Zusammenfassung zu Søren Kjørups Buch "Semiotik"


Zusammenfassung, 2016
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Kjørup: Semiotik

Warum Semiotik?

Zeichenbegriffe und Erkenntnisinteressen

- Semeion: (griech.) = Zeichen à Semiotik bedeutet Zeichenlehre oder Zeichentheorie

Zwei Arten von Zeichen

- Indexikalische Zeichen: Ein Zeichen ist immer ein Zeichen von etwas à Beispiel: Fieber als Symptom für eine Infektion à Fieber zeigt die Krankheit an à nach Peirce wird diese Art von Zeichen Index genannt

- Indexikalische Zeichenauffassung: Zeichen sind in erster Linie Zeichen von etwas oder Mitteilungen über eine Sache à Zum Beispiel die Wörter der menschlichen Sprache

- Neben den indexikalischen Zeichen gibt es noch zwei Arten von kommunikativen Zeichen: Die gewöhnlichen und fast immer schon vorgefundenen, die wir benutzen, um einander etwas zu sagen (= sprachliche Zeichen) und die etwas spezielleren, die dadurch entstehen, dass wir selbst ein Zeichen schaffen, um dadurch etwas zu zeigen (=ostensive Zeichen)

Zwei Erkenntnisinteressen

- Einzelne Phänomene vor einem zeichentheoretischen Hintergrund interpretieren à Interesse, einzelne, konkrete Phänomene als Zeichen zu interpretieren, d.h. ein semiotisches Erkenntnisinteresse idiographischer Art

- Beschäftigung mit Zeichen aus einem generellen und übergeordneten Interesse à Hauptbeispiel ist hier Linguistik à ihr liegt ein nomothetisches Erkenntnisinteresse zu Grunde, ein Interesse für das Allgemeine oder Gesetzmäßige in dem Bereich

- Indexikalische Semiotik ist idiographisch, kommunikative Semiotik ist nomothetisch

Sprache, Spuren und Bilder

- Einteilung der Zeichen nach Peirce in drei Gruppen: Bilder als besondere Zeichengruppe: Ikone, Indexe und Symbole (=Zeichen mit ausschließlich konventioneller Bedeutung)

Semiotik im Profil

Sprache

- „Sprache“ im weiteren Sinn: deckt alle Formen von Ausdrucksoder Kommunikationsmitteln à wo es Zeichen gibt, gibt es auch Sprache

- „Sprache“ im engeren Sinn: deckt nur verbalsprachlichen Kommunikationsmittel ab und solche, die wesentliche Charakteristika mit denen der Verbalsprache gemeinsam haben

Die Semiologie

- Ferdinand de Saussure: Sprachwissenschaftliche Strukturalismus à auf ihn gründet das in der Semiotik vorherrschende Verständnis von Sprache

- Saussure betrachtet die menschliche Sprache als eines von vielen Zeichensystemen à Semiotik als Bezeichnung für die allgemeine Zeichentheorie und Semiologie als strukturalistische Variante

Sprache, Sprachsystem und konkretes Sprechen

- Saussure geht davon aus, dass man Sprache nicht einfach so studieren kann

- Sprache ist vielschichtig, trotzdem finden wir in der Sprache eine begrenzte, abstrakte Einheit, das Sprachsystem, genau dieses macht den Gegenstand der Sprachwissenschaft aus à man kann diesen Gegenstand nicht beobachten, muss ihn durch eine abstrahierende Analyse des konkreten Sprechens in all seinen Erscheinungsformen und mit all seinen Unzugänglichkeiten aufspüren

- Es ist zwischen dem alltäglichen Ausdruck „Sprache“ und dem wissenschaftlichen Ausdruck „Sprachsystem“ (=Langue) zu unterscheiden und es ist zwischen dem abstrakten Sprachsystem und dem konkreten Sprechen (=Parole) zu unterscheiden

Ein Spiel der Unterschiede

- Sprachsystem besteht nach Saussure nur durch Unterschiede

- Jedes einzelne Element im Sprachsystem wird ausschließlich durch die Struktur seiner Unterschiede zu den anderen Elementen des Systems definiert bzw. durch die Regeln, die sein Zusammenwirken mit anderen Elementen bestimmen

- Um den Aufbau des Sprachsystem zu ergründen, müssen wir die Oberfläche der Sprache, die wir als Sprachgebrauch wahrnehmen, betrachten

Der Zeichenbegriff der Semiologie

- System besteht aus einer Menge von Elementen und einer Menge von Relationen über diesen Elementen

- Die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten im System: Worte bzw. Morpheme

- Im allgemeinen semiotischen Sprachgebrauch ist ein Zeichen ein bedeutungstragendes Element innerhalb eines Systems, egal ob dieses Element aufgeteilt werden kann oder nicht

- Den Begriff des Zeichens für die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten verwenden à Wörter sind die Zeichen der Verbalsprache

- Als bedeutungstragende Einheit ist das semiologische Zeichen etwas mit zwei Seiten à Saussure: signifiant (= das Bedeutende: Laut oder Schriftbild à Ausdruck) und signifié (= das Bedeutete: die Bedeutung selbst à (Bedeutungs-) Inhalt)

Alle kommunikativen Zeichen beruhen auf Konventionen

- Saussure: Dass ein gegebener Ausdruck eine bestimmte Bedeutung hat, ist rein willkürlich à Bedeutung entsteht aufgrund von Konventionen, d.h. dass es semantische Regeln (Bedeutungsregeln) gibt

- Die meisten Bedeutungen von Zeichen sind kulturell verankert und auch kulturell verschieden

