Textildruckverfahren Blaudruck


Hausarbeit, 2002
16 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung- Was ist Blaudruck?

3. Historische Hintergründe
3.1 Blaudruck
3.2 Zeugdruck
3.3 Der erste deutsche Blaudrucker
3.4 Landblaudruck

4. Indigo

5. Küpe

6. Papp

7. Model

8. Druckvorgang
8.1 Historischer Druckvorgang
8.2 Blaudruck heute

9. Anwendung in der Schule

10. Anhang
10.1 Textanhang

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Wahl des Themas für diese Hausarbeit fiel mir sehr schwer. Es musste ein Thema sein, das ich bereits in einem Seminar behandelt hatte und es sollte mich auch sehr interessieren, so dass ich beim stöbern in der Literatur motiviert und zielstrebig vorankommen konnte.

Als ich bei Frau Schreiber im Seminar selbst die vereinfachte Technik des Blaudrucks anwenden konnte, hatte ich dabei sehr viel Spaß und hätte noch über die Seminarzeit hinaus ewig weiter drucken können.

Die Idee, dieses Thema für eine Hausarbeit zu wählen entstand, als wir im Seminar einen Film über eine traditionelle Blaudruckerei ansahen.

Die Suche nach Literatur stellt sich normalerweise als sehr schwierig heraus, da es nur wenige und sehr teure Bücher zum Blaudruckverfahren gibt. Ich hatte das Glück, dass unsere Bibliothek sehr gut ausgestattet ist und Frau Schreiber mir ihre privaten Schätze zur Verfügung stellte.

Meine Arbeit fängt mit der Sachanalyse an. Was ist Blaudruck eigentlich, welche Materialien werden verwendet und wie heißen sie?

Danach möchte ich kurz die historischen Hintergründe erläutern und auf den Zeugdruck eingehen, der in engem Zusammenhang mit dem Blaudruck zu sehen ist. Der erste deutsche Blaudrucker und die Weiterentwicklung zum Landblaudruck gehören für mich mit zu dem Kapitel Geschichte, da sich das Handwerk ab dem Zeitpunkt richtig in Deutschland etabliert hat. Im weiteren Verlauf werde ich auf die Arbeitsmaterialien genauer eingehen und den Druckvorgang beschreiben. Das heutige Blaudruckverfahren weicht kaum von dem traditionellen ab, trotzdem möchte ich kurz die wichtigsten Dinge diesbezüglich erläutern.

Die Anwendung in der Schule ist für mich ein sehr wichtiges Thema, da jedes Kind mit dieser Technik in kurzer Zeit enorme Fortschritte und Erfolge erzielen kann.

2. Begriffserklärung- Was ist Blaudruck?

Der Begriff Blaudruck führt so manche/n wohl in die Irre. Man könnte meinen, dass mit blauer Farbe auf weißen oder andersfarbigen Stoff gedruckt wird. Diese Annahme ist nicht ganz richtig. Im Elsaß sprechen die Leute von „Bleu á la Reserve“. „Das trifft die Beschreibung der Technik schon viel besser, da es sich um eine aussparende Musterung auf nachträglich gefärbtem Stoff handelt“.[1] Man stelle sich einen Blauen Stoff vor, auf dem z.B. weiße Blumen sind. Die Blumen wurden nicht mit weißer Farbe aufgedruckt, sondern der Stoff wurde blau gefärbt. Die Blumen werden sichtbar, weil der Stoff an diesen Stellen zuvor mit einer Masse, Papp genannt, bedruckt wurde. Die Farbannahme des Stoffes wird durch den Papp verhindert und übrig bleiben dann die weißen Blumen. Den Druckstempel nennt man Model. Mit dem Papp auf dem Model wird auf den Stoff gedruckt, um bestimmte Stellen vor der blauen Farbe zu schützen. Blaudruck ist also ein Reservedruck, da die weißen Stellen durch den Papp reserviert sind und somit keine blaue Farbe annehmen.

3. Historische Hintergründe

3.1 Blaudruck

Die Anfänge des Blaudrucks liegen wahrscheinlich in Indien. Informationen diesbezüglich sind nur sehr spärlich und lückenhaft vorhanden. Anhand von Ausgrabungen konnte jedoch festgestellt werden, dass die Technik des Drucks bereits vor 2500 Jahren schon sehr ausgereift war und es sich somit nicht um die Anfänge der Stoffdruckerei handelt. Von Indien aus verbreitete sich die Kunst auch in Afrika und orientalischen Ländern. In Ägypten wurde die Technik sehr hoch entwickelt. Ein römischer Schriftsteller namens Plinius der Ältere schrieb eine Naturgeschichte, in der nachzulesen ist, „wie in Ägypten die weißen Stoffe mit wundersamen Mitteln bemalt wurden.“[2]

Diese Geschichte ist die erste schriftliche Überlieferung des Reservedruckverfahrens und kann am Ende dieser Hausarbeit unter dem Kapitel 10.1 (Textanhang, S.15) nachgelesen werden.

