Arten von Investmentfonds

Ein kurzer Überblick


Hausarbeit, 2003

22 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakteristika von Investmentfonds

3 Arten von Investmentfonds
3.1 Allgemeine Unterscheidungen
3.1.1 Publikumsfonds und Spezialfonds
3.1.2 Ausschüttende und thesaurierende Fonds
3.1.3 Fonds mit und ohne Ausgabeaufschlag
3.1.4 Offene und geschlossene Fonds
3.2 Wertpapierfonds
3.2.1 Aktienfonds
3.2.2 Rentenfonds
3.2.3 Hegdefonds
3.3 Immobilienfonds
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Gemischte Wertpapier- und Grundstücksfonds
3.4 Geldmarktnahe Fonds
3.5 Beteiligungs-Sondervermögen
3.6 Warenfonds
3.7 Sonderformen
3.7.1 Dachfonds
3.7.2 Umbrellafonds
3.7.3 AS-Fonds
3.7.4 Garantiefonds

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit den letzten Jahren hat sich das Anlegerverhalten in Deutschland nachhaltig gewandelt. Das Volumen der traditionellen Spareinlagen, Festgelder und Sparbriefe nahmen ab. Die Gelder wurden vermehrt in Aktien, Rentenpapiere und Investmentfonds angelegt.[1] Auslöser waren unter anderem auch die Werbewirksamkeit der Aktienemissionen großer Unternehmen, die bei vielen Anlegern das Interesse an Aktien erst weckte. Allen voran die Einführung der Telekom-Aktie im Herbst 1996.[2] Wohin diese Entwicklung führte, zeigte das Zerplatzen der sog. „Hi-Tech-Blase“. Viele unerfahrende und auch erfahrende Anleger erlitten hohe Kursverluste. Nicht nur das Geld, sondern auch vor allem auch das Vertrauen in die Kapitalmärkte ging verloren.

Doch gerade die jetzige Phase könnte ein guter Zeitpunkt sein, den Einstieg im Bereich der Beteiligungswerte wieder zu wagen. Die Stimmung ist so schlecht, durch die momentane Rezession, dass inzwischen das Interesse an Aktien sehr niedrig ist, und somit kommt es auch vor, dass es Aktien gibt, die, gemessen an dem Unternehmen selbst, unterbewertet sind.[3] Doch für den privaten Anleger gestaltet es sich häufig schwierig, diese Werte zu analysieren, da ihm oft die Zeit und/oder das nötige Fachwissen fehlt. Eine Alternative ist ein Engagement in Investmentfonds.

Für den Anleger wiederum stellt sich die Frage, in welchen Fonds er investieren soll. Es existieren mittlerweile über 7.700 Investmentfonds auf dem deutschen Kapitalmarkt.[4] Doch lässt sich durch eine Kategorisierung der Fonds ein recht guter Überblick verschaffen. Genau diese Kategorisierung wird im Folgenden erarbeitet werden.

2 Charakteristika von Investmentfonds

Ein Investmentfonds stellt die Gesamtheit der Vermögenswerte der Anleger da und wird als sog. Sondervermögen definiert.[5] Investmentfonds sind eine Form von Beteiligungspapieren, doch verbriefen sie keine Eigentumsrechte gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft, sondern ein Miteigentumsrecht an einem Sondervermögen.[6] Dieses Sondervermögen hat in Deutschland keine eigene Rechtsform und ist getrennt vom Unternehmensvermögen der Kapitalanlagegesellschaft zu führen,[7] was folglich den Ausschluss als Haftungssumme der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft bedeutet, und so den Anlegern eine Schutzfunktion bei Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft bietet.

Das Grundprinzip eines Investmentfonds ist einerseits die Wahrnehmung von Chancen der Kapitalanlage in Sach- und Vermögenswerte, andererseits wird eine Begrenzung des Risikos durch Streuung der Anlageobjekte angestrebt. Jeder Anleger erhält für seine Einlage Zertifikate mit dem verbrieften entsprechenden Gegenwert am Sondervermögen. Zugleich kann eine Stückelung der Zertifikate in der Weise vorgenommen werden, dass auch Anleger mit geringeren Anlagevolumen von dieser Möglichkeit der Vermögensanlage partizipieren können.[8]

3 Arten von Investmentfonds

3.1 Allgemeine Unterscheidungen

3.1.1 Publikumsfonds und Spezialfonds

Publikumsfonds und Spezialfonds unterscheiden sich hauptsächlich durch den Kreis ihrer Anleger. Publikumsfonds werden dem breiten Publikum angeboten und können somit von jedermann erworben werden.[9] Anders bei Spezialfonds, welche den institutionellen Anlegern als Kapitalanlageinstrument vorbehalten werden.[10] Gemessen am Volumen sind die institutionellen Anleger meist Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen einschl. Pensionskassen.[11] Darüber hinaus übersteigt das Volumen der Spezialfonds denen der Publikumsfonds, und ist folglich ein bedeutender Posten im Bereich der Investmentfonds.[12] Aufgrund dessen, dass der institutionellen Anleger Einflussmöglichkeiten auf die Anlagerichtlinien nehmen kann, lassen sich durch geschicktes Handeln bilanzielle Gestaltungsmöglichkeiten verbessern.[13]

3.1.2 Ausschüttende und thesaurierende Fonds

Ob und wie ein Fonds seine Erträge ausschüttet, richtet sich nach Satzung bzw. den Geschäftsbedingungen. Viele deutsche Fonds nehmen eine Ausschüttung einmal im Jahr vor, denkbar sind auch quartalsweise oder sogar monatliche Ausschüttungen. Diese sind durch erhöhten Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten gekennzeichnet.[14] Steuerliche Aspekte außer Acht gelassen, ergibt sich im Grundprinzip keinen Unterschied für den Anleger, ob eine Ausschüttung erfolgt oder nicht. Auf der einen Seite erhalten sie den Ausschüttungsbetrag, und auf der anderen Seite fällt der Anteilswert des Fonds am Ausschüttungstag um etwa den ausgeschütteten Betrag.[15] Da Investmentfonds nicht gesetzlich verpflichtet sind auszuschütten, können sie die erwirtschafteten Gewinne und Erträge jeweils wieder ins Fondsvermögen investieren. Diese Form der Fonds nennt man thesaurierende oder akkumulierende Fonds. Dadurch steigt der Anteilspreis, unter gleichen Voraussetzungen, schneller als bei ausschüttenden Fonds. Darüber hinaus entfallen oft auch Wiederanlagekosten oder Kosten, die eventuell bei Ausschüttungen entstehen können.[16]

3.1.3 Fonds mit und ohne Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag (front end fee) errechnet sich aus der Differenz zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis. Er wird dem Rücknahmepreis aufgeschlagen und soll sämtliche Kosten des Vertriebes der Investmentanteile decken.[17] Dessen Höhe ist von der jeweiligen Fondsart abhängig und kann in Bandbreiten von 0,1 % bis 6,0 % des Rücknahmepreises liegen.[18] Dieser fällt einmalig beim Kauf an, unabhängig davon, ob es sich um eine Einmalanlage oder um einen Sparplan handelt.[19] Fonds ohne Ausgabeaufschlag werden oft auch als No-load-, Net- oder Trading-Fonds bezeichnet. Da es hier keinen Ausgabeaufschlag gibt, der die Vertriebskosten deckt, gibt es auch keine Abschlussprovision für die Berater. Dies kann zur Folge haben, dass diese Art der Fonds von Beratern nicht so aktiv angeboten werden.[20] Darüber hinaus sind auch die laufenden Kosten (management fee)[21] zu beachten, da diese bei Trading-Fonds oft höher dotieren als Fonds mit Ausgabeaufschlag, um die fehlenden Einstiegskosten zu kompensieren.[22] Je länger in einem Trading-Fonds Vermögen angelegt wird, desto mehr schlägt die jährliche Mehrbelastung zu Buche.

3.1.4 Offene und geschlossene Fonds

Investmentfonds können als offene oder geschlossene Fonds aufgelegt werden. Die offenen Fonds sind in Amerika auch unter dem Begriff „Mutual funds“ bekannt.[23] Im Gegensatz zu den geschlossenen Fonds ist die Anzahl der Anteile von Zertifikaten bei offenen Fonds unbegrenzt.[24] Es erfolgt eine laufende Ausgabe von Anteilen. Das wesentliche Merkmal dieser Fonds besteht in der Rücknahmeverpflichtung der Kapitalanlagegesellschaft gem. KAGG.[25] Die Rücknahme erfolgt in der Weise, dass eine Entnahme zu Lasten des Fonds an den Anteilseigner in Höhe des Rücknahmepreises erfolgt.[26] Die Anzahl der umlaufenden Anteile unterliegt deshalb bei offenen Fonds ständigen Schwankungen. Das Fondsvermögen wird demnach durch das Verhalten der Anleger beeinflusst.[27] Dies kann dazu führen, dass der Fondsmanager in Zugzwang geraten kann, indem er z. B. bei prozyklischen Verhalten der Anleger in einer Baisse einen hohen Liquiditätsanteil vorhalten muss und in einer Hausse einem Anlagedruck unterliegt. Dadurch werden nicht nur die ein- oder aussteigenden Anleger negativ betroffen, sondern auch die Masse der passiven Anteilseigner.[28]

Mit dem Dritten Finanzmarktförderungsgesetz vom 01.04.1998 sind auch in Deutschland geschlossene Fonds erlaubt, doch bis April 2000 wurden keine aufgelegt.[29] Diese werden als Investmentaktiengesellschaften nach dem KAGG gegründet.[30] Die Zertifikate der geschlossen Fonds werden nur in eine von vornherein begrenzte Anzahl für den Verkauf vorgesehen.[31] Dies bedeutet, wenn alle Zertifikate verkauft wurden, ist dieser Fonds geschlossen und ein Zufluss von zusätzlichem Kapital findet nicht mehr statt. Die Zertifikate werden zumeist börsenmäßig gehandelt und unterliegen demnach keinem Rücknahmepreis, sondern dem der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt.[32] Dabei kann es zu deutlichen Abweichungen zwischen diesem Börsenpreis und dem eigentlichen Inventarwert kommen. In den USA z. B. ist diese jederzeitige errechenbare Differenz beider Werte ein wichtiges Anlagekriterium.[33]

[...]


[1] Vgl. Wiswerde, Günter, Einführung in die Wirtschaftspsychologie, 3. Auflage, München/Basel 2000, S. 164.

[2] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 27.

[3] Vgl. Rapf, Franz, Aktien: wann kaufen? - wann verkaufen?, 5. Auflage, Regensburg u. a. 2000, S. 10.

[4] Vgl. http://www.bvi.de/downloads/INTR-5J8GQ7ub02q4.pdf, siehe Anhang.

[5] Vgl. Gerke, Wolfgang u. a., Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens, 3. Auflage, Stuttgart 2001, S. 1222.

[6] Vgl. Grill, Wolfgang und Perczynski, Hans, Wirtschaftslehre des Kreditwesens. 27. Auflage, Bad Homburg vor der Höhe 1992, S. 389.

[7] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 42.

[8] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 460.

[9] Vgl. Grill, Wolfgang und Perczynski, Hans, Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 27. Auflage, Bad Homburg vor der Höhe 1992, S. 390.

[10] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 498.

[11] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 174.

[12] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 175.

[13] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 499.

[14] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 54.

[15] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 54.

[16] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 54 u. S. 55.

[17] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 204.

[18] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 205.

[19] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 84 u. S. 85.

[20] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 89.

[21] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 205.

[22] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 89.

[23] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 191.

[24] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 462.

[25] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 462.

[26] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 190.

[27] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 463.

[28] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart >2000, S. 463.

[29] Vgl. Dembowski, Anke, Profi-Handbuch Investmentfonds, 3. Auflage, Regensburg/Berlin 2000, S. 175.

[30] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 462.

[31] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 462.

[32] Vgl. Homolka, Walter u. a., Das Wertpapiergeschäft: was Sie von Aktien, Renten, Optionen und Investmentfonds wissen müssen, 1. Auflage, Wiesbaden 1994, S. 191.

[33] Vgl. Harter, Winfried u. a., Wertpapiere in Theorie und Praxis, 5. Auflage, Stuttgart 2000, S. 462.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Arten von Investmentfonds
Untertitel
Ein kurzer Überblick
Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Wilhelmshaven
Note
bestanden
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V42201
ISBN (eBook)
9783638402934
ISBN (Buch)
9783638656542
Dateigröße
1603 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arten, Investmentfonds
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. (FH), MBA Markus Jördens (Autor:in), 2003, Arten von Investmentfonds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42201

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