In dieser Arbeit wird der Schriftspracherwerb zunächst theoretisch betrachtet. Danach werden die geschriebene und die gesprochene Sprache näher beleuchtet sowie die Prinzipien und Regeln der Orthographie vorgestellt. Anschließend wird es um Phonetik und Phonologie sowie die Graphem-Phonem-Korrespondenz gehen. Abschließend wird die Frage erörtert, wie Kinder überhaupt schreiben lernen. Darauf folgt der praktische Teil der Arbeit. Dieser beginnt zunächst damit, dass das getestete Kind vorgestellt wird (Name geändert). Anschließend wird das Testinstrument, die Hamburger Schreibprobe, näher dargestellt. Abschließend werden die Ergebnisse der Beobachtungen dargelegt und mit Hilfe der Fragen von Mechthild Dehn analysiert. In einem nächsten Abschnitt werden die Ergebnisse reflektiert, ein Ausblick gegeben und überlegt, wo zur Förderung angesetzt werden könnte. Im Schlussteil werden die Ergebnisse und Erkenntnisse kurz zusammengefasst. Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Grundsätze des Schriftspracherwerbs kennen zu lernen und die praktische Entwicklung eines Kindes zu betrachten, um anschließend analysieren zu können, wo das Kind steht und wie man ihm individuell helfen kann, seine Fähigkeiten noch weiter auszubauen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schriftspracherwerb theoretisch betrachtet
2.1. Übergang Kindergarten – Grundschule
2.2. Geschriebene und gesprochene Schrift
2.2.1 Probleme beim Schriftspracherwerb
2.2.2 Von der Sprechsilbe zum Wort
2.3. Prinzipien und Regeln der Orthographie
2.4. Phonetik und Phonologie
2.5. Graphem - Phonem – Korrespondenz
2.6. Wie lernen Kinder schreiben?
2.7. Einordnung der Theorie
3. Schriftspracherwerb praktisch betrachtet
3.1. Das ist Annika
3.2. Die Hamburger Schreibprobe (HSP)
3.2.1 Was ist die Hamburger Schreibprobe?
3.2.2 Die Wortwahl
3.2.3 Rechtschreibstrategien
3.3 Die Hamburger Schreibprobe mit Annika
3.3.1. Vorbereitung für die Durchführung
3.3.2 Durchführung
3.3.3. Auswertung der Hamburger Schreibprobe
3.3.4. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse von Annika
4. Ausblick und Reflexion
4.1 Ausblick: Mögliche Förderansätze
4.2. Reflexion
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs zu beleuchten und diese mit einer praktischen Langzeitbeobachtung eines Kindes zu verknüpfen, um dessen individuellen Entwicklungsstand und Förderbedarf präzise zu analysieren.
- Theoretische Grundlagen des Schriftspracherwerbs (Phonetik, Phonologie, Rechtschreibprinzipien)
- Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs
- Anwendung und Auswertung der Hamburger Schreibprobe (HSP)
- Analyse individueller Rechtschreibstrategien
- Ableitung von Förderansätzen in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Probleme beim Schriftspracherwerb
Kinder, die schreiben lernen, lernen eine ganz neue Sprache kennen. Hierbei können einige Probleme auftreten. Und aller Anfang ist schwer. Beim Sprechen verschmelzen Laute häufig miteinander, sodass beispielsweise eine Wortendung schwer herauszuhören ist. Da die Sprache der Kinder vor Schuleintritt mündlich ist, fällt es ihnen oft schwer bei der schriftlichen Sprache Wörter richtig zu trennen und zu schreiben. Dieses Phänomen wird als Koartikulation bezeichnet (vgl. Busch, Stenschke 2008, 47). Erwachsene haben Probleme damit, sich in Kinder hineinzuversetzen, da sie auf Grund ihrer Spracherfahrung meinen, dass Wörter und Sätze genau so gesprochen werden, wie sie geschrieben werden. Dabei ist dies gar nicht der Fall. Erwachsene denken auch, dass Sprechen und Schreiben miteinander einhergeht und dass ein Kind, das sprechen kann, automatisch auch schreiben können muss. Dabei müssen die Kinder nun die Schriftsprache, ein komplett neues Symbolsystem, erlernen. Wichtig ist es, dass sich Kinder mehr auf die Sprache und ihre Artikulation konzentrieren und sich bewusst machen, wie gesprochen wird. Das Lesen kann eine Hilfe darstellen, weil die Kinder beim Lesen eines Wortes Buchstaben sehen, die nicht gesprochen werden. Kinder können diese Erkenntnis dann beim Schreibprozess nutzen und wissen, dass ein Buchstabe, der beim Sprechen verschluckt oder weg gelassen wird, trotzdem verschriftet werden muss (vgl. Linke, Nussbaumer, Portmann 2004, 481f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit dargelegt, den Schriftspracherwerb theoretisch zu durchdringen und praktisch am Beispiel eines Kindes zu analysieren.