In Europa taucht der Farbstoff Indigo erstmals in Verbindung mit Marco Polo auf, der den Fernen Osten bereist hatte. In dieser Epoche wurde ausschließlich mit Direktdruck gearbeitet, d.h. die blaue Farbe wurde auf das Model aufgetragen und direkt auf weißen Stoff gedruckt.

Hier taucht der Begriff Zeugdruck auf, der von seiner Entwicklung her nicht klar vom Blaudruck abgegrenzt werden kann.

3.2 Zeugdruck

Der Zusammenhang zum Blaudruck besteht aufgrund des Druckwerkzeugs- des Models. Bei beiden Druckverfahren wird mit dem Model als Druckstempel gearbeitet. Im Gegensatz zum Blaudruck ist der Zeugdruck ein Direktdruckverfahren. In Klöstern wurde mit dieser Technik gearbeitet um Kirchenschmuck herzustellen oder einen minder qualitativen Stoff „aufzupeppen“. Die Druckmotive waren meistens Bilder aus der christlichen Geschichte. Im 16. Jahrhundert konnten Webereien zum ersten Mal teure Stoffe wie Seide oder Brokat herstellen. Bauern konnten sich diese edlen Stoffe auf einmal leisten und die mit Zeugdruck bedruckten Stoffe wurden nur noch von der untersten Bevölkerung getragen, oder sie dienten zur Einhüllung von Toten. In dieser Zeit brachte der Holländer Peter Klock van Aelst das Reserveverfahren wieder nach Europa. Er hatte eine Reise in den Orient gemacht und die Geheimnisse der Reservetechnik nach Europa mitgebracht. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, nach dem die Bevölkerung vollkommen verarmt war, nahm der Zeugdruck wieder an Stellenwert zu.

3.3 Der erste deutsche Blaudrucker

Der erste Blaudrucker in Deutschland war der Sohn des Zeugdruckers Neuhofer. Der Zeugdruck musste durch das gelüftete Geheimnis des Blaudrucks (Holländer) sehr leiden. Die Auftragslage für Herr Neuhofer war schlecht. Er vererbte seine Druckerei an seinen Sohn Jeremias, der die Druckerei wieder in Schwung bringen wollte. Aus diesem Grund ließ er einen „Spion“ (seinen Bruder Georg) nach Holland reisen, um die Kunst des Blaudrucks zu erforschen. Als der Bruder zurück kam und Jeremias merkte, dass es sich hier um Reservedruck mit anschließendem Färben des Stoffes handelte, musste er einen Färber einstellen, denn ein Stoffdrucker war damals nicht berechtigt einen Stoff auch zu färben. Das Geschäft lief gut, die Druckerei konnte sich kaum vor Aufträgen retten. Dieser Boom hatte ein Ende, als andere Druckereien auch auf das Geheimnis des Blaudrucks aufmerksam wurden und es nachahmten. Um 1600 wurde die Färberzunft in verschiedene Bereiche eingeteilt und es entstand unter Anderem die eigenständige Zunft der Blaudrucker.

3.4 Landblaudruck

Im 19. Jahrhundert ging die Mode der bedruckten Stoffe auch auf die ländliche Bevölkerung über. Im Winter wurden Stoffe von den Bauern und Mägden selbst gewebt um sie im Sommer von einem Landblaudrucker gegen Lohn bedrucken zu lassen. Aus dieser Zeit ist ein Sprichwort überliefert: „Wer im Winter nicht webt, kann sich im Sommer den Hintern blau färben lassen.“[3] Bei dem Landblaudruck handelte es sich also um Saisonarbeit, im Winter wurde gesponnen und gewebt und im Sommer hatten die Drucker und Blaufärber Arbeit. Aus diesem Grund hatten viele Blaufärbermeister nebenher noch eine Wirtschaft, die sie im Winter betrieben. Nur größere Betriebe, mit mehreren Lehrjungen, betrieben ihr Handwerk das ganze Jahr über.

[...]


[1] Rose Müllers: Blau mit weißen Blumen- Geschichte und Technologie des Blaudrucks. S.7

[2] Rose Müllers: Blau mit weißen Blumen- Geschichte und Technologie des Blaudrucks. S.8

[3] Rose Müllers: Blau mit weißen Blumen- Geschichte und Technologie des Blaudrucks. S.35

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Textildruckverfahren Blaudruck
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Veranstaltung
Stoffdruckverfahren
Note
1,5
Autor
Jahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V42343
ISBN (eBook)
9783638403962
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textildruckverfahren, Blaudruck, Stoffdruckverfahren
Arbeit zitieren
Lena König (Autor), 2002, Textildruckverfahren Blaudruck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42343

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