft
3. Chancen und Grenzen des Blended Learning im schulischen Kontext
3.1. Chancen des Blended Learning im schulischen Kontext
3.2. Grenzen des Blended Learning im schulischen Kontext
4. Abschlussbetrachtung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Blended Learning im schulischen Umfeld. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Chancen dieses hybride Lernarrangement bietet und an welchen didaktischen, infrastrukturellen sowie bildungspolitischen Grenzen die Umsetzung in deutschen Schulen derzeit stößt.
- Definition und theoretische Einordnung von Blended Learning als Symbiose aus Präsenz- und E-Learning.
- Analyse praktischer Anwendungsbeispiele, wie den Einsatz von Apps für kollaboratives Lernen.
- Untersuchung der Chancen für Unterrichtsgestaltung und individuelle Lernprozesse.
- Kritische Beleuchtung der infrastrukturellen Herausforderungen und politischen Rahmenbedingungen, insbesondere im Bundesland Hessen.
- Diskussion der notwendigen Kompetenzen für Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Medien.
Auszug aus dem Buch
3.1. Chancen des Blended Learning im schulischen Kontext
So veröffentlichte der Spiegel am 08.11.2017 einen Artikel mit dem Titel „Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind“ (Spiegel 2017), in dem erklärt wird, dass der schulische Unterricht in Estland durch Smartboards und mit diesen verknüpfte Tablets geprägt ist. Nun trägt allein diese Tatsache nicht dazu bei, dass der Unterricht sich verbessert. Wird der Blick jedoch darauf gerichtet, wie diese Medien methodisch in den Unterricht eingebunden werden, so ist klar, dass in Estland Blended Learning zum schulischen Alltag gehört.
„Diesmal geht es um eine Textaufgabe: In einen Bus steigen sieben Leute, es gibt aber nur zwei freie Plätze. Wie viele Menschen müssen stehen? Zur Auswahl stehen vier mögliche Antworten. Vor jedem Schülern liegt eine Karte mit einer Art QR-Code. Jede der vier Seiten steht für eine andere Antwortmöglichkeit: a, b, c oder d. Die Kinder halten die entsprechende Seite nach oben, und ihre Lehrerin scannt die gesamte Klasse mit dem Tablet ab. Nach Sekunden weiß Leppmaa (die Lehrerin, Anmerkung), wer richtig geantwortet hat und wer nicht. Das Resultat erscheint automatisch auch auf dem Smartboard.“ (Spiegel 2016)
Es handelt sich bei diesem Beispiel um das integratives Arrangement (Vgl. S. 6 dieser Arbeit ) des Blended Learning, bei dem in diesem Fall Elemente des eLearning by interacting in die Präsenzlehre eingebunden werden.
Die Methode bietet Vorteile auf der Seite der Lehrkraft. Diese weiß mit dem einfachen Abscannen der Antwortmöglichkeiten sofort welche/r SchülerIn die Aufgabe richtig oder nicht richtig gelöst hat und kann, beispielsweise durch das Zusammensetzen der SuS in Zweiergruppen mit jeweils einem Schüler, der die Aufgabe korrekt und einem Schüler, der die Aufgabe nicht korrekt beantwortet hat, entsprechend schnell darauf reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema Bildung in den Kontext des digitalen Wandels ein, definiert Blended Learning als Symbiose aus Präsenz- und E-Learning und leitet die Forschungsfrage nach den Chancen und Grenzen dieses Konzepts im Schulalltag ab.
2. Der Begriff Blended Learning in der Bildungswissenschaft: Dieses Kapitel nähert sich durch ein Ausschlussverfahren und die Abgrenzung von Begriffen wie Frontalunterricht und reinem eLearning einer für die Arbeit belastbaren Definition des Begriffs Blended Learning an.
3. Chancen und Grenzen des Blended Learning im schulischen Kontext: Hier werden mittels praxisnaher Beispiele die Potenziale (Kapitel 3.1) sowie die bildungswissenschaftlichen, infrastrukturellen und bildungspolitischen Hindernisse (Kapitel 3.2) detailliert analysiert.
4. Abschlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Blended Learning zwar methodische Vorteile bietet, die praktische Umsetzung jedoch durch politische Untätigkeit und mangelnde Lehrerbildung limitiert wird.
5. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Primärliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Blended Learning, eLearning, digitale Bildung, Medienkompetenz, Präsenzlehre, Unterrichtsentwicklung, schulischer Kontext, Lehrerausbildung, digitale Infrastruktur, integratives Arrangement, Blended Teaching, schulisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Blended Learning im schulischen Kontext und untersucht, wie dieses hybride Lernmodell den Unterricht verändern und bereichern kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die begriffliche Einordnung von E-Learning-Formen, die methodische Integration digitaler Medien in den Unterricht sowie die Analyse von Erfolgschancen und strukturellen Hürden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Chancen und Grenzen des Blended Learning im schulischen Bereich aufzuzeigen, um eine fundierte Debatte über die Optimierung von Bildungsprozessen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und vergleicht theoretische Konzepte mit praktischen Anwendungsbeispielen aus der Schulpraxis.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden verschiedene Formen der Verknüpfung von Präsenzlehre und E-Learning (Anreicherung, virtuelle Ausrichtung, integratives Arrangement) vorgestellt und kritisch auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Blended Learning, Medienkompetenz, digitale Bildung, schulisches Umfeld und die Herausforderungen in der Lehrerbildung.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Apps wie Quizlet?
Die Arbeit sieht in solchen Apps hilfreiche Werkzeuge für ein integratives Arrangement, warnt jedoch gleichzeitig vor der Gefahr der Ablenkung der Schülerinnen und Schüler auf privaten Endgeräten.
Welche Kritik übt die Arbeit an der Bildungspolitik, insbesondere in Hessen?
Die Autorin kritisiert, dass notwendige infrastrukturelle Voraussetzungen und eine fundierte Medienkompetenz in der hessischen LehrerInnenausbildung bisher nur unzureichend verankert sind.
- Arbeit zitieren
- Niklas Werner (Autor:in), 2018, Chancen und Grenzen des Blended Learning im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421334