2. Schriftspracherwerb theoretisch betrachtet: Dieser Abschnitt erläutert die Grundlagen wie Phonetik, Phonologie, orthographische Prinzipien und Entwicklungsstufen des Schreiblernprozesses.
3. Schriftspracherwerb praktisch betrachtet: In diesem Kapitel wird das Testkind Annika vorgestellt und deren Leistungsentwicklung mittels der Hamburger Schreibprobe über mehrere Messzeitpunkte dokumentiert und ausgewertet.
4. Ausblick und Reflexion: Der Autor reflektiert das eigene methodische Vorgehen bei der Durchführung der Tests und entwickelt konkrete Forderansätze für das Kind.
5. Schluss: Zusammenfassend wird betont, dass die Verbindung von Theorie und Praxis essenziell für die professionelle Begleitung des Schriftspracherwerbs ist.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, Hamburger Schreibprobe, Rechtschreibstrategien, Phonologische Bewusstheit, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Orthographie, Erstunterricht, Lese-Rechtschreib-Entwicklung, Diagnose, Förderung, Schulanfang, Schriftsystem, Wortbildung, Sprachdidaktik, Rechtschreibfehler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Prozess des Schriftspracherwerbs, ausgehend von theoretischen Grundlagen hin zu einer praktischen Anwendung und Analyse durch Testinstrumente.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf linguistischen Grundlagen (Phonetik/Phonologie), den Prinzipien der deutschen Orthographie, Entwicklungsstufen des Schreibens und der Lernstanderhebung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Lernstand eines Kindes im Schriftspracherwerb systematisch zu erfassen und darauf aufbauend individuelle Möglichkeiten zur Förderung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Zur Erhebung des Leistungsstands wird die "Hamburger Schreibprobe" (HSP) verwendet, ergänzt durch eine qualitative Analyse der Rechtschreibstrategien nach den Fragen von Mechthild Dehn.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zum Schriftspracherwerb und eine ausführliche, longitudinale Fallstudie eines Grundschulkindes über mehrere Halbjahre.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Hamburger Schreibprobe vor allem die alphabetische, orthographische und morphematische Strategie sowie der Begriff der phonologischen Bewusstheit.
Wie unterscheidet sich die HSP 1+ von der HSP 2 in der Durchführung?
Die HSP 1+ richtet sich an das erste Schuljahr und erlaubt unter bestimmten Bedingungen Hilfsmittel, während bei der HSP 2 (für das Ende des zweiten Jahres) Hilfsmittel untersagt sind und der Schwierigkeitsgrad der Anforderungen steigt.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Fehleranalyse bei?
Fehler werden nicht primär als Defizit, sondern als wertvolle Indikatoren für die aktuelle Entwicklungsphase des Kindes betrachtet, die den Lernfortschritt innerhalb der Rechtschreibstrategien widerspiegeln.
- Citation du texte
- Laura Volkmann (Auteur), 2015, Der Weg zur Schrift. Wie Kinder Schriftsprache erwerben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423564