- Bedeutung entsteht nur auf Grundlage menschlichen Bewusstseins und kultureller Aktivität und ein Ausdruck, der in einer Sprache etwas bestimmtes bedeutet, kann in einer anderen Sprache etwas ganz anderes bedeuten

- Saussure stellt das Arbiträre dem Motivierten (dem gut begründeten) gegenüber à Verbindung von Ausdruck und Inhalt beruht auf einer semantischen Regel à Zeichen sind willkürlich, aber sprachinterne Faktoren können die Form eines Ausdrucks motivieren (z.B. Grammatik)

Denotation und Konnotation

- Ein Zeichen hat also zwei Seiten: Ausdrucksseite und Inhaltsseite à Ausdruck oder Inhalt können aber selbst schon Zeichen sein à ein Zeichen kann durch ein anderes Zeichen ausgedrückt werden, oder es kann selbst Ausdruck für ein anderes Zeichen sein

- Ein Zeichen kann durch ein anderes Zeichen ausgedrückt werden: idiomatische Ausdrücke à Buchstaben und Inhalt bedeuten das gesamte zugrunde liegende Zeichen à „Jemanden auf die Palme bringen“ à dieses Idiom darf nicht wörtlich gesehen werden, sondern bedeutet, dass man jemanden wütend macht

- Zeichen wird selbst Ausdruck für ein Zeichen (Zeichen haben andere Zeichen zum Inhalt): Alle sprachlichen Ausdrücke, die sich auf die Sprache selbst beziehen

- Denotatives Zeichen: Ein Zeichen, das kein anderes Zeichen als Ausdruck oder als Inhalt hat à Denotation: Das Verhältnis zwischen Ausdruck und Inhalt in einem Zeichen

- Konnotatives Zeichen: Ein Zeichen, das ein anderes Zeichen zum Inhalt hat à Konnotation: Das Verhältnis zwischen dem zugrundeliegenden Zeichen und dem übergeordneten Inhalt à Das oben genannte Sprichwort konnotiert also „jemanden wütend machen“

- Ein Zeichen, das etwas sprachliches zum Inhalt hat, wird metasprachliches Zeichen genannt à Sprache, die sich auf Sprache bezieht = Metasprache

Mythen, Rhetorik, Ideologie

- Denotation: Die wörtliche Bedeutung eines Ausdrucks; Konnotation: Die Assoziationen oder Wertungen, die mit dem Wort verbunden sind à das Wort „Mutter“ denotiert eine Frau, die mindestens ein Kind geboren hat und konnotiert etwas wie Wärme, Sicherheit und Liebe

- Für gewöhnlich denotiert die Ausdrucksseite des Zeichens den Inhalt, aber wenn die Ausdrucksseite selbst schon ein Zeichen ist, dann konnotiert dieser Ausdruck den Inhalt

- Auf der konnotativen Ebene stoßen wir hin und wieder auf mythische oder ideologische Denkweisen: Beispiel (vgl. oben) Junger, schwarzer Soldat salutiert vor der französischen Flagge à Konnotation dieses Motivs: positive Haltung zur französischen Kolonialpolitik à diese positive Haltung wird als natürlich hingestellt und vermittelt den Mythos, dass die Unterdrückten ihre Unterdrücker lieben à Fotografie wird damit ein rhetorischer Ausdruck für einen ideologischen Inhalt in einem übergeordneten, konnotativen Zeichen

Der Zeichenbegriff bei Peirce

- Peirce Definition zu Zeichen: Ein Zeichen ist etwas, das für jemanden in irgendeiner Hinsicht oder durch irgendeine Eigenschaft für etwas steht

- Unterscheidet Zeichen im engeren und im weiteren Sinn: Im engeren Sinn à ein Zeichen ist etwas, das für etwas anderes steht (Zeichen ist ein Abbild, eine Fußspur, rote Ampel); Im weiteren Sinn à ein Zeichen ist die Bezeichnung für ein dreidimensionales Phänomen (Zeichenbildung als Ganzes oder Semiose)

- Der Deuter des Zeichens ist zentral für die Semiose

- Dreigliedriger Zeichenbegriff besteht aus den Elementen: Zeichen, Gegenstand und Interpretant

- Peirce: Das Zeichen steht für etwas à Gegensatz zum strukturalistischen Ansatz, der sagt: Die Einheit von einem Ausdruck und einem Inhalt, die Vorstellung von etwas Akustischem oder Grafischem kombiniert mit einer Bedeutung

Sprachhandlungen

- Unterscheidung zwischen bedeuten und referieren (oder hinweisen)

- Wörter bedeuten etwas und die Sprecher einer Sprache weisen mit Hilfe der Wörter auf etwas hin, referieren auf etwas à referieren heißt, eine Sprachhandlung ausführen (eine Handlung, die sich mit Hilfe von Sprache oder Zeichen vollzieht) à dazu sind nur die Benutzer der Sprach im Stande à Irgendjemand benutzt die Zeichen, um auf etwas hinzuweisen

- Unterscheidung zwischen Bedeutung und Referenz: Bedeutung tragen die Wörter mit sich, es ist ihre eine Seite, ihr Inhalt, die andere Seite ist der Laut oder die

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Zusammenfassung zu Søren Kjørups Buch "Semiotik"
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V423577
ISBN (eBook)
9783668696259
ISBN (Buch)
9783668696266
Dateigröße
656 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenfassung, søren, kjørups, buch, semiotik
Arbeit zitieren
Laura Volkmann (Autor), 2016, Zusammenfassung zu Søren Kjørups Buch "Semiotik", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423577

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zusammenfassung zu Søren Kjørups Buch "Semiotik"


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden